Sonntagsgedanken 4. Sonntag im Advent

[18.12.2020]

„Freut euch immerzu, weil ihr zum Herrn gehört. Ich sage es noch einmal: Freut euch!“

Sich freuen zu können und sich nicht mehr fürchten zu müssen, hat meistens einen Grund. Z.B. ein hoffnungsvolles Versprechen, dass die Zusage – trotz langen Wartens – endlich wahr geworden ist.

So verspricht Gott Abraham „Sieh zum Himmel und zähle die Sterne, kannst du sie zählen? So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“Abraham glaubte daran – und Sara? Sie konnte darüber nur lachen: „Wie soll ich im hohen Alter noch ein Kind bekommen?“ Die Antwort Gottes darauf lautet: „Ist denn irgendetwas zu schwierig für deinen Gott?“

Hoffen und Sehnen misst Gott heute nicht mehr an der Weite des Himmels, sondern am Herzen des Menschen: BEI Gott und MIT Gott ist ALLES möglich.Wenn Gott kommt, dann kann fast alles passieren, mehr auf jeden Fall, als wir uns vorstellen können, so wie bei Sara als auch bei Maria, der Mutter Jesu.

Jesus selbst wies seine Jünger und Jüngerinnen immer wieder auf die Kraft des Glaubens hin, der Wunder bewirken kann. Wir können Wunder nicht schlüssig erklären, aber genau darum geht es: Gott zu vertrauen und ihm seine Liebe zu glauben.

So wie Sara sich gründlich geirrt hat, so hat Gott vielen Menschen ihre Täuschungen genommen. So konnten sie offener werden für die Vielzahl der Annäherungsweisen Gottes. Enttäuschungsgeschichten haben meistens eine schmerzliche Komponente, letztlich sind sie aber Befreiungsgeschichten. Wenn eine Enttäuschung erst einmal aufgedeckt ist, dann schaut man der Freiheit ins Gesicht.

Halten auch wir Augen und Ohren offen und lassen wir uns überraschen, dann kann Weihnachten eine Zeit des Auflebens sein, weil wir das  Unerwartete erwarten.

Hans Siller

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