Sonntagsgruß drittletzter Sonntag des Kirchenjahres, 7.11.2021

[05.11.2021]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Wir leben in einem friedlichen Land. „Tu felix Austria“, die Kriege mögen andere führen. Den Menschen aus Österreich sagt man eine besonders glückliche Lebensart nach. Gemütlich, ruhig, beschaulich – kurzum ein guter Fleck Erde auf Gottes schöner Welt. Ungern lassen wir an diesem schönen Lack kratzen. Es ist nicht angenehm, wenn sich manche Menschen den Dreck unter dem Teppich etwas genauer anschauen.

So manches haben wir in den vergangenen Wochen erlebt. Der schöne Lack ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der pauschale Friede hat anscheinend seine Grenzen. Und dann kommen da diese Erinnerungen. Als am 02. November letzten Jahres diese unfassbare Tat in Wien geschah, das hat einiges an Lack gekostet. Da stellt sich die Frage, wie echt der Friede in unserem Land ist. Und wo beginnt das Gegenteil von Frieden, der Unfrieden? Denken wir an das unvollendete Götz-Zitat eines ranghohen Politikers unseres Landes. Wie friedlich und vollendet schaut denn unsere „neue Zeit“ aus? Oder denken wir daran, wie friedlich die Ressourcenverteilung auf unseren Planeten abläuft. Nach wie vor profitieren westliche Länder davon, dass Menschen in anderen Erdteilen schamlos ausgebeutet werden.

Diese drei Beispiele machen Folgendes deutlich: Wir ziehen Gott sei Dank nicht mit Waffengewalt in einen Krieg, einen echten Frieden haben wir bisweilen aber noch nicht erreicht. Das führt zur traurigen Erkenntnis, dass man auf einen echten, umfangreichen Frieden auf diesen Planeten noch warten muss.

Angesichts der traurigen Erkenntnis mögen manche Menschen den Kopf in den Sand stecken. Die Welt sei halt so, wie sie sei. Man könne daran nichts ändern, weil gewisse Dinge immer schon so gewesen wären. Aber die Heilige Schrift lehrt uns vor allem eines: Nichts auf dieser Welt wird ewig bleiben. Alles ist vergänglich. Nur nicht Gottes Wort. Das Wort ermutigt viel mehr, Teil dieses ständigen Veränderungsprozesses zu sein. Und gäbe es nicht etwas Schöneres auf dieser Welt, wenn es der Frieden und nicht der Unfrieden wäre, der zunehmen würde? Alle Generationen nach uns würden sich dafür bedanken. Es gibt wohl kaum eine Sache, die Seligkeit mehr befördern kann, als den Frieden zu unterstützen:

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)

Eine gesegnete Woche wünscht,
Euer Vikar Thomas Müller

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