{"id":12912,"date":"2023-03-21T23:40:21","date_gmt":"2023-03-21T22:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12912"},"modified":"2023-10-20T12:05:51","modified_gmt":"2023-10-20T10:05:51","slug":"4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12912","title":{"rendered":"(4) Frieden kann nur da sein, wo das Recht beachtet wird"},"content":{"rendered":"\n<p>Die evangelische Kirche war am 21, M\u00e4rz 2023 der Veranstaltungsort f\u00fcr den schon 4. Abend der diesj\u00e4hrigen Fastenaktion und die Entscheidung, nicht den (kleineren) Gemeindesaal zu verwenden, hat sich als richtig herausgestellt, denn auch an diesem Abend kamen viele interessierte Zuh\u00f6rer.<\/p>\n<p>Und obwohl es schon der 4. Abend zum Kernthema &#8222;ist Frieden (un)m\u00f6glich&#8220; war, konnte der Referent, Univ. Prof. Dr. Reiner Anselm von der Universit\u00e4t M\u00fcnchen viele neue Sichtweisen einbringen und daf\u00fcr sorgen, dass die Zeit viel zu schnell verging.<\/p>\n<p>Nachstehend die Tonaufnahme des Vortrages (50 Minuten).<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-12912-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04.mp3\">https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04.mp3<\/a><\/audio>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Realismus und Hoffnung<\/h3>\n<p>(&#8222;Fast&#8220;-Originaltext des Vortrages \/ Es gilt das gesprochene Wort * mit einem Klick in ein Bild wird dieses in Originalgr\u00f6\u00dfe aufgerufen)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12932 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a-300x364.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a-300x364.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a-600x727.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a-845x1024.jpg 845w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a-1268x1536.jpg 1268w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_a.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich freue mich sehr, hier zu sein und freue mich, dass Sie sich f\u00fcr die Friedensethik interessieren, sozusagen als Hobby f\u00fcr das, was ich beruflich mache. Seit einiger Zeit bin ich relativ intensiv mit den Fragen der Friedensethik besch\u00e4ftigt und am arbeiten. Realismus und Hoffnung. Darum soll es gehen. Was sind die Probleme der evangelischen Friedensethik heute und welche Ausblicke, welche Aspekte kann man eigentlich nennen?<\/p>\n<p>Ich will im Grunde in vier Schritten vorgehen. Ich will zuerst mal ein paar <strong>grundlegende Koordinaten christlicher Friedensverantwortun<\/strong>g benennen und dann die Frage stellen &#8222;<strong>Wie ist eigentlich genau der Zusammenhang zwischen Glaube und Handeln<\/strong>&#8222;? Das ist ja in der Friedensethik alles andere als ganz klar, wie diese beiden Elemente der geglaubte Frieden und die ethische Umsetzung sich zueinander verhalten. Einen gr\u00f6\u00dferen Teil m\u00f6chte ich darauf verwenden, Ihnen die Koordinaten des eigentlich in der evangelischen \u00d6kumene am meisten verbreiteten <strong>Konzepts der Friedensethik<\/strong> vorzustellen, n\u00e4mlich das Konzept des gerechten Friedens oder Gerechtigkeit und Frieden. Und das mache ich am Beispiel der Ausformulierung der Friedensethik, wie sie 2007 durch die evangelische Kirche in Deutschland erfolgt ist. Dort haben die Investoren der Friedensethik niedergelegt, was aus ihrer Meinung eigentlich das zentrale und essenzielle christlicher Friedensverantwortung ist.<\/p>\n<p>Und dann will ich auf dessen Probleme eingehen, ehe ich dann in einem letzten Schritt die weiterf\u00fchrenden Aspekte, die Hoffnungsperspektive des Glaubens noch mal thematisieren m\u00f6chte. So haben Sie ungef\u00e4hr einen Fahrplan. Die Teile sind unterschiedlich lang. Aber ich werde sie versuchen so mitzunehmen, dass sie da dann auch sanft zum Ende kommen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann man sagen, was sind eigentlich die Koordinaten christlicher Friedensverantwortung? Das bewegt sich in einem Spannungsfeld von Feindesliebe und N\u00e4chstenliebe. Und das dieses Spannungsfeld ist einem vielleicht zun\u00e4chst gar nicht so klar.<\/p>\n<h3>Schutz des N\u00e4chsten vor Angriffen und vor Gewalt<\/h3>\n<p>Aber man merkt es sofort, wenn man sich klarmacht, dass die N\u00e4chstenliebe eben auch den Schutz des N\u00e4chsten vor Angriffen und vor Gewalt umfasst. Die christliche Schutzverantwortung dem Schw\u00e4cheren gegen\u00fcber gilt genauso wie die Feindesliebe. Und es ist sehr schnell klar, dass diese beiden Elemente nicht unproblematisch in Spannung zueinander geraten k\u00f6nnen. Muss man den Feind auch dann lieben, wenn er den N\u00e4chsten bedroht? Was ist da eigentlich zu machen? Das sind genau die Fragen, die uns heute wieder besch\u00e4ftigen. Das hat die Christenheit von Anfang an besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Und hat das versucht, immer wieder in neuen Anl\u00e4ufen durchzubuchstabieren. Die Verh\u00e4ltnisbestimmung zwischen dem Ruf in die Nachfolge Jesu, die wir in den Evangelien finden, und der christlichen Welt. Verantwortung besch\u00e4ftigt sich dann letztlich mit demselben Umfeld und mit dem selben Problemfeld &#8222;wie verh\u00e4lt sich eigentlich Feindesliebe&#8220;? Das gebotene Verhalten einer im Grunde egalit\u00e4ren Gemeinschaft zueinander zu dem, dass wir es eben in der Welt Verantwortung auch mit den nicht so Friedfertigen zu tun haben? Was ist da eigentlich zu machen? Und diese Dynamik und die unappetitlichen Seiten in diesem Spannungsverh\u00e4ltnis kommen aus dem Bekenntnis und dem Erkennen der Macht der S\u00fcnde. Die biblischen Autoren lassen keine Zweifel daran, dass sie an der Stelle ein durchaus realistisches Bild der Wirklichkeit haben. Die Menschen gehen nicht so eitel nett miteinander um, wie man es vielleicht erwarten w\u00fcrde, sondern die biblischen Schriften machen sich nichts vor \u00fcber die Abgr\u00fcnde des Menschlichen, dessen, was man eben immer auch mitbedenken muss. Die Macht der S\u00fcnde und das daraus resultierende Konflikt und Gewaltpotenzial zu wissen. Man muss in der Bibel nicht allzu lange lesen, um diese Elemente gleich zu finden.<\/p>\n<h3>Die eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren<\/h3>\n<p>Die S\u00fcnde wird dabei eigentlich nicht als moralisches Defizit gesehen, sondern als strukturelle Unf\u00e4higkeit, und zwar als strukturelle Unf\u00e4higkeit, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Menschen neigen dazu, die eigenen Grenzen \u00fcberschreiten zu wollen, unrealistisch zu sein, was ihre M\u00f6glichkeiten sind, aber vor allem eben den eigenen Herrschaftsbereich ausweiten zu wollen und zu akzeptieren. Das ist es, was in den biblischen Schriften und in der daran ankn\u00fcpfenden theologischen Tradition als S\u00fcnde bezeichnet wird: Das Problem oder die Probleml\u00f6sung f\u00fcr dieses Spannungsverh\u00e4ltnis. Was ich Ihnen geschildert habe zwischen N\u00e4chstenliebe und Feindesliebe, besteht darin, dass man das weltliche Gesetz als Ausdruck des Willens Gottes profiliert und sagt &#8222;Das ist die Art, mit der Gott die Welt ordnet&#8220;, trotz all der Bestrebungen zur Macht, \u00dcberschreitung zur Grenz\u00fcberschreitung des Menschen. Die Instanzen, die dieses Gesetz durchsetzen, werden dann schon bei Paulus, aber dann sp\u00e4ter auch in der ganzen Tradition als Ausdruck des Wirken Gottes in der Welt profiliert. Der prominenteste Niederschlag, das kennen Sie wahrscheinlich, ist in R\u00f6mer 13 im 13. Kapitel des R\u00f6merbriefes, in dem Paulus schreibt, &#8222;dass jeder der Obrigkeit untertan zu sein hat, da die Obrigkeit im Auftrag Gottes handelt&#8220;.<\/p>\n<h3>Wie eine russische Puppe<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12933 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_b-300x240.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_b-300x240.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_b-600x480.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_b.jpg 1019w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Das ist eine Struktur, die im Christentum weit verbreitet ist und im Protestantismus eigentlich fast noch st\u00e4rker verbreitet ist als im Katholizismus, n\u00e4mlich dass man sich die Welt und die Ordnungsverh\u00e4ltnisse in der Welt so vorstellt, im Grunde wie eine russische Puppe, die immer so in einander aufgebaut ist. Und so wie das Verh\u00e4ltnis zwischen Gott und Mensch allgemein zu sehen ist. So ist dann in der n\u00e4chsten Einheit auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Obrigkeit und Untertanen geregelt. So ist dann auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Pfarrer und Gemeinde geregelt und auch nat\u00fcrlich zwischen Familienvater und Ehefrau und von den beiden wieder gegen\u00fcber den Kindern. Das ist immer so ein ineinander Verschachteltes. F\u00fcr die christliche Entwicklung ist ganz zentral, dass man \u00fcber diese Figur auch die Gewaltanwendung legitimieren kann, und zwar mit dem Argument, dass hier eigentlich nicht der Mensch handelt, sondern dass der Ausdruck staatlicher Gewalt ein Ausdruck des Handelns Gottes ist. Denken Sie an das Bild von der Puppe. Das ist eigentlich die kleinere Instanz, immer nur auf Weisung der Oberen. Aber zum Realismus des Christentums geh\u00f6rt dazu, dass man durchaus in den Anf\u00e4ngen noch klar gesehen hat, dass die Obrigkeit nicht verkl\u00e4rt werden soll, sondern, wenn sie vielleicht am prominentesten in die Johannes Apokalypse rein schauen, in das letzte Buch der Bibel, dann sieht man da ein durchaus realistisches und auch, ja wie soll man sagen, von den Problemen staatlicher Herrschaft wissendes Bild. Dem Autor der Johannesoffenbarung steht ganz klar vor Augen, dass der Staat, wenn man so will, entarten kann. Das Problempotenzial staatlicher Gewalt, das immer wieder geregelt und legitimiert werden muss. Trotz alledem bleibt in der Christentumsgeschichte dominant, dass man sagt, der Staat bzw. die Obrigkeit (den Staat gibt es ja in dieser Form lange Zeit nicht, das ist ja erst mal ein Konstrukt der Neuzeit) handelt im Auftrag Gottes und weil sie im Auftrag Gottes handelt, ist es auch legitim, Gewalt anzuwenden. In diesem Kontext entsteht dann die sogenannte Lehre vom gerechten Krieg. Zweifelsohne ist Krieg eine Gewaltanwendung und die Frage ist, wann ist der eigentlich legitim.<\/p>\n<p>Und die Lehre vom gerechten Krieg, das wissen sie bestimmt, stammt aus der Antike, hat aber einen f\u00fcr das Christentum ganz speziellen Ort, n\u00e4mlich im Hochmittelalter, in der eine Situation herrscht, die im Grunde genommen durch einen B\u00fcrgerkrieg von verschiedenen St\u00e4mmen und F\u00fcrstent\u00fcmern gekennzeichnet ist. In diesem Kontext geht es dann darum, die Frage zu stellen, wer darf eigentlich legitim Krieg f\u00fchren? Sprich, wer ist eigentlich der legitime Stellvertreter Gottes auf Erden der das darf. Etwas kirchengeschichtlich und \u00f6kumenisch Interessierte wissen, dass es hier mal dieses erste Scharm\u00fctzel gab zwischen dem Papst und dem Kaiser, aber nat\u00fcrlich auch einige Scharm\u00fctzel zwischen den F\u00fcrsten und dem Kaiser. Wer da eigentlich legitimiert ist dann aber nat\u00fcrlich auch zwischen bestimmten Adeligen und den Zentralgewalten eine etwas unklare Geschichte. Trotz alledem gelingt es mit dieser Lehre den Krieg einzugrenzen und eine legitime Fassung zu bekommen.<\/p>\n<h3>Die Lehre vom gerechten Frieden<\/h3>\n<p>Der Nachteil dieser ganzen Sache besteht darin, dass man zwar schon sagen kann, dass die Lehre vom gerechten Krieg dazu da war, den Krieg zu begrenzen, faktisch aber hat sie so gewirkt, dass sie die staatliche Gewaltanwendung legitimiert hat. Es war nicht so, dass man all das, das eigentlich der Normalfall sein sollte, aber f\u00fcr den Fall, dass es Ungerechtigkeiten in der Welt gibt, oder unberechtigte territoriale Anspr\u00fcche. Da ist es schon richtig, kriegerische Gewalt anzuwenden. Und diesem faktischen Makel, den haben die Theologen und Theologinnen, die es ja nur ganz wenig gab, sehr wohl gesehen und haben deswegen im 20. Jahrhundert die Lehre vom gerechten Frieden in den Vordergrund gestellt. Es geht nicht darum zu kl\u00e4ren, wann Gewaltanwendung legitim ist oder nicht. Sondern prim\u00e4r m\u00fcssen wir die Frage stellen, unter welchen Bedingungen eigentlich Frieden stabil sein kann. Das ist die Frage, die wir haben m\u00fcssen als Christinnen und Christen nicht die Frage, wann und auf welche Weise wir unvermeidliche Gewalt eingehen m\u00fcssen. Das brauchen wir auch. Aber unser Schwerpunkt soll woanders liegen, n\u00e4mlich bei der Ausarbeitung eines Konzepts des gerechten Friedens.<\/p>\n<p>Im Hintergrund steht eine Idee, die im 20. Jahrhundert nat\u00fcrlich vor dem Hintergrund der Katastrophen der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts seine Plausibilit\u00e4t gewonnen hat, n\u00e4mlich dass eine gerechte Ordnung die Wahrscheinlichkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung minimiert. Die Friedensforschung hat herausgearbeitet und hat auch gute Belege daf\u00fcr, dass Staaten, in denen es nach innen gerecht zugeht, seltener nach au\u00dfen Krieg f\u00fchren als diejenigen Staaten, die auch nach innen hin ungerecht organisiert sind. Und zu dieser gerechten Ordnung geh\u00f6rt auch eine gerechte Ressourcenverteilung, also eine gerechte Verteilung von G\u00fctern. Und in diesem ganzen Kontext ver\u00e4ndert sich ganz massiv die Denkweise und die Argumentationsweise vom Frieden innerhalb der evangelischen Tradition. Man kommt von der Lehre vom gerechten Krieg als diejenige Lehre, die in der Fortsetzung der Lehre vom Gesetz eigentlich den Einsatz von kriegerischer Gewalt und staatlicher Gewalt legitimierte, dahin, dass das eigentliche Proprium des christlichen Glaubens darin besteht, eine gerechte Ordnung zu entwerfen und sich f\u00fcr die einzusetzen. Und nur f\u00fcr den Notfall, dass es dass diese gerechte Ordnung infrage gestellt wird. In dem Fall ist eine gewaltsame Durchsetzung eben dieser Ordnung legitim.<\/p>\n<h3>Ein Sprung in die Gegenwart<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12934 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c-300x263.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c-600x526.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c-1024x898.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_c.jpg 1444w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich mache der K\u00fcrze willen einen riesigen Sprung von der Antike \u00fcber das Mittelalter, in die Gegenwart. Vieles bleibt da auf der Strecke. Aber f\u00fcr den Gebrauch, den wir hier haben oder was wir hier brauchen, kann das, glaube ich, im Augenblick mal so stehen bleiben. Eine gerechte Ordnung, und das f\u00fchrt dann zu einem bestimmten Engagement, auch gerade der Kirche und der kirchlichen Friedensarbeit, indem man sagt, wir m\u00fcssen uns f\u00fcr eine gerechte staatliche Ordnung einsetzen und wir m\u00fcssen Menschen darin erziehen, sich f\u00fcr Gerechtigkeit einzusetzen. Die Friedenserziehung, die dann Teil der schulischen Bildung werden soll, insbesondere des Religionsunterrichts, verdankt sich und kommt aus diesem Kontext. Wie geht das zusammen mit der Frage, wie der Glaube zum Handeln motiviert? Hier wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man nicht unmittelbar das Zeugnis Jesu in politische Aktivit\u00e4ten umm\u00fcnzen kann, sondern dass das so eine Art Leitstern ist, ein Orientierungsmerkmal, was es bedeutet, Gerechtigkeit zu \u00fcben und vor allem, sich f\u00fcr diese Gerechtigkeit einzusetzen.<\/p>\n<h3>Die am Rand der Gesellschaft stehen<\/h3>\n<p>Das bedeutet, vorrangig auf diejenigen zu schauen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Es bedeutet auch, sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen. Und es bedeutet vor allem auch den Kreis derer, die zu unserer Gemeinschaft geh\u00f6ren, nicht nach vorgegebenen Merkmalen der Volkszugeh\u00f6rigkeit, des Geschlechts, der Religion zu ziehen, sondern alle Menschen gleicherma\u00dfen als Gesch\u00f6pfe Gottes aufzufassen. Und von dieser Einstellung her wird sozusagen das Bild des gerechten Frieden und dessen Inhalt konkret ausbuchstabiert. Am deutlichsten wird das, was das dann hei\u00dft, am Ende des 20. Jahrhunderts in eine Formel gefa\u00dft, die Sie sicher kennen. Gepr\u00e4gt aus den Erfahrungen der Umweltzerst\u00f6rung der 1960er Jahre, gepr\u00e4gt auch durch die gro\u00dfen empfundenen Bedrohungen nuklearer Hochr\u00fcstung der sp\u00e4ten 1960er fr\u00fchen 1970er Jahre, entsteht die Formel aus dem Dreiklang Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung. Die drei, der Dreiklang des sogenannten konziliaren Prozesses, der dann thematisch wird und leitend f\u00fcr die christliche Friedensverantwortung und auch die Weltverantwortung. Der Einsatz des Glaubens soll diesen drei Elementen dienen Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<h3>Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung<\/h3>\n<p>Es ist mir gerade ein Versprecher unterlaufen, der aber vielleicht kein Freudscher Versprecher ist, aber auf ein Problem hinweist. In der internationalen \u00d6kumene war n\u00e4mlich extrem umstritten, ob die Formel hei\u00dfen sollte &#8222;Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung&#8220; oder &#8222;Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung&#8220;. Warum? Um was geht es? Hier geht es um nichts weniger als um die Befreiungsbewegungen der Kirchen der S\u00fcdhalbkugel, die gesagt haben, ihr redet euch leicht im Norden, wenn ihr den Frieden voranstellt. Ihr entwindet uns n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit, ungerechte Verh\u00e4ltnisse durch Aufst\u00e4nde und durch den Widerstand gegen\u00fcber den Besatzungsm\u00e4chten zu ver\u00e4ndern. Trotz alledem setzten sich in den 1980er Jahren die Kirchen der Nordhalbkugel durch. Das w\u00e4re heute wahrscheinlich anders. Und diese Formel hei\u00dft &#8222;Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung&#8220;. Mittlerweile hat man sich da etwas salomonisch ver\u00e4ndert und trifft sich in der Rede vom gerechten Frieden. Und man wei\u00df nicht ganz genau, wie diese beiden Sachen zusammengekommen. Der Gerechtigkeitsbegriff, den ich auch vorhin schon gesagt habe, die Lehre vom gerechten Frieden als Anhang zum gerechten Krieg, wird sozusagen zum Scharnier zwischen dem Frieden und der Bewahrung der Sch\u00f6pfung. Das sind die Fragen, in denen wir uns heute so in der Friedensethik besch\u00e4ftigen. Wenn Sie das so ein bisschen anschauen, im kirchlichen Bereich spielt es eine ganz, ganz gro\u00dfe Rolle, dass die Ressourcenverteilung nicht mehr nur im Sinne auf materielle Not ausgesprochen wird, sondern auch in der Frage, dass der sorgsame bzw. sorglose Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen ein massives Friedensrisiko darstellt. Ob das wirklich so ist, ist einigerma\u00dfen umstritten. Fakt ist allerdings, dass wir sagen m\u00fcssen &#8211; und unter uns glaube ich dar\u00fcber kann kein Zweifel bestehen &#8211; dass das Potenzial f\u00fcr Konflikte zunimmt in dem Augenblick, in dem Verteilungskonflikte zunehmen. Und die werden zunehmen, wenn wir weiter in dieser raubbauenden Art mit den nat\u00fcrlichen Lebensressourcen umgehen. Ob das bislang so ist, ist eben deswegen umstritten, weil wir auch viele kriegerische Auseinandersetzungen haben, die gar nicht mit Ressourcen zu tun haben, sondern die sehr viel mit Identit\u00e4ten und mit Geschichte zu tun haben.<\/p>\n<h3>Der gerechte Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen f\u00fchrt zum Frieden<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12935 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d-300x250.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d-300x250.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d-600x500.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d-1024x854.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_d.jpg 1340w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Aber dazu gleich noch ein bisschen mehr. Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung wird zum Frieden so, dass man sagt, der gerechte Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen f\u00fchrt zum Frieden, w\u00e4hrend der ungerechte Umgang Konfliktpotenzial sch\u00fcrt. Die zweite und im Augenblick glaube ich, herausfordernde Sache auf der friedensethischen Theoriebildung und auch der friedenspolitischen Auseinandersetzung ist, dass man sagt &#8222;Gerechtigkeit und Friede&#8220; geh\u00f6rt so zusammen, dass Friede an das &#8222;In Geltung Stellen einer internationalen Rechtsordnung&#8220; gebunden ist. Friede und Recht gehen eine ganz enge Koalition ein. Dieser Dreiklang Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Sch\u00f6pfung, in dem Gerechtigkeit und Frieden \u00fcber Recht und Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit oder Bewahrung der Sch\u00f6pfung, \u00fcber Nachhaltigkeit und Ressourcenverteilung zusammengehen, ist, wenn man so will, die Grundmelodie evangelischer Friedensethik, die aber weit \u00fcber die evangelische Kirche auch in der \u00f6kumenischen Bewegung hinaus geteilt wird.<\/p>\n<p>Ich habe es angesprochen, dass in einer Denkschrift von 2007 das in einem gro\u00dfen Panorama entfaltet wird. Die Denkschrift hei\u00dft &#8222;Aus Gottes Friedens leben, f\u00fcr gerechten Frieden sorgen&#8220;. Hier ist genau diese Struktur aus motivationaler Gestalt des Glaubens, was ist das, aus dem wir leben? Die Beziehung zu Gott, die eben diese Form von dem, von dem egalit\u00e4ren Umgang miteinander in sich hat. Und daraus entsteht die Motivation f\u00fcr gerechten Frieden. Deren Fokus besteht dann im Weiteren darauf, sehr stark diesen Rechtscharakter zum Ausdruck zu bringen. Etwas, was in der friedensethischen Debatte eigentlich zum Gemeingut geworden ist und uns heute aber vor gro\u00dfe Herausforderungen stellt. Dort wird gefordert, dass es vier Elemente gibt, aus denen eine Friedensordnung aufgebaut sein m\u00fcsste. Zum einen den Schutz vor Gewalt durch St\u00e4rkung von universalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und Systeme kollektiver Sicherheit auf regionaler Ebene, vor allem die Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa w\u00e4re hier f\u00fcr unseren Kontext zu nennen, sowie Schutz und Gewalt durch St\u00e4rkung von universalen Rechtsinstitutionen. Ein zweites Element, F\u00f6rderung von Freiheit und Sicherung von Menschenw\u00fcrde durch St\u00e4rkung rechtsstaatlich kontrollierter Gewaltmonopole und Einbeziehung nichtstaatliche Akteure.<\/p>\n<h3>Frieden kann nur da sein, wo das Recht beachtet wird<\/h3>\n<p>Der Menschenrechtsgedanke spielt hier eine ganz gro\u00dfe Rolle. Vor dem Hintergrund eben dieser Beobachtung, dass gerecht nach innen organisierte Gesellschaften weniger feindselig sind. Deswegen m\u00f6chte man den Menschenrechtsgedanken in den Vordergrund stellen. Abbau von Not und Achtung von Mindestbestimmungen transnationaler Gerechtigkeit. Hier kommt das Verteilungsproblem zum Ausdruck. Und schlie\u00dflich Erm\u00f6glichung von kultureller Vielfalt, Minderheitenschutz und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Das reagiert auf die Frage, dass m\u00f6glicherweise die Bedrohung von kultureller Identit\u00e4t eine Bedrohung des Friedens sein k\u00f6nnte. Aber ganz zentral die starke Stellung des Rechts, dass man sagt Frieden kann eigentlich nur da sein, wo das Recht beachtet wird, und die Garantien auf dieses Recht auf der internationalen Ebene sind die Vereinten Nationen. So weit, so gut. Wo liegen jetzt die Schwierigkeiten, die ich schon ganz kurz angetippt habe. Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass schon dieser Streit um die Vorrangstellung von Gerechtigkeit gezeigt hat, dass diese Idee, dass das Recht eigentlich diejenige Instanz ist, die f\u00fcr ein friedliches Miteinander sorgt, dass die geboren ist aus einer sehr spezifischen europ\u00e4ischen Erfahrung. Die l\u00e4sst sich so einfach weltweit nicht \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Gerade die Gesellschaften des globalen S\u00fcdens haben zurecht gesagt, dass der Verweis auf das V\u00f6lkerrecht immer auch dazu genutzt wurde, die Emanzipationsbestrebungen der Kolonien kalt zu stellen. Man konnte dann n\u00e4mlich auch damit argumentieren, dass die Souver\u00e4nit\u00e4t der Staaten nicht in Frage gestellt werden d\u00fcrfe. Und sozusagen der Ordnung nach waren nat\u00fcrlich die Kolonien Bundesstaaten der Kolonialm\u00e4chte. Sodass in dieser Perspektive diese Ordnungsvorstellungen des internationalen Rechts keineswegs friedensgenerierend war, sondern aus deren Perspektive als gro\u00dfe Bedrohung wahrgenommen wurde. Dar\u00fcber hinaus muss man auch sagen, dass darin eine nicht nur die Gewaltexzesse und die spezifische Geschichte des Zweiten Weltkriegs eine Rolle spielt, sondern dann auch immer st\u00e4rker die positive Erfahrung aus dem europ\u00e4ischen Einigungsprozess. Die Europ\u00e4ische Union ist im Wesentlichen zun\u00e4chst einmal ein Rechtsprojekt. Die Europ\u00e4ische Union wird integriert \u00fcber das Recht. Das ist genau das, was auch das Einfallstor f\u00fcr jede Menge EU Kritik ist an angeblichen verr\u00fcckten Rechtsvorstellungen, die die Europ\u00e4ische Union wieder den Nationalstaaten auferlegt. Der Gedanke aber ist, dass man einen einheitlichen Rechtsraum schafft und dar\u00fcber Konflikte l\u00f6sen lernt. Und diese Frage ist es, die wir im Augenblick in der Friedensethik intensiver diskutieren m\u00fcssen, weil wir erleben, dass diese Vorstellung, die uns so g\u00e4ngig ist, dass die Integration \u00fcber eine Vorstellung von Menschenrechten, den Schutz von Menschenw\u00fcrde, den Abbau materieller Ungleichheit und die Erm\u00f6glichung kultureller Vielfalt und kultureller Eigenst\u00e4ndigkeit, dass dies weltweit so kaum geteilt wird au\u00dferhalb der Staaten der Nordhalbkugel und eigentlich im Wesentlichen des globalen Nordwestens. Also das, was die transatlantische Meinungsbildung ist.<\/p>\n<h3>Ganz neue Aufgaben<\/h3>\n<p>An der Stelle stehen wir, wenn man so will, vor ganz neuen Aufgaben, weil wir diese Idee, die wir aus unserer eigenen Geschichte gewonnen hatten, irgendwie in einen internationalen Kontext bringen m\u00fcssen. Hier wird man, glaube ich, in einer \u00f6kumenisch vergleichenden Perspektive sagen m\u00fcssen, dass die r\u00f6mische Kirche wesentlich mehr schon in den Kategorien postkolonialer Identit\u00e4t denken gelernt hat, als das f\u00fcr den Protestantismus der Fall ist. Der Protestantismus ist, wenn man so will, noch nicht wirklich zur Weltreligion geworden, w\u00e4hrend die r\u00f6mische Kirche sp\u00e4testens nach dem Konzil tats\u00e4chlich zur Weltkirche wird. Und mit Franziskus ist das auch deutlich geworden. Manches, was in den friedenspolitischen \u00c4u\u00dferungen von Franziskus heute uns so erratisch zu sein scheint, h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass er sehr genau wei\u00df, dass diese Perspektive der europ\u00e4ischen L\u00e4nder eben nicht die einzige ist, die weltweit vertreten wird. Und dass wir hier durchaus lavieren m\u00fcssen zwischen den verschiedenen Elementen. Die Leistungskraft dieses Rechtsmodells soll dabei in keiner Weise in Frage gestellt werden. Damit konnte viel erreicht werden. Trotz alledem m\u00fcssen wir uns dar\u00fcber im Klaren sein, dass das letztlich ein partikulares Modell ist, ein Modell, was eben unser Modell darstellt und an anderen Stellen bestimmte Schwierigkeiten aus sich heraussetzt.<\/p>\n<h3>Und die Ukraine?<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12936 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e-300x260.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e-600x520.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e-1024x888.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/abend04_e.jpg 1366w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und genau an der Stelle stellen sich jetzt auch die Fragen, wie wir eigentlich den Herausforderungen begegnen sollen, deren Exzesse wir gerade nicht weit von uns in der Ukraine sehen. Hier ist n\u00e4mlich das Problem, dass wir es nicht mit einem Ressourcenkonflikt zu tun haben. Wir haben es auch nicht mit einem Konflikt zu tun \u00fcber unterschiedliche \u00f6konomische Interessen oder \u00f6kologische Probleme, sondern wir haben es dezidiert zu tun mit einem ideen-politischen Konflikt, in dem der Grundgedanke des aufgekl\u00e4rten Westens seitens des Regimes von Wladimir Putin massiv in Frage gestellt wird. Und wenn Sie die Auseinandersetzungen \u00fcber die Friedensethik auch auf der Ebene der Vereinten Nationen anschauen, dann spiegelt sich das da ganz genau. Bei uns ist ja sehr viel gesagt worden, dass die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit den Krieg in der Ukraine abgelehnt hat. Was man dabei aber nicht vergessen darf, ist, dass dieses Ablehnen eben zwar die \u00fcberwiegende Zahl der Staaten beinhaltet, aber bei weitem nicht die \u00fcberwiegende Zahl der Weltbev\u00f6lkerung. Denn gro\u00dfe Player wie Indien und China, zun\u00e4chst auch Brasilien, die haben sich aber jetzt wieder etwas anders positioniert, haben sich da eben enthalten und das sind gro\u00dfe Akteure auf der internationalen Ebene. Warum? Weil sie hinter diesem Ordnungsmodell, das eben kulturelle Vielfalt, Eigenst\u00e4ndigkeit der Kulturen, aber vor allem den liberalen Menschenrechtsgedanken ins Zentrum schl\u00e4gt, dass sie darin eine Bedrohung ihrer eigenen Staatsform und Traditionen und Geschichte sehen. Und das ist die gro\u00dfe Schwierigkeit, in der wir hier hier agieren, dass wir eine Leitvorstellung haben, bei der wir selbstverst\u00e4ndlich aus guten Erfahrungen davon \u00fcberzeugt sind, dass wir die kriegerischen Konflikte l\u00f6sen k\u00f6nnen, wenn wir ein internationales Menschenrechtsregime aufbauen, wenn \u00fcberall die Menschenrechte, und zwar nicht nur die Abwehrrechte gegen\u00fcber dem Staat, sondern auch die sozialen Anspruchsrechte und auch die Rechte gegen\u00fcber der Natur gew\u00e4hrleistet sind.<\/p>\n<h3>Anerkennung kultureller Eigenst\u00e4ndigkeit<\/h3>\n<p>Das aber, genau das, sehen viele Staaten als ganz, ganz massive Bedrohung ihrer Existenz. Das gilt nicht nur f\u00fcr Russland, auch nicht nur f\u00fcr China, das ist auch in Afrika das Problem. Warum hat die Europ\u00e4ische Union, warum haben die Staaten des globalen Westens und Nordens so viel Einfluss in Afrika verloren? Weil man sich in durch das Menschenrechtsregime oder die Menschenrechtsideale in seinen eigenen kulturellen Traditionen bedroht sieht. Das, was also das vierte Element des gerechten Friedens darstellt, n\u00e4mlich die Anerkennung kultureller Eigenst\u00e4ndigkeit, wird an dieser Stelle in Frage gestellt. Man mag dazu unterschiedliche Stellungen einnehmen. Ich werde doch ziemlich engagiert die europ\u00e4ische Menschenrechtsordnung verteidigen. Gleichzeitig aber muss ich anerkennen, dass das andere anders sehen. Und diese Frage m\u00fcssen wir in der Friedensethik st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen und dabei auch kritisch fragen, sind wir nicht eigentlich blind geworden f\u00fcr unsere eigenen Unabgeglichenheiten?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen sehen, dass dieses scheinbare Eintreten f\u00fcr Menschenrechte in den Konflikten im Irak, aber auch in Afghanistan massiv diskreditiert worden ist, weil wir es nicht vermocht haben, das wirklich auch so zu machen, dass wir unser Verhalten an den eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben vermessen konnten, sondern wir sind unter unseren eigenen Anspr\u00fcchen geblieben. Und das hat diesen Menschenrechtsgedanken massiv diskreditiert. Es kommt wieder das herauf, was die Kirchen, was die Gesellschaften des S\u00fcdens schon \u00fcberhaupt gegen das Menschenrechtsregime vorgebracht haben. Und das ist nichts anderes als ein subtiles Herrschaftsinstrument des Westens, der uns damit irgendetwas aufoktroyieren m\u00f6chte, was wir aber nicht m\u00f6chten. Parallel dazu ist unsere Herausforderung jetzt die Friedensethik an genau diese Frage anzupassen. Und das ist \u00e4u\u00dferst schwierig, weil wir eigentlich davon ausgehen, im Nachklang dieses russische Puppenbildes, dass doch eigentlich das Recht, das umfassende Recht darstellt, mit dem Gott die Welt regiert. Das Dumme an der Geschichte ist nur, dass wir uns gleichzeitig auch dazu aufgeschwungen haben zu sagen, und wir sind diejenigen, die den Willen Gottes zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<h3>Was gibt es Weiterzuentwickeln?<\/h3>\n<p>Und an der Stelle ist sehr viel mehr Demut auch unserer eigenen Traditionen n\u00f6tig, um hier aus dem aus dem Problem herauszukommen. Was gibt es weiterzuentwickeln? Was m\u00fcssen wir sehen? Wir m\u00fcssen wahrscheinlich zu einem Prinzip kommen, was es erm\u00f6glicht, begrenzte Ordnungsmodelle nebeneinander bestehen zu lassen. Das kommt uns im Augenblick ganz merkw\u00fcrdig vor, weil wir eben dazu neigen, in universalen Kategorien zu denken. Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass ich am Anfang des Vortrags eine kleine Spur versucht habe zu legen, dass die S\u00fcnde darin besteht, die eigenen Grenzen nicht anzuerkennen. Ich denke, auch f\u00fcr unsere Ordnungsvorstellungen, so \u00fcberzeugend wir sie finden wollen, m\u00fcssen wir danach fragen, ob sie nicht in bestimmten historischen Konstellationen gewonnen worden sind, in denen entstanden sind und dann ihre Plausibilit\u00e4t auch nur unter diesen Bedingungen entfalten k\u00f6nnen, so dass wir dann sagen m\u00fcssen, wir akzeptieren, dass andere andere Ordnungsmodelle haben und verteidigen gleichzeitig unsere eigenen. Diese Spannung ist es, die wir friedensethisch durchdiskutieren m\u00fcssen. Und dann kommt man zu der schwierigen Frage, ob das m\u00f6glicherweise auch bedeutet und bedeuten muss, dass man den Expansionsbestrebungen anderer entgegentreten muss.<\/p>\n<p>Wenn man es aber sich so einmal klar macht, dann glaube ich, muss man nicht notwendig zum Versteher der russischen Aggression werden. Man kann aber verstehen, dass hier zwei Prinzipien miteinander streiten, die unabdingbar eigentlich mit dem gleichen Problem agieren, n\u00e4mlich dass sie jeweils versuchen, das eigene Ordnungsprinzip absolut zu setzen. Und in dieser Perspektive und in dieser Spannung m\u00fcssen wir, wenn wir realistisch auf die Welt blicken, unsere Bem\u00fchungen um Frieden entfalten. Und das bedeutet, dass wir auf der einen Seite alles daran setzen m\u00fcssen, den Konflikt sozusagen einzufrieren. Aber gleichzeitig wahrscheinlich doch, obwohl es uns wahnsinnig schwerf\u00e4llt, zur\u00fcckkehren m\u00fcssen in eine Politik der gegenseitigen Abgrenzung, die auch die gegenseitige Abschreckung mit einbezieht. Ohne das wird es vermutlich nicht gehen, so dass an dieser Stelle wir eine gegenseitig gesicherte, sozusagen Unkalkulierbarkeit der \u00dcbertretung der Grenzen von Ordnungsmodellen haben. Jetzt werden Sie sagen, das ist aber doch wenig befriedigend, weil vor allem wenig friedlich. Ich glaube, das stimmt. Dem kann man \u00fcberhaupt gar nicht entgegentreten.<\/p>\n<h3>Krieg muss (wieder) unkalkulierbar werden<\/h3>\n<p>Das bleibt irgendwie ein Stachel im Fleisch einer Ethik, einer \u00dcberzeugung, die eigentlich davon ausgehen wollte, dass wir die Institution des Krieges \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Ich f\u00fcrchte, wir m\u00fcssen uns damit abfinden, dass wir die Institution des Krieges nur insoweit \u00fcberwinden k\u00f6nnen, als wir sie unkalkulierbar machen k\u00f6nnen, so dass es nicht sinnvoll ist und dass es nicht sinnvoll erscheint, die eigenen Grenzen auszuweiten, weil der Verlust, den man damit erreichen k\u00f6nnte, zu hoch ist. Allerdings, und auch das m\u00fcssen wir friedensethisch weiter durchdenken, geh\u00f6rt dann auch soweit Realismus dazu, dass diese \u00dcberlegungen wie \u00fcberhaupt die \u00dcberlegung auf gegenseitige Abschreckung getragen ist davon, dass die andere Seite realistisch und n\u00fcchtern ins Kalk\u00fcl gehen will. Und das ist eine Frage, die wir im Augenblick nicht wirklich beantworten k\u00f6nnen. Es f\u00e4llt uns schwer, belastbare Informationen dar\u00fcber zu bekommen, ob die russische, aber auch ob die chinesische Seite eigentlich wirklich ein Risiko-Kalk\u00fcl im Blick auf die eigenen Kriegsziele und den eigenen Ressourceneinsatz aufbringt, oder ob sie nicht getrieben ist von einer Vorstellung, die wir in den totalit\u00e4ren Systemen des Nationalsozialismus auch erlebt haben, n\u00e4mlich dass man bereit ist, f\u00fcr die eigenen Interessen im Grunde alles zerst\u00f6rerisch zu opfern.<\/p>\n<p>Das war ja die Strategie der Nationalsozialisten nach der Kriegswende von Stalingrad. Und das wissen wir im Augenblick nicht genau, und deswegen wissen wir nicht, was da ausgehen kann. Ich glaube aber, in der in der Absch\u00e4tzung und in der Weiterentwicklung der Friedensethik m\u00fcssen wir in diesen Perspektiven denken. Das schlie\u00dft dann ein, dass wir die Frage, dass wir die Frage stellen m\u00fcssen, wie viel Ressourcen brauchen wir, um glaubhaft ein Aufrechterhalten und auch ein Bollwerk gegen \u00dcbergriffe anderer auf unsere eigene Ordnung aufrechterhalten zu k\u00f6nnen? Wie viel R\u00fcstung ist dazu notwendig? Und dann nat\u00fcrlich auch die ganz heiklen Fragen, welche Art von R\u00fcstung ist das f\u00fcr notwendig? Brauchen wir daf\u00fcr autonome Waffen? Brauchen wir dazu nukleare Waffen? Alles das sind Fragen, die neu kommen und die man in meinen Augen aus einer friedensethischen Perspektive neu bedenken muss. Das meine ich alles mit Realismus. Ich habe Ihnen versprochen, dass der letzte Teil ziemlich kurz ist und der soll auch kurz sein. Aber er soll gleichzeitig auch Hoffnung machen, denn dieser Realismus ist ja auch irgendwie was ganz Finsteres. Man verliert irgendwie den Glauben an die positiven Kr\u00e4fte. Ich glaube, das muss nicht so sein.<\/p>\n<p>Was wir \u00fcberlegen k\u00f6nnen, ist, dass wir auch hier das Potenzial, wie der Glaube \u00fcberhaupt zum Handeln motiviert, nochmal nutzen k\u00f6nnen. Und darin ist es, glaube ich, schon richtig und wichtig, sich an die Differenzierungen der Sicht vom Menschen, wie wir sie in den Schriften der biblischen B\u00fccher haben, zur\u00fcck zu erinnern. In diesen Schriften geht es um eine realistische Anthropologie. Der Mensch wird nicht verkl\u00e4rt, aber er wird auch nicht in den Boden gestampft. Er ist nicht einfach nur das B\u00f6se, aber er ist auch das B\u00f6se. Und diese beiden Sachen zu balancieren, dar\u00fcber kann eigentlich das biblische Menschenbild aufkl\u00e4ren. Aber, es kann vor allem auch an einer Stelle vor so einem Def\u00e4tismus bewahren, dass n\u00e4mlich darin gesagt ist, der Gedanke, dass dieses B\u00f6se irgendwie \u00fcberwunden werden soll und dass wir darauf nur eine Zielrichtung haben k\u00f6nnen das zu \u00fcberwinden, m\u00f6glichst zu versuchen, die Gewalt zu minimieren. Das sind alles die Dinge, die wir mit dem Christentum und mit dem christlichen Glauben weiter tradieren k\u00f6nnen. Zu diesen Sachen geh\u00f6rt dann auch, die christlichen Praktiken des Friedens wieder st\u00e4rker in den Vordergrund zu r\u00fccken.<\/p>\n<h3>Gottesdienste als Vorbild<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-12939 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/EOS_FA_2023__5063-1.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Mir ist hier \u00fcber die Zeit etwas immer wichtiger geworden danach. Zun\u00e4chst der nach innen, aber m\u00f6glicherweise auch nach au\u00dfen gerichtete Ort des Gottesdienstes. Gottesdienste haben einen enormen Beitrag zum Miteinander von verschiedenen Menschen. Es gibt kaum eine Sache in unserem Leben, in dem wir so mit anderen Menschen, die wir uns vorher nicht aussuchen k\u00f6nnen, in Kontakt kommen wie im christlichen Gottesdienst. Und gleichzeitig uns als eine egalit\u00e4re Gemeinschaft verstehen. Jetzt werden Sie vielleicht sagen Was erz\u00e4hlst du mir hier f\u00fcr grundlos vollkommen naive Vorstellungen? Bei uns in der Kirche kommen sowieso nur die, die sich immer schon kennen. Aber das stimmt nicht. Denn es gibt immer wieder Leute, die neu hereinkommen. Und die Praktiken, die wir einge\u00fcbt haben, bis hin zur gemeinsamen Feier des Herrnmahls, bestehen doch darin, Gemeinschaft \u00fcber alle Grenzen der Herkunft, auch des individuellen Glaubens zu praktizieren. Niemand wei\u00df, was eigentlich der und die, die neben mir in der Kirche sitzt, wirklich denkt und glaubt. Und dennoch integrieren wir sie, haben bestimmte Formen gefunden, mit denen man zusammenleben kann. Und diesen Gedanken weiterzuf\u00fchren, trotzdem Praktiken zu finden, in denen wir auch mit denen in Kontakt kommen, in Praktiken kommen, die wir eigentlich schwierig finden. Da glaube ich, k\u00f6nnen die christlichen Rituale und darin insbesondere der Gottesdienst, aber nat\u00fcrlich auch das Gebet, die F\u00fcrbitte ihren Beitrag leisten. Und dann gibt es noch eine eine Dimension, die wir auf der theoretischen Ebene mit einbringen k\u00f6nnen. Das, was ich gesagt habe, das nebeneinander Bestehen von verschiedenen Ordnungsmodellen, die sich akzeptieren und respektieren, ist ja nichts anderes als das, was wir im Kontext der Debatte um die Absolutheit des Christentums gelernt haben. Wie waren wir davon \u00fcberzeugt, dass das Christentum die einzig richtige Religion ist? Und wie sehr haben wir doch gelernt zu akzeptieren, dass es auch andere Religionen gibt, die wir als gleichberechtigt anerkennen m\u00fcssen. Und dort haben wir Formen entwickelt zum interreligi\u00f6sen Dialog und auch zur interkulturellen Debatte. Das ist alles noch nicht perfekt, aber es sind Dinge, an die wir ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen und die wir als Religionsmenschen einzubringen haben.<\/p>\n<h3>Jesu Forderungen nicht aufgeben<\/h3>\n<p>Und ein Allerletztes. Diese Hoffnungsperspektive ist diejenige, die allein die Perspektive Jesu ist. Jesu Forderung nach der besseren Gerechtigkeit fordert Christinnen und Christen auf, sich mit dem Status quo nicht abzugeben, auch wenn der realistische Blick notwendig bleibt. Jesus hat einen realistischen Blick auf die Verh\u00e4ltnisse seiner Zeit. Er ist kein Vision\u00e4r und er ist auch nicht illusionsgeleitet, sondern durchaus realistisch, aber hat eine klare Message, gebt euch nicht mit dem zufrieden was ist, sondern tretet der Gewalt entgegen. Versucht das zu minimieren, versucht zumindest die Gewalt einzuhegen. Und dieses sich nicht mit dem Vorhandenen abzugeben ist es, was wir vielleicht f\u00fcr die Politik im Augenblick brauchen, n\u00e4mlich auch unerwartete Z\u00fcge des Politischen zu machen, Kompromisse zu schlie\u00dfen, wo sie im Augenblick vielleicht auch gerade aus der Rechtsordnung sinnlos zu sein scheinen, m\u00f6glicherweise etwas zu tun, was nicht erwartbar ist. Und in dieser Perspektive neue T\u00fcren zu \u00f6ffnen f\u00fcr eine Auseinandersetzung und auch konkret in der Ukraine, f\u00fcr Verhandlungen, die uns einem Ziel des Friedens n\u00e4her bringen. Aber zu diesen Verhandlungen, damit will ich schlie\u00dfen, geh\u00f6rt auch, sich realistisch dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, dass wir nachher f\u00fcr das Ergebnis dieser Verhandlungen werden einstehen m\u00fcssen. Und da m\u00fcssen wir nach innen hin noch viele Diskussionen f\u00fchren, was uns die Garantie eines solchen Rechts, was ja am Ende eines Verhandlungsfriedens stehen w\u00fcrde, was uns die wirklich wert ist. Das sind die Fragen, die es zu diskutieren gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die evangelische Kirche war am 21, M\u00e4rz 2023 der Veranstaltungsort f\u00fcr den schon 4. 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