{"id":15317,"date":"2024-12-16T00:00:47","date_gmt":"2024-12-15T23:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=15317"},"modified":"2024-11-15T15:07:32","modified_gmt":"2024-11-15T14:07:32","slug":"es-ist-ein-rosentsprungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=15317","title":{"rendered":"Es ist ein Ros\u00b4entsprungen"},"content":{"rendered":"<p>[16.12.2024]<\/p>\n<figure id=\"attachment_13505\" aria-describedby=\"caption-attachment-13505\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Edda-Boehm-Ingram.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-13505\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Edda-Boehm-Ingram-300x296.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Edda-Boehm-Ingram-300x296.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Edda-Boehm-Ingram.png 596w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13505\" class=\"wp-caption-text\">Dr.in Edda B\u00f6hm-Ingram<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8230; wer kennt es nicht \u2013 es ist wohl eines der bekanntesten Weihnachtslieder! Dem Text dieses Liedes liegt eine Metapher aus dem Alten Testament zugrunde \u2013 die Ank\u00fcndigung des Messias aus Jesaja (Jes. 11,1a). In tiefster Nacht und mitten im kalten Winter w\u00e4chst ein neuer Trieb heran, der ein Bl\u00fcmlein hervorbringt. In der zweiten Strophe wird dies erkl\u00e4rt: Das \u201eReis\u201c ist Maria und das \u201eBl\u00fcmlein\u201c Jesus Christus. Dieses Weihnachtslied ber\u00fchrt uns tief in der Seele und f\u00fchrt uns auf anschauliche Weise auf Christi Geburt hin. Es zeigt die Verletzlichkeit auf \u2013 sowohl die eines heranwachsenden (ungeborenen) Kindes als auch die Unsrige: Wir bekommen sie als Christinnen in der auseinanderdriftenden Gesellschaft immer mehr zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Wenn wir mit offenen Augen durch die Natur gehen, nehmen wir wahr, dass die Pflanzen und somit auch die B\u00e4ume mit widrigsten Umst\u00e4nden zu k\u00e4mpfen haben, um gut zu wachsen. Ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis von Sonnenlicht, N\u00e4hrstoffen, ausreichendem Wurzelraum, Luft und Wasser sorgt in der Regel f\u00fcr ein \u00fcppiges Wachstum der B\u00e4ume. Durch den anhaltenden Klimawandel ist dieses nat\u00fcrliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten und so sind auch bei uns die Folgen des Klimawandels deutlich sp\u00fcrbar: Steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, zunehmende Hitze, D\u00fcrreperioden, aber auch intensivere Starkregenereignisse mit \u00dcberflutungen wirken sich auf unsere Gesellschaft, auf die Wirtschaft und auf unser t\u00e4gliches Leben aus. Vielen werden diese negativen Auswirkungen erst dann bewusst, wenn sie pers\u00f6nlich betroffen sind \u2013 etwa, wenn der \u00f6ffentliche Verkehr durch Hochwassersch\u00e4den zum Erliegen kommt und eine Fahrt von Salzburg nach Wien statt 2,5 Stunden mindestens 3 Stunden dauert und Z\u00fcge in der Regel nicht mehr p\u00fcnktlich an ihrem Ziel ankommen. Wir alle tragen die Verantwortung f\u00fcr diese Entwicklung \u2013 da hilft auch nicht die Ausrede, dass ich als Einzelperson nur wenig zur Verbesserung des Klimawandels beitragen kann!<\/p>\n<p>Das Bild der Verletzlichkeit eines jungen Triebes, der vielerorts nicht die g\u00fcnstigsten Bedingungen vorfindet, um sich entfalten und heranwachsen zu k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich auch auf Menschen in unserer Gesellschaft \u00fcbertragen: Nicht alle Menschen k\u00f6nnen auf ausreichende Ressourcen, ein gutes (gesellschaftliches) Klima und liebevolle Unterst\u00fctzung bei der Entwicklung ihrer St\u00e4rken und F\u00e4higkeiten zur\u00fcckgreifen. In meiner Arbeit als Diakoniebeauftragte habe ich vorwiegend mit Menschen zu tun, deren eigene Ressourcen und F\u00e4higkeiten nicht (mehr) ausreichen, um ihr Leben positiv gestalten zu k\u00f6nnen. Dabei brauchte es in vielen F\u00e4llen gar nicht viel, um ihnen neuen Lebensmut zu geben: Wie ein \u201eTropfen auf den hei\u00dfen Stein\u201c wirkt es, wenn sie sich beispielsweise ihr Leid und ihre Sorgen von der Seele reden d\u00fcrfen und merken, dass man ihnen aufmerksam zuh\u00f6rt und sie ernst nimmt in dem, was sie uns anvertrauen. Wenn sie dann bereit sind, selber wieder Schritte zu setzen, die sie aus ihrer misslichen Lage herausbringen, brauchen sie verl\u00e4ssliche Begleitung, um mutig Neues zu wagen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich einem jungen Trieb, der ohne ausreichend Wasser und Sonne nicht wachsen kann, brauchen diese Menschen unsere Begleitung \u2013 und die muss sich dann jeweils an den individuellen Bed\u00fcrfnissen ausrichten. Wie dankbar bin ich daf\u00fcr, dass wir auf so viele Dalete-Freiwillige zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, die sich f\u00fcr die unterschiedlichen Dienste zur Verf\u00fcgung stellen! Viele \u201ezarte Triebe\u201c konnten durch sie austreiben und wachsen \u2013 ohne sie w\u00e4ren sie m\u00f6glicherweise verwelkt. Und weil wir auch achtsam mit den jeweiligen Ressourcen der Freiwilligen umgehen, sie begleiten und entsprechend ihrer W\u00fcnsche und F\u00e4higkeiten einsetzen, sind alle mit gro\u00dfer Freude und hohem Engagement dabei!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns allen, dass wir achtsam bleiben und gemeinsam daf\u00fcr Verantwortung \u00fcbernehmen, dass auch \u201ezarte Triebe\u201c im rauer werdenden Klima eine Chance haben, zu wachsen und zu gedeihen!<\/p>\n<p><em>Edda B\u00f6hm-Ingram, Diakoniebeauftragte<\/em><\/p>\n<p>(Beitragsbild: Kerstin Dupont in Pfarrbriefservice.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[16.12.2024] &#8230; wer kennt es nicht \u2013 es ist wohl eines der bekanntesten Weihnachtslieder! 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