Sonntagsgruß zum 6. Februar 2022

[04.02.2022]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Letzten Sonntag sind wir alle von Nadia besucht worden. „Drübergefegt“ hat sie über unsere Häuser und Dächer. Nicht, um sauber zu machen, sondern um ihrer Natur gemäß für reichlich Schäden zu sorgen. Ich hoffe, dass Nadia zumindest in unserer Gemeinde keine allzu großen Schäden verursacht hat. Stürme werden oft nach lieblichen Namen benannt, ihre Auswirkungen sind dafür aber verheerend. Man erinnere sich an das Jahr 2005 zurück, als Hurrikan „Katrina“ die Stadt New Orleans und weite Landstriche zerstörte. Extreme Wetterverhältnisse werden jedenfalls zunehmen und die Stürme werden zusehends mehr.

„Mir steht das Wasser bis zum Hals.“ Mit Wind und Wetter haben wir in Hallein durchaus Erfahrung sammeln müssen. Sehr real ist das Wasser in manche Häuser gekommen und hat für reichlich Unordnung gesorgt. „Mir steht das Wasser bis zum Hals“ meint aber auch die beklemmende Erfahrung, wenn die Dinge in unserem Leben so gar nicht laufen, wie sie sollen. Das passiert dann oft wetterunabhängig: Wenn ein Sturm durch unser Leben fegt und dadurch vieles auf den Kopf gestellt wird. Da macht einen die Angst das Atmen schwer. Wenn Sturmzeit angesagt ist, dann kann das dazu führen, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. In solchen Fällen ist guter Halt teuer. Dann ist es gut, einen Felsen zu haben, der in der Brandung steht und den Wellen Einhalt gebietet.

Behutsam formuliert es Psalm 107:

Sie waren am Ende mit ihrer ganzen Seemannskunst.
Da riefen sie zum Herrn in ihrer Not

und er führte sie aus ihrer Verzweiflung.
Er brachte den Sturmwind zum Schweigen,
und die aufgepeitschte See beruhigte sich.
Sie waren froh, dass sich die Wogen legten.
So führte er sie in den ersehnten Hafen.

Ganz so musterhaft läuft es im Leben nicht immer ab. Aber ich erlebe selbst in den stürmischen Zeiten, dass mich der Gedanke eines Felsens in meinem Leben tröstet. Die Wellen mögen dann noch vorhanden sein, aber sie sind nicht mehr ganz so wild. Stürme gibt es in unserem Leben zumindest reichlich: Mag der Sturm Schule, Arbeitsstelle, Nadia, Corona oder wie auch immer heißen. Der Felsen, der in den Nöten Halt gibt und uns durchzutragen vermag, ist Christus. Um die „Jugendsprache“ noch ins Spiel zu bringen: Dass Christus unser Felsen ist, ist echt „stabil“ (=gut).

Eine stabile Woche wünscht euch
euer Vikar Thomas Müller