{"id":13535,"date":"2023-09-11T00:00:15","date_gmt":"2023-09-10T22:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=13535"},"modified":"2023-09-01T13:30:27","modified_gmt":"2023-09-01T11:30:27","slug":"buchvorstellung-maja-lundes-klimaquartett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=13535","title":{"rendered":"Buchvorstellung: Maja Lundes \u201eKlimaquartett\u201c"},"content":{"rendered":"<p>[11.09.2023]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11655\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/schwaiger_hartmut_F.png\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"290\" \/>Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass der Name Maja Lunde vielen Leserinnen und Lesern bereits bekannt ist. Aber andererseits sind die B\u00fccher von Maja Lunde es wert, dass hier der Versuch unternommen wird, sie vielleicht doch einigen Menschen ans Herz zu legen, denen sie bis jetzt noch nicht untergekommen sind.<br \/>\nWer also ist Maja Lunde?<\/p>\n<p>Maja Lunde ist eine norwegische Schriftstellerin, die es sich zum Ziel gesetzt hat, in ihren B\u00fcchern das Thema des Klimawandels literarisch anzupacken und die Gesellschaft dazu zu bringen, sich damit zu besch\u00e4ftigen. Seit 2015 wurde daraus ein \u201eKlimaquartett\u201c aus vier B\u00fcchern.<\/p>\n<p>Begonnen hat alles mit ihrem ersten Buch \u201eDie Geschichte der Bienen\u201c, in dem sie erstmals ihre pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlstruktur entwickelt, bei der sie Handlungsstr\u00e4nge aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. In \u201eDie Geschichte der Bienen\u201c geht es dabei um die Frage, wie eine Welt aussehen w\u00fcrde, in der es keine Bienen mehr gibt.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes Werk dieses Quartetts folgt \u201eDie Geschichte des Wassers\u201c. Und was im ersten Buch noch fast harmlos und wie im Hintergrund mitschwingt, n\u00e4mlich die Klimafrage, erfasst nun die Leser*innen mit voller Wucht. Denn jetzt geht es um die Frage, wie es in einem Europa aussehen w\u00fcrde, wo der Wassermangel und die damit einhergehende zunehmende Verw\u00fcstung unseres Kontinents in der Folge des Klimawandels unaufhaltsam fortschreitet.<\/p>\n<p>Was passiert mit uns Menschen in so einer Situation? Wie reagieren wir? Wie h\u00e4lt oder erodiert unser Sozialgef\u00fcge, wenn es buchst\u00e4blich ums \u00dcberleben geht?<\/p>\n<p>Diese Frage wird im dritten Buch \u201eDie letzten ihrer Art\u201c mit mindestens ebenso gro\u00dfer Wucht aufgegriffen und weitergef\u00fchrt. Und wieder f\u00fchrt der Roman uns in eine Geschichte, die Vergangenes, Gegenw\u00e4rtiges und Zuk\u00fcnftiges miteinander verbindet und ein fiktives, aber durchaus nicht von der Hand zu weisendes Zukunftsszenario entwirft, von einer g\u00e4nzlich anderen europ\u00e4ischen Gesellschaft, die durch die Klimaver\u00e4nderung entstehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das letzte Buch dieses Klimaquartetts \u201eDer Traum von einem Baum\u201c schlie\u00dflich blickt noch einmal weiter in die Zukunft und entwirft ein Bild von einem v\u00f6llig neuen Leben des Menschen nach der Klimakatastrophe. Schauplatz des Geschehens ist Spitzbergen, wo nur mehr wenige Menschen leben, die sich zwar der Reste hochwertiger menschlicher Technologie bedienen, aber dennoch im Wesentlichen wieder leben m\u00fcssen, wie in der \u201eSteinzeit\u201c.<\/p>\n<p>Das Besondere am Ort Spitzbergen ist dabei, dass sich dort die internationale \u201eSamenbank\u201c befindet: eine Sammlung aller Pflanzensamen aus der Zeit vor der Katastrophe. Die Menschen Spitzbergens sind nun mit der Frage konfrontiert, ob sie diesen Schatz nur \u201eh\u00fcten\u201c sollen oder ihn der Menschheit wieder zur Verf\u00fcgung stellen \u2013 trotz ihrer Angst, dass der Mensch noch immer nicht genug gelernt und verstanden hat und diesen \u201eSchatz\u201c erneut missbrauchen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Maja Lundes B\u00fccher sind keine \u201eWohlf\u00fchlliteratur\u201c und man sollte nicht zu ihren B\u00fcchern greifen, wenn man auf der Suche nach fr\u00f6hlicher, unterhaltender Literatur ist.<\/p>\n<p>Aber wenn man bereit ist, sich auf die Frage einzulassen, was es bedeuten k\u00f6nnte, wenn wir nicht auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren, dann ist man genau richtig. Und dann ist es eine besondere Qualit\u00e4t von Maja Lunde, dass sie diese Frage nicht mit dem moralischen Zeigefinger des Besserwissertums aufgreift, sondern mit ehrlicher Sorge, die sie uns in eindr\u00fccklichen pers\u00f6nlichen Schicksalen n\u00e4herzubringen versucht.<\/p>\n<p>Was hat nun dieser Literaturtipp mit einem Gemeindebrief zu tun, in dem es um das Thema \u201eWahl\u201c geht?<br \/>\nGanz einfach: Maja Lundes B\u00fccher wollen uns vor Augen f\u00fchren, dass wir noch \u201edie Wahl\u201c haben, wie wir dem Klimawandel begegnen k\u00f6nnen&#8230; und wie eine Welt aussehen k\u00f6nnte, wenn wir diese Wahl nicht n\u00fctzen, oder die falsche Wahl treffen.<\/p>\n<p><em>Hartmut Schwaiger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[11.09.2023] Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass der Name Maja Lunde vielen Leserinnen und Lesern bereits bekannt ist. 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