Sonntagsgruß zum Trinitatisfest

[28.05.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Das Fest der Dreieinigkeit, das 4. große im Kirchenfestkreis, es wird unterschätzt. Weihnachten und Ostern sind die Klassiker, Pfingsten wird weitgehend schon viel weniger religiöses begangen. Und das Trinitatisfest? Ist das etwa nur für Insider? Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, der eine Gott in drei Personen – viele tun sich mit dieser dogmatischen Erklärung schwer. Drei in einem – wie soll das gehen?

Lebensweltliche Anknüpfungspunkte gibt es meines Erachtens dieses Jahr sehr wohl. Lasst uns einfach die momentan omnipräsente „gesellschaftliche Trinitätsformel“ bedenken: die 3G-Regel – geimpft, getestet, genesen. Sie wird grade rauf und runter „gebetet“, ermöglicht uns Zugang zu verschiedenen, fast schon vergessenen Formen von „Gemeinschaft“ und versinnbildlicht den „Glauben“ an die überwundene Pandemie. Na hoppla, da haben sich aber drei ziemlich religiöse Gs untergemischt! Die betrachte ich doch gleich mal genauer, und zwar im Lichte des Trinitatisfestes:

  • Gemeinschaft
    Am Sonntag Trinitatis feiern Christen das Fest der Dreieinigkeit Gottes, die so viel über das Wesen Gottes aussagt. Gott kann und will nicht für sich sein. Der Dreieine ist reine Beziehung. Aus diesem Motiv heraus hat er gesprochen: „Lasset uns Menschen machen“ (Gen 1,26).
  • Glaube
    Gott ist umfassender, als ein Mensch begreifen kann. Aber er lässt sich auf eine Geschichte mit den Menschen ein und offenbart ihnen mit der Zeit immer mehr von sich. Als Vater erwählt sich Gott den Menschen als Gegenüber, als Sohn kommt er uns zu unserem Heil nahe und bezieht schließlich in jedem einzelnen Wohnung: als Begeisterung, Tröster und Liebeskraft.
  • Gebet
    Betend erfassen und bekennen wir die vielfältigen Weisen, auf die uns der Herr begegnet. Wie gut, dass dieses Beten nun wieder barrierefreier in leiblicher Gemeinschaft möglich ist. Davon lebt unser Glaube, wenn man so will ist es ein gesicherter Zugang .

Herzliche Einladung mit mir das Wochenlied (EG 139) betend zu bekennen:

  1. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
    mein Schöpfer, der mir hat mein’ Leib und Seel gegeben,
    mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
    der alle Augenblick viel Guts an mir getan.
  2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben,
    des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben,
    der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut,
    der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut.
  3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben,
    des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben,
    der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft,
    der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.

Pfarrer Jens-Daniel Mauer

Der Sonntagsgruß als pdf-Dokumente zum Nachlesen und Ausdrucken