Das Friedenslicht von Bethlehem

Die meisten haben schon einmal davon gehört oder sich sogar schon einmal das Licht selbst an Weihnachten nach Hause geholt. Aber woher kommt dieser Brauch denn eigentlich, wie ist er entstanden?

1986 hat das ORF Landesstudio Oberösterreich das Teilen des Lichtes als Friedenszeichen im Zug einer Spendenaktion ins Leben gerufen. Seither hat sich die Idee über mehr als 30 Länder ausgebreitet und ist zu einem wunderschönen Weihnachtsbrauch geworden! Die Künstlerin ADA BRANDSTETTER war der kreative Kopf hinter der Idee, ein Licht als Zeichen an alle Menschen zu verteilen, die sich Frieden wünschen.

Jedes Jahr in der Adventzeit wird das Licht in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem von einem Kind entzündet und dann in einem Flugzeug, in einer explosionssicheren Lampe, nach Linz gebracht. Im Rahmen eines Aussendungsgottesdienstes wird es an Pfadfinderdelegationen aus ganz Europa weitergegeben. Am Heiligen Abend wird das Licht schließlich in allen ORF Landesstudios, auf Bahnhöfen, Rotkreuzdienststellen, Kirchen und Feuerwehrhäusern an jeden weitergegeben, der sich das Licht nach Hause holen möchte. 1995, als sich Österreich der Europäischen Union anschloss, hat der EU Abgeordnete PAUL RÜBIG das Friedenslicht auch in das Europaparlament nach Straßburg gebracht, wo er jedes Jahr mit zahlreichen Abgeordneten feiert.

Das Licht von Bethlehem wurde von österreichischen Kindern bereits an zahlreiche Politiker überreicht, wie zum Beispiel an Jose Manuel Baroso, Heinz Fischer, Papst Benedikt XVI und auch an Papst Franziskus. Im Advent 2001 wurde es am zerstörten World Trade Center entzündet.

2012 war es auf Grund des Nahostkonfliktes nicht möglich, das Friedenslicht in Bethlehem zu holen. Aber auch davon ließ sich man sich nicht bremsen: Das Licht wurde in diesem Jahr von einem ortsansässigen Kind bis nach Tel Aviv gebracht, und schlussendlich von dort nach Österreich geflogen.

Ich finde es sehr berührend, was sich aus dieser einstmals kleinen Idee einer einzelnen Person heraus entwickelt hat und jedes Mal, wenn ich das Licht in Empfang nehme, macht das etwas mit mir. Plötzlich steigen einem Tränen der Rührung in die Augen, und so viele Gedanken kommen in einem hoch: wie gut es uns geht, dass es leider nicht allen Menschen so gut geht, und dass die Liebe und der Frieden, den man am Hl. Abend so deutlich spüren kann, doch irgendwie müssten festgehalten werden können, …

Auf jeden Fall zeigt uns dieser wunderschöne Brauch eines ganz deutlich: Es kommt auf jeden einzelnen an, um die Kette des Friedenslichts nicht abreißen zu lassen, damit es in seinem warmen Schein strahlen und die Herzen der Menschen erwärmen kann!

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes, gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!

Mag.pharm. Martina Höfner

Am Montag, 24. Dezember 2018 von 9 bis 13 Uhr kann das Friedenslicht im Feuerwehrhaus Hallein und von 10 bis 12 Uhr im Feuerwehrhaus Bad Dürrnberg mit einer eigenen Laterne mit nach Hause genommen werden.