{"id":11524,"date":"2022-09-28T00:00:42","date_gmt":"2022-09-27T22:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11524"},"modified":"2022-09-02T17:51:08","modified_gmt":"2022-09-02T15:51:08","slug":"koerperliche-beruehrungen-am-lebensende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=11524","title":{"rendered":"K\u00f6rperliche Ber\u00fchrungen am Lebensende"},"content":{"rendered":"<p>[28.09.2022]<\/p>\n<h3>\u00a0Einblicke in die Hospizarbeit<\/h3>\n<figure id=\"attachment_11525\" aria-describedby=\"caption-attachment-11525\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11525\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_mauer-467x600.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_mauer-467x600.jpg 467w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_mauer-796x1024.jpg 796w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_mauer-233x300.jpg 233w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_mauer.jpg 1182w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11525\" class=\"wp-caption-text\">Elisabeth Mauer<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eEs gibt viele, die einfach die Hand hinstrecken, wenn ich ans Bett trete\u201c, das war einer der S\u00e4tze, die Elisabeth Lainer sagte. Diese Geste interpretiert sie als Aufforderung: \u201eBitte gib mir auch deine Hand, ber\u00fchre mich, ich m\u00f6chte dich ber\u00fchren, darf ich dich sp\u00fcren.\u201c So ist es ganz oft, wenn sie, auf dem Weg zu ihrer Arbeit, ein Zimmer betritt. Im wahrsten Sinne des Wortes geht so die Begr\u00fc\u00dfung des Patien- ten\/der Patientin mit einer Ber\u00fchrung Hand in Hand.<\/p>\n<p>Elisabeth Lainer ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitet in einem Hospiz in Salzburg. Ich habe sie zu mir nach Hause eingeladen, gemeinsam mit Jens-Daniel und meinem Papa durften wir ihr Fragen stellen zu ihrer Arbeit in Bezug auf Ber\u00fchrungen. Ber\u00fchrungen sind in der Hospizarbeit unumg\u00e4nglich. K\u00f6rperpflege kann zunehmend nur mehr zum Teil oder gar nicht selbstst\u00e4ndig erfolgen. W\u00e4hrend die Patientinnen gewaschen und medizinisch versorgt werden, ist das Thema Ber\u00fchrungen ein intensives. \u201eWenn Menschen ins Hospiz kommen, nehmen sie ihre ganze Lebensgeschichte mit und sind von ihrer ganzen Lebensgeschichte gepr\u00e4gt, auch in Bezug auf Ber\u00fchrungen. Jeder Mensch hat ein Bed\u00fcrfnis nach Ber\u00fchrung, jedoch ist dieses bei jedem Menschen unterschiedlich. Ber\u00fchrungen sind etwas sehr Pers\u00f6nliches. Jeder hat einen anderen Bedarf nach N\u00e4he und Distanz.\u201c<\/p>\n<p>Elisabeth berichtet von ihrer Beobachtung, dass umsichtiges, respektvolles Ber\u00fchren in der Hospizarbeit nicht nur notwendig ist, sondern auch lebensqualit\u00e4tsf\u00f6rdernd sein kann. Wenn also bei der notwendigen Pflege die seelische Pflege mitbedacht wird, kommen wir bei ganzheitlicher Pflege an. Mit Einreibungen kann dem Patienten\/der Patientin wohlgetan werden. \u201eAuch mal mit guten \u00d6len, wenn ich zum Beispiel wei\u00df, dass jemand es gerne mag, massiere ich die F\u00fc\u00dfe, einfach zum Genie\u00dfen und, dass sich der Patient wohlf\u00fchlt.\u201c, beschreibt Elisabeth eine M\u00f6glichkeit, wie aus Pflegemomenten Genuss-Momente werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber auch trotz gro\u00dfer Sanftheit, Bedachtheit und Langsamkeit im Kontakt mit dem Patienten, darf nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, dass f\u00fcr Menschen in der letzten Lebensphase es auch Ber\u00fchrungen geben kann, die weh tun. Wenn der Sterbende oder die Sterbende nicht mehr in der Lage ist, sich verbal mitzuteilen, dann muss eine unverzichtbare Kompetenz der Pflegerinnen und Pfleger aktiviert werden: In aller Achtsamkeit wird \u00fcber den Tast- und Sehsinn wahrgenommen, ob der K\u00f6rper des Patienten oder der Patientin sich bei Ber\u00fchrung entspannt oder ob eher ein Abwehren erkennbar ist. Im Zusammensein mit dem Patienten, der Patientin bleibt Elisabeth immer intuitiv. Besonders in der \u201efinalen Phase\u201c, wie Elisabeth Lainer es nennt, muss man noch sensibler sein, welche Ber\u00fchrungen sind passend und welche st\u00f6ren den Patienten. Nicht ber\u00fchrt werden wollen ist nicht zwingend der Wunsch nach Distanz, Elisabeth erlebt auch Situationen, in denen es ohne eine Ber\u00fchrung N\u00e4he gibt.<\/p>\n<p>Eine bedeutende Erfahrung, die Elisabeth nicht unerw\u00e4hnt lassen m\u00f6chte, ist, dass die Botschaft &#8222;lch bin da, ich lasse dich nicht allein&#8220;, mit einer Ber\u00fchrung einhergehen kann. Sie erz\u00e4hlt: \u201eWenn ein Patient von seiner Not \u00fcbermannt wird und weint, kann eine Ber\u00fchrung tr\u00f6stend sein &#8211; vielleicht auch ohne Worte.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_11527\" aria-describedby=\"caption-attachment-11527\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11527\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer-474x600.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer-474x600.jpg 474w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer-809x1024.jpg 809w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer-237x300.jpg 237w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer-1214x1536.jpg 1214w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/elisabeth_lainer.jpg 1568w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11527\" class=\"wp-caption-text\">Elisabeth Lainer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Danke, liebe Elisabeth, f\u00fcr deinen Einblick in eine so besondere Aufgabe, in der jemand mit Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten definitiv gro\u00dfe Schwierigkeiten h\u00e4tte. Ja und ich habe noch Stoff zum Nachdenken: Dass Ber\u00fchrungen nicht einfach Ber\u00fchrungen sind, sondern es vielleicht Ber\u00fchrungen ohne Worte gibt, aber nie eine Ber\u00fchrung ohne eine Botschaft? &#8230; Sehe ich die ausgestreckten H\u00e4nde in meiner Umgebung, die signalisieren, ber\u00fchrt werden zu wollen? &#8230; Wem werde ich mal meine Hand entgegenstrecken, in meiner finalen Lebensphase? &#8230; Und die Vorstellung, dass dann der Moment nicht mehr fern ist, dass Jesus meine ausgestreckte Hand ber\u00fchrt, freut mich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[28.09.2022] \u00a0Einblicke in die Hospizarbeit \u201eEs gibt viele, die einfach die Hand hinstrecken, wenn ich ans Bett trete\u201c, das war einer der S\u00e4tze, die Elisabeth Lainer sagte. 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