{"id":10907,"date":"2022-03-29T21:44:49","date_gmt":"2022-03-29T19:44:49","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10907"},"modified":"2022-11-20T16:17:25","modified_gmt":"2022-11-20T15:17:25","slug":"wer-bin-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10907","title":{"rendered":"Wer bin ich?"},"content":{"rendered":"<p>[29.03.2022]<\/p>\n<p>Wohl der aktuell bekanntesten evangelischen Pers\u00f6nlichkeit widmeten die beiden Referenten Pfarrer Dr. Peter Gabriel und Hofrat Mag. Peter Pr\u00f6glh\u00f6f ihren Vortrag. Doch der evangelische Pfarrer ist auch bei den Katholiken sehr gut bekannt. An diesem Abend konnten die Besucher der Fastenaktion interessante Hintergrundinformationen erhalten. Nachstehend die Inhalte der Referate &#8211; gro\u00dfteils in Stichworten &#8211; f\u00fcr all jene, die nich perslnlich dabei sein konnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10921\" aria-describedby=\"caption-attachment-10921\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10921\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-600x475.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"634\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-600x475.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-1024x811.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-300x238.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-1536x1216.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_peter01-2048x1622.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10921\" class=\"wp-caption-text\">Hofrat Mag. Peter Pr\u00f6glh\u00f6f (links) und Pfarrer Dr. Peter Gabriel<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Zur Person Dietrich Bonhoeffer<\/h3>\n<p>Dietrich Bonhoeffer \u2013 sicher einer der bekanntesten evang. Pers\u00f6nlichkeiten des 20. Jahrhunderts, oft als evangelischer \u201eHeiliger\u201c bezeichnet<\/p>\n<ul>\n<li>Auch in r\u00f6m.kath. Kirche sehr popul\u00e4r, sein Lied \u201eVon guten M\u00e4chten wunderbar geborgen\u201c kennen u. sch\u00e4tzen viele Menschen, oft bei Trauerfeiern gesungen<\/li>\n<li>Bonhoeffer gilt heute als christl. M\u00e4rtyrer, also als einer, der f\u00fcr seinen christlichen Glauben und auf Grund seiner konsequenten Nachfolge in Tod gegangen ist<\/li>\n<li>war nach Kriegsende ganz anders: Evang. Kirche in Bayern verweigert W\u00fcrdigung, gilt nicht als M\u00e4rtyrer im christlichen Sinn, da beteiligt am Tyrannenmord<\/li>\n<li>Bekannt vor allem seine ber\u00fchrenden spirituell-geistlichen Texte wie Gedicht \u201eWer bin ich\u201c aus Gef\u00e4ngniszelle, aus dem \u00dcberschrift des Abends stammt<\/li>\n<li>F\u00fcr mich zeichnet sich Bonhoeffer durch sein Gottvertrauen aus, ebenso durch sein, immer wieder kritisches Fragen und auch Leben, was Nachfolge heute (d.h. f\u00fcr ihn in Zeit des Nationalsozialismus) bedeuten kann<\/li>\n<li>Aber auch durch seinen Weitblick, seine scharfe und klare Sicht auf den Nationalsozialismus<\/li>\n<li>Beide Aspekte sollen heute beleuchtet werden \u2013 im Wissen, an einem Abend nicht \u201eganzen Bonhoeffer\u201c zu Geh\u00f6r bringen zu k\u00f6nnen, sond. nur Auswahl, die zur weiteren Besch\u00e4ftigung anregen soll<\/li>\n<li>Viele seiner Aussagen bis heute hochaktuell \u2013 gerade in unserer Situation der Corona-Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Biografische Daten, Stellung zur NS-Diktatur, seine Gef\u00e4ngnisgedichte sowie sein Vorschlag f\u00fcr gemeinsames christliches Leben<\/h3>\n<figure id=\"attachment_10920\" aria-describedby=\"caption-attachment-10920\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10920\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01-600x439.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01-600x439.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01-1024x750.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01-300x220.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01-80x60.png 80w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_gabriel_fa01.png 1311w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10920\" class=\"wp-caption-text\">Pfarrer Dr. Peter Gabriel<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Lebenslauf, Biographisches<\/h4>\n<ul>\n<li>Geboren 4.2.1906 in Breslau, gutb\u00fcrgerliche Verh\u00e4ltnisse, Vater Karl Bonhoeffer, Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr Psychiatrie und Neurologie, 7 Geschwister, Zwillingsschwester Sabine \u2013 beh\u00fctetes Elternhaus mit Atmosph\u00e4re der Liebe; Mutter \u00fcbernimmt Gro\u00dfteil der Erziehung der Kinder, gerade auch im christlichen Sinn<\/li>\n<li>1912 \u00dcbersiedlung nach Berlin<\/li>\n<li>Viele Diskussionen, kritisches Potential, eigenwillig u. selbstbewusst, non-konform: eig. Meinung finden, Mund auftun: Hinwendung zur Theologie trotzdem \u00fcberraschend<\/li>\n<li>1923-1928 Studium der Evang. Theologie in T\u00fcbingen und Berlin (1927 Promotion \u00fcber die Kirche \u201eSanctorum Communio\u201c)<\/li>\n<li>2 Seiten: Wissenschaft u. Pfarramt, viele gegens\u00e4tzliche Einsatzgebiete, Erfahrungen<\/li>\n<li>1928 Vikariat in der deutschen Auslandsgemeinde in Barcelona\/Spanien<\/li>\n<li>1929-1930 Assistent Uni Berlin, Studienaufenthalt in New York (1930\/31) \u2013 beeinflusst seine Fr\u00f6mmigkeit (Gospelgottesdiensten mit schwarzen Christen, sieht Armut)<\/li>\n<li>1931-1933 Privatdozent Uni Berlin, Studentenpfarrer (Ordination 15.11.31), Konfirmandenunterricht im Wedding (Erz\u00e4hlung ehem. Konfirmandin \u2013 sieht Armut; seine Mutter n\u00e4ht Konfirmationsanz\u00fcge)<br \/>\nJugendsekret\u00e4r des Weltbundes f\u00fcr Freundschaftsarbeit der Kirchen: Konferenz in Cambridge \u2013 Arbeit in und f\u00fcr die \u00d6kumene (viele Kontakte)<\/li>\n<li>1933-1935 Pfarrer der deutschen Gemeinde in London (22.-30.8.1934 \u00f6kum. Friedens-Konferenz in Fan\u00f6 \u2013 Friedensrede \u201eChristen k\u00f6nnen nicht die Waffen gegeneinander richten, weil sie wissen, dass sie damit die Waffen gegen Christus selbst richten\u201c<\/li>\n<li>Dort als Teilnehmer der BK: wer ist rechtm\u00e4\u00dfige Kirche in Deutschland?<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Kirchliche Situation in Deutschland<\/h4>\n<p>Der demokratische Aufbau der Evang. Kirche erm\u00f6glicht Aufstieg des NS in Kirche: von Hitler unterst\u00fctzte Partei der \u201eDeutschen Christen\u201c (DC) gewinnt bei Kirchenwahlen 1932 fast ein Drittel der Sitze in Gremien der Evang. Kirche<\/p>\n<h4>Ziele<\/h4>\n<ul>\n<li>Schaffung einer einheitlichen Reichskirche (damals 28 selbst\u00e4ndige Landeskirchen) unter einem Reichsbischof (F\u00fchrerprinzip): 27.9.1933 Wahl von Hitlers Vertrautem Wehrkreispfarrer Ludwig M\u00fcller \u2013 \u201eGleichschaltung\u201c<\/li>\n<li>Germanisierung des Christentums: Begriff Volk als theolog. Gr\u00f6\u00dfe, arisches\/ deutsches Christentum, Herabsetzung des AT, Ausscheidung j\u00fcdischer Elemente<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung des \u201eArierparagraphen\u201c (Kirchengesetz 6.9.1933): Verlust Pfarrstelle, auch wenn mit J\u00fcdin verheiratet \u2013 NS: Rasse-Kriterien, keine relig., geht also um getaufte Christen mit j\u00fcdischen Vorfahren<\/li>\n<li>Widerstand gegen DC: \u201eJungreformatorische Bewegung\u201c, \u201ePfarrernotbund\u201c (Martin Niem\u00f6ller \u2013 gegen Arierparagraph), \u201eBekennende Kirche\u201c (BK)<\/li>\n<li>Abwehr gegen DC, indirekt aber auch gegen Hitler: tun sich schwer wegen Obrigkeitsh\u00f6rigkeit: R\u00f6m. 13,1 \u201euntertan der Obrigkeit\u201c; Luthers 2-Reiche-Lehre<\/li>\n<li>Viele BK-Pfarrer werden verfolgt, landen im KZ (Niem\u00f6ller von 1937-45)<\/li>\n<li>Proteste gegen Euthanasieprogramm, B\u00fcro Gr\u00fcber (Auswanderungshilfe f\u00fcr Juden), aber kaum offizielle Proteste gegen Judenverfolgung<\/li>\n<li>BK schafft eigene Gegen- oder Untergrundkirche:<br \/>\n&#8211; Abhaltung von Synoden: Barmer Theol. Erkl\u00e4rung (Barth, Asmussen, EG 810)<br \/>\n&#8211; eigenes Leitungsgremium (Bruderrat als vorl\u00e4ufige Kirchenleitung)<br \/>\n&#8211; eigenes Predigerseminar f\u00fcr Ausbildung der Vikare<\/li>\n<li>1935-1937 Bonhoeffer = Leiter des Predigerseminars der BK in Zingst u. Finkenwalde, 1937-1940 Sammelvikariate in Hinterpommern: \u201eNachfolge\u201c (1937); als nachtr\u00e4glicher Erfahrungsbericht des schon beendeten Experimentes \u201eGemeinsames Leben\u201c (1938): christl. Gemeinschaft als Geschenk Gottes; geordneter Tagesablauf, Andachten (Wort, Lied, Gebet), Schriftmeditation; br\u00fcderliche Seelsorge u. Hilfe; Beichte u. AM<\/li>\n<li>1936 Entzug der Lehrerlaubnis; 1938 Ausweisung aus Berlin (au\u00dfer Besuch bei Eltern, dort Zimmer im Elternhaus als R\u00fcckzugsort; deswegen auf F\u00fcrbittenliste der BK)<\/li>\n<li>1939 Vortr\u00e4ge in England und Amerika, bewusste R\u00fcckkehr Juli (Angebot einer Professur): f. ihn klar, muss als Deutscher in Deutschland sein, auch wenn gef\u00e4hrlich; nicht vor gestellter Aufgabe fliehen, auch als Pfarrer sein Leben f. politische Freiheit einsetze<\/li>\n<li>1940 \u00f6ffentliches Redeverbot; 1941 allgemeines Ver\u00f6ffentlichungsverbot<\/li>\n<li>1940 Anschluss an den politischen Widerstand<\/li>\n<li>17.1.1943 Verlobung mit Maria von Wedemeyer<\/li>\n<li>5.4.1943 Verhaftung, Gef\u00e4ngnis Berlin-Tegel (Zelle wird Studierzimmer, \u201eangenehme Haftbedingungen\u201c, Text \u201eWer bin ich\u201c) \u2013 dann Nachweis, dass Mitwisser u. -wirker am Stauffenberg-Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944<\/li>\n<li>8.10.1944 \u00dcberf\u00fchrung in Gestapo-Gef\u00e4ngnis Prinz-Albrecht-Str. (letzter Text Silvester 1944 \u201eVon guten M\u00e4chten\u201c)<\/li>\n<li>7.2.1945 Verlegung ins KZ Buchenwald<\/li>\n<li>9.4.1945 Hinrichtung im KZ Flossenb\u00fcrg (auf ausdr\u00fccklichen Befehl Hitlers)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Stellung zum Nationalsozialismus und Widerstand gegen den NS-Diktatur<\/h4>\n<ul>\n<li>1.2.1933 Rundfunkvortrag zum F\u00fchrerbegriff: \u201eDer F\u00fchrer und der Einzelne in der jungen Generation\u201c(2 Tage nach Machtergreifung; vorzeitig unterbrochen \/ abgeschaltet)<br \/>\n\u201e<em>Der Mensch u. insbesondere der Jugendliche wird so lange das Bed\u00fcrfnis haben, einem F\u00fchrer Autorit\u00e4t \u00fcber sich zu geben, als er sich selbst nicht reif, stark, verantwortlich genug f\u00fchlt, den in diese Autorit\u00e4t verlegten Anspruch selbst zu verwirklichen. Der F\u00fchrer wird sich dieser klaren Begrenzung seiner Autorit\u00e4t verantwortlich bewusst sein m\u00fcssen. Versteht er seine Funktion anders, als sie so in der Sache begr\u00fcndet ist, gibt er nicht dem Gef\u00fchrten immer wieder klar Auskunft \u00fcber die Begrenztheit seiner Aufgabe u \u00fcber dessen eigenste Verantwortung, l\u00e4sst er sich von dem Gef\u00fchrten dazu hinrei\u00dfen, dessen Idol darstellen zu wollen &#8211; und der Gef\u00fchrte wird das immer von ihm erhoffen -, dann gleitet das Bild des F\u00fchrers \u00fcber in das des Verf\u00fchrers, &#8211; Abbruch der \u00dcbertragung!<\/em><br \/>\n<em>Dann handelt er unsachlich (urspr\u00fcngl. verbrecherisch) am Gef\u00fchrten wie an sich selbst. Der echte F\u00fchrer muss jederzeit entt\u00e4uschen k\u00f6nnen. Das gerade geh\u00f6rt zu seiner Verantwortung und Sachlichkeit. Er muss die Gef\u00fchrten von der Autorit\u00e4t seiner Person weg zur Anerkennung der echten Autorit\u00e4t der Ordnungen und des Amtes f\u00fchren. Der F\u00fchrer muss den Gef\u00fchrten hineinf\u00fchren in die Verantwortlichkeit gegen\u00fcber den Ordnungen des Lebens, gegen\u00fcber Vater, Lehrer, Richter, Staat. Er muss sich dem Reize, der Abgott, das hei\u00dft die letzte Autorit\u00e4t des Gef\u00fchrten, zu werden, radikal versagen. In aller N\u00fcchternheit muss er sich auf seine Aufgabe beschr\u00e4nken. Er dient der Ordnung des Staates, der Gemeinschaft, u sein Dienst kann von unvergleichlichem Wert, ja er kann unentbehrlich sein. So weist der F\u00fchrer auf das Amt, F\u00fchrer u Amt aber auf die letzte Autorit\u00e4t selbst, vor der Reich und Staat vorletzte Autorit\u00e4ten sind.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<h4>Die Kirchen vor der Judenfrage<\/h4>\n<p>Im Vortrag am 15.4.1933 \u201eDie Kirchen vor der Judenfrage\u201c, wendet sich Bonhoeffer fr\u00fch gegen Arierparagraphen (j\u00fcd. Schwager Gerhard Leibholz, Sabine; Freund Pfr. Franz Hildebrandt)<\/p>\n<ul>\n<li>Aufgabe des Staates, f\u00fcr Recht u. Ordnung zu sorgen, auch im Blick auf Judenfrage<\/li>\n<li>Kirche kann von Staat nicht konkretes politisches Handeln fordern, aber nachfragen, ob staatl. Handeln korrekt bzw. legitim ist (einzelner Christ kann aber sehr wohl Staat als inhuman anklagen)<\/li>\n<li>Vor allem bei 2 Grenz\u00fcberschreitungen: \u201eein Zuwenig an Ordnung u. Recht und ein Zuviel an Ordnung und Recht\u201c<\/li>\n<li>Dann \u201edreifache M\u00f6glichkeit kirchlichen Handelns dem Staat gegen\u00fcber\u201c:<br \/>\na) Hinweis, seine Aufgabe, Recht u. Ordnung zu schaffen<br \/>\nb) um Opfer staatlichen Handelns k\u00fcmmern, ohne danach zu fragen, ob diese Glieder der christl. Gemeinde sind<br \/>\nc) in extremer Situation, bei Versagen des Staates, muss Kirche unmittelbar politisch handeln, dann Kirche dazu verpflichtet, \u201enicht nur Opfer unter Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.\u201c<\/li>\n<li>Im Blick auf Juden: Rechtlosmachung = zu wenig an Ordnung u. Recht; zu viel w\u00e4re z.B. Verbot der Judenmission oder Ausschluss getaufter Juden aus christl. Gemeinden<\/li>\n<li>Kirche kann sich ihr Handeln gegen\u00fcber ihren Gliedern nicht vom Staat vorschreiben lassen; Judentum f\u00fcr Kirche niemals rassischer, sond. religi\u00f6ser Begriff<\/li>\n<li>Bedeutet Status Confessionis f\u00fcr Kirche \u2013 muss evang. Konzil entscheiden<br \/>\nBonhoeffer denkt hier wohl noch nicht an Tyrannenmord, eher in weiterem Bildwort:<br \/>\n\u201e<em>Wenn ein betrunkener Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit den Kurf\u00fcrstendamm herunterrase, k\u00f6nne es nicht seine, des Pfarrers, einzige Aufgabe sein, die Opfer des Wahnsinnigen zu beerdigen und deren Angeh\u00f6rige zu tr\u00f6sten; wichtiger sei es, dem Betrunkenen das Steuerrad zu entrei\u00dfen.<\/em>\u201c (1943\/44 im Gef\u00e4ngnis)<\/li>\n<li>1935 fordert von BK-Synode in Augsburg Stellungnahme zur Judenfrage (N\u00fcrnberger Rassengesetze); Idee eines Pfarrerstreiks bei Ausstellung der Ariernachweise<\/li>\n<li>Kirche als \u201eKirche f\u00fcr andere\u201c: \u201eWer nicht f\u00fcr die Juden schreit, kann nicht gregorianisch singen\u201c; \u201eSie war stumm, wo sie h\u00e4tte schreien m\u00fcssen, weil das Blut der Unschuldigen zum Himmel schrie.\u201c (Ethik 1940<\/li>\n<li>1938 gegen Pfarrer-Treueeid auf Hitler \u2013 Entzweiung von BK (Niedergang)<\/li>\n<li>ab 1938 Anschluss an politischen Widerstand: Hans Oster (Dienststelle Oster der Abwehr) und Hans von Dohnanyi, Schwager Bonhoeffers (NS-Skandalchronik)<\/li>\n<li>wird zum Mitwisser und Mitt\u00e4ter der milit\u00e4rischen Abwehr (ziviler Abwehrmann) \u2013 Formen des Widerstandes (vgl. Bethge, S. 890)<\/li>\n<li>einfach passiv \u2013 offen ideologisch \u2013 Mitwisserschaft an Umsturzversuchen \u2013 aktive Vorbereitungen f\u00fcr das Danach \u2013 aktive Konspiration: Versto\u00df gegen das 5. Gebot, daf\u00fcr keine kirchl. Deckung bzw. Rechtfertigung \u2013 Bewusstsein, so oder so Schuld auf sich zu laden: \u201eSchuld, Gelegenheit zu vers\u00e4umen oder auch leichtfertig zu handeln (Schuld annehmen)\u201c<\/li>\n<li>ab 1940: Doppelleben \u2013 Arbeit f\u00fcr BK (Visitator), Arbeit an \u201eEthik\u201c u Engagement im polit. Untergrund (\u00dcbernahme Aufgaben Verschw\u00f6rung; Unabk\u00f6mmlichkeitserkl\u00e4rung<\/li>\n<li>30. Oktober 1940: Bonhoeffer der Abwehrstelle M\u00fcnchen zugeordnet, steht im Dienst des NS-Staates \u2013 bei gleichzeitigem Redeverbot, Schreib- u. Ver\u00f6ffentlichungsverbot<\/li>\n<li>Kurier der Widerstandsbewegung (Hochverrat); verhilft Juden zur Flucht<\/li>\n<li>1941\/42 Reisen in die Schweiz, nach Norwegen und Schweden, Italien (Kontakt mit Bischof Bell); Aufgabe: ausl\u00e4ndische Freunde von Existenz des Widerstandes informieren, Friedensziele nach Tod Hitlers auf alliierte Seite erkunden (wird schwieriger durch Entschluss zur \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage\u201c); Entwickl. zuk\u00fcnftiger Strukturen<\/li>\n<li>Seine Kirche folgt ihm nicht auf diesem Weg: nicht auf F\u00fcrbitteliste der BK; bei Einweihung Gedenktafel in Flossenb\u00fcrg 1953 fehlt bayrischer Landesbischof<\/li>\n<li>5.4.1943 Verhaftung nach gescheitertem Putschversuch von M\u00e4rz 1943 (Anklage wegen \u201eZersetzung der Wehrkraft\u201c), stellt sich freiwillig der Gestapo<\/li>\n<li>Zeit im Tegeler Gef\u00e4ngnis (Verh\u00f6re): Versuch, wahre Tatbest\u00e4nde zu verschleiern; Hoffnung auf Versanden der Angelegenheit<\/li>\n<li>H\u00e4lt auch im Gef\u00e4ngnis an seiner t\u00e4glichen Ordnung fest: Bibellese, Gebet, Meditation; Vertrauensverh\u00e4ltnisse zu Wachsoldaten (Knobloch), k\u00fcmmert sich um Mitinhaftierte; Lekt\u00fcre und theologisches Arbeiten (\u201eWiderstand und Ergebung\u201c, darin Texte und Briefe: Gedicht \u201eWer bin ich?\u201c)<\/li>\n<li>Neujahr 1943: selbstformuliertes Glaubensbekenntnis<br \/>\n<em>\u201eIch glaube, da\u00df Gott aus allem, auch aus dem B\u00f6sesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Daf\u00fcr braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, da\u00df Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben m\u00fc\u00dfte alle Angst vor der Zukunft \u00fcberwunden sein. Ich glaube, da\u00df auch unsere Fehler und Irrt\u00fcmer nicht vergeblich sind, und da\u00df es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, da\u00df Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern da\u00df er auf aufrichtige Gebete u. verant-wortliche Taten wartet und antwortet.\u201c<\/em><\/li>\n<li>8.10.1944 \u00dcberf\u00fchrung in Gestapo-Gef\u00e4ngnis Prinz-Albrecht-Str., Zelle im Keller (22.9. Gestapo findet im Zossener Hauptquartier Beweise an Mitwirkung Bonhoeffers am Stauffenberg-Attentat 20.7.1944; Verh\u00f6re durch Walter Huppenkothen, aber keine Folterungen)<\/li>\n<li>19.12.1944 \u201eVon guten M\u00e4chten\u201c (letztes theologisches u. gestaltetes Zeugnis aus Bonhoeffers Hand, zugedacht seiner Braut Maria von Wedemeyer)<\/li>\n<li>7.2.1945 Verlegung ins KZ Buchenwald (Freiheitshoffnungen; ab 3.4. Transport \u00fcber Regensburg nach Flossenb\u00fcrg \u2013 T\u00f6tungsbeschluss durch Hitler am 5.4.<\/li>\n<li>9.4.1945 Hinrichtung im KZ Flossenb\u00fcrg \u2013 seine letzten Worte: \u201eDies ist das Ende, f\u00fcr mich der Beginn des Lebens\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Bedeutung von Dietrich Bonhoeffer<\/h3>\n<figure id=\"attachment_10919\" aria-describedby=\"caption-attachment-10919\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10919\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_proeglhoeff_fa1-587x600.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_proeglhoeff_fa1-587x600.png 587w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_proeglhoeff_fa1-294x300.png 294w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/peter_proeglhoeff_fa1.png 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10919\" class=\"wp-caption-text\">Hofrat Mag. Peter Pr\u00f6glh\u00f6f<\/figcaption><\/figure>\n<p>wurde nachfolgenden Generationen gerade durch seine schriftlichen Zeugnisse aus der Haft deutlich. Sie sind von seinem Freund Eberhard Bethge unter dem Titel \u201eWiderstand und Ergebung\u201c 1951 erstmals herausgegeben worden, seither immer wieder neu aufgelegt und erweitert, zuletzt 1998.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um sehr unterschiedliche Texte, Briefe an seine Familie, seine Braut, vor allem auch an Bethge selber, Berichte \u00fcber die Zust\u00e4nde in der Haft, Gedanken und Entw\u00fcrfe zu theologischen Arbeiten, und auch insgesamt 10 Gedichte. Eine kleine Auswahl aus den Gedichten m\u00f6chte ich Ihnen heute Abend vorstellen.<\/p>\n<p>Bonhoeffer war kein Dichter, das hat er selber betont. Aber das bildungsb\u00fcrgerliche Milieu, dem er entstammte, hatte selbstverst\u00e4ndlich auch eine N\u00e4he zur Dichtkunst. So l\u00e4sst er sich z.B. von seinem Vater eine neu erschienene Balladensammlung bestellen und ins Gef\u00e4ngnis schicken. Und schon gar nicht war Bonhoeffer ein Dichter von Kirchenliedtexten, auch wenn sein Gedicht \u201eVon guten M\u00e4chten\u201c ein Kirchenlied geworden ist. Kirchenlieder hat Bonhoeffer f\u00fcr seine pers\u00f6nliche Andacht, als Trost und St\u00e4rkung, gesch\u00e4tzt. Konkret \u00e4u\u00dfert er sich einmal so \u00fcber die Lieder von Paul Gerhardt. Aber er selbst schreibt keine Liedtexte.<\/p>\n<p>Seine Gedichte sind Versuche, Gedanken zu b\u00fcndeln. Die poetische Form verschafft ihm dabei offenbar eine andere Art der Ausdrucksm\u00f6glichkeit, vielleicht eine, die als Freiheit des Geistes ein besonderes Gegengewicht gegen die Brutalit\u00e4t der Haft darstellt.<\/p>\n<h4><strong>Wer<\/strong> bin<strong> ich?<\/strong><\/h4>\n<p><em>Wer bin ich? Sie sagen mir oft,<\/em><br \/>\n<em>ich tr\u00e4te aus meiner Zelle<\/em><br \/>\n<em>gelassen und heiter und fest,<\/em><br \/>\n<em>wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer bin ich? Sie sagen mir oft,<\/em><br \/>\n<em>ich spr\u00e4che mit meinen Bewachern<\/em><br \/>\n<em>frei und freundlich und klar,<\/em><br \/>\n<em>als h\u00e4tte ich zu gebieten.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer bin ich? Sie sagen mir auch,<\/em><br \/>\n<em>ich tr\u00fcge die Tage des Ungl\u00fccks<\/em><br \/>\n<em>gleichm\u00fctig, l\u00e4chelnd und stolz,<\/em><br \/>\n<em>wie einer, der Siegen gewohnt ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?<\/em><br \/>\n<em>oder bin ich nur das, was ich selber von mir wei\u00df?<\/em><br \/>\n<em>unruhig, sehns\u00fcchtig, krank wie ein Vogel im K\u00e4fig,<\/em><br \/>\n<em>ringend nach Lebensatem, als w\u00fcrgte mir einer die Kehle,<\/em><br \/>\n<em>hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,<\/em><br \/>\n<em>d\u00fcrstend nach guten Worten, nach menschlicher N\u00e4he,<\/em><br \/>\n<em>zitternd vor Zorn \u00fcber Willk\u00fcr und kleinlichste Kr\u00e4nkung,<\/em><br \/>\n<em>umgetrieben vom Warten auf gro\u00dfe Dinge,<\/em><br \/>\n<em>ohnm\u00e4chtig bangend um Freunde in endloser Ferne,<\/em><br \/>\n<em>m\u00fcde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,<\/em><br \/>\n<em>matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer bin ich? Der oder jener?<\/em><br \/>\n<em>Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?<\/em><br \/>\n<em>Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler<\/em><br \/>\n<em>und vor mir selbst ein ver\u00e4chtlich wehleidiger Schw\u00e4chling?<\/em><br \/>\n<em>Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,<\/em><br \/>\n<em>das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.<\/em><br \/>\n<em>Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott<\/em><\/p>\n<p>Der Gehalt dieses Gedichts spiegelt sich in seiner poetischen Form. In den ersten drei Strophen gibt Bonhoeffer wieder, was andere \u00fcber ihn sagen, Mitgefangene offenbar, die ihn so wahrnehmen. Diese drei Strophen umfassen jeweils 4 Zeilen, in jeder Zeile 3 betonte Silben. Dann schl\u00e4gt das Versma\u00df um: Eine freie Form f\u00fchrt zu gro\u00dfer Steigerung, die Art, wie sich Bonhoeffer ganz im Gegensatz dazu selbst wahrnimmt, wirkt bedr\u00e4ngend.<\/p>\n<p>Und die letzte Zeile sprengt dieses Versma\u00df wieder auf und macht damit deutlich, worauf alles hinausl\u00e4uft: \u201eWer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!\u201c Das Wort \u201eGott\u201c am Ende ist die 6. betonte Silbe \u2013 Gott steht au\u00dferhalb des Versma\u00dfes, au\u00dferhalb des Messbaren, und ist doch der, auf den alles zul\u00e4uft, der, in dessen H\u00e4nde Bonhoeffer sich gibt, wer auch immer er ist in dieser unmenschlichen Lage, Gott wei\u00df es und kennt ihn.<\/p>\n<p>Wie Peter eingangs gesagt hat, ist dieses Gedicht wohl ein besonders eindr\u00fcckliches Zeugnis daf\u00fcr, wie Bonhoeffer Gottvertrauen verstanden hat und wie er dieses Gottvertrauen auch in der Extremsituation der Haft gelebt hat, sodass er \u2013 obwohl er sich selber als schwach erlebt hat \u2013 anderen zu St\u00e4rke und Trost werden konnte.<\/p>\n<h4><strong>Christen und Heiden<\/strong><\/h4>\n<p><em>Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,<\/em><br \/>\n<em>flehen um Hilfe, bitten um Gl\u00fcck und Brot,<\/em><br \/>\n<em>um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.<\/em><br \/>\n<em>So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.<\/em><\/p>\n<p><em>Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,<\/em><br \/>\n<em>finden ihn arm, geschm\u00e4ht, ohne Obdach und Brot,<\/em><br \/>\n<em>sehn ihn verschlungen von S\u00fcnde, Schwachheit und Tod,<\/em><br \/>\n<em>Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.<\/em><\/p>\n<p><em>Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,<\/em><br \/>\n<em>s\u00e4ttigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,<\/em><br \/>\n<em>stirbt f\u00fcr Christen und Heiden den Kreuzestod,<\/em><br \/>\n<em>und vergibt ihnen beiden.<\/em><\/p>\n<p>Das zweite Gedicht, das ich Ihnen vorstellen m\u00f6chte, ist meines Erachtens ein ganz zentraler Text f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Bonhoeffers Theologie. Wobei man vielleicht dazu sagen muss, f\u00fcr eine leider nicht mehr ausformulierte Theologie, denn diese neuen Gedanken Bonhoeffers finden sich m.W. in seinen fr\u00fcheren Werken so noch nicht, und er konnte sie nur in Grundz\u00fcgen in seinen Briefen an Eberhard Bethge darlegen.<\/p>\n<p>Bonhoeffer schildert in der 1. Strophe religi\u00f6ses Verhalten der Menschen: \u201eMenschen gehen zu Gott in ihrer Not\u201c \u2013 man erwartet sich Hilfe von Gott, bittet um alles M\u00f6gliche, ganz besonders in Situationen des Leidens, der Not. Das ist nichts spezifisch Christliches. Das ist ein ganz allgemeines religi\u00f6ses Ph\u00e4nomen. So funktioniert eben Religion.<\/p>\n<p>Die 2. Strophe stellt dem gegen\u00fcber die Eigenart des christlichen Glaubens, wie Bonhoeffer ihn versteht, heraus: Das ist zum einen ein Verst\u00e4ndnis, das ganz davon gepr\u00e4gt ist, dass Gott in Christus war, und zwar im gekreuzigten Jesus von Nazareth, dort ist er ein f\u00fcr alle Mal bis in den Tod an die Stelle der Leidenden getreten. Das ist aber zum anderen auch ein Verst\u00e4ndnis des christlichen Glaubens, das deshalb auch heute Gott unter den Leidenden findet, er ist dort zu finden, wo auch heute Menschen verschlungen sind von S\u00fcnden, Schwachheit und Tod. Und die Aufgabe von Christen und Christinnen ist es nicht, von Gott die Linderung des Leidens oder die Errettung aus dem Tod zu erflehen, sondern die Aufgabe von Christinnen und Christen ist es, bei Gott in seinen Leiden zu stehen.<\/p>\n<p>In der Formulierung \u201ebei Gott in Seinen Leiden stehen\u201c klingen nat\u00fcrlich Traditionen aus der Passionsgeschichte an: Einerseits die Gethsemane-Szene, in der die J\u00fcnger eben nicht mit Jesus wachen, also nicht bei ihm stehen, sondern liegen und schlafen; andererseits die Kreuzigungs-Szene nach dem Johannesevangelium mit dem \u201eStabat mater\u201c, die ja beginnt mit den Worten \u201eEs standen aber bei dem Kreuz seine Mutter usw.\u201c. Zu denken ist auch an die 6. Strophe des Paul Gerhardt \u2013 Liedes \u201eO Haupt voll Blut und Wunden\u201c: \u201eIch will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht\u201c.<\/p>\n<p>Das Gedicht k\u00f6nnte nach der 2. Strophe zu Ende sein, wenn es \u00fcberschrieben w\u00e4re \u201eChristen oder Heiden\u201c, wenn es nur um den Gegensatz zwischen einer Allerweltsreligiosit\u00e4t und dem christlichen Glauben ginge. Aber es gibt noch eine 3. Strophe. Die 3. Strophe sagt: Es geht nicht darum, dass wir Gott um Hilfe und Rettung anflehen, sondern weil Gott im Gekreuzigten ein f\u00fcr alle Mal an die Stelle der Leidenden getreten ist, ist er immer schon da in unserer Not. Er ist an unserer Seite: \u201eGott geht zu allen Menschen in ihrer Not\u201c. In der n\u00e4chsten Zeile wird man an den Satz Jesu \u201eIch bin das Brot des Lebens\u201c denken k\u00f6nnen, also: Wer sich auf den Jesus einl\u00e4sst, der an die Seite der Leidenden tritt, dessen Hunger nach einem erf\u00fcllten Leben wird gestillt. Ich vermute, dass Bonhoeffer nicht so sehr an das Heilige Abendmahl, an die Eucharistie, denkt. Denn eine der Hauptaussagen dieser Strophe ist ja, dass dieser Weg Gottes zu den Menschen in ihrer Not allen Menschen gilt, Christen und Heiden, allen s\u00e4ttigt er den Leib und die Seele mit Seinem Brot, f\u00fcr alle stirbt er den Kreuzestod, nicht nur f\u00fcr die Christen, allen vergibt er, nicht nur den Christen \u2013 w\u00e4hrend zum Heiligen Abendmahl ja doch nur die Getauften, die Christen eingeladen sind. Weit st\u00f6\u00dft Bonhoeffer hier die T\u00fcr auf: Christus ist f\u00fcr alle gestorben, nicht nur f\u00fcr die Christen, nicht nur f\u00fcr die Frommen, nicht nur f\u00fcr die, die glauben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Brief an Eberhard Bethge, dem Bonhoeffer dieses Gedicht beilegt, vom 16. Juli 1944 und im darauffolgenden Brief vom 18. Juli 1944 (also ganz kurz vor dem misslungenen Attentat auf Hitler!) entfaltet er in Grundz\u00fcgen, was er in diesem Zusammenhang unter einem \u201ereligionslosen Christentum\u201c versteht. Ich zitiere ein paar S\u00e4tze: \u201eVor und mit Gott leben wir ohne Gott. Gott l\u00e4sst sich aus der Welt herausdr\u00e4ngen ans Kreuz, Gott ist ohnm\u00e4chtig und schwach in der Welt und gerade und nur so ist er bei uns und hilft uns. \u2026 Hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen Religionen. Die Religiosit\u00e4t des Menschen weist ihn in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt \u2026 Die Bibel weist den Menschen an die Ohnmacht und das Leiden Gottes; nur der leidende Gott kann helfen. Insofern kann man sagen, da\u00df die beschriebene Entwicklung zur M\u00fcndigkeit der Welt, durch die mit einer falschen Gottesvorstellung aufger\u00e4umt wird, den Blick freimacht f\u00fcr den Gott der Bibel, der durch seine Ohnmacht in der Welt Macht und Raum gewinnt. Hier wird wohl die \u201aweltliche Interpretation\u2018 einzusetzen haben \u2026 Nicht der religi\u00f6se Akt macht den Christen, sondern das Teilnehmen am Leiden Gottes im weltlichen Leben.\u201c<\/p>\n<p>Diese Gedanken verlangen auch nach einer ganz neuen Interpretation der Vorstellung von der Allmacht Gottes. Gott ist sozusagen nicht die himmlische Feuerwehr, die von oben eingreift, wenn\u2019s brennt. Sondern Gottes Allmacht ist nach Bonhoeffer die Kraft, an der Seite der Leidenden auszuharren. Und aus Bonhoeffers \u201eGlaubenss\u00e4tzen \u00fcber das Walten Gottes in der Geschichte\u201c (von Peter vorhin als sein selbstformuliertes Glaubensbekenntnis bezeichnet) k\u00f6nnen wir gleich im ersten Abschnitt eine wichtige Neuinterpretation von Gottes Allmacht erkennen: n\u00e4mlich dass \u201eGott aus allem, auch aus dem B\u00f6sesten, Gutes entstehen lassen kann und will.\u201c<\/p>\n<p>Aber das B\u00f6se geschieht.<\/p>\n<p>Und vielleicht k\u00f6nnen wir die Behauptung wagen, dass Bonhoeffers Schicksal ein Beispiel f\u00fcr die Wahrheit dieses Glaubenssatzes ist. Im B\u00f6sen, das ihm durch die M\u00e4chte des B\u00f6sen angetan wurde, entstand das Gute, nicht nur der Kern einer neuen Theologie, sondern auch ein Glaubenszeugnis, das Generationen von Menschen pr\u00e4gt und ermutigt.<\/p>\n<p>Und als Ausdruck dieses Glaubenszeugnisses kann das dritte und letzte Gedicht gelten, das ich Ihnen vorstellen m\u00f6chte:<\/p>\n<h3>Von guten M\u00e4chten<\/h3>\n<ol>\n<li><em>Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben,<\/em><br \/>\n<em>beh\u00fctet und getr\u00f6stet wunderbar,<\/em><br \/>\n<em>so will ich diese Tage mit euch leben<\/em><br \/>\n<em>und mit euch gehen in ein neues Jahr.<\/em><\/li>\n<li><em>Noch will das alte unsre Herzen qu\u00e4len,<br \/>\n<\/em><em>noch dr\u00fcckt uns b\u00f6ser Tage schwere Last.<br \/>\n<\/em><em>Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen<br \/>\n<\/em><em>das Heil, f\u00fcr das du uns geschaffen hast.<\/em><\/li>\n<li><em>Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern<br \/>\n<\/em><em>des Leids, gef\u00fcllt bis an den h\u00f6chsten Rand,<br \/>\n<\/em><em>so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern<br \/>\n<\/em><em>aus deiner guten und geliebten Hand.<\/em><\/li>\n<li><em>Doch willst du uns noch einmal Freude schenken<br \/>\n<\/em><em>an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,<br \/>\n<\/em><em>dann wolln wir des Vergangenen gedenken,<br \/>\n<\/em><em>und dann geh\u00f6rt dir unser Leben ganz.<\/em><\/li>\n<li><em>La\u00df warm und hell die Kerzen heute flammen,<br \/>\n<\/em><em>die du in unsre Dunkelheit gebracht,<br \/>\n<\/em><em>f\u00fchr, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.<br \/>\n<\/em><em>Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.<\/em><\/li>\n<li><em>Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,<br \/>\n<\/em><em>so la\u00df uns h\u00f6ren jenen vollen Klang<br \/>\n<\/em><em>der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,<br \/>\n<\/em><em>all deiner Kinder hohen Lobgesang.<\/em><\/li>\n<li><em>Von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen,<br \/>\n<\/em><em>erwarten wir getrost, was kommen mag.<br \/>\n<\/em><em>Gott ist bei uns am Abend und am Morgen<br \/>\n<\/em><em>und ganz gewi\u00df an jedem neuen Tag.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Dieses Gedicht legt Bonhoeffer einem Brief an seine Braut Maria von Wedemeyer am 19. Dezember 1944 bei. Er schrieb \u201eein paar Verse, die mir in den letzten Abenden einfielen\u201c als \u201eWeihnachtsgru\u00df f\u00fcr Dich und die Eltern und Geschwister\u201c. Maria von Wedemeyer fertigte daher wohl noch zu Weihnachten 1944 eine Abschrift des Gedichts f\u00fcr Dietrichs Eltern und den weiteren Familienkreis an. Darauf basiert eine hektografierte maschinenschriftliche Abschrift, die bis in die 1980er Jahre als authentisch galt. Sie weicht an vier Stellen vom Original ab.<\/p>\n<p>Erst 1988 wurde Bonhoeffers Originalbrief \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Angefangen mit dem Evangelischen Gesangbuch von 1993, enthalten seitdem die meisten Liederb\u00fccher die Textfassung des Autographs.<\/p>\n<p>Von daher muss Eberhard Bethges Aussage, dass das Gedicht urspr\u00fcnglich einem Brief an Bonhoeffers Mutter zu ihrem 70. Geburtstag beigelegt wurde, revidiert werden, die urspr\u00fcngliche Empf\u00e4ngerin war seine Braut, aber von dieser dann seine Familie.<br \/>\nAb der 3. Zeile in der 2. Strophe (\u201each, Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen\u201c) wird es als Gebet erkennbar, das sich an Gott wendet. In der ersten und in der letzten Strophe sind die Angeredeten seine Braut und seine Familie: \u201eSo will ich diese Tage mit euch leben\u201c in der ersten Strophe \u2013 mit euch, liebe Maria, liebe Mutter, lieber Vater \u2013 , mit denen er sich in der letzten Strophe zu einem \u201eWir\u201c zusammenschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Es ist also schon ein sehr au\u00dfergew\u00f6hnlicher Vorgang, dass ein Gedicht, das ganz in den privaten Rahmen geh\u00f6rt, eine so gro\u00dfe \u00f6ffentliche Wirkung entfalten konnte, auch dadurch, dass es als Lied vertont wurde und sehr viel gesungen wird, wobei es eine gro\u00dfe Zahl von Melodien gibt. Laut Werkdatenbank der GEMA mit Stand 2017 inzwischen von mehr als 70 Komponisten.<br \/>\nBonhoeffer selbst hatte dies sicher nicht im Sinn. Das zeigt sich schon darin, dass das Versma\u00df, eine Strophe zu vier f\u00fcnfhebigen Versen, in der gesamten damals bekannten deutschen Kirchenlieddichtung nicht vorkommt. Bonhoeffer hatte also mit Sicherheit auch keine Melodie im Ohr, auf die hin er dieses Gedicht geschrieben hat. Nein, urspr\u00fcnglicher Empf\u00e4nger dieses Gedichtes ist seine Braut und seine Familie.<\/p>\n<p>Damit n\u00e4hern wir uns auch schon der Frage, wer denn eigentlich die \u201eguten M\u00e4chte\u201c sind, die in diesem Gedicht angesprochen werden. Dazu gibt es eine interessante Passage aus dem Brief vom 19. Dezember 1944 an seine Braut:<\/p>\n<p>\u201eMeine liebste Maria!<\/p>\n<p><em>Ich bin so froh, dass ich dir zu Weihnachten schreiben kann, und durch Dich auch die Eltern und Geschwister gr\u00fc\u00dfen und Euch danken kann. Es werden sehr stille Tage in unsern H\u00e4usern sein. Aber ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, je stiller es um mich herum geworden ist, desto deutlicher habe ich die Verbindung mit Euch gesp\u00fcrt. Es ist, als ob die Seele in der Einsamkeit Organe ausbildet, die wir im Alltag kaum kennen. So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gef\u00fchlt. Du und die Eltern, Ihr alle, die Freunde und Sch\u00fcler im Feld, Ihr seid mir immer ganz gegenw\u00e4rtig. Eure Gebete und guten Gedanken, Bibelworte, l\u00e4ngst vergangene Gespr\u00e4che, Musikst\u00fccke, B\u00fccher bekommen Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor. Es ist ein gro\u00dfes unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realit\u00e4t man keinen Zweifel hat. Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln hei\u00dft: \u201azweie, die mich decken, zweie, die mich wecken\u2018, so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare M\u00e4chte etwas, was wir Erwachsenen heute nicht weniger brauchen als die Kinder. Du darfst also nicht denken, ich sei ungl\u00fccklich. Was hei\u00dft denn gl\u00fccklich und ungl\u00fccklich? Es h\u00e4ngt ja so wenig von den Umst\u00e4nden ab, sondern eigentlich nur von dem, was im Menschen vorgeht. Ich bin jeden Tag froh, da\u00df ich Dich, Euch habe und das macht mich gl\u00fccklich froh.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Bonhoeffer gibt also hier eine moderne Interpretation der mythologischen Vorstellung von Engeln: All das, was ihn mit den Seinen verbindet, wird zu einem unsichtbaren Netz, das ihn tr\u00e4gt, und in dem sich Gottes G\u00fcte zeigt, vielleicht so wie in dem Wort aus Psalm 139: \u201eVon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.\u201c<\/p>\n<p>Der Schluss der ersten und der Beginn der zweiten Strophe beziehen sich auf den Jahreswechsel 1944\/45. Das \u201ealte\u201c bezieht sich auf das \u201ealte Jahr\u201c und muss daher klein geschrieben werden. In allen Vertonungen, in denen Strophen umgestellt oder weggelassen wurden, sodass die zweite nicht an die erste Strophe anschlie\u00dft, geht dieser Zusammenhang verloren und wird \u201edas Alte\u201c gro\u00dfgeschrieben und damit verallgemeinert.<\/p>\n<p>Dieses treu und still Umgebensein von guten M\u00e4chten t\u00e4uscht aber nicht \u00fcber den Ernst der Lage hinweg, dessen sich Bonhoeffer sehr bewusst ist. Und so finden wir in den folgenden Strophen mehrere Anspielungen auf die Szene von Jesus in Gethsemane, der sich nach der \u00dcberlieferung des Neuen Testaments auch dessen bewusst war, dass er ums Leben gebracht werden wird:<br \/>\nIn der 3. Strophe erinnert das Zitat vom \u201eschweren Kelch, den bittern des Leids\u201c an das Gebet Jesu in Gethsemane \u201eAbba, Vater, alles ist dir m\u00f6glich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst\u201c (Mk 14,36 parr). Und in der 5. Strophe: \u201eF\u00fchr, wenn es sein kann, wieder uns zusammen\u201c erinnert an die Fassung dieses Verses im Mt: \u201eMein Vater, ist\u2019s m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch an mir vor\u00fcber\u201c (Mt 26,39).<\/p>\n<p>Freilich ist die Aussage, den Kelch des Leids \u201edankbar ohne Zittern\u201c aus der guten und geliebten Hand Gottes zu nehmen, einer der Gr\u00fcnde, warum diese Strophe beim Singen oft weggelassen wird. Kann das von irgendjemandem verlangt werden, wo doch sogar Jesus selbst Angst hatte und wohl gezittert hat? Nein, fordern kann man das nicht. Aber man kann mit Bonhoeffers Worten darum bitten, dass einem diese Glaubensgewissheit geschenkt wird und man so \u2013 wie er in seinem Gedicht \u201eChristen und Heiden\u201c sagt \u2013 bei Gott steht in Seinen Leiden. Deshalb sollten wir diese Strophe singen.<\/p>\n<p>Die folgenden Strophen nehmen die Atmosph\u00e4re von Weihnachten und Jahreswechsel auf. Die 4. mit ihrem \u201eDoch\u201c zu Beginn l\u00e4sst Hoffnung auf eine gl\u00fcckliche Wende aufkommen. Die 5. l\u00e4sst das Hoffnungslicht auf ein wieder Vereintsein fallen und die 6. f\u00fchrt zur\u00fcck zum Thema der guten M\u00e4chte: In der Stille wird der Lobgesang all derer h\u00f6rbar, die uns schon im Glauben vorausgegangen sind und die uns mit all den guten M\u00e4chten, die ihr tragendes Netz ausspannen, Gottes G\u00fcte bezeugen.<br \/>\nSo au\u00dfergew\u00f6hnlich der Weg dieses Gedichtes ist, zeigt er doch einen wesentlichen Grundzug des Glaubens: Wir lernen ihn kennen am Beispiel konkreter Menschen. Vielleicht darf man sogar sagen: Wir lernen nicht nur den Glauben kennen, sondern wir lernen zu glauben am Beispiel konkreter Menschen. Dietrich Bonhoeffer ist so ein Beispiel. So wurde er \u00fcber seinen Tod hinaus einer, an dem Lebenszeugnis und Liebesbeweis, wie es der Titel der heurigen \u00f6kumenischen Fastenaktion formuliert, sichtbar werden.<\/p>\n<p><strong><em>Will ich abends schlafen gehn<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>vierzehn Engel um mich stehn<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei zu meiner Rechten<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei zu meiner Linken<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei zu meinen H\u00e4upten<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei zu meinen F\u00fc\u00dfen<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei, die mich decken<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei, die mich wecken<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>zwei, die mich f\u00fchren<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>ins himmlische Paradies<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>Amen<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[29.03.2022] Wohl der aktuell bekanntesten evangelischen Pers\u00f6nlichkeit widmeten die beiden Referenten Pfarrer Dr. Peter Gabriel und Hofrat Mag. Peter Pr\u00f6glh\u00f6f ihren Vortrag. Doch der evangelische Pfarrer ist auch bei den Katholiken sehr gut bekannt. An <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=10907\" title=\"Wer bin ich?\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":8,"featured_media":10921,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":{"0":"post-10907","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-fastenaktion-archiv"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10907"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10926,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10907\/revisions\/10926"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}