Sonntagsgruß 1. Sonntag nach Ostern

[09.04.2021]

Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinde!

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“. So lautet der Wochenspruch aus dem 1. Petrusbrief, 1,3.
…wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung.

„Wie kann ein erwachsener Mensch neu geboren werden“ fragt Nikodemus in einem nächtlichen Gespräch Jesus (Joh. 3,4) als Jesus gesagt hatte: „Nur, wer von neuem geboren ist, kann die neue Welt Gottes zu sehen bekommen.“ – Menschen von sich aus können es nicht, aber der Geist Gottes kann Menschen verändern, neu machen – eben auch zu einer „lebendigen Hoffnung“.

Im Sonntagsevangelium begegnet uns Thomas. Einer, der alle Hoffnung auf ein machtvolles Wirken Gottes durch Jesus verloren hat. In ihm begegnen uns alle Glaubenszweifel, die Menschen packen können, wenn sie durch tiefes Leid hindurch müssen, Enttäuschungen erfahren oder Verluste erleiden. Wie kann Gott das zulassen?

Mit dem Jubel über die Auferstehung Jesu sind diese Fragen bei Thomas nicht weggewischt. „Ich will seine Wunden berühren, sonst glaube ich’s nicht“.

Was ist das für ein Gott, der sich so verwunden, ja töten lässt, der so berührbar wird für menschliches Leid, so wehrlos gegen Machtmissbrauch und Unmenschlichkeit?

Das ist eine Zumutung, nicht nur für Thomas. Wenn wir aber Gott nicht vor allem mit Macht, sondern, mit Liebe verbinden, können wir’s begreifen. Liebe ist nun einmal verletzlich, kann mit Füßen getreten werden, muss manchmal schier Unerträgliches aushalten. Und doch ist es nur die Liebe, die Leben ermöglicht und erhält. Die Liebe zu den Mitmenschen, den Tieren, der ganzen Schöpfung, diese Liebe, mit der Gottes Geist in uns wirken will.

Petrus traut uns zu, in diesem Sinne „lebendige Hoffnung“ zu sein, eine nicht immer leichte Aufgabe, die aber den, der’s versucht, sehr glücklich machen kann. Viel Erfolg wünsche ich Ihnen dabei!

Ihr Wolfgang Del-Negro

 

Der Sonntagsgruß als pdf-Datei zum Ausdrucken und Lesen