Sonntagsgruß zum 24. April 2022

[22.04.2022]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Hättet Ihr das gedacht?!? Lediglich 1 von 5 Personen (18 Prozent) unserer Gesellschaft stimmen der österlichen Überzeugung zu – Jesu leibhaftiger Auferstehung. Das hat eine Umfrage des Erfurter Markt- und Sozialfor- schungsinstituts INSA-Consulere im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ ergeben. Demnach lehnen von den rund 2.000 volljährigen Befragten 42 Prozent den Auferstehungsglauben ab, 28 Prozent antworteten mit „weiß nicht“, elf Prozent machten keine Angabe.

Mit einigen meiner Schüler*innen habe ich geforscht:
Wie glaubwürdig ist die Auferstehung Jesu?

Zunächst einmal haben wir festgestellt, dass im ganzen Neuen Testament keine Auferstehungsberichte zu finden sind, dafür aber Leeres-Grab- und Begegnungs-Zeugnisse. Dass diese für mich glaubwürdig sind, hierzu vier Argumente:

Frauen als Zeugen

Im Lukasevangelium wird berichtet, dass Frauen die ersten Zeugen waren, die das Grab Jesu leer vorfanden. Für uns heute ist diese Tatsache nichts Besonderes – für die Menschen damals schon. Frauen hatten nämlich zur Zeit Jesu nicht die selben Rechte, vor Gericht waren sie bspw. als Zeugen nicht zugelassen. Dennoch wird berichtet, dass Frauen die ersten Zeugen des leeren Grabes waren – bemerkenswert, denn:

  • Wäre der Bericht von den Evangelienschreibern erfunden worden, hätten sie niemals Frauen in die Geschichte einbezogen, zumindest nicht als Hauptzeugen. Vielmehr hätten sie möglichst vertrauenswürdige und angesehene Zeugen angeführt. Dass sie es trotzdem tun, lässt darauf schließen: Der Bericht wurde nicht frei erfunden!

Das leere Grab

Lesen wir bei Lukas weiter, so fällt als nächstes auf, dass der auferstandene Jesus den Jüngern erscheint und ihnen befiehlt, von ihm weiterzuerzählen, zuerst in Jerusalem und später in der ganzen Welt. Die Botschaft von der Auferstehung hätte aber gerade in Jerusalem am leichtesten widerlegt werden können. Man hätte nur zum Grab hingehen und den Leichnam Jesu vorzeigen müssen und alles Reden, alle Predigt der Jünger wäre zunichte gemacht worden. Dies geschah aber nicht. Im Gegenteil: Die Jünger erzählten munter und ohne Angst drauf los, dass Jesus auferstanden sei.

  • Die Tatsache, dass selbst in Jerusalem, wo Jesus gekreuzigt und begraben worden war, offensichtlich keine handfesten Beweise gegen seine Auferstehung angeführt werden konnten, zeigt: Das Grab war tatsächlich leer.

Die ersten Christen sterben für ihre Überzeugung

Die zentrale Botschaft der ersten Christen lautete, dass Jesus der menschgewordene Gott und vom Tod auferstanden sei. Für diese öffentlich geäußerte Überzeugung nah- men sie Verfolgung, Folter und sogar den Tod in Kauf. Warum gehen Menschen so weit? Für eine Geschichte, die sie selbst erfunden haben? Nicht vorstellbar. Spätestens, wenn es um ihr eigenes Leben ginge, hätten sie gestanden, dass die Auferstehung Jesu nur ein großer Schwindel war. Das aber taten sie nicht.

  • Die Tatsache, dass viele Christen für ihre Überzeugung sogar gestorben sind, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie die Geschichte von der Auferstehung Jesu nicht erfunden hatten. Für eine bewusste Lüge stirbt man nicht!

Die große Zahl der Zeugen

Noch ein letzter Sachverhalt: Paulus zählt in 1. Korinther 15,3-8 eine ganze Liste von Zeugen auf, denen der Auferstandene begegnet sei. Er tut dies nicht zuletzt deshalb, weil die Korinther an der Auferstehung Jesu zweifelten. Paulus verweist darauf, dass viele dieser Zeugen (zur Zeit der Abfassung seines Briefes) noch lebten und somit selbst befragt werden konnten. Er fordert die Korinther hier indirekt geradezu dazu auf nachzufragen und nachzuforschen.

  • Macht nicht die Fülle der Menschen, denen Jesus nach seiner Auferstehung begegnete und die Tatsache, dass die meisten von ihnen noch kritisch befragt werden konnten, die Erscheinungen Jesu nach seinem Tod glaubwürdig?

Ich meine: Ja, doch! Und ich ermutige auch Euch dazu. Auf dass aus unserem Glauben, als einem Anvertrauen, die lebendige Hoffnung wird: Auch wir werden auferstehen!

Pfarrer Jens-Daniel Mauer
(Inspiration Rainer Schemenauer)