Sonntagsgruß für 13. Juni 2021

[11.06.2021]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Im biblischen Wort für diesen 2. Sonntag nach Trinitatis sagt Jesus uns zu (Matth. 11,28):
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Martin Luther) oder „Kommt zur mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“ (Basisbibel)

Mir tut diese Verheißung Jesu gut, gerade in Zeiten, wo ich gestresst bin, wo viel zu tun ist, aber auch dann, wenn mich die Gedanken strudeln, mich meine Gefühle durcheinander wirbeln.

Die Wochen jetzt am Schulende, wo zudem mit den Öffnungsschritten wieder viel mehr möglich ist, sind so eine Zeit. Muss denn sofort wieder alles gemacht werden, was jetzt erlaubt ist? Mache ich mir selber Druck, jetzt nachholen zu wollen, was für viele Monate nicht ging? Wäre weniger nicht mehr?

Mich tröstet und stärkt, dass Jesus sieht, hört und weiß, wie es mir geht, was mir Mühe macht und mich unter Druck setzt: der volle Terminkalender, andere Menschen, die etwas von mir möchten. Aber eben auch Sorgen, Ängste, Trauer um einen geliebten Menschen. Manchmal bin ich mir auch selber eine Last, leide unter meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten, belastet mich das Verhalten oder die Ignoranz anderer Menschen.

Jesus hat ein weites Herz – und offene Arme. Mich und alle anderen (auch die, die ich als mühsam erlebe…) lädt er ein und sagt mir zu: ich hab Zeit für dich, bei mir kannst du abladen.

Ja, im Gebet kann ich Jesus oder Gott sagen, was mir auf der Seele liegt. Das ist wie das Gespräch mit einem vertrauten Freund, wo Raum und Zeit ist für das, was mich beschäftigt und umtreibt.

Aber Jesus hört nicht nur zu, sondern er bietet mir auch eine wohltuende Veränderung an. Die Übersetzung der Basisbibel entspricht dabei dem griechischen Originaltext: Jesus verheißt mir Ruhe, eine Auszeit, eine Pause, in der ich meine Last ablegen kann bzw. nicht mehr so stark spüre, in der ich neue Kraft tanken kann. Das versucht Luther mit dem Ausdruck „erquicken“ zu beschreiben, den er auch im Psalm 23 verwendet: „Er erquickt meine Seele.“

Erquicken, darunter verstehe ich, erfreuen, innerlich erfüllen, aufrichten, neue Energie schenken – genau das brauche ich in anstrengenden Zeiten: Ruhephasen, Momente der Freude und durch all das neue Kraft, um weiterhin meinen Alltag zu bewältigen und manche Last zu schultern.

Diese wunderbare, erquickende Erfahrung wünsche ich auch euch in der kommenden Woche. Gott möge euch dafür seinen Geist und seinen Segen schenken!

Herzliche Grüße,
Euer Pfarrer Peter Gabriel

Der Sonntagsgruß als pdf-Dokument zum Nachlesen und Ausdrucken