{"id":12799,"date":"2023-03-07T21:51:06","date_gmt":"2023-03-07T20:51:06","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12799"},"modified":"2023-10-20T12:06:44","modified_gmt":"2023-10-20T10:06:44","slug":"religionen-und-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12799","title":{"rendered":"(2) Ein Thema, aus dem man nicht gut herauskommen kann"},"content":{"rendered":"\n<p>Den zweiten Abend der Fastenaktion 2023 absolvierte der bekannte Religionswissenschaftler Assoz.-Prof. Dr. Martin R\u00f6tting von der Universit\u00e4t Salzburg im vollbesetzten Pfarrsaal des Pfarrzentrums Neualm.\u00a0 Den Vortrag k\u00f6nnen sie sich entweder anh\u00f6ren oder weiter unten (fast) komplett nachlesen.<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-12799-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_02b.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_02b.mp3\">https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_02b.mp3<\/a><\/audio>\n<p>Diese oben angezeigte Sounddatei erm\u00f6glicht es, den gesamten Vortrag (31.9 MB | 48 Minuten) noch einmal anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<h3>Bringen Religionen Frieden?<\/h3>\n<p>(Es gilt das gesprochene Wort &#8211; siehe Vortrags-Sound-Datei)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12804 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-300x188.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-300x188.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-600x376.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-1024x642.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-1536x964.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.35.59-2048x1285.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Das Thema des Abends ist ein Thema, bei dem man nicht gut herauskommen kann. Es gibt keine M\u00f6glichkeit, diese Sache zufrieden stellend zu beantworten, weil alle wissen, was heute gesagt werden soll. Es kann nicht gesagt werden, Religionen bringen den Frieden, weil uns viele Situationen einfallen, wo Religion und Krieg in eine Verbindung gebracht werden muss. Es kam aber auch nichts gesagt werden, Religionen bringen per se Gewalt. Denn Religionen waren immer schon auch Friedensboten. Beide Feststellungen sind wahr. Es ist f\u00fcr einen Religionswissenschaftler nichts spannenderes als zu fragen, wie kommt es denn, dass die Religionen so zwischen Krieg und Frieden stehen.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit Krieg und Frieden in den Religionen kam auf immer wiederkehrenden Wunsch der Studierenden, \u00fcber dieses Thema doch einmal ein Seminar zu machen.<\/p>\n<h3>Friedensboten<\/h3>\n<p>Die Beatles waren nicht nur diejenigen, die den Frieden damals in den Mainstream gebracht haben, sie haben auch gleichzeitig die Frage gestellt, welche Rolle die Religion darin spielt. Neben dem Lied \u201egive peace a chance\u201c kennen die meisten auch das zweite Lied \u201eimagine\u201c. In diesem Lied kommt dann der Friede vor und man fragt sich bei diesen beiden Lieder, ob das nur ohne Religion geht. Es gibt aber auch andere Lieder der Beatles, in denen die Religion sehr gut vorkommt. Genau in der gleichen Zeit haben die Religionen gemeinsam aber als Friedensboten gewirkt. Als Beispiel sei Dr. Martin Luther King genannt bei einer Pressekonferenz im Jahr 1966 mit Thich Nhat Hanh (Buddhistischer M\u00f6nch). Thich Nhat Hanh wurde von Martin Luther King f\u00fcr den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Beide haben sich im Kontext der Vietnam-Friedensbewegung kennengelernt. In der gleichen Reihe stehen der Dalai Lama, David Steindl-Rast, Thomas M\u00f6lten und viele andere, die aus der spirituellen Literatur sehr gut bekannt sind. \u201eWenn wir den Menschen t\u00f6ten, mit wem sollen wir dann noch gemeinsam leben?\u201c war in Friedensdemonstrationen auf Transparenten zu lesen. Das zielt darauf ab, dass auch der Feind ein Mensch ist. Und dieses zum Menschen durchdringende der Religionen zeigte sich in dieser Friedensbewegung. Thich Nhat Hanh \u00fcbernimmt auch diesen Satz \u201eder Mensch an sich ist nicht unser Feind\u201c. Es gibt viele Situationen in dieser Zeit, wo die Religionen in der Friedensbewegung viel voneinander gelernt haben. Einen weiteren positiven \u201ePropheten\u201c der Friedensbewegung, den man sofort mit Religion verbindet, ist der Dalai Lama. Bekannt geworden ist er dadurch. Dass er fliehen musste vor den Chinesen. Die Art und Weise, wie er mit dieser Gewalt umgegangen ist, hat ihn ber\u00fchmt gemacht als Politiker, besonders aber in der Funktion als Religionsf\u00fchrer. 1989 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Beim Anblick der Bilder vom Maidan, der schon auch ein Friedensschauplatz war, kommt einem die G\u00e4nsehaut. Diese Friedensbewegung, die leider dann gekippt ist, ging von Studierenden aus. Diese haben damit angefangen, religi\u00f6se Chor\u00e4le zu singen. Dieses Singen hatte eine entwaffnende Funktion auf die anr\u00fcckende Armee und Polizei. Man kann schlecht jemanden bedr\u00e4ngen, der religi\u00f6se Friedenlieder singt. Was dieses Bild aber so speziell macht, war nicht nur die Tragik, wenn wir heute auf dieses Bild schauen (so ein Treffen w\u00e4re heute nicht mehr m\u00f6glich), sondern die Tatsache, dass aus dieser Friedensbewegung damals sich sp\u00e4ter der \u201eArabische Fr\u00fchling\u201c entwickelt hat. Zwei Studenten haben sich damals \u00fcberlegt, welches Ritual die Protestbewegung verwenden kann, das entwaffnend und friedensbringend ist.<\/p>\n<h3>Muslime singen keine Friedenslieder<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12803 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-300x279.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-300x279.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-600x557.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-1024x951.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-1536x1427.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.25-2048x1903.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Muslime singen keine Friedenslieder und z\u00fcnden in ihrer Tradition normalerweise auch keine Kerzen an, aber sie haben versucht, das Prinzip zu \u00fcbernehmen. Muslime beten. Jemanden, der eine Friedenskerze anz\u00fcndet oder betet, kann man schwer bewaffnet gegen\u00fcbertreten. Muslimisches Milit\u00e4r und Polizei tun sich schwer, Muslimen entgegen zu treten, die sich zum Gebet formieren. In den Gassen in Kairo beispielsweise gab es Studierende, die sich in brenzligen Situationen ausgemacht haben, die Reihen zu schlie\u00dfen zu einer Gebetskette und sich zum Gebet zu verneigen. Ein Polizist darf nicht vor jemandem stehen, der sich zum Gebet neigt. Ihr dreht sich ebenfalls um zum Gebet und wird damit je aus der Situation heraus genommen. In Summe war das alles nat\u00fcrlich komplizierter, als dieses eine Beispiel zeigt. Religionen auf der h\u00f6chsten Ebene der F\u00fchrer und auch die \u201egrass-roots Ebene\u201c (Graswurzelbewegung) zB. mit Studenten, deren Namen heute niemand mehr kennt, lernen friedensp\u00e4dagogisch voneinander. \u00c4hnliche Bilder und gibt es auch von Demonstrationen gegen die Taliban, die unter anderem die (Friedens)Taube als Symbol verwendet haben, was eindeutig aus der christlichen Ikonographie kommt. Im Jahre 2008 gab es gro\u00dfe Unruhen in S\u00fcdkorea. Damals wurde die gr\u00f6\u00dfte Lichterkette der Menschheitsgeschichte gebildet. Die Koreaner sind zu einem Drittel schlie\u00dflich und zu mehrheitlich buddhistisch. Aber beide Religionen kennen Lichter und Kerzen und k\u00f6nnen an dieser Stelle sehr gut damit zusammen arbeiten, weil sie die gleiche Symbolik teilen.<\/p>\n<h3>Was bedeutet eigentlich Frieden?<\/h3>\n<p>\u201ePaciscor\u201c bedeutet eigentlich \u201eeinen Vertrag schlie\u00dfen\u201c und zwar nach einer bewaffneten Auseinandersetzung. Die R\u00f6mer denken, Frieden ist etwas, nach dem Krieg kommt. Friede ist also nicht zuerst, sondern im r\u00f6mischen Denken ist zuerst Krieg bei dem Ordnung geschaffen wird und diese Ordnung hei\u00dft \u201eFriede\u201c.<\/p>\n<p>Johann Galtung, der wichtigste Friedensforscher, hat ein wenig Dickicht in die Frage gebracht, was Friede und Krieg eigentlich ist. Er unterscheidet zwischen \u201edirekter Gewalt\u201c (zB. es wird aufeinander geschossen), \u201estruktureller Gewalt\u201c (zB. Ungleichbehandlung von Frauen \u2013 Strukturen sind nicht so, dass Gerechtigkeit stattfindet an dieser Stelle). Weiters gibt es eine \u201ekulturelle Gewalt\u201c (zB. kein Frauenwahlrecht \u2013 kann ge\u00e4ndert werden). Die direkte Gewalt ist sichtbar und die Gesellschaft reagiert in der Regel sofort darauf. Fataler ist aber, dass zwei Arten der Gewalt \u201eunsichtbar\u201c sind. Es ist nicht gesagt, dass sie ans Licht kommt, es wird oft sogar abgestritten, dass es sich um Gewalt handelt. Wir alle kennen Menschen, die sich f\u00fcr \u00c4nderungen an Strukturen engagieren, dabei gibt es gleichzeitig andere, die sagen, es geh\u00f6rt so. In manchen L\u00e4ndern, in denen Frauen kein Wahlrecht haben oder wo Homosexuelle sich nicht outen d\u00fcrfen, auch das k\u00f6nnte als strukturelle und kulturelle Gewalt gesehen werden.<\/p>\n<p>Gedanken machen muss man sich dann, wenn der Unfrieden lauert. Wenn immer die Gefahr da ist, dass die Balance der Gesellschaft durch diverse Kr\u00e4fte so zu zerbr\u00f6seln beginnt, dass Gewalt entsteht oder entstehen kann.<\/p>\n<h3>Cicero<\/h3>\n<p>Cicero (44 v. Chr.) sagt zu diesem Thema: \u201eDaher darf man Kriege zwar auf sich nehmen zu dem Zweck, dass man ohne Unrecht im Frieden lebt, nach Erringung des Sieges aber sind diejenigen zu begnadigen, die im Kriege nicht grausam und nicht unmenschlich waren\u201c. Damit beschreibt er sehr gut die r\u00f6mische Idee von Frieden. Die r\u00f6mische Idee von Friedhelm ist die, das ist eine Gesellschaftsordnung gibt, die gerecht ist und das ist der r\u00f6mische Staat. Und dann kann es sein, dass St\u00f6renfriede von au\u00dfen oder innen diese Ordnung st\u00f6ren und wenn sie das zu viel tun, hat der Staat das Recht, diese St\u00f6renfriede zu eliminieren, damit der Friede nicht gef\u00e4hrdet ist. Diese St\u00f6renfriede k\u00f6nnen kleinere Gruppen im Inneren sein, betrifft aber auch alle V\u00f6lker am Rande Roms.<\/p>\n<h3>Platon<\/h3>\n<p>Bei Platon hei\u00dft es: \u201e\u2026 man solle um des Friedens willen Besimmungen fu\u0308r den Krieg treffen und nicht Besimmungen des Friedens um des Krieges willen, denn das Ziel des Staatsmannes sei der Friede (Leg.1,628ce).\u201c Im siebten Buch der Gesetze Platons geht es um die Erziehung der Bu\u0308rger zur Wehrfa\u0308higkeit. Die Bu\u0308rger sollten den Frieden suchen und trotzdem die Feinde abwehren ko\u0308nnen (Leg.7,803d-e). Wenn etwas so geschrieben wird, ist etwas nicht klar, sondern steht zur Debatte. In der Wahrnehmung Platons waren die Staatsm\u00e4nner oft Menschen, die auf Krieg aus waren, um ihren Reichtum und ihre Macht zu vergr\u00f6\u00dfern. Deswegen sagt er, nein, die Aufgabe des Staatsmannes es ist nicht der Krieg, sondern der Friede.<\/p>\n<h3>Augustinus<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12802 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-300x198.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-300x198.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-600x397.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-1024x677.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-1536x1015.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.36.54-2048x1354.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Augustinus (426) spricht von gerechtem Krieg und sp\u00e4testens an der Stelle erreicht uns ein Magenbrummen, da es nicht mehr die R\u00f6mer sind oder Platon. Jetzt geht es um christliche Theologie und um keinen geringeren unter den Theologen der von \u201egerechtem Krieg\u201c spricht. Deswegen m\u00fcssen wir uns detaillierter damit auseinandersetzen was Augustinus genau damit meint. \u201eDie Ungerechtigkeit des Gegners zwingt na\u0308mlich den Weisen zu gerechten Kriegen, und so ist sie es jedenfalls, die der Mensch beklagen mu\u00df, weil sie des Menschen Laster ist, auch wenn aus ihr kein Zwang zum Kriegf\u00fchren entst\u00fcnde\u201c. Augustinus sagt, man kann den Krieg nicht f\u00fcr meiden, wenn ungerechte Menschen ihn anfangen. Oder anders gesagt: die anderen sind schuld. So ist, dass es ungerechte beziehungsweise nicht weise Menschen gibt, muss man mit dem umgehen und da sie nicht weise sind, kann man sie nicht durch Argumente oder \u00dcberzeugungen gewinnen und deswegen werden sie aber agieren und ist Unfrieden. Um den Frieden also um der Weisen willen herzustellen, muss man die nicht Weisen durch Gewalt stoppen. Das ist das Argument des gerechten Krieges. Augustinus glaubt, dass Rom zur Weltherrschaft berufen ist. Er zweifelt dieses Imperium und die Strukturen Roms nicht an. Sowohl Christen als auch Nichtchristen, f\u00fcr beide ist Rom ein religi\u00f6ses und weltliches Machtzentrum. Im Jahre 410 kam der gro\u00dfe Einfall der Goten und dieser hat alles richtig durcheinandergewirbelt. Denn eine \u00dcberzeugung, die Christen und Nichtchristen geteilt haben, ist, dass wenn Rom f\u00e4llt, gibt es ein solches Chaos, dass das Ende der Welt im Prinzip da ist. Auch die Christen hatten ein Interesse daran, am Frieden Roms fest zu halten, denn nach ihrem Weltbild war etwas anderes, als das r\u00f6mische System nicht denkbar. Die Einnahme Roms hat deswegen als \u201eg\u00f6ttliche Strafe\u201c gewirkt. Es war pl\u00f6tzlich Gott selbst, der den Krieg angefangen hat von au\u00dfen, denn wer kann schon Rom bezwingen? Niemand. Der Hintergrund zum gerechten Krieg ist also eine g\u00f6ttliche Ordnung. Augustinus verbindet eine politische Ordnung mit der Struktur des Himmels. Diese Theorie gibt es auch in anderen Schriften. Der Krieg ist laut Augustinus n\u00f6tig, wenn diese g\u00f6ttliche Ordnung, die sich in der Erde bereits widerspiegelt und gerecht ist und weise, wenn diese gest\u00f6rt ist. Augustinus bezieht sich damit auch auf die Bibel, zum Beispiel auf den Psalm 82.4 (\u201eErrettet den Geringen und Armen und befreit den D\u00fcrftigen aus der Hand des S\u00fcnders\u201c). Vor diesem Hintergrund spricht Augustinus, wenn er den gerechten Krieg nennt.<\/p>\n<p>Wenn die Ungerechtigkeit zu gro\u00df wird und man denkt, wenn man nichts tut, dann wird man als Opfer \u00fcberrannt, und es wird ein so gro\u00dfes Unrecht entstehen, dass der Schaden gr\u00f6\u00dfer ist, dann mag Krieg als ein gerechtes, notwendiges Mittel sein. Trotzdem kommt einem dabei ein Klo\u00df in den Hals, man will es nicht einsehen. Gleichzeitig bemerkt man, man kommt aus der Sache nicht heraus. (Anmerkung: R\u00f6tting auf sich selbst bezogen). Dieser Klo\u00df im Hals begr\u00fcndet sich darin, weil der charismatisch und pazifistisch denkende und spirituelle Mensch in mir will friedvoll handeln. Aber der in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen politisch denkende und verstehende Mensch in mir, der gesellschaftliche Ordnungen erkennt, sieht auch. Religionen sind \u2013 wie vieles andere auch \u2013 Ordnungssysteme. Sie sind nicht nur Methoden um Erleuchtung zu erlangen, sondern sie ordnen auch Gesellschaft. Als Beispiel sei die Zeit genannt; wir ordnen alles in \u201evor Christus\u201c und \u201enach Christus\u201c, die Woche strukturiert sich zwischen Sonntag und Sonntag, unser Leben wird strukturiert vom Taufstein bis zum Grab. Die Religion strukturiert das Leben der Menschen, sowohl des Einzelnen und f\u00fcgt das Leben des Einzelnen in die Gesellschaft ein. Wenn Machthaber mit Religion lieb\u00e4ugeln \u2013 und das tun sie sehr oft \u2013 dann deswegen, weil sie sich davon versprechen, dass Religion eine Kraft hat ihre Gesellschaft in eine friedvolle Ordnung zu bringen. Warum? Es liegt an der Zahl 150. Menschen k\u00f6nnen in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen wie 150 sich organisieren. Tiere k\u00f6nnen das nicht \u2013 mit einer Ausnahme, wenn das durch den Instinkt geregelt ist (zB. Schwarmintelligenz bei Fischen, V\u00f6geln, Bienen \u2026). Es gibt eine Intelligenz, die diese gro\u00dfe Zahl bewerkstelligt, aber da ist der \u201eMasterplan der Ordnung\u201c bereits im Lebewesen eingebaut. Bei Tieren, die eine gro\u00dfe Menge haben (\u00fcber 150), wird die Ordnung dadurch aufrechterhalten, dass der Masterplan in den Genen sitzt. Bei uns Menschen ist das nicht so. Wir Menschen m\u00fcssen und also einen Masterplan erdenken und das k\u00f6nnen wir, weil wir mit der Sprache kommunizieren k\u00f6nnen. Aber erst seit wir Schrift haben, k\u00f6nnen wir andere Dinge wie Ordnungen, an die wir gemeinsam glauben, kommunizieren (zB. wer ist der K\u00f6nig, wer der Untertan, wer der Krieger, wer der H\u00e4ndler, wer der Gott). Und nur wenn eine gr\u00f6\u00dfere Gesellschaft diese Ordnungen gemeinsam hat, dann gibt es keinen Konflikt. Wenn diese Ordnungen nicht mehr geteilt werden, k\u00f6nnen Konflikte bis zu Kriegen entstehen. Religionen versprechen der politischen Macht ein solches Narrativ. Wenn es also Konstantin es gelingt, eine Erz\u00e4hlung zu \u00fcbernehmen vom Christentum, dann hat er pl\u00f6tzlich ein Reich, dass nicht nur ihn als Kaiser anerkennt, sondern gleichzeitig akzeptiert, dass \u201eder liebe Gott\u201c es auch tut. Und der Mensch betet zu Gott, und akzeptiert mit diesem Gebet zu Gott gleichzeitig ihn als Kaiser. Das ist f\u00fcr einen politischen Machthaber perfekt, besser geht es gar nicht.<\/p>\n<h3>Thomas von Aquin<\/h3>\n<p>In diesem Sinne agiert auch der \u201egerechte Krieg\u201c bei Thomas von Aquin. Wenn diese Ordnung zwischen Kaiser, Gott und Gesellschaft gest\u00f6rt ist, dann muss man mit Gewalt eingreifen k\u00f6nnen. An diese Definition des gerechten Krieges glauben wir auch noch heute in den demokratischen Gesellschaften. An die Stelle des Kaisers ist die Verfassung getreten oder auch das gew\u00e4hlte Parlament. Gott ist in der Verfassung nicht pr\u00e4zisiert, aber zumindest ist allen klar, dass eine Gesellschaft mehr braucht wie die Buchstaben eines Grundgesetzes oder einer Verfassung. Man muss da tiefer greifen k\u00f6nnen. Das Wichtigste ist aber, dass die Gesellschaft ein Vertrauen hat auf dieses Miteinander. Durch dieses Miteinander entsteht der Frieden, der dazu f\u00fchrt, dass wir miteinander sitzen und zuh\u00f6ren und austauschen k\u00f6nnen und nicht irgend jemand auf die Idee kommt, zB. einen Vortrag zu st\u00f6ren. Und wen sich jemand nicht an diese Regeln h\u00e4lt, sind wir alle der Meinung, dass wir \u201eGewalt\u201c anwenden d\u00fcrfen \u2013 z.B. indem wir den \u201eSt\u00f6renfried\u201c aus dem Raum komplimentieren. Wenn sich eine Gemeinschaft nicht an dieses Narrativ h\u00e4lt, gibt es die Polizei (und das beginnt schon beim Falschparken). Diese Idee vom \u201egerechten Krieg\u201c ist ganz tief in uns verwurzelt, es muss jemand intervenieren (mit Gewalt), um die \u201eNicht Weisen\u201c zu stoppen. Nicht alle Menschen sind Pazifisten. Thomas von Aquin nennt dieses Einschreiten, wenn der Unweise agiert, eine \u201ehumanit\u00e4re Intervention\u201c. Er sagt auch \u201ewenn der Mensch das tut, dass er dem \u00dcbelt\u00e4ter die Strafe vollstreckt, die ihm zukommt, handelt er eigentlich in der Stellvertretung Gottes\u201c. Das kann gut sein, wenn das Gesetz gerecht ist und die Gesellschaft in einer ordentlichen Verfassung ist, es gibt aber auch Beispiele, wo diese Logik fatal wird (zB. Inquisition, Kreuzz\u00fcge).<\/p>\n<h3>John Rawls<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12801 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50-300x356.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50-300x356.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50-600x712.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50-863x1024.png 863w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50-1294x1536.png 1294w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-07-um-21.37.50.png 1378w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Jemand der das aufgegriffen hat und die politische Gro\u00dfwetterlage vor allem in den USA bestimmt hat, ist John Rawls. Das ist deswegen nicht unwichtig, weil man zugeben muss, dass neben den anderen gro\u00dfen Playern es immer noch die USA sind, die die Geschichte \u2013 meist milit\u00e4risch \u2013 in die eine oder andere Richtung lenken. Rawls schreibt \u201eWenn eine annehmbar gerechte Gesellschaft der V\u00f6lker, deren Mitglieder ihre Macht vern\u00fcnftigen Zielen unterordnen, nicht m\u00f6glich ist, und Menschen im Gro\u00dfen und Ganzen amoralisch, wenn nicht unheilbar zynisch und egozentrisch sind, m\u00fcsste man sich mit Kant fragen, ob es sich f\u00fcr Menschen lohnt, auf Erden zu leben\u201c. Das hei\u00dft drastisch ausgedr\u00fcckt \u201ewenn es so st\u00f6rt, dass es v\u00f6llig au\u00dfer der Norm ist, dann muss man da was machen\u201c. Im Prinzip sagt das, wenn wir einen Beweis haben, dass jemand \u201eb\u00f6se\u201c ist, dann darf man diese beim \u201eKrawattl\u201c packen und rausziehen. Ein Beispiel, wie so etwas falsch laufen kann, ist der Irak-Krieg vor 20 Jahren, als von Massenvernichtungswaffen die Rede war, die aber nie gefunden wurden. Die amoralischen Kr\u00e4fte, die beschworen wurden, hat es nie gegeben. Aber, er konnte sie heraufbeschw\u00f6ren. Und darin sieht man den Fluch und Segen in Augustinus \u201egerechtem Krieg\u201c.<\/p>\n<h3>Gerechter Krieg?<\/h3>\n<p>Einerseits glauben wir, ein Teil von uns kommt ohne Augustinus\u2019 \u201egerechten Krieg\u201c nicht aus, dass wir uns selbst nicht helfen k\u00f6nnen und dass jemand kommt, der stark und gut ist und uns rettet \u2013 notfalls mit Gewalt; \u201eaus der Schl\u00e4gerei herausziehen\u201c, das ist gerechter Krieg im Sinne von Augustinus \u201eFrieden sch\u00fctzen\u201c. Gleichzeitig kann aber dieses Argument dazu verwendet werden, um einen Krieg zu beginnen, der Unrecht ist. Bei dieser Vorgeschichte fragt man sich, welche M\u00f6glichkeiten haben denn Religionen? Die Religionen als Organisationen haben selten M\u00f6glichkeiten, in Friedensverhandlungen aktiv zu werden indem sie oft durch ihre eigene Struktur so mit der Politik verwoben sind, dass sie letztlich mit den Entscheidungen der Politik mitschwingen.<\/p>\n<h4>Beispiele dazu:<\/h4>\n<ul>\n<li>Die christlichen Kirchen w\u00e4hrend der Zeit des National Sozialismus, auch wenn es da Unterschiede in den einzelnen Kirchen gab. Es gab aber Widerstand, es waren aber einzelne. Die gro\u00dfe Struktur der Religionen hat aber keinen Widerstand geleistet.<\/li>\n<li>Der sowjetische Kommunismus und auch Totalit\u00e4rismus. Die orthodoxe Kirche war ein zahnloser Tiger. Es gab einzelne, die friedvoll Widerstand geleistet haben, aber nicht wirklich hat sie etwas gebracht.<\/li>\n<li>Alle Religionen, die mit einer Nation verbunden sind, beispielsweise der Buddhismus in Japan w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. Beispielhaft die mit ZEN ausgebildeten Piloten, die mit Kamikaze-Fliegern Ziele angriffen. ZEN ist die Kunst des Bogenschie\u00dfens, kann aber auch missbraucht werden. Der Bogen kann auch von einer Nation \u201egesteuert\u201c werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Religionen als Friedensstifter \u2013 Peacemaker \u2013 auftreten, f\u00e4llt uns auf, Sie k\u00f6nnen es nicht als gro\u00dfe Organisationen. Wenn, dann gelingt das einzelnen charismatischen Figuren. Das zeigt uns, dass im konkreten Sinn Spiritualit\u00e4ten es sind, die Frieden leichter bringen k\u00f6nnen als die Religionen. Eine Spiritualit\u00e4t von Martin Luther King, des Dalai Lama, Thich Nhat Hanh schafft es, \u00fcber die Reihen der Gewalt durchzugehen. Es ist aber immer die Spiritualit\u00e4t einzelner Personen, nicht die von Organisationen. \u201eNenn mich bei meinem wahren Nahmen\u201c, ein Gedicht von Thich Nhat Hanh, kommt dem ganz nahe:<\/p>\n<h3>Bitte, nenne mich bei meinen wahren Namen!<\/h3>\n<p><em>Bitte, nenne mich bei meinen wahren Namen!<\/em><br \/>\n<em>Betrachte es ganz tief:<\/em><br \/>\n<em>Jede Sekunde komme ich an,<\/em><br \/>\n<em>sei es als Knospe in einem Fr\u00fchlingszweig<\/em><br \/>\n<em>oder als winziger Vogel mit noch zarten Fl\u00fcgeln,<\/em><br \/>\n<em>der im neuen Nest erst singen lernt.<\/em><br \/>\n<em>Ich komme an als Raupe im Herzen der Blume<\/em><br \/>\n<em>oder als Juwel, verborgen im Stein.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich komme stets gerade erst an,<\/em><br \/>\n<em>um zu lachen und zu weinen,<\/em><br \/>\n<em>mich zu f\u00fcrchten und zu hoffen.<\/em><br \/>\n<em>Der Schlag meines Herzens ist Geburt und Tod<\/em><br \/>\n<em>von allem, was lebt.<\/em><br \/>\n<em>Ich bin die Eintagsfliege,<\/em><br \/>\n<em>die an der Wasseroberfl\u00e4che des Flusses schl\u00fcpft.<\/em><br \/>\n<em>Und ich bin auch der Vogel, der herabst\u00fcrzt, um sie zu schnappen.<\/em><br \/>\n<em>Ich bin der Frosch, der vergn\u00fcglich im klaren Wasser eines Teiches schwimmt.<\/em><br \/>\n<em>Und ich bin die Ringelnatter,<\/em><br \/>\n<em>die in der Stille den Frosch verspeist.<\/em><br \/>\n<em>Ich bin das Kind aus Uganda, nur Haut und Knochen,<\/em><br \/>\n<em>mit Beinchen so d\u00fcnn wie Bambusst\u00f6cke.<\/em><br \/>\n<em>Und ich bin der Waffenh\u00e4ndler,<\/em><br \/>\n<em>der todbringende Waffen nach Uganda verkauft.<\/em><br \/>\n<em>Ich bin das zw\u00f6lfj\u00e4hrige M\u00e4dchen, Fl\u00fcchtling in einem kleinen Boot,<\/em><br \/>\n<em>das von Piraten vergewaltigt wurde<\/em><br \/>\n<em>und nur noch den Tod im Ozean sucht.<\/em><br \/>\n<em>Und ich bin auch der Pirat,<\/em><br \/>\n<em>mein Herz ist noch nicht f\u00e4hig, zu erkennen und zu lieben.<\/em><br \/>\n<em>Ich bin ein Mitglied des Politb\u00fcros<\/em><br \/>\n<em>mit reichlich Macht in meinen H\u00e4nden.<\/em><br \/>\n<em>Und ich bin der Mann, der seine Blutschuld an sein Volk zu zahlen hat<\/em><br \/>\n<em>und langsam in einem Arbeitslager stirbt.<\/em><\/p>\n<p><em>Meine Freude ist wie der Fr\u00fchling.<\/em><br \/>\n<em>So warm, da\u00df sie die Blumen auf der ganzen Erde erbl\u00fchen l\u00e4\u00dft.<\/em><br \/>\n<em>Mein Schmerz ist wie ein Tr\u00e4nenstrom.<\/em><br \/>\n<em>So m\u00e4chtig, da\u00df er alle vier Meere ausf\u00fcllt.<\/em><br \/>\n<em>Bitte, nenne mich bei meinem wahren Namen!<\/em><br \/>\n<em>Damit ich all mein Weinen und Lachen zugleich h\u00f6ren kann.<\/em><br \/>\n<em>Damit ich sehe, da\u00df meine Freude und mein Schmerz eins sind.<\/em><br \/>\n<em>Bitte, nenne mich bei meinem wahren Namen!<\/em><br \/>\n<em>Damit ich erwache!<\/em><br \/>\n<em>Damit das Tor meines Herzens von nun an offen steht,<\/em><br \/>\n<em>das Tor des Mitgef\u00fchls.<\/em><\/p>\n<h3>Warum ist das so?<\/h3>\n<p>Eine spirituelle Gruppe (wie auch die ersten Christen) konnte nur zur Religion werden, indem sie mit dem Staat kooperieren. Wenn man den Staat zum Feind hat, kann man nicht in der Gesellschaft Fu\u00df fassen. Durch die Kooperation mit dem Staat (Konstantin), wird man Teil der gro\u00dfen Erz\u00e4hlung, die der Staat verwendet. Der Staat wird dann pl\u00f6tzlich christlich, oder buddhistisch (Indien). Das ist so bei allen Weltreligionen die gleichzeitig auch Staatsreligionen sind. In dem Moment, in dem der Staat religi\u00f6se Symbole auf sein Staatswappen gibt und auch den Klerus bezahlt, kommt es auch dazu, dass die Waffen gesegnet werden. Es gibt keine Religion, die nicht schon Waffen gesegnet h\u00e4tte. Diese \u00dcberlegungen bringen uns zu drei Thesen:<\/p>\n<ul>\n<li>These A: Religion ist gef\u00e4hrlich. Religionen bergen einen totalit\u00e4ren Kern (Ulrich Beck, 2007).<\/li>\n<li>These B: Religion ist Segen: Gott und Religion ist Kraft des Friedens (Benedikt XVI, 2011).<\/li>\n<li>These C: Religion ist Ambivalent: (Scott Appelby 2000.).<\/li>\n<\/ul>\n<p>So sehr der Christ der These von Benedikt gerne Recht geben w\u00fcrde, der Religionswissenschaftler muss zugeben, dass Ulrich Beck Recht hat, es gibt auch einen totalit\u00e4ren Kern in der Religion und der kann gef\u00e4hrlich werden. Um diese Gefahr muss sich aber die Religion selbst k\u00fcmmern. Wenn sie das schafft, kann sie den Frieden bringen. Religion an sich ist aber ambivalent, sie kann beides; sie kann den Frieden bringen und den Krieg.<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt bewaffnete Konflikte, in denen der Glaube eine Rolle spielt, wo der Glaube nicht der Hauptteil ist, aber der Glaube eine Rolle spielt (Beispiel Irland). Irland war kein Konflikt der Religionen, aber irgendwann werden Religionen so assoziiert, dass sie das Spiel sogar mitgespielt haben. Als weitere Beispiele k\u00f6nnen Afghanistan, Indien, Indonesien, Nigeria, Pal\u00e4stina, Sri Lanka, Thailand und Tschetschenien genannt werden.<\/li>\n<li>Es gibt aber auch konkrete Einflu\u0308sse, au\u00dferreligio\u0308ser Faktoren: Dafur, Guatemala, Kambodscha, Ruanda, Somalia.<\/li>\n<li>In einer Studie von Pearce (2005) kommt heraus, dass 20 % der eher religo\u0308sen Konflikte und 24% der eher \u201esa\u0308kularen\u201c eine hohe Gewaltintensita\u0308t erreichen. D.h. das Gewaltpotential beider Konfliktarten ist ann\u00e4hernd gleich, die Unterschiede sind vernachl\u00e4ssigbar. Das Gewalt Potenzial h\u00e4ngt nicht unmittelbar von der Religion ab. Der Unterschied von 20 zu 24 % ist zu gering, um sagen zu k\u00f6nnen, dass Religion per se Gewalt verringert.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was tun Menschen in Bedr\u00e4ngnis<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12837 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a-300x266.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a-300x266.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a-600x532.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a-1024x909.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_2a.png 1410w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wenn Religion in einem bewaffneten Konflikt eine Rolle spielt, dann deswegen, weil in der Bedr\u00e4ngnis wir uns zusammen rotten. Das ist eine ganz normale Reaktion. Das tun auch Nationen, wenn sie Krieg f\u00fchren. Das was die Nationen zusammen h\u00e4lt ist auch die religi\u00f6se Erz\u00e4hlung. Dass Menschen im Krieg religi\u00f6s werden, dass sie im Sch\u00fctzengraben beten, das ist v\u00f6llig normal. In der Bedr\u00e4ngnis wird die Verbindung zwischen Nation und Religion immer enger und verschmilzt, wodurch die religi\u00f6se Perspektive sogar noch etwas Potenzial gewinnt, auch um den Krieg zu sch\u00fcren, weil es ja ein gerechter Krieg ist. Die Religion denkt ja dabei, sie k\u00e4mpft immer an der richtigen Seite.<\/p>\n<p><strong>Radikalisierung von terroristischen Gruppen<\/strong> gibt es auch aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden (zB. ISIS). Durch diese Verbindung von Macht und religi\u00f6se Erz\u00e4hlung gibt es immer wieder einmal gro\u00dfe Kriege, in denen Religion eine Rolle spielt beziehungsweise wo pl\u00f6tzlich diesen Kriegen die Religion zugeschrieben wird.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Beispiel dazu sind die <strong>Kreuzz\u00fcge<\/strong>. Die arabischen beteiligten L\u00e4nder haben eine lange Zeit nicht von den Kreuzz\u00fcgen gesprochen, sondern vom Kampf gegen die Frankonier. In der Wahrnehmung der islamischen Welt haben haupts\u00e4chlich Christen gegen Orthodoxe gek\u00e4mpft. Der Hauptteil der K\u00e4mpfe bei den Kreuzz\u00fcgen waren K\u00e4mpfe unter den Christen. Man wollte die heiligen St\u00e4tten befreien, die aber in den allermeisten F\u00e4llen den Pilgern zug\u00e4nglich waren; zu jenen Zeiten, in denen es hie\u00df, sie m\u00fcssten befreit werden. Die damalige islamische Ordnung hat es durchaus zugelassen, dass andere Religionen zu diesen heiligen St\u00e4tten pilgern konnten \u2013 und das auch w\u00e4hrend der Auseinandersetzungen. Sp\u00e4ter hat der arabische Raum f\u00fcr diesen Konflikt die Bezeichnung Kreuzz\u00fcge \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel sind die <strong>T\u00fcrken vor Wien im Jahr 1529<\/strong>. Die drin, dass Religionen kriegerisch seien, per se Gewalt bereit w\u00e4ren, daraus ist eine These entstanden, dass gerade monotheistische Religionen gewaltbereiter w\u00e4ren als polyethistische Religionen. Das Hauptargument war, dass jemand, an einen einzigen Gott glaubt, diesen Gott verteidigen muss. Wenn einer an einem Gott glaubt und ein anderer, ebenfalls an einen anderen Gott, dann muss einer recht haben und der andere ist falsch und der falsche wird irgendwann zur Gefahr. Angeblich seien polyethistische Religionsformen (zB. der Hinduismus) weniger gewaltbereit, weil es diese Dimensionierung auf den einen Gott nicht gibt. In dieser Logik steckt aber ein Fehler. Denn fast alle polyethistischen Religionssysteme sehen die vielen Gottheiten als Repr\u00e4sentanz der einen gro\u00dfen Gottheit.<\/p>\n<p>Die katholische Kirche ist ein versteckt polyethistisches System. Denn auch hier werden Teilaspekte der gro\u00dfen Gottheit auf kleine Einheiten darunter projiziert (da ist zB. jemand f\u00fcr die Arbeiter zust\u00e4ndig, jemand f\u00fcr den Hals, jemand f\u00fcr die kranken Kinder, jemand f\u00fcr die verlorenen Seelen im Fegefeuer und die vielen heiligen, die die Katholiken kennen). Damit wird das gro\u00dfe, g\u00f6ttliche in f\u00fcr den menschlichen Verstand fasssbare kleinere Einheiten aufgeteilt. Wenn es viele Orte gibt, an denen verehrt werden kann, dann gibt es pl\u00f6tzlich keinen Konflikt mehr. Man kann dann beispielsweise keltische Gebetsst\u00e4tten \u00fcbernehmen, wenn das Christentum kommt. Religionen, wenn sie schlau sind, sind wandelbar, nehmen etwas mit und machen etwas Neues daraus.<\/p>\n<h3>Konflikte innerhalb einer Religion<\/h3>\n<p>Besonders krass wurde die Situation als nicht verschiedene Religionen gegeneinander gek\u00e4mpft haben, sondern es innerhalb einer gro\u00dfen Religion Konflikte gab (Religionskriege). Die Religionskriege waren aber eigentlich politische Kriege insofern, als F\u00fcrstenfreiheit erlangen wollten und deshalb gedacht hatten, sie werden protestantisch und k\u00f6nnen so aus den Zw\u00e4ngen des Kaisers heraus. Diese Freiheit wurde dadurch erreicht, in dem der Protestantismus gest\u00e4rkt wurde. Die Menschen wurden dadurch gezwungen, die eine oder andere Seite zu w\u00e4hlen. Die Menschen konnten nicht entscheiden, sondern lediglich das Land wechseln. Die individuelle Religionsfreiheit kam erst sp\u00e4ter.<\/p>\n<h3>Wie kann die Religion eingreifen, wenn ein Konflikt naht<\/h3>\n<p>Andreas Hasenclever sagt, in jeder Gesellschaft gibt es politische Eliten, religi\u00f6se F\u00fchrer und eine religi\u00f6se Basis, wenn eine Religion in einer Gesellschaft miteinander verwoben sind. Wenn es eine diktatorische Gesellschaft ist, bestimmen die politischen Eliten welche religi\u00f6sen F\u00fchrer agieren. Die religi\u00f6sen F\u00fchrer bestimmen wiederum, was man darf und was man nicht darf. Das geht nicht lange gut (Beispiel Iran).<\/p>\n<p>Eine gesunde Religion hat eine gew\u00e4hlte Regierung, die gew\u00e4hlte Regierung bestimmt nicht die religi\u00f6sen F\u00fchrer, sondern akzeptiert die, die da sind. Es gibt eine religi\u00f6se Autonomie, egal welche Partei oder Regierung an der Macht ist, die Religionen bleiben die gleichen und die religi\u00f6sen F\u00fchrer werden nicht ausgewechselt, wenn der Staatspr\u00e4sident ein anderer wird. Dadurch haben die religi\u00f6sen F\u00fchrer eine Freiheit von den politischen Eliten. Die religi\u00f6sen F\u00fchrer sind aber immer noch eng verwoben mit den Eliten, haben aber immer auch ihre Freiheit. Diese Freiheit hat auch die Bev\u00f6lkerung, die andere Meinung sein kann und diese auch kundtun darf. Gibt eine Freiheit an der Basis, die Basis kann immens viel bewirken (zB. Osterm\u00e4rsche, Umweltbewegung, me too Debatte, fridays for future ..) k\u00f6nnen aber nur entstehen, wenn es diese beiden Freir\u00e4ume gibt. Wo entstehen diese Freir\u00e4ume? In demokratischen Gesellschaften. Nur demokratische Gesellschaften erlauben diese Freiheit zwischen Religion und Politik. Eine gute Demokratie garantiert also auch, dass die Religion die Freiheit braucht, um friedensstiftend zu agieren. Die religi\u00f6sen F\u00fchrer k\u00f6nnen korrupt sein und zum Krieg anstiften. Wenn sie mit der Elite verbunden sind, gehen sie mit denen in den \u201eSumpf\u201c. Wenn es diese Freiheit gibt, kann es einen politischen Widerspruch geben.<\/p>\n<p>Die religi\u00f6se \u00d6ffentlichkeit kann im \u00f6ffentlichen Raum debattieren. Wenn sie dabei zu gef\u00e4hrlichen Aktionen anstiftet, k\u00f6nnte es von allen Seiten der Gesellschaft Widerspruch geben und die Aktion wird gestoppt, bevor \u201eQuatsch\u201c gemacht wird. Dadurch entsteht eine religi\u00f6se Basis, die eine Freiheit hat, die einerseits mit der demokratischen Gesellschaft verbunden ist, andererseits aber nicht an die National Idee gekoppelt ist und durchaus unterschiedliche Meinungen haben kann. Wir k\u00f6nnen unterschiedlichen Glauben haben und trotzdem in der gleichen Gesellschaft leben.<\/p>\n<h3>G\u00e4nsehautbeispiele<\/h3>\n<figure id=\"attachment_12827\" aria-describedby=\"caption-attachment-12827\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/1guSlBcXuMc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12827 size-large\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16-1024x745.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"745\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16-1024x745.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16-600x437.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16-300x218.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16-1536x1118.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirm\u00adfoto-2023-03-08-um-18.25.16.png 1962w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12827\" class=\"wp-caption-text\">Rosenkranzrevolution (ins Bikd klicken startet das Video)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><br \/>\nDie \u201eRosenkranzrevolution\u201c von 1986 auf den Philippinen.<\/strong> Im Land war Marco an der Regierung und hatte Panzer in die St\u00e4dte geschickt um die aufkeimenden Demonstranten mit Tr\u00e4nengas und Gewalt auseinanderzutreiben. Ordensschwestern sind Rosenkranz betend und Lieder singend zu dem Demonstranten gegangen und haben angefangen zu singen, Kerzen zu halten und den Soldaten Rosen zu \u00fcberreichen. Die gesamte Menge hat pl\u00f6tzlich mitgebetet und mitgesungen. So kam es zum ber\u00fchmten Telefonanruf des Kommandeurs auf einem Panzer, der seinen Chef angerufen hat und gesagt hat, er k\u00f6nne nicht mit Tr\u00e4nengas auf diese Menge schie\u00dfen.<br \/>\nLink zu einem sehenswerten Video: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/1guSlBcXuMc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/youtu.be\/1guSlBcXuMc<\/a><\/p>\n<p><strong>Mosambik 1992, Gemeinschaft Sant\u2019 Egidio<\/strong><br \/>\nDie Gemeinschaft hat im Hintergrund in Mosambik diplomatisch interveniert, in Folge dessen ein Friedensabkommen zustande kam. Zwischen den sich bek\u00e4mpfenden Rebellen wurde die \u201eFormel von Rom\u201c ber\u00fchmt (Rom deshalb, weil Sant\u2019 Egidio in Rom den Sitz hat).<\/p>\n<p><strong>Britisch Ost-Indien: Khan Abdul Ghaffar Khan und die \u201eDiener Gottes\u201c<\/strong><br \/>\nKhan Abdul Ghaffar Khan wurde 1890 geboren, war Fakrim Sufi und Muslim aus dem Volk der Patschuken und hat 1930 die gewaltlose Armee der \u201eDiener Gottes\u201c gegr\u00fcndet. Er hat in den Konflikten zwischen den Hindus und Muslims gleich nach der Staatsteilung auf Indien und Pakistan vermittelt durch Toleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden, Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern, Hilfe f\u00fcr andere ohne Entlohnung anzunehmen, die Bereitschaft Leben und Besitz im Kampf (der Hilfe f\u00fcr andere) einzusetzen durch strikte Gewaltlosigkeit. Ja, wurde inhaftiert und verbrachte 15 Jahre seines Lebens im Gef\u00e4ngnis. Ein muslimische Prophet der Gewaltlosigkeit.<\/p>\n<p><strong>Maha Ghosananda und die Restauration des Buddhismus<\/strong><br \/>\nAls die Roten Khmer aktiv waren und bis zu 2 Millionen Kambodschaner starben, hat er mit Fahnen (von Gl\u00e4ubigen) einen Pilgermarsch gemacht. Das wurde als Friedensmarsch verstanden und er hat Regionen befriedet und wurde dadurch ber\u00fchmt. Sein Marsch f\u00fchrte auch durch vermientes Gebiet, was die Bev\u00f6lkerung \u00fcberaus beeindruckt hat.<\/p>\n<p><strong>Weitere Beispiele<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Chile \/ Argentinien: Vatikan beendet Jahrhundertstreit<\/li>\n<li>DDR: Die Evangelische Kirche und die \u201efriedliche Revolution\u201c von 1989<\/li>\n<li>World Conference of Religions for Peace<\/li>\n<li>Al-Sistani Friedensmarsch auf Nadschaf, 2004 Ira<\/li>\n<li>\u201eOption f\u00fcr die Armen und Unterdr\u00fcckten\u201c von Erzbischof Oscar Romero von El Salvador (der 1980 ermordet wurde)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das \u201eFriedenspotential der Religionen wird oft durch peacemaker, Einzelpersonen mit hoher religio\u0308ser und spiritueller Motivation und\/oder NGOs\/spirituelle Gruppen gefu\u0308hrt.\u201c Das k\u00f6nnen auch Religionen sein, wenn sie die Freiheit und den Puffer zum Staat haben. Wenn sie sich zu sehr mit den politischen Eliten verquicken, gehen sie als Nationalreligionen als Nationalhymnen, wenn sie im Krieg geschrieben werden, unter.<\/p>\n<p>Deswegen stehen die Religionen zwischen Krieg und Frieden.<\/p>\n<p><em>Dr. Martin R\u00f6tting<br \/>\n<\/em>(fast komplett geschrieben von Helmut Meisl)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Den zweiten Abend der Fastenaktion 2023 absolvierte der bekannte Religionswissenschaftler Assoz.-Prof. Dr. Martin R\u00f6tting von der Universit\u00e4t Salzburg im vollbesetzten Pfarrsaal des Pfarrzentrums Neualm.\u00a0 Den Vortrag k\u00f6nnen sie sich entweder anh\u00f6ren oder weiter unten (fast) <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12799\" title=\"(2) Ein Thema, aus dem man nicht gut herauskommen kann\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":8,"featured_media":12808,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-12799","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-fastenaktion-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12799"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12992,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12799\/revisions\/12992"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}