Sonntagsgruß zum 1. Sonntag der Passionszeit

[04.03.2022]

Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinde!

Das Evangelium dieses Gottesdienstes ist die sogenannte Versuchungsgeschichte Jesu – Matthäus 4, 1-11, in der berichtet wird, wie Jesus sich dazu entscheidet, total auf Macht, auf Showeffekte und Verführungskünste zu verzichten.

Im 2. Bibeltext des Gottesdienstes, 2. Korinther 1,23-2,4, setzt sich der Apostel Paulus genau mit solchen Leuten auseinander, die ihn durch ihr großspuriges Auftreten herabwürdigen und als Missionar unglaubwürdig machen wollen.

Wie wollen wir uns durchsetzen, wenn uns etwas wirklich wichtig ist? Allein mit wohl überlegten und überprüften Tatsachen? Allein mit der Überzeugungskraft unserer Argumente? Allein mit spürbarer Zuwendung zu unserem Gegenüber?

In seiner „Bergpredigt“ Matthäus 5,1ff gibt uns Jesus Ratschläge, die wir uns immer wieder zu Herzen nehmen sollten. Ich weiß, dass er uns damit nicht immer den leichten und angenehmen Weg weist, wenn es gilt, eigene Schwäche auszuhalten, unbeirrbar das gute Miteinander im Auge zu behalten, die Geduld nie zu verlieren und sich dabei über eigene Fehler und Irrtümer im Klaren zu sein.

„Invokavit“ heißt dieser Sonntag in der Tradition unserer Kirche. Das heißt: „Er ruft“. In Ps.91,15 heißt es nämlich: „Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören“.

Zu Beginn der Passionszeit ist das die große Einladung Gottes an uns, sich von ihm stärken, ermutigen und auf gute Wege des Miteinander weisen zu lassen, seinen Geist für mein Reden und Tun zu erbitten und zulassen, dass dieser Geist über mich bestimmt und nicht irgendein anderer Geist, so modern und verlockend er auch sein mag.

Mit dem Ausprobieren dieser Einladung wünsche ich Ihnen viele gute und überraschende Erlebnisse!
Wolfgang Del-Negro