Sonntagsgruß 30. Jänner 2022

[28.01.2022]

Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Na, du strahlst ja heute!“

Hat das jemand schon einmal zu Ihnen gesagt? Ich bin sicher, Sie kennen diese Erfahrung: Wir können in seinem Gesicht lesen, wie es einem Menschen geht. Und uns sieht man an, was unser Herz bewegt.

Ganz besonders die Begegnung mit einem Menschen, den wir mögen, kann unsere Gesichter zum Strahlen bringen. Das Zusammensein, das unser Herz höherschlagen lässt, bringt auch ein Leuchten in unsere Augen, ein Lächeln um die Lippen, Farbe auf unsere Wangen – oder was immer es auch ist, das wir mit „Strahlen“ zu beschreiben versuchen.

In den Geschichten aus der Bibel, die an diesem letzten Sonntag nach Epiphanias gelesen werden, geht es auch um ein solches Strahlen. Von Mose wird erzählt (2. Mose 34,29-35), dass ein Glanz auf seinem Angesicht gewesen sei, als er vom Berg Sinai herunterkam, mit den zwei Tafeln des Gesetzes, die er vom HERRN erhalten hatte. Und von Jesus wird erzählt (Matthäus 17,1-9), dass „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider weiß wurden wie das Licht“, als er einmal mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg ging.

Sehr schöne Bilder sind das, finde ich, für das, was geschieht, wenn ein Mensch in seinem Herzen von Gott bewegt wird. Wenn schon ein Mensch, den wir im Herzen haben, uns zum Strahlen bringen kann, um wieviel mehr dann Gott, der unsere Herzen ganz kennt. Wenn schon wir „Durchschnittsmenschen“ so strahlen können, um wieviel mehr dann Mose und Jesus, die mit Gott in einer ganz besonderen Beziehung standen.

Derzeit ist es nicht ganz einfach, mein Strahlen zu zeigen. Als ich letzten Mittwoch wegen eines Termins in Vorarlberg 15 Stunden lang fast ständig FFP2-Maske tragen musste, hat man von meinem Gesicht wahrscheinlich nicht viel Strahlen gesehen. Umso schöner, dass ich das Strahlen, das Gott mir schenkt, nicht selber erzeugen muss. Und umso wichtiger, dass ich mir die Ladestationen – wie den Gottesdienst am Sonntag – gönne, die mein Strahlen durch alles durchscheinen lassen, was uns gerade daran hindern will.

Peter Pröglhöf