Gott macht keine halben Sachen, Gott ist niemals nur 99% Gott, sondern immer zu 100%. Gott vergibt den reuigen Sündern alle Süden, nicht nur die, die diesem beim Beichtgespräch einfallen. Am zweiten Abend der diesjährigen Fastenaktion am 27. Februar 2018 im Pfarrzentrum Neualm wurde mit so mancher Irrmeinung aus früheren Jahrzehnten „aufgeräumt“. Natürlich kamen die bei diesem Sakrament bestehenden Unterschiede in der Lehrmeinung der beiden Kirchen zutage, was die Vorträge nicht minder spannend machte.

Manche evangelische Christen sehen heute noch in der Beichte das 3. Sakrament neben Taufe und Abendmahl. Bis ca. 1790 kannten auch die evangelischen Christen die persönliche Beichte als unbedingte Voraussetzung zum Abendmahl. Danach kam es diesbezüglich zu deutlichen „Vereinfachungen“. Was aber für beide Kirchen gilt: Wenn durch die Beichte das Verhältnis zu Gott und den Menschen besser wird, ist dabei etwas Großartiges geschehen.

Die Beichte steht heute in „Konkurrenz“ zur Psychotherapie, wobei die Beichte den großen „Vorteil“ hat, dass sie die betreffende Person von Schuld befreien kann. Einen Menschen, der nicht mehr „schuldfähig“ ist, da weiß man nicht, ob man sich so jemanden wünschen kann. Beichte, positiv gesehen, ist ein Vorgang, bei dem man nachsieht, was bei sich nicht in Ordnung ist und versucht dies dann vor Gott und den Menschen in Ordnung zu bringen. Wo Menschen lernen, eine gesunde Selbstsicht zu leben, bei der sie auch kritisch sich selbst gegenüber sind, das fördert im rechten Maß das persönliche Reifen, das Wachsen zu einer gesunden Persönlichkeit. Wer immer nur sagt, ich bin der Größte und der Beste, kann letzten Endes nicht damit leben – und schon gar nicht seine Mitmenschen.

In der evangelischen Pfarrgemeinde von Hallein wird 3 Mal im Jahr eine Bußfeier angeboten. Nach einem allgemeinen Teil und der Möglichkeit jedes Einzelnen, sich der persönlichen Sünden bewußt zu sein, wird anschließend mit Handauflegen die „formelle“ Vergebung der Sünden im Namen Gottes ausgesprochen.

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