{"id":11290,"date":"2022-08-01T00:00:06","date_gmt":"2022-07-31T22:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11290"},"modified":"2024-11-16T14:59:46","modified_gmt":"2024-11-16T13:59:46","slug":"nie-wieder-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11290","title":{"rendered":"Nie wieder Krieg&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>[01.08.2022]<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein frommer Wunsch! Die Realit\u00e4t sieht anders aus, wie folgende Schlagzeile belegt: <strong>Die Welt war seit 1945 lediglich 26 Tage ohne Krieg. <\/strong><\/p>\n<p>Unsere friedens-verw\u00f6hnte Selbstsicherheit, doch nie mit Krieg konfrontiert zu werden, tr\u00fcgt also. Das ist wohl einem Europa geschuldet, das uns 77 Jahren lang ein gr\u00f6\u00dftenteils friedliches Leben gesichert hat. Putin lehrt uns nun etwas Anderes. Friedenserhalt muss neu gelernt werden. Wie nun umgehen mit einer V\u00f6lker-und Menschensrechts-verachtenden Aggression? Mit der pazifistischen Einstellung der 1968iger Generation kommen wir nun wohl nicht mehr weiter. Also doch aufr\u00fcsten, Friede durch Abschreckung? Wie l\u00e4sst sich ein kriegerischer Fl\u00e4chenbrand vermeiden? Die Ukraine sich selbst \u00fcberlassen oder durch massive Waffenlieferungen gegenhalten?<\/p>\n<p>In diesem Spannungsfeld stehen wir heute als Christen, als Kirche. 2018 wurde ein Ethikpapier als Ansto\u00df f\u00fcr Diskussionen unter dem Titel \u201eGrundlinien einer Friedensethik\u201c auf der Homepage unserer Kirche ver\u00f6ffentlicht. Der umfangreiche Artikel m\u00fcndet letztendlich in der Aussage: \u201eEin gerechter Frieden sollte sich weiterhin am Primat der Gewaltlosigkeit orientieren. Im \u00e4u\u00dfersten Fall allerdings, wo totale Willk\u00fcr und Terror herrschen, kann rechtserhaltende Gewalt zum Schutz von Menschen angebracht sein&#8230;. jedoch nur als Ultima Ratio, nur durch die Vereinten Nationen legitimiert und von einem politischen L\u00f6sungsansatz flankiert.\u201c<\/p>\n<p>In diesen Tagen w\u00e4re es hilfreich und notwendig, theologisch fundierte Orientierungshilfe zum Thema Krieg-Frieden zu bekommen. Ich w\u00fcnsche mir von der Kirchenleitung pointierter auf eine Friedensethik hinzuweisen und vermehrt Diskurse anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Dass in der Kirche viel Friedensarbeit geleistet wird, steht au\u00dfer Zweifel. Jede Arbeit im Dienste des Menschen, der Gerechtigkeit, der Solidarit\u00e4t ist letztendlich Friedensarbeit. Dabei wird auch hin und wieder \u00fcber den Tellerrand geschaut, wie das aktuelle Kamarun-Projekt zeigt.<\/p>\n<p>In unserer Superintendenz Salzburg\/Tirol ist es langgepflegte Tradition, regelm\u00e4\u00dfig Weltmission und Entwicklungszusammenarbeit zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz dieses Jahres fiel die Wahl der Superintendentialversammlung auf ein Projekt des Evangelischen Arbeitskreises f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit (EAWM).<\/p>\n<h3>\u201eFriedensarbeit in Kamerun\u201c<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9011\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/helga_schinninger_2021.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/helga_schinninger_2021.png 592w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/helga_schinninger_2021-470x600.png 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die Republik Kamerun befindet sich zwischen dem englischsprachigen Westafrika und dem franz\u00f6sischsprachigen Zentralafrika und ist circa f\u00fcnf Mal so gro\u00df wie \u00d6sterreich. Die 25 Millionen KamerunerInnen sind kulturell von vielen Sprachen, Religionen und einer vielschichtigen Geschichte gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Von 1884 bis 1918 war Kamerun eine deutsche Kolonie. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Westen dem britischen Kolonialreich, der \u00f6stliche Teil Kameruns dem franz\u00f6sischen zugeordnet. Im Rahmen der Entkolonialisierung wurde Kamerun am 1.10. 1961 unabh\u00e4ngig. Im englischsprachigen Kamerun blieben weiterhin britische Systeme und Gepflogenheiten aufrecht, ebenso Englisch als Amtssprache. Der wesentlich gr\u00f6\u00dfere \u00f6stliche Teil lebte nach dem franz\u00f6sischen System. Anhaltende Benachteiligung durch die franz\u00f6sischsprachige Mehrheit und daraus folgende Autonomiebestrebungen des englischsprachigen Teils f\u00fchrte 2016 zu schweren Konflikten und Instabilit\u00e4t. Diese kosteten bislang ca. 2000 Menschen das Leben und zwangen 700.000 Menschen zur Flucht. Dar\u00fcber hinaus terrorisiert die islamistische Miliz \u201eBoko Haram\u201c Menschen im Norden des Landes und l\u00f6st Fluchtbewegung aus.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Di\u00f6zesanen Projektes f\u00f6rdert Salzburg \/ Tirol die Ausbildung von MultiplikatorInnen im Bereich der Friedensarbeit. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Gesellschaft Kameruns wieder menschlicher zu gestalten und den Grundstein f\u00fcr eine Zivilgesellschaft zu legen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Jugend. Junge Menschen sollen lernen durch ihr Reden und Handeln zu einem friedvollen Klima in der Gesellschaft beizutragen. Sprachsensibilisierung sowie Empathief\u00f6rderung sind daher Eckpfeiler in der Friedenserziehung von Pfarrerinnen und Pfarrern in Kamerun.<\/p>\n<p>Die verwitwete Theologin und Juristin Rev. Love Anye Bih wurde von ihrer Heimatkirche ausgew\u00e4hlt, an der Universit\u00e4t Innsbruck am Postgraduate Lehrgang \u201ePeace development, security and international conflict transformation\u201c, 2019 \u2013 2021, teilzunehmen. Der EAWM \u00fcbernahm die Kosten der Ausbildung. Diese sind bereits beglichen. Ziel des Engagements im Bereich Friedensarbeit ist es, der Presbyterianische Kirche in Kamerun zu bestens ausgebildeten Friedensvermittlern zu verhelfen. Diese Arbeit braucht aber weiterhin finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Unsere Gemeinde beteiligt sich daran finanziell durch die Widmung einer Kollekte. Aber auch Privatspenden sind willkommen.<br \/>\nBitte auf das Di\u00f6zesane Konto \u00fcberweisen: IBAN AT71 3600 0002 0056 3650 (BIC: RZTIAT22)<\/p>\n<p><em>Helga Schinninger, Beauftragte f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit<\/em><\/p>\n<p>(Beitragsbild: Peter Weidemann \/ Pfarrbriefservice.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[01.08.2022] Was f\u00fcr ein frommer Wunsch! Die Realit\u00e4t sieht anders aus, wie folgende Schlagzeile belegt: Die Welt war seit 1945 lediglich 26 Tage ohne Krieg. 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