{"id":16186,"date":"2025-04-22T00:00:26","date_gmt":"2025-04-21T22:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=16186"},"modified":"2025-03-08T11:11:11","modified_gmt":"2025-03-08T10:11:11","slug":"makarionissi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=16186","title":{"rendered":"Makarionissi"},"content":{"rendered":"<p>[22.04.2025]<\/p>\n<p class=\"p1\"><i>(Ein unterhaltsamer Roman, in dem man sehr viel \u00fcber Griechenland, aber noch mehr \u00fcber die Schwierigkeiten der Menschen, zu sich selbst zu finden, erf\u00e4hrt.)<\/i><i><\/i><\/p>\n<p class=\"p1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11655\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/schwaiger_hartmut_F.png\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"290\" \/>Die junge \u00f6sterreichische Schriftstellerin Vea Kaiser hat mittlerweile einige lesenswerte Romane vorgelegt, die h\u00e4ufig das Thema Familie und die zwischenmenschlichen Verstrickungen, aber auch kulturellen Besonderheiten rund um dieses Thema in humorvoller und dennoch tiefgr\u00fcndiger Weise aufgreifen.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00dcber das Thema Familie zu schreiben bedingt letztlich immer auch, \u00fcber die Menschen zu schreiben, aus denen Familien nun einmal bestehen und die dieses gesellschaftliche Konstrukt pr\u00e4gen. Das wiederum bedingt dann, sich mit dem Leben dieser Menschen auseinanderzusetzen und damit, wie Familie sich auf das Leben derer auswirkt, die dazugeh\u00f6ren \u2013 aussuchen kann man sich Familie ja bekanntlich nicht.<\/p>\n<p class=\"p1\">In dem Roman <i>Makarionissi<\/i> gelingt Vea Kaiser eine stimmige Zusammenf\u00fchrung von Begebenheiten der j\u00fcngeren griechischen Geschichte mit den individuellen Schicksalen der Mitglieder einer griechischen Familie \u00fcber mehrere Generationen hinweg.<\/p>\n<p class=\"p1\">Mittelpunkt der Erz\u00e4hlung sind der griechische Junge Lefti und seine etwas j\u00fcngere Cousine Eleni. Beide wachsen in einem griechischen Bergdorf an der albanischen Grenze auf und werden schon in jungen Jahren einander versprochen. Das ist im damaligen Griechenland, vor allem in den l\u00e4ndlichen Gebieten, eine ganz normale Sache, und Lefti hinterfragt es auch nicht und w\u00e4re bereit, dem vorgegebenen Lauf der Dinge zu folgen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Nicht so aber Eleni, von klein auf eine Revoluzzerin. F\u00fcr sie kommt das gar nicht in Frage \u2013 obwohl sie sich mit Lefti immer bestens verstanden hat. Doch durch die politischen Wirren der Junta-Diktatur in Griechenland ger\u00e4t Eleni ins Visier der Staatsgewalt und so ist es letzten Endes ihre einzige Chance, die Ehe mit Lefti einzugehen, um mit ihm ins Ausland fl\u00fcchten zu k\u00f6nnen. Dort angekommen, trennen sich ihre Wege allerdings schnell, und w\u00e4hrend Lefti versucht, angepasst und unauff\u00e4llig sein Leben zu leben, l\u00e4sst Eleni kaum etwas aus. Ihr Leben ist zun\u00e4chst ein permanentes Schwimmen gegen den Strom\u2026 bis die Realit\u00e4t sie irgendwann einholt und dazu zwingt, ihr Leben neu zu ordnen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Aber auch dann kann sie nicht ganz aus ihrer Haut und rettet ihre unkonventionelle Lebensweise zumindest in Teilen immer wieder in ihr neues Leben hin\u00fcber. Dennoch muss sie mit der Zeit feststellen, dass so manches, wogegen sie stets rebellierte, sich unaufhaltsam in ihr eigenes Leben einzuschleichen beginnt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Und so ger\u00e4t die zweite Lebensh\u00e4lfte Elenis zu einem inneren Pers\u00f6nlichkeitskonflikt, der durchaus hohen Wiedererkennungswert f\u00fcr das Lesepublikum von <i>Makarionissi<\/i> hat, wenn es darum geht, wie wir alle uns immer wieder im Leben zwischen Ideal und Wirklichkeit dahinman\u00f6vrieren.<\/p>\n<p class=\"p1\">Wenn dann am Ende des Romans die zwei Extrempole Lefti und Eleni wieder aufeinandertreffen, so tun sie das vor dem Hintergrund eines langen Lebens, in dem jeder der beiden viel \u00fcber sich selbst lernen durfte\u2026 und musste.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ein Happy-End ist dieses Zusammentreffen nicht, jedenfalls nicht im Sinne eines oberfl\u00e4chlichen Liebesromans (und das ist <i>Makarionissi<\/i> auch keinesfalls). Aber ein wenig Happy-End im Sinne eines humorvollen Entwicklungsromans mit Tiefgang ist in jedem Fall vorhanden.<\/p>\n<p class=\"p3\"><b>Hartmut Schwaiger<\/b><b><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[22.04.2025] (Ein unterhaltsamer Roman, in dem man sehr viel \u00fcber Griechenland, aber noch mehr \u00fcber die Schwierigkeiten der Menschen, zu sich selbst zu finden, erf\u00e4hrt.) 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