{"id":11247,"date":"2022-06-30T00:00:27","date_gmt":"2022-06-29T22:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11247"},"modified":"2022-09-14T17:08:58","modified_gmt":"2022-09-14T15:08:58","slug":"kirche-im-verstaendnis-des-neuen-testamentes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11247","title":{"rendered":"Kirche im Verst\u00e4ndnis des Neuen Testamentes"},"content":{"rendered":"<p>[30.06.2022]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-11663\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_7_F-485x600.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_7_F-485x600.png 485w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_7_F-243x300.png 243w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_7_F.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Ecclesia \u2013 die Herausgerufenen, so nennen die ersten Christ*innen ihre Gemeinschaft, ihre Gemeinde Gottes. Denn Gottes Auftrag und Ruf ist f\u00fcr sie die Grundlage ihres Zusammenseins.<\/p>\n<p>Angefangen hat es mit denen, die Jesus von Nazareth begegnet sind, ihn reden h\u00f6rten und sein Dasein f\u00fcr Menschen bewunderten. Einige gaben ihr bisheriges Leben auf und gingen mit ihm \u2013 bis nach Jerusalem. Jesu Tod am Kreuz schien alles zunichtezumachen, doch bald wurde seinen Anh\u00e4nger*innen klar: Dieser Jesus ist doch der Christus, Gottes Sohn. Einige gingen zur\u00fcck nach Galil\u00e4a, andere blieben in Jerusalem.<\/p>\n<p>Sie erz\u00e4hlten sich von ihren Jesuserlebnissen, sie beteten miteinander zu Gott. In Erinnerung an ihn und sein letztes Mahl brachen sie Brot und teilten Wein, feierten das Christusmahl. Auch sonst hatten sie enge Gemeinschaft miteinander, teilten ihre Freuden und Sorgen, ja sogar ihren Besitz.<\/p>\n<p>So erz\u00e4hlt es die Apostelgeschichte (2,42): \u201e<em>Sie blieben aber best\u00e4ndig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Vor allem aber blieben sie nicht unter sich, sondern verk\u00fcndigten die Botschaft: Jesus ist von Gott auferweckt worden, Gottes Herrschaft wird bald anbrechen und Jesus Christus l\u00e4dt alle ohne Ausnahme ein, auf Gottes Liebe und Vergebung zu vertrauen. Durch die Taufe auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes kann jede und jeder auch dazu geh\u00f6ren zu dieser Gemeinschaft der Kinder Gottes.<\/p>\n<p>Auch in ihrer Unterschiedlichkeit, mit verschiedenen Gaben, bilden alle Getauften den einen Leib Christi \u2013 symbolisiert durch das eine Brot, das beim Abendmahl gebrochen und verteilt wird.<\/p>\n<p>So schreibt es der Apostel Paulus: \u201e<em>Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getr\u00e4nkt.<\/em>\u201c (1.Korinther 12,12-13) \u201e<em>Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist\u2019s. So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.<\/em>\u201c (1.Korinther 10,16-17)<\/p>\n<p>Wie zur Gruppe der J\u00fcnger und J\u00fcngerinnen auch diejenigen dazu geh\u00f6ren, die versagen oder Schuld auf sich laden \u2013 ich nenne nur Petrus den Verleugner und Judas den Verr\u00e4ter \u2013 so ist und bleibt auch die Gemeinschaft der Heiligen, also derer, die zu Gott geh\u00f6ren, immer ein gemischter Haufen, eine Gemeinschaft der S\u00fcnder*innen, die nicht vollkommen sind, sondern aus der Vergebung Gottes leben und immer wieder neu um die Gabe des Heiligen Geistes Gottes bitten und beten.<\/p>\n<p>Zwar ist unter den Nachfolger*innen Jesu ganz klar, dass das Gebot der N\u00e4chsten- und Selbstliebe, ja der Feindesliebe das Miteinander regelt, alle dazu aufgerufen sind, f\u00fcreinander da zu sein (\u201e<em>Wer gro\u00df sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der ersten sein will, der soll aller Knecht sein<\/em>\u201c: Markus 10,43-44) \u2013 aber dennoch haben Christen und Christinnen in den vergangenen 2.000 Jahren viel Schuld auf sich geladen, waren gewaltt\u00e4tig, machtgierig, haben andere missbraucht, ja auch die Kirche als Institution ist der S\u00fcnde verfallen und ist ihrem Auftrag nicht gerecht geworden.<\/p>\n<p>Trotzdem aber ist und bleibt die Kirche eine besondere Gemeinschaft, eben weil sie mehr ist als ein Verein, eine Interessengruppe, mehr als mein Freundeskreis oder meine Familie. Denn durch meine Taufe bin ich in diese Gemeinschaft hineingestellt und habe mich z.B. in der Konfirmation (und eigentlich jeden Tag neu) bewusst entschieden, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und zu bleiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich bleiben meine Erfahrungen mit der Kirche etwas Besonderes, etwas, das mein Leben pr\u00e4gt. Ich f\u00fchle mich aufgehoben und geborgen \u2013 hier in meiner Halleiner Gemeinde, aber \u00fcberall auf der Welt, wo Christen und Christinnen sich im Namen Gottes treffen.<\/p>\n<p><em>Euer Pfarrer Peter Gabriel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[30.06.2022] Ecclesia \u2013 die Herausgerufenen, so nennen die ersten Christ*innen ihre Gemeinschaft, ihre Gemeinde Gottes. Denn Gottes Auftrag und Ruf ist f\u00fcr sie die Grundlage ihres Zusammenseins. 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