{"id":10902,"date":"2022-03-25T09:46:05","date_gmt":"2022-03-25T08:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10902"},"modified":"2022-11-07T14:49:31","modified_gmt":"2022-11-07T13:49:31","slug":"sonntagsgruss-fuer-27-maerz-2022-laetare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10902","title":{"rendered":"Sonntagsgru\u00df zum 27. M\u00e4rz 2022 (Laetare)"},"content":{"rendered":"<p>[25.03.2022]<\/p>\n<p>Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9844\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/thomas_mueller_2021a-420x600.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/thomas_mueller_2021a-420x600.png 420w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/thomas_mueller_2021a.png 586w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Ich bin ein gro\u00dfer Fan von Andr\u00e9 Hellers TV-Gespr\u00e4chsreihe \u201eMenschenkinder\u201c. Menschen werden portraitiert, indem sie in etwa 45 Minuten lang von sich erz\u00e4hlen. In diesem Format geben Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Hautevolee intime Einblicke in ihr Privatleben. Bekannte Gesichter, wie etwa Sepp Forcher, Armin Wolf, Helga Rabl-Stadler oder Marcel Hirscher erz\u00e4hlten ihre Lebensgeschichten. Mitte Februar war Josef Hader an der Reihe.<\/p>\n<p>Josef Hader muss man eigentlich nicht n\u00e4her erkl\u00e4ren. Ein Kabarettist, der in Wien als Stra\u00dfenk\u00fcnstler begonnen hat und sich auf die gro\u00dfen B\u00fchnen im deutschsprachigen Raum hochgespielt hat. Wo Hader auftritt, ist das Veranstaltungshaus voll. Im Menschenkinder-Portrait beginnt Hader damit, von seiner Herkunft zu sprechen. Interessant ist, dass er mit seiner Glaubensgeschichte beginnt. Seinen kindlichen Glauben habe er aber recht bald verloren. Er sei draufgekommen, dass dieses Mysterium im Endeffekt nichts anderes sei als Schauspielerei. Besonders pr\u00e4gend war seine Erfahrung, als er seinem Priester die H\u00e4nde w\u00e4hrend der Messe nicht mit Wasser wusch, sondern mit dem Abendmahlswein. Diese Ministrantenerfahrung war aber nicht der einzige Ausl\u00f6ser seiner Glaubenszweifel. Viel mehr war es der Gedanke, dass man den Leib und das Blut eines ungl\u00fccklich Verstorbenen im Angedenken verzehre. Diese Praxis w\u00fcrde eher zu einem Naturbrauch der Aborigines in Australien passen denn in ein logisch-fundiertes Wertesystem, so Hader.<\/p>\n<p>Haders Gedanken zur Abendmahlsfeier habe ich schon vielerorts geh\u00f6rt. Und diese Gedanken treiben nicht nur glaubensferne Menschen an, sondern spuken auch in den K\u00f6pfen so mancher Christenmenschen herum. Ein grausamer Tod kann nicht f\u00fcr etwas Gutes herhalten. Diese Argumentation wird dem Christentum seit seiner Entstehung entgegengehalten. Ich kann das Unverst\u00e4ndnis nachf\u00fchlen, aber nur bedingt. Letztlich begr\u00fcndet sich das Hadern an der christlichen Logik an der Gretchenfrage, ob nun der Tod das endg\u00fcltige Ende sei oder eben nicht. F\u00fcr Menschen, die im Tod das Ende sehen, hat Verg\u00e4nglichkeit vielleicht noch einen biologischen Sinn, aber alles was dar\u00fcber hinaus geht ist m\u00e4rchenhaft. Ein gekreuzigter Mensch bleibt ein traumatisches Schicksal. Daraus heute irgendeine Kraft zu sch\u00f6pfen, sei unlogisch oder gar fatal.<\/p>\n<p>Der Tod bleibt eine Herausforderung f\u00fcr uns Menschen. Wie sollte man auch umgehen k\u00f6nnen mit den schrecklichen Bildern, die wir momentan vor den Latz geknallt bekommen? Aber was w\u00e4re, wenn es tats\u00e4chlich nur beim Schrecken bliebe? Es w\u00e4re meines Erachtens nach eine traurige Welt. Schicksalsschl\u00e4ge blieben traumatisch. Unsinniges Leid w\u00fcrde schlicht Leid bleiben. Bei Jesu Kreuzigung wird die Bedeutung des Leids zwar nicht geschm\u00e4lert, aber gerade dem unsinnigen Leid wird die Unsinnigkeit genommen. Leid wird in der christlichen Botschaft zum Tempor\u00e4ren, zum letztlich \u00dcberwundenen. Opfer bleiben nicht Opfer, sie werden zu den Schreibern der Geschichte. Dazu passt meines Erachtens der neue Wochenspruch: \u201e<em>Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht<\/em>\u201c (Joh. 12,24).<\/p>\n<p>Eine sinngebende und gesegnete Woche w\u00fcnscht euch<br \/>\n<em>euer Vikar Thomas M\u00fcller<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[25.03.2022] Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde! Ich bin ein gro\u00dfer Fan von Andr\u00e9 Hellers TV-Gespr\u00e4chsreihe \u201eMenschenkinder\u201c. Menschen werden portraitiert, indem sie in etwa 45 Minuten lang von sich erz\u00e4hlen. In diesem Format geben <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10902\" title=\"Sonntagsgru\u00df zum 27. 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