Sonntagsgruß 17.10.2021

[15.10.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Es ist schwer, aus eingefahrenen Verhaltensweisen auszubrechen, die alltägliche Routine zu verlassen.

Natürlich weiß ich schon seit langem, dass es gut wäre, weniger Auto zu fahren und stattdessen das Fahrrad zu benutzen oder öffentlich unterwegs zu sein. Dass es für die Umwelt besser ist, möglichst regional und mit wenig Verpackung einzukaufen – aber im stressigen Alltag gehe ich dann doch oft den bequemeren Weg, kaufe alles im Supermarkt ein, setze mich schnell ins Auto usw.
Deshalb tut es mir tut gut, immer wieder erinnert zu werden an das belastete Klima und die gefährdete wunderbare Schöpfung Gottes. Und zwar nicht moralisierend, sondern ermutigend, so dass ich Freude daran bekomme, gewohnte Handlungsmuster zu durchbrechen, Neues zu wagen und lustvoll andere Wege einzuschlagen.

Im Glauben geht es mir ganz ähnlich! Ich weiß ja, was gut und wichtig ist für ein gelingendes Glaubensleben, habe so oft gelesen und bedacht, was Gottes Willen entspricht, wie er sich unsere Welt wünscht.

Doch im Alltag vergesse ich immer wieder, falle in den gewohnten Trott zurück.

Wie gut, dass mich der Prophet Jesaja mit dem biblischen Wort für diesen Sonntag und die neue Woche wieder an das eigentlich Selbstverständliche erinnert: „Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts anderes als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

Das möchte ich wieder intensiver tun in der kommenden Woche: in der Bibel lesen, mich von den Geschichten anrühren lassen, wo Menschen von ihren Erfahrungen mit Gott und Jesus, ihrem Gottvertrauen erzählen. Und diese Geschichten nicht nur lesen, sondern sie auch mitten im alltäglichen Tun im Kopf haben – als Deutungshilfe für mein Leben, als Kraftquelle und Trostpflaster – und natürlich auch als Freudenspender.

Ich will mir immer wieder vor Augen halten, dass ich gar nicht Gott sein muss, also nicht alles zu können brauche, immer allen Erwartungen und Anforderungen entsprechen muss, auch Fehler machen darf. Denn ich bin – Gott sei Dank – nur ein Mensch, ein von Gott geliebter Mensch!

Ich will darauf vertrauen, dass Gott mit mir geht, bei mir ist auch im stressigen Alltag. Ich lasse die Hoffnung nicht los, dass Gott auch diese Welt mit all ihren Turbulenzen, Krieg, Flucht, Hunger, Krankheit, Not und Tod in der Hand hält – und letztlich kein Mensch aus seiner Liebe herausfallen kann, auch im Sterben nicht.

In diesem Vertrauen will ich es wagen, mich so anzunehmen, wie ich bin, und ebenso alle Menschen, die mir begegnen, mit Gottes Augen zu sehen und sie so akzeptieren, wie Gott sie gemacht hat.

Ich weiß, Gott wird mir dabei helfen!

Euer Pfarrer Peter Gabriel

Der Sonntagsgruß als pdf-Dokument zum Nachlesen und Ausdru