Sonntagsgruß 6. Juni 2021

[04.06.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Aufschieben – manche von uns leiden darunter. Ich kenne ein paar Leute, die das Aufschieben perfektioniert haben – zu einer Kunst gemacht! Am Sonntag werden wir von Jona sprechen. Er kämpfte auch mit diesem Problem. Aufschieben. Man weiß sehr wohl, dass etwas zu tun oder zu machen ist. Aber statt machen, ist es leichter, einfach nichts zu tun oder zu warten. Das bedeutet Aufschieben. Und Aufschieben ist ein spirituelles Thema. Jona war selber ein Aufschiebungskünstler. Die gute Nachricht ist, dass Gott uns von Aufschieben befreien möchte.

Es gibt verschiedenen Gründe, warum Leute aufschieben. Jonas Grund war Angst. Er hatte Angst, allein und in ein fremdes Land zu reisen und mit ungläubigen Leuten ins Gespräch zu kommen. Er hatte Angst, seinen Glauben zu verkündigen, und Angst auf die Reaktion von den Niniviten. Er war überfordert und unmutig. Ich verstehe das. Aber was hat Jona mit mir zu tun? Was hat Jona mit dir zu tun? Sehr viel, ob du ein*e Aufschieber*in bist oder nicht. Wir sind alle, genauso wie Jona, von Gott gerufen.

Wie Jona haben wir auch unsere himmlischen Aufgaben. Wir sind Christen, Nachfolger*innen von Jesus. Auch mit einer Mission. Wir sind von Gott gerufen, unsere Talente, unsere spirituelle Energie, unsere Weisheit und Erfahrungen voll in unsere Welt einzubauen und auszuüben. Wir sind von Gott gerufen, Jesus zu spiegeln und unsere Welt zu verbessern.
Aufschieben hat Jona nicht geholfen, trotz einer tollen Proberunde und sie hilft uns auch nicht. Im Gegenteil, Aufschiebung macht Probleme, wirft Chancen weg und schadet anderen Menschen. Aufschiebung baut Stress auf, beschädigt Beziehungen und fördert einen respektlosen Umgang mit Anderen. Eine schlimmere Nebenwirkung ist, dass wir nicht unser volles Potential erreichen können.

Jona ist von einem Schiff ins Meer geworfen und von einem großen Fisch geschluckt worden. Er hat es nicht geschafft, sich vor Gott zu verstecken, aber Gott lässt ihn auch nicht ertrinken, trotz Jonas Versuch, Gott „nein“ zu sagen und Gott zu ignorieren. Ich weiß, wie es mir geht, wenn ich mich von meinen Kindern ignoriert fühle. Ich weiß, dass ich auch Gott manchmal ignoriert habe. Aber er gibt mir keine Ruhe! Er lässt mich nicht ertrinken, aber er macht mir Mut. Und macht mich stark.

Du bist von Gott berufen. Deine Himmlische Aufgabe steht dir zu. Ob du sie machst oder es dir lieber ist alles einfach aufzuschieben? Mehr werden wir zum Thema am Sonntag ansprechen, aber falls wir uns in die Kirche nicht sehen, gebe ich euch einen kleinen Rat. Nicht aufschieben was zu machen ist! Manche Dinge sind schwierig; wir fühlen uns überfordert oder unmutig, aber mit Hilfe von Gott ist alles machbar, er muss nur Bescheid wissen, dass er nicht ignoriert wird. Frag um Hilfe! Gott ist deine Kraft. Bitte nicht deine Chancen im Leben verpassen, sondern mutig sein! „Just do it“!

Suzanne Arensmeyer

Der Sonntagsgruß als pdf-Dokument zum Nachlesen und Ausdrucken