Sonntagsgruß zum 18. September 2022

[16.09.2022] „ein Gotteskreis“

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Das Motto „höher, schneller, weiter“ gilt nicht nur bei sportlichen Wettbewerben. Unsere moderne Gesellschaft gibt sich selten mit dem status quo zufrieden, sondern verlangt immer neue Höchstleistungen. Wer im Beruf ‚vorankommen‘ möchte, wird aufgefordert, seine Komfortzone zu verlassen. Entsprechend scheint jede als Schmied ihres eigenen Glücks und für den Erfolg selbst verantwortlich. Dass vieles im Leben nicht in den eigenen Händen liegt, wird gerne verdrängt. Ist das nicht unnötig anstrengend?!

Es täte uns Menschen so gut, Dankbarkeit anzustreben. Im Danken kommt nämlich eine wertschätzende Lebenshaltung zum Ausdruck, die selbst das Normale nicht selbstverständlich nimmt. Vielmehr wird es zum Anlass einer Freude, die wiederum Dank bewirkt – ein wunderbarer „Gotteskreis“ – im wahrsten Sinne des Wortspieles. Zumindest für mich als Christenmensch. Mein Dank für das mir Geschenkte, auch und besonders für das selbstverständlich Gewordene, hat nämlich eine klar definierte Adresse: unser dreieiner Gott.

Wie gut, dass vieles im Leben nicht in meinen Händen liegt. Wie gut, dass mein Leben in Gottes Händen liegt! Wie gut, dass diese Überzeugung immer wieder neu lebendig wird, wenn ich meine Hände zu Gott falte. Wenn ich danke und dabei Kraft tanke. Durchs Danken, bei Gott ANKERN, immer wieder neu. Ob dann nicht der status quo mal innerlich zufrieden stimmt, befriedet durch göttlichen Shalom?

Ich krieg den guten alten Gassenhauer von Franz von Assisi grad nicht mehr aus dem Kopf, der schon seit 1225 Christenmenschen einen Ohrwurm beschert:

Laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore,
laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signor.
Sei gepriesen, du hast die Welt geschaffen,
sei gepriesen für Sonne, Mond und Sterne,
sei gepriesen für Meer und Kontinente, sei gepriesen, denn du …………

Lasst euch ja nicht anstecken!

Pfarrer Jens-Daniel Mauer