Sonntagsgruß zum 19. Juni 2022

[2022-06-17] 1. Sonntag nach Trinitatis

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“ (Lukas 10,16a) – diese herausfordernden Worte sind uns für diesen Sonntag und die neue Woche aufgegeben.

Harte Worte, denn Jesus droht Städten und Menschen in Israel den Untergang an, weil sie nicht auf seine und damit Gottes Worte gehört haben, umgekehrt sind oder ihr Leben verändert haben. Dabei haben sie doch Jesus mitten unter sich erlebt, haben gehört, wie er von der anbrechenden Gottesherrschaft erzählt, Menschen aufrichtet und gesund macht, sie einlädt in die Gottesgemeinschaft.

Eine ungewohnte oder sollte ich besser sagen unterbelichtete Seite Jesu kommt hier zum Vorschein: Jesus wünscht, ja fordert ein Neuwerden, ein anderes Leben im Angesicht der Liebe Gottes. Seine Worte wollen verändern und verwandeln.

Wie höre ich heute die Botschaft Jesu? Führt das Lesen in der Bibel, das Hören einer Predigt dazu, dass ich mein Leben überdenke, mich redlich bemühe, im Sinne Jesu, nach den Maßstäben und Geboten Gottes zu leben?

Wir erleben ja Jesus nicht mehr live, hören seine Botschaft nur vermittelt durch die Worte der Heiligen Schrift und dann ausgelegt und aktualisiert durch uns Christ*innen. Ja, das tun nicht nur Pfarrer*innen oder Lektor*innen im Gottesdienst, sondern letztlich legen alle Christ*innen in und durch ihr Leben, in ihrem Reden und Handeln im Alltag die Worte Christi aus, sind Zeug*innen der Liebe Gottes.

Das meint Jesus mit dem Wochenspruch: Jesus wird erfahrbar in meinen Worten, durch meinen Lebensstil. Er bürdet mir damit eine hohe Verantwortung auf.

Als Christ stehe ich nicht nur für mich, sondern werde immer auch gemessen an Jesus, seinen Taten, seinen Worten. An mir sollen Menschen etwas ablesen und erfahren können von der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes.

Um diese Herausforderung meistern zu können, brauche ich immer wieder Unterstützung im Glauben, brauche das Gespräch darüber, was Gottes Wort heute bedeuten, ja, wie es gelebt werden kann, brauche die Stärkung im Gottesdienst und am Tisch des Herrn im Christusmahl, die Gemeinschaft mit Schwestern und Brüdern im Glauben.

Der sonntägliche Gottesdienst ist eine gute Möglichkeit, genau dies zu erleben!

So freue ich mich, mit euch am Sonntag gemeinsam im Glauben wachsen zu dürfen,
Euer Pfarrer Peter Gabriel