Sonntagsgruß Oster-Sonntag 2021

[03.04.2021]

Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ – so hören es die Frauen am Ostermorgen am Grab im Lukasevangelium (Lukas 24,5b). Sie sagen ihnen damit: Ihr schaut in die falsche Richtung! Seht nicht ins Grab, sucht nicht nach dem Leichnam Jesu, sondern erinnert euch an seine Worte und Taten.

Seht nach vorn und geht hinaus ins Leben, in euren Alltag – denn genau dort wird Jesus euch begegnen, da werdet ihr ihn sehen. Bei allem was ihr tut, werdet ihr seine Gegenwart spüren, werdet ihr daran denken, was ihr mit Jesus erlebt habt, was er euch erzählt hat – und das wird euch Kraft geben, euer Leben zu gestalten, ja das wird euch beflügeln, Neues zu wagen und dem Leben zu trauen. Wenn Jesus nicht im Tod geblieben ist, sondern lebt, weil Gott ihn auferweckt hat, so sollt auch ihr nicht stecken bleiben in Angst und Trauer, in Verzagtheit und Frustration, sondern sollt leben, sollt herausgerissen werden aus dem, was euch lähmt.

Ostern will mir also einen neuen Blickwinkel schenken! Mit der Erinnerung an das Gute und Stärkende aus meiner Geschichte will ich nach vorne und ins Leben blicken.

Das möchte ich immer wieder lernen, wenn ich um einen lieben Menschen Trauer trage, nicht hängen zu bleiben am und im Tod, sondern vom Grab weg wieder Schritte ins Leben zu wagen. In dem Vertrauen, der so wichtige Mensch wird weiterhin bei mir sein – und Gott wird mich tragen und stärken. Das möchte ich immer wieder versuchen, wenn eine Enttäuschung, ein Scheitern mich lähmen, ich keine Kraft mehr spüre. Dann will bei Gott und Jesus auftanken, mich an das Positive in meinem Leben erinnern und es mit Unterstützung von Menschen, die es gut mit mir meinen, mit Gottes Geist und Segen wieder neu versuchen. Das möchte ich immer wieder spüren dürfen, wenn sich meine Gedanken, meine Gefühle festgefahren haben oder wenn mein Blick hängen geblieben ist und ich nur noch in eine Richtung denken, sehen, hören oder empfinden kann.

Dann bete ich, dass Gott mich umwendet wie die Frauen am Grab und mir neue Perspektiven zeigt. Dann vertraue ich, dass Gottes Liebe stärker ist als mein „In mich vergraben Sein“, dass die Kräfte des Lebens alles Tod Bringende in mir zum Schweigen bringen. Diese Hinwendung zum Leben finde ich einem neueren Osterlied:

„Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber, es bricht ein Stein. Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein. Halleluja!
Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist: Der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist. Ein Tanz, der uns alle dem Tod entreißt. Halleluja!
Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht, im Aufstand erklingt unser Osterlied. Halleluja!“

Ich wünsche euch allen ein fröhliches und gesegnetes Osterfest – und neue Blickwinkel!
Euer Pfarrer Peter Gabriel

Der Ostergruß als pdf-Dokument zum Ausdrucken und Nachlesen