Sonntagsgruß 4. Advent, 19.12.2021

[17.12.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Maria, die Mutter von Jesus, steht am 4. Advent-Sonntag im Mittelpunkt der biblischen Texte. Wir lesen, wie ihr überraschend, sozusagen mitten unter der Arbeit der Engel Gabriel begegnet, sie als Begnadete, von Gott Gesegnete anredet, und ihr einen Sohn verheißt (Lukas 1,26-38)

Wir hören von Maria, dieser wahrscheinlich ganz normalen jungen Frau, wie sie nachfragt und verstehen will – und wie sie dann Ja sagt zu dem Auftrag, den Gott ihr gibt.

Maria ist für mich eine starke, eine mutige Frau, ja eine Prophetin Gottes. Sie lässt sich ein auf das, was Gott mit ihr vorhat. Sie läuft nicht davon, sondern sie hält stand.

Das gilt auch in ihrem weiteren Leben (jedenfalls das Wenige, was uns die Bibel erzählt), dass sie Einiges auszuhalten hat mit ihrem besonderen Sohn.

Da ist die Geburt ihres Erstgeborenen unter schwierigen Umständen in Bethlehem, wo es kein Quartier für das junge Ehepaar gibt, keinen Raum für den Gottessohn.

Noch mindestens 6 weitere Kinder kommen dazu (Markus 6,3) – eigentlich ganz gewöhnlich für die damalige Zeit. Und dennoch wird es kein leichtes Leben für Maria gewesen zu sein, so viele Kinder großzuziehen, sich um den Haushalt zu kümmern.

Immer wieder bereitet das Verhalten ihres Sohnes ihr Schmerzen. Als sie den 12-jährigen beim Rückweg aus Jerusalem suchen und dann endlich im Tempel finden (Lukas 2,41-52), vor allem, als Jesus sich von seiner Mutter lossagt und alle die als seine Mutter bezeichnet, die Gottes Willen tun (Markus 3,31-35).

Und natürlich – was gibt es für eine Mama Schlimmeres! – als sie den Tod ihres Sohnes am Kreuz hilflos miterleben muss (Johannes 19,25-27).

Die Apostelgeschichte erzählt, dass Jesu Mutter sich nach dessen Tod zu seinen Jüngern und Jüngerinnen hält und mit ihnen gemeinsam im Gebet vereint ist (Apg. 1,14).

Maria ist für mich eine wichtige Person der Bibel, sie nimmt einen zentralen Platz in Gottes Heilsgeschichte mit uns Menschen ein. Denn Gottes Menschwerdung braucht einen konkreten Ort, ja einen Menschen, eben diese Maria, die Verlobte von Josef.

Maria ist für mich darin ein Vorbild, wie sie die Aufgabe annimmt, für die Gott sei auserwählt hat. Maria inspiriert mich, bereit und offen zu sein, um auf Gott zu warten, und zu hören, was er mir sagen möchte. Maria macht mir Mut, auch in schwierigen Zeiten meines Lebens durchzuhalten und auf Gott zu vertrauen.

Mit Maria will ich einstimmen in ihren Lobgesang über diesen wunderbaren Gott:

Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist u. dessen Name heilig ist. Seine Barmherzigkeit währet für und für.“ (Lukas 1,47-50)

Gesegnete letzte Adventtage
Euer Pfarrer Peter Gabriel

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