Herbst 2019

Liebe auf den ersten Blick
„Achtzehn Jahr, langes Haar, so steh ich vor IHR …“

Plötzlich gerät SIE in mein Blickfeld. SIE, die Neue.

Gegossen in Beton, grau und wehrhaft, trutzig und stolz. Ergebnis mutiger Planung.SIE überrascht mich mit kühler Strenge – mich, die frisch Verliebte.

Noch nicht ganz trittfest, Hand in Hand, der erste Schritt in IHR Inneres. Helles Holz und roter Ziegel, Bankreihen im Rund.
Unvermittelt der Blick gebannt auf den Erlöser, übergroß, in rauem Lindenholz. Kein Kreuz, kein Schmerz, keine Marter. Auferstanden, umfassend umfangend.
Wärme macht sich breit.
Das Auge ruht.
„Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen …“ Menschen, einander zugewandt, erheben die Stimmen.
Der Kirchenraum übervoll. Es ist Reformationstag 1969.
Ein junger Pfarrer predigt, redet nicht nur, hat etwas zu sagen. An seiner Seite seine Frau.
Abendmahl in beiderlei Gestalt, sich reichende Hände.
Aha – Erlebnisse am laufenden Band.
Neuland.

Ab nun wird SIE die Liebe meines Lebens sein, so wie der junge Mann an meiner Seite.
SIE wird mein Glaubens- und Zweifelsort werden, mein Hort der Ruhe und Unruhe, hier werden meine fröhlichen, traurigen und zornigen Lieder des Lebens Gehör finden und unverbrüchliche Versprechen ihren sicheren Platz haben.

Gabi Guttmann

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