Sonntagsgruß 5. September 2021

[03.09.2021]

Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinde!

Der Bibelspruch für die kommende Woche ist aus dem Psalm 103, 2:
„Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

Von Jesus wird erzählt (Lk. 17,11-19), dass er zehn Menschen geheilt hat, die an Lepra erkrankt waren. Damals ging man nicht zum Arzt, um seinen Gesundheitszustand kontrollieren zu lassen, sondern zu den Priestern im Tempel. Die erklärten alle zehn für geheilt. Nur einer von ihnen fand es nötig, noch einmal umzukehren und sich bei Jesus zu bedanken – ziemlich enttäuschend für Jesus.

Aber sind wir nicht oft genauso, wie die neun?

Kaum sind die Corona-Beschränkungen gelockert, stürzen wir uns in unser altes Leben, um all das möglichst rasch nachzuholen, was uns ein paar Monate lang nicht möglich war. Haben wir nicht ein Recht auf ein gesundes, unbeschwertes Leben?

Der eine Mann kehrt um, um Jesus zu danken. Nur einer, der erkennt, dass das ein großartiges Geschenk ist, wieder normal leben zu dürfen; nicht mehr ausgegrenzt zu sein; Familie und Freunde um sich zu haben; seinen Beruf ausüben und Geld verdienen zu können; nicht mehr auf Almosen angewiesen zu sein.

Es ist ein Geschenk, dass wir in einem so reichen Land leben dürfen, dass wir ein so tolles Gesundheitssystem haben, dass so viele Menschen da sind, die sich bis zur totalen Erschöpfung für ihre Mitmenschen einsetzen und dass so tolle Wissenschaftler in weltweiter Zusammenarbeit Impfstoffe entwickelt haben.

Ja, es ist ein ganz großes Geschenk, dass und wie wir jetzt wieder leben dürfen. Dankbarkeit ist keine lästige Pflicht. Sie bewirkt Lebensfreude und ein gutes menschliches Miteinander.

Wolfgang Del-Negro

Der Sonntagsgruß als pdf-Datei zum Nachlesen und Ausdrucken