{"id":12959,"date":"2023-03-29T10:00:51","date_gmt":"2023-03-29T08:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12959"},"modified":"2023-10-20T12:04:49","modified_gmt":"2023-10-20T10:04:49","slug":"5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=12959","title":{"rendered":"(5) Wie gehen wir mit Konflikten um?"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim letzten Abend der Fastenaktion 2023 referierte der Konfliktforscher Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. Friedrich Glasl aus Salzburg im Pfarrsaal in Oberalm, wobei die Fastenaktion neben der HTL beim ersten Vortrag auch beim letzten Abend erstmals den Radius der Veranstaltungsorte erweiterte.<\/p>\n<p>Unter dem Haupttitel &#8222;Konfliktf\u00e4higkeit lernen&#8220; ging es dem Referenten im \u00fcbervollen Pfarrsaal um die Frage, wie man zu Frieden kommen oder &#8211; besser &#8211; diesen bewahren kann um &#8222;Wissen erlangen, Haltung entwickeln und Methoden er\u00fcben&#8220;.<\/p>\n<p>Nachstehend die Tonaufnahme des Vortrages (56 Minuten).<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-12959-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/FA_05b.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/FA_05b.mp3\">https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/FA_05b.mp3<\/a><\/audio>\n<p>Der Referent war so freundlich und hat uns auch seine Powerpoint-Folien \u00fcberlassen, die das Nachlesen deutlich einfacher und verst\u00e4ndlicher machen. Anzumerken ist dabei, dass die Folien inhaltlich umfangreicher sind als das im Vortrag zeitlich &#8222;abzuarbeiten&#8220; gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Glasl_Oberalm.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"on\">Glasl_Oberalm<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u201eWissen erlangen, Haltung entwickeln, Methoden er\u00fcben\u201c<\/h3>\n<p>(&#8222;Fast&#8220;-Originaltext des Vortrages \/ Es gilt das gesprochene Wort * mit einem Klick in ein Bild wird dieses in Originalgr\u00f6\u00dfe aufgerufen)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-12973\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-300x371.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-300x371.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-600x741.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-829x1024.png 829w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-1243x1536.png 1243w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05a-1658x2048.png 1658w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich habe \u201eWissen erlangen, Haltung entwickeln, Methode \u00fcben\u201c als Thema gew\u00e4hlt. Das hei\u00dft Kopf, Herz und Hand. Und auf die kommt es an. Nicht nur, dass ich Techniken beherrsche &#8211; die kann man ja trainieren, lesen usw. oder sich Videofilme anschauen. Haltung allein gen\u00fcgt auch nicht, um dann wirklich aktiv zu werden da, wo ein Konflikt ist, etwas befriedend einzuwirken. Und es gen\u00fcgt auch nicht das Wissen. Die drei Teile m\u00fcssen zusammen kommen. Aber wenn die Haltung nicht das Ganze tr\u00e4gt, ist Wissen und K\u00f6nnen nicht wirksam.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn m\u00f6chte ich klarstellen: Das Wort Konflikt wird oft inflation\u00e4r gebraucht gebraucht. Wenn irgendwie zwischen Koalitionsparteien Differenzen sind, steht dann gleich Streit \u00fcber das und das und oder ein\u00a0 Konflikt? Und mir ist wichtig, den Unterschied zu machen zwischen Differenzen, unterschiedlichen Ideen, Meinungen, religi\u00f6sen Auffassungen, Zielen, Werten usw. und Sichtweisen und Konflikten.<\/p>\n<h3>Es kommt darauf an, wie wir mit Konflikten umgehen<\/h3>\n<p>Die Tatsache, dass Menschen unterschiedliche Ansichten, Sichtweisen, Ziele, Werte, Ideen verfolgen usw., das an sich ist noch nicht der Konflikt. Es kommt darauf an, wie jetzt die Menschen, die die eine oder andere Position vertreten, wie diese mit der Differenz umgehen. Ob sie das ertragen, dass jemand eine andere Auffassung hat, andere Ziele verfolgt und das dann unterdr\u00fccken oder bek\u00e4mpfen oder mit Feuer und Schwert versuchen zu missionieren, aber mit Gewalt. Oder ob sie sagen &#8222;Aha, du siehst das anders oder du verfolgst andere Ziele und Interessen. Das ist ja eigentlich eine Erg\u00e4nzung oder Bereicherung zu meiner vielleicht eingeschr\u00e4nkten Sichtweise.&#8220; Also, Differenzen an sich sind eine Ressource.<\/p>\n<p>Demokratie steht daf\u00fcr, dass wir mit Differenzen konstruktiv umgehen und nicht ein Einparteiensystem haben, wie in der DDR, die daran gescheitert ist. Also es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. Und dieses &#8222;wie wir damit umgehen&#8220;, h\u00e4ngt mit dem Thema heute zusammen. Also wie konfliktf\u00e4hig bin ich und gelingt es mir so mit Differenzen umzugehen, dass die sich als Bereicherung, als Resource erweisen?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte einiges zu &#8222;Wissen&#8220; und zum &#8222;Verstehen&#8220; bringen. Welche Dynamiken spielen denn dann in Menschen? Ich fange erst beim Individuum an, dann zwischen den Menschen.<\/p>\n<p>Zum Konflikt, zum sozialen Konflikt geh\u00f6ren immer wenigstens zwei oder mehr. Einen innerseelischen Konflikt kann ich mit mir allein haben, aber ein sozialer Konflikt braucht zwei oder mehr. Und dann also zu dem, was das Wissen betrifft, gesch\u00e4rfte Wahrnehmungsf\u00e4higkeit, zu wissen, was sehe ich jetzt? Wie verstehe ich das? Was macht das mit den Menschen? Und dann &#8211; nur ganz kurz angedeutet &#8211; nat\u00fcrlich bei der Haltung die ganze Frage, wenn es dann sehr emotional hei\u00df oder emotional kalt zugeht. Man kann n\u00e4mlich auch enorme negative Emotionen haben. Aber die Stimmung, die unten oder in die Magengegend dr\u00fcckt, da kommen Magengeschw\u00fcre und so, aber Emotionen sind Energie und wenn sie nicht rauskommen und dem anderen einen Schlag versetzen, dann wirken sie zur\u00fcck auf die Person, die mit den negativen Gef\u00fchlen nicht gut umgeht und sie vielleicht unterdr\u00fcckt oder abspaltet, auf andere projiziert usw. Also wie gehe ich mit eigenen Emotionen und mit fremden Emotionen um?<\/p>\n<p>Und dann nat\u00fcrlich auch, ist mir selber klar, worauf es mir ankommt und noch dazu, worauf es meinem Gegen\u00fcber ankommt? Verstehe ich das? Ich habe hier das Wort &#8222;verstehen der Konflikt-Dynamiken&#8220;. Sie wissen, es gibt seit neuestem ein Schimpfwort &#8222;Versteher&#8220;, &#8222;Putinversteher&#8220; zum Beispiel. Und das macht mich innerlich w\u00fctend. Ich denke, jemanden zu verstehen kann nicht schlecht sein. Das hei\u00dft ja nicht, dass ich einverstanden bin mit dem, was er tut. Aber ich kann in keinem Konflikt konstruktiv was tun, wenn ich nicht wirklich verstehe. Auch den schlimmsten Feind verstehe, wieso der so tut.<\/p>\n<p>Und dann kommt ein ganz wichtiger Punkt. Manchmal kommt es darauf an, dass ich also kurzfristig und nicht auch schon im Bewusstsein zu haben, wie wirkt sich das aus? Und ich komme auf den Punkt noch einmal, wenn ich auch einen kurzen Ausflug in die Neuro-Physiologie mache.<\/p>\n<h3>Verantwortung \u00fcbernehmen<\/h3>\n<p>Und ja, die ganze Frage &#8222;Bin ich bereit und f\u00e4hig Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr das, was ich denke, was ich tue usw., auch was ich unterlasse?&#8220; Und dann geht es bei &#8222;F\u00e4higkeiten Fertigkeiten&#8220; darum, immerhin ganz elementare Methoden zu beherrschen, nicht nur zu kennen, sondern anwenden zu k\u00f6nnen, eine gewisse Fertigkeit zu haben. Welche das sind, will ich Ihnen dann auch n\u00e4her erl\u00e4utern, wenn ich den Blick auf das Intrapsychische werfe. Bei dem Ganzen geht es um die Person. Wer bin ich? Wer will ich sein? Womit ich ringe Ich in mir? Habe ich da wirklich einen ungetr\u00fcbten Blick auf mich selber? Selbsterkenntnis, das ist Voraussetzung f\u00fcr das, worauf es bei der ganzen Konfliktarbeit ankommt, n\u00e4mlich eine Steuerung meines Denkens, F\u00fchlens, Wollens, Handelns aus meinem Ich, aus meinem Selbst heraus und nicht getrieben, gesteuert von bestimmten psychologischen Mechanismen.<\/p>\n<p>Und das ist f\u00fcr sowohl vorbeugendes, pr\u00e4ventives wie kuratives Handeln, das hei\u00dft, der Konflikt ist schon eskaliert, macht Menschen schon zu schaffen und es ist m\u00f6glich, da zu heilen, kurativ zu wirken, zu sanieren, Konflikte zu l\u00f6sen. Wir machen einen kurzen Ausflug in die Hirnforschung, und zwar, weil ich sp\u00e4ter immer wieder auf bestimmte Begriffe zur\u00fcckkommen will und muss. Vom &#8222;Mandelkern&#8220; (Mygdala) gehen in die anderen Gehirnbereiche wichtige Impulse aus durch Botenstoffe, die auch so komplizierte Namen haben. Und dann haben wir hier in den pr\u00e4frontalen Kortex usw. (siehe Folie).<\/p>\n<p>Und jetzt ist mir eines ganz wichtig. Wenn mir etwas angetan wird, Schmerz zugef\u00fcgt zum Beispiel. Oder ich werde gekr\u00e4nkt, beleidigt, unfair, ungerecht behandelt, dann ist das der &#8222;Input&#8220;. Also das kommt in mich rein. Ja, dann ist das Allererste, das es in Sekundenbruchteilen auf den Mandelkern sofort sich auswirkt und dort weitere Dinge angesto\u00dfen, angeregt werden. Das Epizentrum im Hypothalamus, das wirkt wieder verst\u00e4rkend zur\u00fcck. Und schlussendlich, wenn es den Hirnstamm erreicht hat, dann hei\u00dft das so was wie &#8222;tu was&#8220;, &#8222;mach was&#8220;! Dann gibt es einen Output, eine &#8222;\u00c4u\u00dferung&#8220;. Das sind die Innerungen und dann sind das die \u00c4u\u00dferungen. Und da ist dann so, dass alle Menschen, das wage ich zu generalisieren, egal ob das ein Bettler oder ein Papst ist oder sonstiger W\u00fcrdentr\u00e4ger, dass die Neigung zu drei Modalit\u00e4ten oder Modi aufkommt, entweder Kampfmodus oder der Fluchtmodus, oder blockiert, Paralyse eingefroren oder totstellen. Also Kampfmodus, Fluchtmodus oder blockiert. Sie kennen auch die Schockstarre, ein paar Sekunden und dann f\u00e4ngt man sich und dann kommt vielleicht Kampf oder Flucht. Das, was ich Ihnen jetzt nur ganz, ganz schematisch angedeutet habe, ist nur die halbe Wahrheit. Darum ist es das halbe Bild. Die obere H\u00e4lfte ist n\u00e4mlich so, wenn jetzt diese Triebe aus dem unteren limbischen System kommen, ist die Frage &#8222;bin ich diesen ausgeliefert&#8220;? Steuern die dann, dass ich jetzt tats\u00e4chlich drauflos schlage oder br\u00fclle oder irgendwas tu oder schnell die Flucht ergreife, das Thema meide, die Person meide. Das sind alles Flucht &#8211; Verhaltensweisen oder wirklich nichts tun kann nix h\u00f6re, nichts sehe, zur Salzs\u00e4ule erstarrt bin. Also bestimmt, dass diese aus von unten aus dem limbischen System kommenden Triebe, die Triebhaftigkeit oder da kann ich gegensteuern und und zwar jetzt. Und das ist wichtig<\/p>\n<h3>Es gibt ein &#8222;Ich&#8220;<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-12974\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-300x387.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-300x387.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-600x774.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-794x1024.png 794w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-1191x1536.png 1191w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05b-1588x2048.png 1588w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Gegensteuerung ist keine Aktion des Gehirns, sondern des geistigen Kerns eines Menschen, seines Ich, seiner selbst. Es bedient sich des Gehirns, aber das Gehirn produziert nicht den Gegenstrom. Da braucht es ein ich, dass dann diese Zentren aktiviert. Aber materialistische Naturwissenschaft meint, das ist alles in der Gehirnstruktur vorgegeben. Nein, es gibt ein Ich, es gibt das Selbst, da ist der geistige Kern des Menschen. Und jetzt ist es so, diese, wenn diese Bottom abl\u00e4uft, das, was von unten kommt, wenn das so wahrgenommen wird, dann kann das Ich gegensteuern, indem es sich dieser Ressourcen, die im pr\u00e4frontalen Kortex gelagert sind, aber es sind Dinge, die verf\u00fcgbar sind, wenn das Ich sie aktiviert. Und da ist es so, der singul\u00e4re Kortex, das hei\u00dft, der Bereich wo die linke und die rechte Gehirnh\u00e4lfte einander nahe kommen. Und damit sind wir ein Ganzes, dass wir keine Halbheiten machen, sondern wirklich als ich selbst aus unserem Ganzen heraus jetzt ergehen. Und dann k\u00f6nnen wir uns bedienen, unserer Erfahrung, unserer Erziehung, unserer Selbsterziehung, unserer Frucht, unserer geistigen seelischen Entwicklung durch Gebet, Meditation, Selbsterziehung usw.<\/p>\n<p>Ich habe vorhin gesagt, Folgen antizipieren, ist eine der ganz wichtigen Funktionen des Ich, des Selbst, n\u00e4mlich dass wir in der Lage sind, uns vorzustellen, ich fange jetzt zu br\u00fcllen und zu schlagen an, was ist die direkte Wirkung, was ist kurze Zeit danach unter Umst\u00e4nden die Folge? Was ist die mittel-, was ist die langfristige Wirkung, wenn ich mich da nicht beherrsche und ich sage &#8222;H\u00f6r auf&#8220;! Das hei\u00dft, ich kann antizipieren und dieses antizipieren k\u00f6nnen, das ist wichtig. Und ich muss Ihnen gleich sagen, wenn Sie auf politische Entscheider in Konflikten in Kriegen schauen, dann merken Sie, dass diese F\u00e4higkeit immer mehr und mehr verringert wird. Schrumpft der Zeithorizont, den Sie sich \u00fcberhaupt vorstellen k\u00f6nnen, in dem sie Handlungen planen, konzipieren wird immer k\u00fcrzer und k\u00fcrzer. Wie viel ist in meinem Umfeld, wie weit ist mein Gesichtsfeld? Auch das schrumpft immer mehr und mehr. Das ist alles durchgetestet.<\/p>\n<p>Dieses antizipieren k\u00f6nnen, das f\u00fchrt dazu, das hei\u00dft, nein, nicht darauf losagieren, Gewalt anzuwenden oder was auch immer, oder verletzende Dinge jemandem ins Gesicht zu schlagen, das passt nicht zu meinem Werteverst\u00e4ndnis. Das ist nicht mein Selbstbild als meinetwegen religi\u00f6ser Mensch oder einfach zivilisierter Mensch, kultivierter Mensch. Deswegen tue ich es nicht. Und das versetzt uns in die Lage, jetzt auf das, was unmittelbar triebhaft an Handlungsimpulsen da ist, jetzt zu steuern. Zum Beispiel, indem die Aggression abgeleitet wird \u00fcber Tennisschl\u00e4ger oder Squash oder irgendwas, damit die Kraft nach au\u00dfen kann. Oder dass ich eben \u00fcber sportliche Ereignisse, die Spannungen zwischen V\u00f6lkern oder Gemeinschaften sind dann ausagieren lasse und dann geht es Druck aus dem Kessel weg ist. Bzw., dass ich \u00fcberhaupt sage &#8222;Nein, ich bin mir dessen bewusst, ich habe dazu beigetragen, dass es jetzt zum Konflikt gekommen ist&#8220;. Also wird der Konflikt auch durch mein Tun gemacht worden ist, dann kann ich auch was tun, damit der nicht einfach so eine Eigendynamik entwickelt und mich mitrei\u00dft und mein Gegen\u00fcber genauso.<\/p>\n<h3>Kriege werden gemacht &#8211; Frieden kann auch gemacht werden<\/h3>\n<p>Kriege werden gemacht, so habe ich einen Artikel einmal genannt. Kriege werden gemacht, Frieden kann auch gemacht werden. Kriege fallen nicht aus dem Wolken, die haben eine Vorgeschichte. Ich habe das mit dem Antizipieren und auch mit dem, dass diese drei Neigungen, Haltungen oder Modi, Flucht, Kampf und Paralyse, alle Menschen haben. Nur die einen habens gelernt, besser damit umzugehen, oder sie kennen ihre Neigungen und wissen, sobald Stress zunimmt, dass dann in einer ganz bestimmten Situation sie zu Kampf f\u00fchren, in einer anderen Situation zu Flucht, wieder einer dritten, dass sie gel\u00e4hmt sind. Und ich betone das jetzt. Aber das h\u00e4ngt schon mit der Frage Haltung und Selbsterkenntnis zusammen, mit der Friedens- und Konfliktf\u00e4higkeit n\u00e4mlich. Es ist wichtig, dass wir individuell uns kennen. Selbsterkenntnis. Und zwar empfehle ich da folgendes: Mit den besten Freundinnen und Freunden (vier f\u00fcnf w\u00fcrden gen\u00fcgen) lassen Sie sich auf ein Gespr\u00e4ch ein. Und in diesem Gespr\u00e4ch schauen Sie auf Situationen, in denen Sie zum Kampf gehen. Was war typisch f\u00fcr die Situationen, wo in mir dieser enorme Drang da war &#8222;schlag zu&#8220;. Schau, was haben die gemeinsam? Kannst du diese Indikatoren erkennen? Das zweite nat\u00fcrlich, in welchen Situationen mache ich mich auf die Flucht? Was ist f\u00fcr diese Situationen, woe eine \u00dcbermacht mir gegen\u00fcbersteht und in welchen Situationen bin ich wirklich blockiert? Und wenn das der Freundeskreis ist, dann stellen wir denen auch Fragen und versuchen mir zu helfen, dass ich das charakteristische der Situation, in der in mir Kampfmodus oder Fluchtmous oder der andere aufkommt, dass ich die besser erkenne. Und dann machen wir das mit den anderen Mitgliedern dieses Gr\u00fcppchens auch als Gegrnleistung. Dann geht es weiter. Wie sp\u00fcre ich in mir die allerersten Anzeichen &#8222;gleich wird mir der Kragen platzen&#8220;; die allerersten Anzeichen k\u00f6rperlich, seelisch. Und ich sage das deswegen. Sp\u00e4ter merkt man es nat\u00fcrlich aber da ist es oft schon zu sp\u00e4t.<\/p>\n<h3>Wenn der &#8222;Dieb&#8220; im Porsche f\u00e4hrt<\/h3>\n<p>Je fr\u00fcher wir die allerersten Anzeichen erkennen, also Fr\u00fcherkennung, desto mehr Chancen haben wir, dass uns die Amygdala aktiviert. Wir holen sonst den Dieb, der im Porsche f\u00e4hrt, nicht mehr ein. Also das ist &#8222;eigenes Stressmmuster erkennen&#8220;. Und wie ich sagte, jeder hat Neigung zu anderen. Aber es kommt auf die Situation an. Und wenn ich die besser kenne plus die allerersten Anzeichen k\u00f6rperlich und seelisch. Dann ist die Chance, dass der Typ nicht schon einen zu gro\u00dfen Vorsprung hat, dass ich ihn wieder einholen und wieder Kontrolle bekommen kann. Und vor allem, nachdem ich antizipiert habe &#8222;Moment, wohin w\u00fcrde denn das kommen?&#8220; Und jetzt, wenn diese Dinge, die ich jetzt von der Hirnforschung her aufgegriffen habe, wenn sich das abspielt, dann ist es so, jetzt gehe ich auf das nicht nur hirnphysiologische, sondern auf das Seelische und Geistige ein, n\u00e4mlich dann sind unsere seelischen Funktionen genauso technisch wie wir uns selbst. Also was in uns geschieht und was au\u00dfer uns geschieht, wie wir das wahrnehmen mit allen zw\u00f6lf Sinnen nicht nur h\u00f6ren, sehen, schmecken. Es gibt mehr Sinne. Das ver\u00e4ndert sich unter Stress. Also wenn das, was ich dann in der unteren H\u00e4lfte des vorherigen Bildes schematisch dargestellt hatte, wenn das mit uns schon im Gange ist. Die Wahrnehmungsf\u00e4higkeit wird enorm mehr und mehr beeinflusst, bestimmte Dinge \u00fcberh\u00f6ren wir, \u00fcbersehen wir, wollen wir nicht h\u00f6ren, wollen wir nicht sehen. Unser Blickfeld wird immer mehr eingeschr\u00e4nkt. wir sehen es nat\u00fcrlich von einem bestimmten Ort aus. Und dann kommt dazu, dass im Konflikt der Mensch dazu neigt, das, was sie standortbestimmt, so sehen. Und standortbestimmt hei\u00dft auch durch Erziehung, durch Ihr Denken in einer bestimmten Fachdisziplin usw.. Das, was Sie so gesehen haben, dass es gewisse Pr\u00e4gung hat, das ist einseitig, das ist gef\u00e4rbt, auch polarisiert, wahr oder falsch. Und es wird fixiert, weil es gibt Scheinsicherheit. Und ich kann mich an irgendwas halten. So sieht es aus. Dann \u00e4ndert sich eine Menge in der Art und Weise, wie wir unsere Denkf\u00e4higkeit aktivieren.<\/p>\n<h3>Vorerst auf die Fakten schauen<\/h3>\n<p>Also in entspannten Zeiten kann ich sagen &#8222;Moment, du sagst das und das \u00dcberpr\u00fcfen wir mal, was spricht daf\u00fcr, was spricht dagegen?&#8220; Ich kann hin und her, ich kann plus minus gut abw\u00e4gen und ich bin nicht gezwungen, schnell zu irgendeinem Urteil zu kommen. N\u00e4mlich ein Urteil, bevor ich vielleicht das und das und Fakten geschaut habe und bevor ich noch dies und jenes abgewogen habe. Und ich habe das bevor betont, weil es die Vorurteile sind, die da entstehen und dass wir dann die Dinge vereinfachen, weil die Welt ist kompliziert genug. Also die Neigung zur Vereinfachung, zum Simplifizieren nimmt enorm zu. Das ist auch, warum Rattenf\u00e4nger in der Politik Erfolg haben, die bringen einfache Erkl\u00e4rungen, einfachen L\u00f6sungen. Das entspricht dem Stressmuster und es wird generalisiert, pauschalisiert. Alle sind so und so, H\u00e4ngematten f\u00fcr alle Schmarotzer usw. und alle sind das und das usw. und es wird das eine oder andere bestimmten Menschen in die Schuhe geschoben, zugeschrieben, auf sie projiziert, vieles, vieles mehr. Also Wahrnehmen, Denken, mehr und mehr Beeintr\u00e4chtigungen.<\/p>\n<p>Und dann geht&#8217;s weiter im Gef\u00fchlsbereich. Ich habe vorhin schon was von von dem gesprochen. Kann ich mich einf\u00fchlen in mein Gegen\u00fcber, also Empathie f\u00fcr andere Menschen. Kann ich auch wirklich sp\u00fcren, f\u00fchlen, was sich in mir abspielt? Oder st\u00f6rt es mich, dass ich merke, es kommt bei mir \u00c4rger auf, vielleicht sogar auch Hass gegen\u00fcber Personen? Aber ich als guter Christ darf doch diese Gef\u00fchle haben. Also habe ich. Ich habe vor Jahren mit Pfarrern gearbeitet, immer wieder in London, mit Pfarrern verschiedenster Konfessionen. Und ich habe mit dieser Frage n\u00e4mlich wie ist die &#8222;Selbst Empathie? Wie kann ich wirklich ehrlich auf das schauen, was sich in mir jetzt zusammenbraut, das hat die belastet. Aber Voraussetzung f\u00fcr die F\u00e4higkeit, sich in andere Gef\u00fchle ein zu leben, einzuf\u00fchlen, ist, dass ich \u00fcberhaupt noch selbst und nicht mir was vormachen und bestimmte Gef\u00fchle, die ich nicht haben d\u00fcrfte, nicht als in mir vorhanden zugebe. Verlust der Empathie. Und dann ist es so, dass mehr oder weniger so eine Art Abkapselung erfolgt, dass ich mit meinen Gef\u00fchlen andere nicht mehr erreiche, denn vielleicht exponiere ich mich, vielleicht riskiere ich Verletzungen usw.. Es gibt viele \u00dcberlegungen, die dazu f\u00fchren, dass man sich lieber einigelt. Es ist ganz wichtig, dass mehr und mehr eben das, was \u00fcber die Amygdala alles so eingeleitet wird und dann eben zu \u00c4u\u00dferungen f\u00fchrt, dass das nicht nur eine Gef\u00fchlswirklichkeit ist, sondern meine Wahrnehmungsf\u00e4higkeit tr\u00fcbt, f\u00e4rbt, beeinflusst, meine Denkf\u00e4higkeit und auch das, was mich antreibt, motiviert. Und dieses Affektgesteuerte ist mir deswegen ganz, ganz wichtig, weil sie haben den Begriff sicher geh\u00f6rt &#8222;Affekt Logik&#8220;, das hei\u00dft, wenn bestimmte Affekte, bestimmte Emotionen ganz immer st\u00e4rker und st\u00e4rker werden, dass die unser Wahrnehmen und Denken enorm beeinflussen. Ich komme auf den Punkt, sp\u00e4ter noch. Aber weil wir jetzt so total unsicher sind, kommt die Logik auf so was wie &#8222;man will mir st\u00e4ndig irgendetwas antun, ich f\u00fchle mich verfolgt&#8220;.<\/p>\n<h3>Riesenproblem &#8222;Affektlogik&#8220;<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-12975\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-300x421.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-300x421.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-600x843.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-729x1024.png 729w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-1094x1536.png 1094w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05c-1458x2048.png 1458w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und diese Affektlogik ist ein Riesenproblem, f\u00fchrt unter anderem dazu, dass es dann zu Reflexhandlungen kommt. Ich gebe dem etwas Raum, weil die Frage &#8222;wie werde ich konfliktf\u00e4hig&#8220; im konstruktiven Sinn, damit zu tun habe, dass ich bei der Wahrnehmung ansetzen kann, bei der Denkseite, bei der gute Wille Seite und auch bei den Folgen. Das wird hoffentlich deutlicher, weil ich dann vom Individuum auf das Soziale, Zwischenmenschliche und sogar auf bestimmte politische Situationen, wie wir sie jetzt erleben und dann wieder auf den Menschen zur\u00fcck wollen. Ich habe hier Bed\u00fcrfnisse und Ersatzbed\u00fcrfnisse. Es ist typisch f\u00fcr alles das, was im Stress geschieht, im Konflikt geschieht. Und das ist in der Stressforschung alles untersucht und beschrieben worden. Es ist wichtig, dass die Selbstempathie, die Wahrnehmung der eigenen Bed\u00fcrfnisse auch durch die Affekte beeintr\u00e4chtigt wird und dass da f\u00fcr bestimmte Bed\u00fcrfnisse, die nicht honoriert befriedigt werden, dann mit der Zeit ein Ersatzbed\u00fcrfnis Raum greift.<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus meiner Beratungsarbeit. F\u00fchrungspersonen in einer Bank zum Beispiel. Wenn jemand ein ganz nat\u00fcrliches Bed\u00fcrfnis hat, wahrgenommen zu werden als Person. Gut, dass es dich gibt, dass du da bist auf der Welt und dann auch noch die Leistung, die die Person erbringt, egal ob das jetzt an der Kasse oder in der Buchhaltung oder der Kundenberatung ist bei der Bank. Wenn dieses nat\u00fcrliche Bed\u00fcrfnis nicht befriedigt wird, sondern vielleicht sogar frustriert wird, in dem jemanden man zu sp\u00fcren gibt, bist du eigentlich nichts wert oder deine Leistung ist unbedeutend oder sogar sch\u00e4dlich, dann kann es sein, dass dieses Bed\u00fcrfnis, Anerkennung nach wahrgenommen zu werden, nicht ein krankhaftes Bed\u00fcrfnis nach Schmeicheleien oder Lobhudelei w\u00e4re, sondern einfach wahrgenommen zu werden, wertgesch\u00e4tzt zu werden. Dass das dann zu einem Bed\u00fcrfnis wird &#8222;moment, wenn ihr mir nicht die Anerkennung freiwillig gebt und ich mache Karriere und ich stehe als euer Vorgesetzter \u00fcber euch, dann m\u00fcsst ihr mich respektieren, sch\u00e4tzen, ob ihr wollt oder nicht&#8220;. Also dann Karriere, Status, Macht.<\/p>\n<p>Ich darf Ihnen erz\u00e4hlen, aus meiner Arbeit mit Top Leuten im deutschen Bankenbereich, Vorst\u00e4nde, wenn ich mit Konflikten beauftragt wurde, zwischen denen zu arbeiten. Leute, die verschrien waren in der ganzen Bank als machtgeil, besessen. Und dann sitzen diese vier, f\u00fcnf Herren sitzen dann mit mir und dieser Konfliktbearbeitung und dann fallen die Masken ab. Irgendwann. Und dann stellt sich raus. Das ist ein verwundbarer Mensch, der in seinem Bed\u00fcrfnis nach authentischer Anerkennung verhungert ist. So gibt es vieles und dann, was mehr w\u00e4re im Wollensbereich auch beobachtbar ist. So dass mehr und mehr Forderungen erhoben werden. Unnachgiebig. Wenn das nicht. Also keinen Millimeter weniger. Das war mein letztes Angebot. Dann aus, aus. Dann werde ich t\u00f6ten und Vergeltungsdenken und dergleichen. Und da kommt jetzt bei all dem, sie sehen Pfeile zeigen in alle Richtungen. Das verst\u00e4rkt sich gegenseitig immer mehr und f\u00fchrt dann zu \u00c4u\u00dferungen, zu Verhalten in Worten. Die Wortwahl ist vielleicht nicht mehr so zimperlich, zu Taten, also im verbalen Gesprochenen.\u00a0 Es gibt immer weniger Varianten bei dem, was man aus einem einf\u00e4ngt, wie man es tun kann. Die Wortwahl wird sehr hart und es kommen immer dieselben Kraftausdr\u00fccke vor. Stereotype Dinge oder dass Dinge zwanghaft getan werden. Ich kenne das so bei Menschen mit schweren psychischen Problemen, dass die dann immer den Zwang versp\u00fcren, sich zu waschen, oder irgendwie etwas anders zu tun. Das ist die Verarmung des Verhaltensrepertoires, wie es benannt wird, ist mit ein Riesenproblem. Auch da blicken wir mal in die Welt um uns herum. Wenn Menschen im Konflikt sind, im Stress wie prognostizierbar ist ihr Verhalten. Es ist immer einf\u00e4ltig und es hat dann subjektive Folgen auf die handelnden Personen bezogen und objektive Sachsch\u00e4den usw..<\/p>\n<p>Und wir sehen hier diese gelbe Scheibe, diese Emmentaler Scheibe mit den L\u00f6chern. Das hei\u00dft, dass das Ich, das Selbst, die geistige, steuernde Instanz, nur l\u00fcckenhaft in der Wahrnehmung, im Denken ist, im Wollen, im Verhalten. Vieles geschieht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind und ohne dass wir es willentlich tun.<\/p>\n<p>Es gibt einfache Methoden, das sind diese elementaren Techniken, von denen ich am Beginn meiner \u00dcbersicht gesprochen habe, wie ich diese Einschr\u00e4nkungen der Wahrnehmung, wie ich da dagegen steuere in mir selbst, aber auch wenn ich gehe im Konflikt, wie sieht es die eine Seite, wie die andere, wie unterschiedlich, wie interpretierst du das, was du schon einmal selektiv gefiltert gesehen hast? Wie interpretiere ich das, was ich aus meiner Warte auch eingeschr\u00e4nkt gesehen habe und was hat das f\u00fcr Folgen? Dann ansetzen beim Denken, dass das starre, auf schnelle Konklusionen dr\u00e4ngende Denken, das wieder zu einem wirklich wohl\u00fcberlegten bedachtsamen Denken f\u00fchrt. Oder dass weder die F\u00e4higkeit, Zugang \u00fcber meine Selbst Empathie zu den Gef\u00fchlen meines Gegen\u00fcbers zu bekommen und nicht nur einf\u00fchlen zu k\u00f6nnen, sondern auch mitf\u00fchlen zu k\u00f6nnen, das ist ein Riesenunterschied. Bei der Konfliktarbeit bin ich nicht zufrieden, wenn die Menschen in der Lage sind zu sagen &#8222;Aha, ich verstehe jetzt&#8220;, wenn zwischen denen der Konflikt war, &#8222;jetzt ist mir klar, wie du dich da gef\u00fchlt hast&#8220;. Sie kennen die Gef\u00fchle, die sie beim anderen verstanden haben, benennen, aber es l\u00e4sst sie kalt.<\/p>\n<h3>Wie herauskommen aus einem Konflikt?<\/h3>\n<p>Der Konflikt bewegt sich erst dann aus der Gewaltzone heraus, wenn jetzt die eine Person sagt, &#8222;Du, wenn ich jetzt das von dir h\u00f6re und auf mich wirken lasse. Du Mensch, wenn ich merke, wie du da desorientiert warst und gelitten hast. Also ehrlich gesagt ist mir gar nicht wohl dabei, das l\u00e4sst mich nicht in Ruhe&#8220;. Das ist jetzt ein Mitf\u00fchlen. Das ist jetzt nicht sentimentales Mitleid, aber ich kann teilhaben. Man spricht dann auch von kognitiver Empathie, emotionale Empathie und intentionale Empathie. Ich kann mich in dein Denken hineinf\u00fchlen. Das hei\u00dft nicht, dass ich genau mit dem einverstanden bin, aber ich kann es nachvollziehen. Ich kann mich in dein F\u00fchlen hineinversetzen, emotionale Empathie und ich kann sp\u00fcren, was was deine Bed\u00fcrfnisse sind. Und damit kann ich anders auf dich eingehen. Das Verhalten kann einfach ungeschickt sein.<\/p>\n<p>Bleiben wir also bei dem, wo es dann um Haltung geht und dann auch um F\u00e4higkeiten. Und jetzt zu dem Wissen und Verstehen. Was spielt sich da ab? Ich muss sagen, ich habe ein einfaches und dann noch ein differenziertes, komplizierteres Bild, was sich eigentlich abspielt, wenn eine kleine Meinungsdifferenz dann auch sich zum Konflikt ausw\u00e4chst. Oft ist es so, dass eben eine gewisse sachliche Differenz zu schaffen macht. Und dann, wenn die sachliche Differenz nicht konstruktiv im Sinne der Dinge, die ich vorhin gesagt habe, als Ressource, Bereichernung damit umgegangen wird, dann kann es sein, dass die Tatsache, dass wir uns nicht verst\u00e4ndigen und nicht verstehen k\u00f6nnen usw., dass dann Kr\u00e4nkung, Ver\u00e4rgerung, Vorwurf usw. aufkommt und damit die Differenzen auch auf der pers\u00f6nlichen Beziehung dazu kommen. Und dadurch nimmt die pers\u00f6nliche Referenz auch mit und man kann sogar noch weiter gehen. Es ist dann m\u00f6glich, dass nach einiger Zeit zwischen denen, die schon diese ersten zwei Ebenen erreicht haben, dass dann auch der &#8222;Streit \u00fcber den Streit&#8220; beginnt. N\u00e4mlich &#8222;wer hat denn angefangen, was ist wirklich der Hintergrund?&#8220; Also dass man Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das Entstehen und f\u00fcr die Steigerung des Konfliktes hat und wie auch in dem, was von der anderen Seite abgewiesen wird, denn die hat ein v\u00f6llig anderes Bild, warum es so begonnen hat usw. Und dann gibt es noch eine Steigerung n\u00e4mlich &#8211; und das wirkt auch wieder zur\u00fcck auf die vorherigen Ebenen &#8211; n\u00e4mlich, man kann auch noch einen Konflikt dar\u00fcber haben, was ist eine geeignete L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit. K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, wenn Sie den Konflikt in seinem Entstehen und seiner Verursachung unterschiedlich erkl\u00e4ren und nach bestem Wissen und Gewissen sagen? Weil es so ist, wie ich meine, ist das eine L\u00f6sung?<\/p>\n<h3>Der Konflikt hat uns<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-12976\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-300x279.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-300x279.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-600x557.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-1024x951.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-1536x1427.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05d-2048x1902.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und die andere Seite hat dabei eine andere Erkl\u00e4rung, dass darum die L\u00f6sung, die ich vorschlage, aufgrund meiner Erkenntnis abgewiesen wird, bek\u00e4mpft wird. Genau das Falsche kommt dann und das wirkt auch wieder zur\u00fcck. Wenn Ebene eins und zwei ineinanderspielen., &#8222;ja, seien wir ehrlich, wir haben einen Konflikt&#8220;. Wenn das weiter geht, dann ist eigentlich richtig zu sagen, &#8222;der Konflikt hat uns&#8220;, weil diese Bottom up so stark sind, dass die Gegensteuerung durch das Ich, durch das Selbst nicht mehr ausreicht, zu schwach ist.<\/p>\n<p>Nun, ich habe jetzt das Thema wenn eine kleine Differenz dann mehr und mehr zu dem Konflikt wird, wie ich das mit den vier Ebenen kurz beschrieben habe und dann wirklich bis zu einem zerst\u00f6rerischen und selbstzerst\u00f6rerischen Konflikt eskaliert. Und da gibt es sogenannte Treiber und ich beschreibt diese, weil auch jeder dieser Treiber Ansatzpunkte f\u00fcr konstruktives, deeskalierendes Verhalten sein kann. Die Teufelskreise spielen immer und \u00fcberall eine Rolle. Damit ist gemeint, es wird mir das angetan, ohne lange zu \u00fcberlegen Schwupp, sofort die Reaktion, Aktion, Reaktion, ein Reiz, Reaktion. Da entsteht eine Kettenreaktion, denn auf meine Reaktion erfolgt wieder ohne viel \u00dcberlegung eine Reaktion darauf, wieder ohne zu \u00fcberlegen meine Reaktion, Reaktion auf Reaktion auf Reaktion usw.. Und dabei habe ich ein Spiegelverhalten. Das hei\u00dft, wenn du so benimmst, bitte, dann darf ich dich auch so behandeln. Und das Interessante ist, dass im Konflikt die schlimmsten Feinde oft ziemlich genau das Verhalten des Feindes spiegeln. Das hat man genau untersucht zwischen George Bush und Saddam Hussein. Man hat gesagt, es ist, als w\u00e4ren sie Zwillinge. Die Verhaltensmuster sind so dieselben. Und dann entsteht etwas, wie die D\u00e4monizoerzone.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, dass eine Mischung entsteht\u00a0 durch das Teufelskreis getriebene Verhalten der Konfliktparteien von bestimmten Wirkungen-Folgen, die so gewollt sind. Also die Wirkung entspricht mir. Plus gemischt mit Wirkungen, die geringer sind als das, was ich damit erreichen wollte. Der h\u00e4lt noch immer nicht seinen Mund, ist immer noch beleidigend in den \u00c4u\u00dferungen&#8220;. Und drittens, dass Wirkungen entstehen, die weit \u00fcber meine Absicht gehen. Ich sage dann irgendwas und merke, das schl\u00e4gt im anderen ein, als h\u00e4tte ich wei\u00df Gott was getan. Aber das war gar nicht meine Absicht, dass ich denn jetzt vor all den anderen so verletze, aber er zieht sich das so an. Das hei\u00dft, diese Gemengelage von Wirkungen, sprich der Absicht, Wirkung ist geringer als Absicht. Wirkung geht weit \u00fcber die Absicht hinaus. Das passiert auf beiden Seiten. Und wo immer diese Dinge erlebt werden, ist und das ist jetzt die Frage der Stimmungslage im Konflikt, wird davon ausgegangen, Ja, der andere hat noch viel schlimmere Dinge vor. Stell dich darauf ein, wenn er k\u00f6nnte, wie er wollte, dann w\u00e4re noch vieles kaputt. Ich habe jetzt das Beste noch verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Will der andere immer B\u00f6ses mit mir?<\/h3>\n<p>Jetzt Zweites. Und das ist verkn\u00fcpft mit dem ersten. Und alle vier sind miteinander vernetzt verflochten. Das zweite ist die pessimistische Antizipation. Klingt ein bisschen geschraubt, aber ich antizipierte. Aber ich mache immer negative Annahmen. Der andere will sicher wieder was B\u00f6ses. Feindselige Unterstellungen? Ja. Und deswegen so was wie. Damit ich dann nicht der Naive und der Dumme bin, muss ich jetzt schon die Dosis meiner destruktiven Handlungen meiner Gewalt erh\u00f6hen. Ich muss aufr\u00fcsten f\u00fcr den Fall, dass der andere wirklich sich so zeigt wie er ja tats\u00e4chlich das B\u00f6se ist. Und da geschieht das Paradoxe. Das hat die Geschichtsforschung immer wieder zeigen k\u00f6nnen, dass ein Hochr\u00fcsten zur Abschreckung noch nie Kriege verhindert hat, sondern sogar noch gef\u00f6rdert. Ich wei\u00df, dann werde ich immer wieder angefeindet, wenn ich das so \u00f6ffentlich verk\u00fcnde. Aber das ist nachweisbar. Das ist die Paradoxie der Abschreckungslogik.<\/p>\n<p>Und damit entsteht statt Abschreckung Provokation. Im Kleinen wie im Gro\u00dfen. Und dann etwas, was auch typisch ist: die Streitthemen. Am Anfang gab es vielleichtn denken sie an eine Ehescheidung, vielleicht nur vier, f\u00fcnf kontroverse Themen wegen Urlaube und Kindererziehung und Auto ja oder nein und so und so. Und dann, wenn der Konflikt eskaliert, gibt es nicht die vier, sondern es gibt vier plus plus plus und am Schluss ist nichts mehr da, was nicht strittig ist. Die Streitpunktlawine. Ja, das geschieht bewusst. Und die stecken an. Auch da wieder die Frage. Also wie bei einem Teufelskreis. Was kann ich tun? Bitte Entschleunigung! G\u00f6nne dir die Zeit nachzudenken, zu \u00dcberlegen, muss ich sofort zur\u00fcckschlagen. Also aus diesem aneinander gekoppelt sind Reiz und Reaktion. Oder wenn ich denke, es k\u00f6nnte doch sein, dass ich das L\u00f6sung nur so unterstelle, &#8222;wie w\u00e4re es, wenn die Gegenseite durchaus auch gute Absichten hat.&#8220; Jetzt bitte fokussieren wir. Konzentrieren wir uns auf diese drei oder vier Themen. Nat\u00fcrlich sind viele miteinander verkn\u00fcpft, aber wir k\u00f6nnen nicht alle Themen gleichzeitig in ihrer Komplexit\u00e4t und Verstricktheit wirklich gut behandeln. Also nicht in diese Ansteckung rein ziehen lassen und dadurch auch noch etwas, weil es wird immer komplexer, un\u00fcbersichtlicher, dass dann dieses Simplifizieren die Form annimmt: &#8222;Also bitte, ich lass mich jetzt nicht von dir verwirren. Nicht das Thema und das und das, im Grunde hinter allem steckt nur dein Machtgehabe&#8220;. Oder so wie ein Buchtitel lautet: Power, Money and Sex. So einfach ist die Welt. Und wenn mal diese Dinge eine Rolle spielen, dieses simplifizierende unterstellen, um mit der Komplexit\u00e4t dem Schein nach fertig zu werden, dann wird es immer schwieriger. Und auch das h\u00e4ngt mit dem anderen zusammen. Der Kreis der aktiv Involvierten. Ich nenne das die Arena, nicht den Kriegsschauplatz, sondern die Arena, in der die Auseinandersetzung stattfindet. N\u00e4mlich jede Seite m\u00f6chte, wenn schon der bl\u00f6de Gegner mir nicht zuh\u00f6rt, dass die Freundin, der Freund mir wenigstens zuh\u00f6rt und zu mir steht, zustimmt usw. und dann auch ich m\u00f6chte nicht allein dem anderen gegen\u00fcber stehen. Ich suche wirklich Unterst\u00fctzung, Verb\u00fcndete.<\/p>\n<h3>Verhalten wie im Kindergarten?<\/h3>\n<p>Und dadurch besteht die Neigung wie an diesem Beispiel. Also erst in der Schule gab es nur einen Konflikt &#8222;Elternpaar und einer Lehrerin, Tochter&#8220; usw. und dann suchte das Elternpaar Unterst\u00fctzung von anderen und dann die Lehrerin will nicht allein gegen die Eltern und schlie\u00dft sich anderen an und dann ist die Schulleitung und dann bis zur Inspektion. Und so geht es weiter und die Gewerkschaft interveniert. Also Arena Ausweitung noch und noch. Und dadurch ist auch etwas, dass dieses simplifizieren so wie vorhin, geht dem anderen doch nur um eines. Wie ich sagte ich: Power, Money und Sex. Hinter diesen Massenszenen sozusagen, wer zieht denn da an den Schn\u00fcren? Und also jetzt, wer f\u00fchrt denn da Regie? Wer steckt dahinter? Und das kann am besten eine Person sein, der B\u00f6sewicht. Die Achse des B\u00f6sen hat mal ein amerikanischen Pr\u00e4sident von einem anderen gesprochen, von Schurkenstaaten. Und jetzt ist es halt die Inkarnation des B\u00f6sen in Moskau oder f\u00fcr andere in Washington.<\/p>\n<p>Also, alles das passiert. Auch hier wieder: Es kommt drauf an, mit wem du sprichst. Willst du nur eine Best\u00e4tigung und Verst\u00e4rkung oder suchst du auch mal unter Umst\u00e4nden einen kritischen Widerhall? Also das sind auch die Dinge, die ich als Treiber beschrieben habe. Wenn man erkennt, wie diese Mechanismen eigentlich wirken, wie kann man da etwas dagegen unternehmen.<\/p>\n<p>Hinter diesem ganzen Prozess steckt eigentlich zum Verst\u00e4ndnis das, was in der Psychologie Regression benannt wird. Regression hei\u00dft, dass ich zur\u00fcckfalle auf ein Entwicklungsniveau, das seine Berechtigung hatte, zum Beispiel Adoleszenz. Aber wenn ein 40-j\u00e4hriger Manager sich im Konflikt wie ein Adoleszenter, oder wenn der Konflikt weiter eskaliert, wie ein Pubertierender oder wie in der Pr\u00e4pubert\u00e4t oder wie &#8211; und jetzt wissen Sie, was kommt &#8211; Kindergarten usw. verh\u00e4lt. Das ist Regression und das ist das Problem, das ist auch genau untersucht bei Top Politikerinnen und Politikern, die in internationale Konflikte verstrickt sind. Ich hatte einen Auftrag von der OSZE. Im Balkankrieg nur in einer Region in Kroatien, in Osteuropa, wo Serben und Kroaten und eine kleine ungarische Minderheit vier Jahre eben durch die Titopolitik durchmischt lebten. Und ich habe da 1992 &#8211; 1993 die Mediation gemacht, und ich habe mit ihnen auch die Eskalationsgeschichte des Jugoslawienkrieges\u00a0 genau angeschaut, also mit Serben, Kroaten und einigen wenigen Ungarisch sprechenden. Und dabei hat dann pl\u00f6tzlich einer der serbischen Teilnehmer gesagt &#8222;Es ist entsetzlich, dass wir, die wir meinen, wir sind kultivierte V\u00f6lker, dass wir auf Verhaltensweisen zur\u00fcckgefallen sind, wie sie nicht einmal im Mittelalter bei uns waren.&#8220; Die andere Seite hat sofort zugestimmt. Also wir haben erkannt, welche Kr\u00e4fte regressiv da gewirkt haben.<\/p>\n<h3>Teufelskreis verhindern<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-12977\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-300x318.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-300x318.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-600x636.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-966x1024.png 966w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-1450x1536.png 1450w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/fa2023_05e-1933x2048.png 1933w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und ich habe vorhin gesagt, die d\u00e4monisierte Zone im Konflikt und das wiederhole ich jetzt: die Gemengelage. Wenn A was tut und beobachtet, wie das auf den B wirkt, dann sieht sie manche Dinge, &#8222;da habe ich erreicht, was ich wollte. Er redet nicht pausenlos, sondern begrenzt sich usw., aber verwendet immer noch bestimmte provozierende Ausdr\u00fccke. Ich habe nicht ganz erreicht, was ich wollte, aber dann habe ich noch irgendwas gesagt. Dann merkte ich, dem f\u00e4llt das Kinn runter und macht furchtbar b\u00f6sen Eindruck auf mich usw. Und ich merke sofort an seiner Aktion, dass ich ihn dann tief verletzt habe. Es war nicht meine Absicht.&#8220; Und was tut er? Er unterscheidet nicht bei dem, was er als Wirkung erlebt, ob das vielleicht so gar nicht gewollt ist? Dann w\u00fcrde ich das nachsehen, jeder verliert einmal kurz die Beherrschung, aber nein, er nimmt eher an, auch bei den Dingen, von denen ich sage, die Wirkung war geringer als die Absicht. Nein, es ist mir nicht gelungen, einen noch st\u00e4rkeren Hieb auszuteilen. Also die pessimistische Antizipation, die Unterstellung von Feindseligkeit, die schl\u00e4gt hier voll zu, nat\u00fcrlich und unterscheidet nicht, sondern nimmt eher an, wenn A k\u00f6nnte wie sie wollte, w\u00fcrde sie mir noch viel mehr an den Kopf werfen vor all den anderen Kolleginnen und Kollegen. Also da tut er nicht lange \u00fcberlegen. Teufelskreis, Aktion ohne hin und her. Und merkt jetzt bei der A auch diese Gemengelage &#8222;Wirkung Absicht&#8220;. Und was tut A in diesem Teufelskreis der Dynamik da drin? Nicht lange zimperlich sein, nicht lange z\u00f6gern. Und so geht das. Und ich habe das jetzt deswegen angef\u00fchrt, weil bei der konstruktiven Konfliktbearbeitung ein wichtiger Punkt ist, eben das, n\u00e4mlich dieses andere gar nicht erst unterscheiden wollen, sondern &#8222;Moment, Moment, k\u00f6nnte ja sein, dass sie das so nicht gemeint hat. Ich frag lieber nach, bevor ich mir ein Urteil bilde \u00fcber ihre Absicht.&#8220; Und es entsteht n\u00e4mlich sonst diese Zone der D\u00e4monisierung, dieses gegenseitige Unterstellen, &#8222;die ist ja viel b\u00f6sartiger als ich bisher gedacht habe.&#8220; Und umgekehrt, denkt A das von B auch. Die Wirkung geht \u00fcber die Absicht hinaus, wenn da A merkt, da habe ich offenbar tief unter der G\u00fcrtellinie getroffen. Moment, Moment, es k\u00f6nnte sein. &#8222;Ich sehe jetzt, was ich dir angetan habe. Aber bitte ehrlich, glaub mir, das und das wollte ich dir antun? Es ist nicht sch\u00f6n, aber das, was ich jetzt merke, wie das bei dir ankommt. Wirklich? Glaub mir, das wollte ich nicht. Aber ich sehe, was die Wirkung ist.&#8220; Und das ist wichtig, dass die T\u00e4ter-Person nicht versucht, dem Opfer sozusagen die Wirkung ausreden zu wollen, sondern zur Kenntnis zu nehmen. Denn nur der andere kann urteilen, wie tief, wie sehr das weh tut und wie tief das getroffen hat. Aber die Frage, ob das auf Absicht beruht und noch viel Schlimmeres nachkommen sollte, das ist ja ein Herumphantasieren in der Gedankenwelt der Gegnerin. Und jetzt bitte differenzieren auf Seite von A. Wenn sie damit konfrontiert werden sagen sie &#8222;ich nehme die Wirkung zur Kenntnis. Tut mir wirklich leid, war so nicht gemeint. M\u00f6chte mich in aller Form entschuldigen, dass und das war meine Absicht, aber das nicht.&#8220; Und so kann es sein. Aber das m\u00f6chte ich Ihnen nicht vorenthalten, denn es sagt auch etwas \u00fcber die Dynamik. Sie sehen, dieses Wesen, das geht automatisch auf der Rolltreppe hinunter und hinunter, da braucht man nicht viel zu tun. Aber der Weg zur\u00fcck, hinauf, dahin kommt nur mit Anstrenung.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens keine Engelkreise, es gibt keinen Automatismus wie bei dem Teufelskreis, wo diese Eigendynamik sich selber immer verst\u00e4rkt. Ich muss jedes Mal wollen, mich nicht provozieren zu lassen und auch nicht zu provozieren, jeder in jedem Moment.<\/p>\n<h3>Wie gehe ich mit meinen Schattenseiten um?<\/h3>\n<p>Was ich mit der Selbstempathie schon angedeutet habe, selbstreflexionsf\u00e4hig, Selbsterkenntnis? Wie gehe ich wirklich mit meinen Schattenseiten um? Wie viel von meiner Lichtvision habe ich schon verwirklichen k\u00f6nnen, meine Stessmuster? Ich habe deswegen vorhin was gesagt, so mit meinem Freundeskreis Situationen herauszufinden, in denen ich zum Kampf oder zur Flucht oder zum anderen neige. Und die Fr\u00fcherkennung der allerersten seelisch-k\u00f6rperlichen Anzeichen. Kenne ich diese und kann ich da gegensteuern? Kann ich dieses gefangen sein, du musst sofort reagieren, also die Kettenreaktion erkennen? Was k\u00f6nnte mein Anteil sein? Das, was Konfliktparteien immer tun, ist die sinnloseste Frage, wenn ich als Mediator damit zu tun bekomme, mir zu erkl\u00e4ren, wer angefangen hat, wie im Kindergarten schon. Entscheidend ist nicht &#8222;wer hat angefangen&#8220;, weil das dient nur der Schuldzuweisung. Wenn ich meine, ich kann die Ursachen objektiv finden, dann geschieht das oft in dem Streben, damit auch die Verantwortung genau bei jemand zu deponieren. Die eigentlich sinnvolle Frage ist &#8222;Was trage ich &#8211; egal wer begonnen hat &#8211; was trage ich durch mein Verhalten dazu bei, dass der Konflikt weitergeht und nicht unterbrochen wird?&#8220; Das ist nicht eine Schuldfrage, sondern Verhaltensfrage. Und wo reize ich, lade ich ein, provoziere ich, triggere ich die Gegenpartei vielleicht unbewusst, manchmal durch Blick, durch K\u00f6rpersprache, arrogant wirkt. Dann die Frage der Stimmigkeit, der authentischen Haltung. Und ja, das, was ich vorhin schon bei der neurophysiologischen Erkl\u00e4rung hatte: \u00dcberpr\u00fcfen, stimmt das, was mir jetzt von den Trieben da so suggeriert wird? Und ja, begegne ich anderen Menschen so, dass ich sie in ihrer W\u00fcrde anspreche? Das ist eine Haltungsfrage. Und dann die Verantwortungsbereitschaft. Also wenn ich merke, ob gewollt oder nicht gewollt, ich habe bestimmte Folgen verursacht, bin ich bereit, egal ob gewollt oder nicht, f\u00fcr die Folgen meine Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Denn die Folgen sind aufgetreten, weil ich eben mein Verhalten nicht zu 100 %, nicht einmal zu 80 % unter Kontrolle habe. Wie beeinflusst das mein Vorgehen? Und wenn ich jetzt versuche, im Konflikt mit der besten Absicht zu deeskalieren oder eingreife, achte ich dann die Verantwortlichkeit und mein Vorgehen? Abh\u00e4ngigkeiten oder nicht? Und k\u00f6nnte es sein, dass die Konflikte eigentlich Signale sind?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Beim letzten Abend der Fastenaktion 2023 referierte der Konfliktforscher Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. 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