Fastenaktion 2020

Als Menschen sind wir immer unterwegs. Nicht nur, auf dem Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen. Sobald wir geboren sind, beschreiten wir unseren Lebensweg. Gemeinsam mit Freunden, in der Familie, oft auch alleine; ein bestimmtes Ziel fest vor Augen, dann wieder ratlos, vielleicht zaghaft. Als Christen und Christinnen dürfen wir glauben, dass wir unseren Weg nie alleine gehen und dass wir, gleich welche Abzweigung wir genommen haben, einmal unser Ziel erreichen.

Das Motiv des Unterwegs-Seins, begegnet uns in der Bibel häufig. Abraham verlässt seine Heimat, das Volk Israel wandert durch die Wüste, bevor es im gelobten Land Heimat findet. Jesu Weg führt nach Jerusalem, es ist der Weg über das Kreuz, der zur Auferstehung, zum neuen Leben für alle führt.

Jesus sendet seine Jünger zu zweit in die Welt und so ist auch die Kirche eine Gemeinschaft, die immer unter- wegs und auf dem Weg ist, in alle Länder der Erde und durch die Jahrhunderte. Irische Pilgermönche brachten einst den christlichen Glauben zu uns.

Viele Psalmen sprechen von der Freude, nach Jerusa- lem hinaufzuziehen, Gott entgegen zu gehen. Heute ist Pilgern längst nicht mehr nur etwas für Mönche und besonders Fromme.

Prominente haben dem Jakobsweg zum Kultstatus verholfen, andere nehmen sich eine Auszeit auf dem Franziskusweg, entdecken das Heilige Land oder suchen Einkehr in Irland, Tibet oder doch in der nähe- ren Umgebung. Die Motive sind nicht mehr unbedingt religiös, immer aber individueller Ausdruck einer Sehnsucht, die alle Menschen teilen: Auf dem Weg zu sein und Anzukommen.

Das Thema „Pilgern – Sehnsucht nach WEG sein“ wollen wir in der 30. Ökumenischen Fastenaktion aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Am letzten Abend werden wir tatsächlich selber pilgern.