{"id":10828,"date":"2022-05-09T00:00:20","date_gmt":"2022-05-08T22:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10828"},"modified":"2022-03-11T12:53:00","modified_gmt":"2022-03-11T11:53:00","slug":"diakonie-und-schoepfungsverantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10828","title":{"rendered":"Diakonie und Sch\u00f6pfungsverantwortung"},"content":{"rendered":"<p>[09.11.2022]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9016\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/edda_boehm_ingram_2021.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/edda_boehm_ingram_2021.png 592w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/edda_boehm_ingram_2021-470x600.png 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Eine chinesische Geschichte erz\u00e4hlt von einem alten Einsiedler, der als sehr klug galt. Die Nachricht von seiner Klugheit h\u00f6rte auch der m\u00e4chtige Kaiser. Er wollte den Einsiedler pr\u00fcfen und lie\u00df ihn zu sich kommen. Der Kaiser versammelte alle seine Ratgeber und sprach zu dem Einsiedler: \u201eHier, in meiner Faust habe ich einen kleinen Vogel. Wenn du wirklich so klug bist, wie man erz\u00e4hlt, dann sage mir, ob der Vogel lebt oder ob er tot ist!\u201c Der Einsiedler blickte dem K\u00f6nig ins Gesicht und sagte l\u00e4chelnd: \u201eEs liegt in deiner Hand!\u201c.<\/p>\n<p>Diese Geschichte kam mir sofort wieder in den Sinn, als ich dar\u00fcber nachdachte, wie ich mich dem Thema des vorliegenden Gemeindebriefes \u201eMacht euch die Erde untertan\u201c am besten n\u00e4here. Hat die Antwort des weisen Einsiedlers in der Geschichte nicht auch viel mit unserer eigenen Sch\u00f6pfungsverantwortung zu tun? Der Kaiser in der eingangs angef\u00fchrten Geschichte hatte zwei M\u00f6glichkeiten: Er h\u00e4tte einerseits den Vogel in der Hand zerdr\u00fccken k\u00f6nnen oder er h\u00e4tte seine Faust \u00f6ffnen k\u00f6nnen, damit der Vogel in die Freiheit fliegen kann&#8230;. je nachdem, wie die Antwort des weisen Einsiedlers ausgefallen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Im Alltag sind auch wir st\u00e4ndig gefordert, uns f\u00fcr oder gegen etwas zu entscheiden und es liegt an uns, zu \u00fcberlegen, nach welchen Kriterien wir diese Entscheidungen treffen. Ist die Verantwortung f\u00fcr die Erde, auf der wir leben, ein Kriterium, das Sie bei Ihren allt\u00e4glichen Entscheidungen mit einflie\u00dfen lassen? Etwa, wenn es um den Kauf von Lebensmitteln, den Erwerb eines neuen Autos oder die Planung der n\u00e4chsten Urlaubsreise geht?<\/p>\n<p>Das heurige Kirchenjahr unterliegt dem Themenschwerpunkt \u201eSch\u00f6pfungsverantwortung\u201c. Wie dringlich es ist, dass wir uns &#8211; auch als Evangelische Kirche &#8211; mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen, machen uns die Auswirkungen der Klimakrise &#8211; \u00dcberschwemmungen und heftige St\u00fcrme einerseits, Hitze und D\u00fcrreperioden anderseits &#8211; von Jahr zu Jahr deutlicher bewusst. Die Auswirkungen des Hochwassers, das uns letztes Jahr auch in Hallein schwer getroffen hat, sind f\u00fcr viele Menschen noch immer sp\u00fcrbar, manche von ihnen k\u00e4mpfen nach wie vor um ihre Existenz.<\/p>\n<p>Die Klimakrise trifft nicht alle Menschen gleich stark. Umweltfolgen belasten \u00e4rmere Haushalte wesentlich \u00f6fter. Beispielsweise kann sich nicht jede\/r leisten, eine neue Wohnung anzumieten, nur weil die Heizkosten in der Altbauwohnung \u00fcberproportional hoch sind. Der regionale Klimabonus, der zur Abfederung der im Juli 2022 neu geplanten C02-Steuer dient, wird die Schere zwischen Arm und Reich weiter versch\u00e4rfen, wenn nicht gleichzeitig auf das jeweilige Haushaltseinkommen abgestellt wird. So fordert beispielsweise die \u00d6sterreichische Armutskonferenz, dass die C02-Steuerbelastung einkommensschw\u00e4cherer Haushalte durch einen einkommensabh\u00e4ngigen \u00d6kobonus ausgeglichen wird.<\/p>\n<p>Wir haben den g\u00f6ttlichen Auftrag, uns die Erde untertan zu machen. Das ist kein Freibrief f\u00fcr eine grenzenlose Ausbeutung der Ressourcen, sondern vielmehr die Aufforderung zu einem nachhaltigen Lebensstil. F\u00fcr mich bedeutet dieser Auftrag, die Sch\u00f6pfung zu dem zu gebrauchen, wozu sie von Gott geschaffen wurde. Die Erde lebenswert zu erhalten, daf\u00fcr hat Gott uns als seine Bevollm\u00e4chtigten eingesetzt!<\/p>\n<p>In unserer Pfarrgemeinde tragen wir bereits durch viele Aktivit\u00e4ten Verantwortung f\u00fcr unsere Sch\u00f6pfung, sei es beispielsweise durch<\/p>\n<ul>\n<li>unsere Gartenprojekte<\/li>\n<li>unseren Winterdienst, bei dem wir bewusst auf Streusalz verzichten<\/li>\n<li>das Angebot, Fahrgemeinschaften f\u00fcr Gottesdienste zu bilden<\/li>\n<li>die gezielten Sachspendenaufrufe, durch die gut Erhaltendes an Menschen in akuten Notsituationen weitergegeben wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Jahr der Sch\u00f6pfung wollen wir gemeinsam weitere Angebote entwickeln, um unserer Verantwortung, die Erde auch f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen lebenswert zu erhalten, bestm\u00f6glich nachzukommen. Ihre Ideen, wie wir nachhaltig und \u00fcber das heurige Jahr hinaus unserer Verantwortung f\u00fcr Gottes Sch\u00f6pfung gerecht werden k\u00f6nnen, sind uns schon jetzt herzlich willkommen!<\/p>\n<p><em>Diakoniebeauftragte Edda B\u00f6hm-Ingram<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/evang.at\/projekte\/schoepfung2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/evang.at\/projekte\/schoepfung2022\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[09.11.2022] Eine chinesische Geschichte erz\u00e4hlt von einem alten Einsiedler, der als sehr klug galt. Die Nachricht von seiner Klugheit h\u00f6rte auch der m\u00e4chtige Kaiser. 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