Gruß zum Weihnachtsfest 2021

[23.12.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2,10b-11)

Vertraut klingt sie, diese Botschaft des Engels an die Hirten auf den Feldern von Bethlehem von vor ca. 2.000 Jahren, wie sie uns Lukas überliefert hat.

Doch ich staune immer wieder neu über diese gewaltigen, ja revolutionären Worte! Zuerst die Zusage und Aufforderung: du brauchst keine Angst zu haben!

Das meint für mich: keine Angst vor einem Boten Gottes oder vor Gott selbst, denn er ist ein liebender, mir zugewandter, mir naher Gott. Aber auch keine Angst vor dem, was mir im Leben entgegenkommt, vor den Unbilden des Alltags, auch nicht vor Corona. Der Engel Gottes sagt mir zu: Vertrau dich Gott an, lass dich nicht einschüchtern, fasse Mut und lebe – getrost und freudig.

Denn Gott will, dass ich mich freue, dass mein Leben gelingt und ich glücklich werde. Gott versorgt mich mit dem, was ich zum Leben brauche, und eben auch dem, was das Leben ausmacht: ein wenig Zufriedenheit, das Gefühl von Geborgenheit, ein Sonnenstrahl, das Lächeln eines Menschen, das Spüren von Liebe, eine Stunde, in der ich ganz mit mir eins bin.

Ich wünsche mir, dass ich das (wieder) erleben darf in diesen weihnachtlichen Tagen, an diesem Fest der Freude.

Der Grund meiner Freude liegt dabei in Gott selbst! Denn im kleinen, hilfsbedürftigen Jesuskind in der Krippe, im Menschen Jesus von Nazareth, der mir von einem liebenden Gott erzählt und mich einlädt in die Gemeinschaft der Gotteskinder, und in seiner Überwindung des Todes am Ostermorgen hat er mir ein unendlich großes Geschenk gemacht. Ich wünsche mir, dass ich das immer neu begreife, wie reich und wunderbar mich Gott beschenkt hat, ja jeden Tag wieder aufs Neue beschenkt.
Denn Gottes Menschwerdung, die Geburt im Stall von Bethlehem ist kein fernes Geschehen in vergangener Zeit, sondern ereignet sich heute!

So wie Paul Gerhardt dichtet: „Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben. So lass mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.“ (EG 37,1+9)

Ja, Gott will in mir Mensch sein, gerade dann, wenn mir Nähe, Berührung und Zärtlichkeit fehlen. Gott will in mir Mensch sein, wenn ich nicht mehr hoffen kann und alles vergeblich erscheint, wenn ich frustriert und einsam bin. Gott will in mir Mensch sein, wo es mir schwerfällt, meinen Mitmenschen zu vertrauen.

So wünsche ich euch allen ein gesegnetes, freudiges und erfülltes Weihnachtsfest!
Euer Pfarrer Peter Gabriel