{"id":17939,"date":"2026-02-24T22:02:51","date_gmt":"2026-02-24T21:02:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=17939"},"modified":"2026-03-03T18:09:49","modified_gmt":"2026-03-03T17:09:49","slug":"1-resignation-ist-keine-option","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=17939","title":{"rendered":"(1) Resignation ist keine Option!"},"content":{"rendered":"<p>[24.02.2026]<\/p>\n<p>Bei wahrlich unfreundlichem Wetter, bei dem man &#8222;keinen Hund vor\u00b4s Haus jagt&#8220;, startete der erste Abend der \u00f6kumenischen Fastenaktion 2026. Als Referentin eingeladen war keine geringere als Prof.<sup>in<\/sup> Dr.<sup>in<\/sup> Helga Kromp-Kolb, eine in \u00d6sterreich zu Recht bekannte Meteorologin und Klimaforscherin. Dem Besuch tat das Wetter keinen Abbruch und so konnten in der HTL Hallein viele interessierte G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17957\" aria-describedby=\"caption-attachment-17957\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17957\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-600x400.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-300x200.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6355-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17957\" class=\"wp-caption-text\">Fastenaktion 2026 &#8211; Abend 1 &#8211; HTL Hallein<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_17958\" aria-describedby=\"caption-attachment-17958\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17958 size-medium\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-600x614.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"614\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-600x614.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-1000x1024.jpg 1000w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-300x307.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-1501x1536.jpg 1501w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-2001x2048.jpg 2001w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6367.a-60x60.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17958\" class=\"wp-caption-text\">Fastenaktion 2026 &#8211; Abend 1 &#8211; Dr. Helga Kromp Kolb<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_17959\" aria-describedby=\"caption-attachment-17959\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17959 size-medium\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-600x445.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-600x445.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-1024x759.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-300x222.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-1536x1139.jpg 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-2048x1519.jpg 2048w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6377a-80x60.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17959\" class=\"wp-caption-text\">Fastenaktion 2026 &#8211; Abend 1 &#8211; Dr. Helga Kromp-Kolb<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nachstehend eine Zusammenfassung des fulminaten Vortrages.<\/p>\n<h3>Ermutigung in Zeiten der Klimakrise<\/h3>\n<p>Im Rahmen der diesj\u00e4hrigen Fastenaktion stand das Hauptthema &#8222;Herausforderung LEBEN&#8220; im Mittelpunkt. Ausgangspunkt des Vortrags war die Frage, was Fasten eigentlich bedeutet \u2013 nicht nur als k\u00f6rperlicher Verzicht, sondern als bewusste Unterbrechung des Alltags, als Zeit der Wahrnehmung, der inneren Kl\u00e4rung und der Neuorientierung.<\/p>\n<p>Fasten hei\u00dft, f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum bewusst innezuhalten. In religi\u00f6ser Tradition dient es der Reinigung, der Besinnung und der St\u00e4rkung der Willenskraft. Es kann helfen, den Blick zu sch\u00e4rfen f\u00fcr das Wesentliche \u2013 und genau darum ging es an diesem Abend: Die Klimakrise nicht nur als Bedrohung zu sehen, sondern als Herausforderung, die neue Perspektiven und gemeinsames Handeln erfordert.<\/p>\n<h3>Ein Blick auf die Realit\u00e4t<\/h3>\n<p>Ein eindr\u00fcckliches Bild f\u00fcr die aktuelle Weltlage ist die sogenannte \u201eDoomsday Clock\u201c, die 1947 vom Bulletin of the Atomic Scientists eingef\u00fchrt wurde. Sie symbolisiert, wie nahe die Menschheit aus Sicht von Wissenschaftlern an einer globalen Katastrophe steht. Aktuell steht sie so nah an Mitternacht wie nie zuvor. Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig: die Gefahr nuklearer Eskalation, biologische Risiken, technologische Entwicklungen \u2013 und vor allem die unzureichenden Fortschritte beim Klimaschutz.<\/p>\n<p>Im Zentrum des Vortrags stand daher die Klimakrise. Ein Blick in die Erdgeschichte zeigt zwar, dass es immer wieder Klimaschwankungen gab. Doch die gegenw\u00e4rtige Erw\u00e4rmung unterscheidet sich grundlegend: Sie ist menschengemacht \u2013 und sie verl\u00e4uft in einer Geschwindigkeit, die historisch beispiellos ist. Seit den 1970er-Jahren steigt die globale Durchschnittstemperatur deutlich an, die letzten Jahre sogar schneller als von vielen Modellen prognostiziert.<\/p>\n<h3>\u00d6sterreich besonders betroffen<\/h3>\n<p>Besonders deutlich wird die Entwicklung in \u00d6sterreich. W\u00e4hrend die globale Erw\u00e4rmung derzeit bei etwa 1,4 Grad liegt, betr\u00e4gt sie hierzulande bereits rund 3 Grad. Als Binnen- und Alpenland erw\u00e4rmt sich \u00d6sterreich \u00fcberdurchschnittlich stark. Extremereignisse wie Starkregen, \u00dcberschwemmungen, Hitzewellen oder Trockenperioden nehmen sp\u00fcrbar zu.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen betreffen nicht nur ferne Regionen, sondern unser unmittelbares Lebensumfeld. Sie fordern staatliche Strukturen ebenso wie individuelles Verantwortungsbewusstsein heraus. Vorsorge, Resilienz und solidarisches Handeln werden zunehmend wichtig.<\/p>\n<h3>Gerechtigkeit als Schl\u00fcssel<\/h3>\n<p>Ein zentrales Thema des Abends war die Frage der globalen Verantwortung. Die Klimakrise trifft jene Regionen besonders hart, die am wenigsten zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Gleichzeitig verursachen die wohlhabendsten Bev\u00f6lkerungsgruppen weltweit einen \u00fcberproportional hohen Anteil der Emissionen.<\/p>\n<p>Ohne soziale Gerechtigkeit wird Klimaschutz nicht gelingen. Die \u00f6kologische Frage ist untrennbar mit der sozialen verbunden. Es geht nicht nur um technische L\u00f6sungen, sondern um faire Verteilung, globale Solidarit\u00e4t und strukturelle Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<h3>Systemische Herausforderungen<\/h3>\n<p>Deutlich wurde auch: Die Klimakrise ist kein isoliertes Umweltproblem, sondern Ausdruck eines Systems, das auf dauerhaftem Wachstum basiert \u2013 in einer Welt mit begrenzten Ressourcen. Wirtschaftliches Wachstum sichert derzeit Stabilit\u00e4t, f\u00fchrt jedoch gleichzeitig zu steigendem Ressourcenverbrauch.<\/p>\n<p>Die Frage lautet daher nicht nur: Was k\u00f6nnen Einzelne tun? Sondern auch: Welche Strukturen m\u00fcssen sich ver\u00e4ndern?<\/p>\n<p>Diskutiert wurden zentrale Transformationsfelder:<\/p>\n<ul>\n<li>der Ausbau erneuerbarer Energien<\/li>\n<li>eine Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfgesellschaft<\/li>\n<li>Resilienz statt einseitiger Effizienz<\/li>\n<li>ein Finanzsystem, das Realwirtschaft unterst\u00fctzt statt spekulative Blasen f\u00f6rdert<\/li>\n<li>ein Bildungssystem, das Kreativit\u00e4t und Verantwortungsbewusstsein st\u00e4rkt<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Frieden und Nachhaltigkeit<\/h3>\n<p>Ein weiterer Aspekt war die enge Verbindung zwischen Klimaschutz und Frieden. Milit\u00e4rische Konflikte versch\u00e4rfen \u00f6kologische Krisen, w\u00e4hrend Ressourcenknappheit wiederum Konflikte beg\u00fcnstigt. Nachhaltigkeit und Frieden bedingen einander. Eine zukunftsf\u00e4hige Welt braucht beides.<\/p>\n<h3>Lebensqualit\u00e4t statt Lebensstandard<\/h3>\n<p>Ein besonders ermutigender Teil des Vortrags richtete den Blick auf das Positive: auf die Frage, was wir gewinnen k\u00f6nnen. Die notwendige Transformation bedeutet nicht in erster Linie Verzicht, sondern eine Neubestimmung von Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Studien zeigen, dass Gl\u00fcck und Zufriedenheit weniger von materiellem Besitz abh\u00e4ngen als von sozialen Beziehungen, Zeit, Sinn, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit. Hier wurde zwischen extrinsischen Werten wie Status, Macht und materiellem Erfolg und intrinsischen Werten wie Zugeh\u00f6rigkeit, Solidarit\u00e4t und Selbstakzeptanz unterschieden. Letztere tragen wesentlich st\u00e4rker zum pers\u00f6nlichen Wohlbefinden bei.<\/p>\n<p>Das Konzept der Suffizienz \u2013 des \u201eGenug\u201c \u2013 wurde als m\u00f6glicher Weg vorgestellt: nicht maximal konsumieren, sondern bewusst entscheiden, was wirklich notwendig ist. Wenn globale Gerechtigkeit gelingen soll, braucht es in reichen Gesellschaften ein Umdenken.<\/p>\n<h3>Vom Fu\u00dfabdruck zum Handabdruck<\/h3>\n<p>Ein wichtiges Bild war der Unterschied zwischen Fu\u00dfabdruck und Handabdruck. Der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck beschreibt das individuelle Verhalten \u2013 etwa Energieverbrauch oder Mobilit\u00e4t. Der Handabdruck hingegen steht f\u00fcr strukturelle Wirkung: politisches Engagement, gesellschaftliche Mitgestaltung, Gespr\u00e4che im eigenen Umfeld, bewusste Wahlentscheidungen.<\/p>\n<p>Beides ist notwendig. Pers\u00f6nliche Ver\u00e4nderungen sind wichtig, doch langfristige Wirkung entsteht vor allem durch gemeinsames Handeln.<\/p>\n<h3>Drei Fragen f\u00fcr die Zukunft<\/h3>\n<p>Am Ende standen drei Leitfragen im Raum:<\/p>\n<ol>\n<li>Was wollen wir bewahren?<\/li>\n<li>Was m\u00fcssen wir loslassen?<\/li>\n<li>Was k\u00f6nnen wir neu lernen oder wiederentdecken?<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Bewahren m\u00f6chten wir Menschenrechte, W\u00fcrde, Demokratie und Frieden.<\/li>\n<li>Loslassen m\u00fcssen wir zerst\u00f6rerische Abh\u00e4ngigkeiten von fossilen Energien und ein Denken, das unbegrenztes Wachstum voraussetzt.<\/li>\n<li>Neu lernen k\u00f6nnen wir Gemeinwohlorientierung, Solidarit\u00e4t und den respektvollen Umgang mit der Natur.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Ermutigung als Haltung<\/h3>\n<p>Der Abend endete mit einer klaren Botschaft: Die Herausforderungen sind gro\u00df \u2013 doch Resignation ist keine Option. Ermutigung bedeutet nicht, Probleme zu verharmlosen, sondern ihnen mit Klarheit und gemeinsamer Vision zu begegnen.<\/p>\n<p>Die Fastenzeit kann ein Anlass sein, Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln. Die Klimakrise verlangt langfristiges Engagement \u2013 aber sie er\u00f6ffnet auch die Chance auf eine gerechtere, solidarischere und lebenswertere Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die zahlreichen Gespr\u00e4che im Anschluss zeigten: Das Thema bewegt \u2013 und es verbindet. Ermutigung entsteht dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung \u00fcbernehmen und den Mut finden, Zukunft aktiv zu gestalten.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Weitere Angebote<\/h3>\n<p>Neben der obigen Zusammenfassung bieten wir zwei weitere Angebote, sich tiefer mit dem Vortrag auseianderzusetzen.<\/p>\n<p>Den kompletten Vortrag nachlesen<\/p>\n<a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/vortrag_01_komplett.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"on\">vortrag_01_komplett<\/a>\n<p>Den kompletten Vortrag noch einmal anh\u00f6ren!<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-17939-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/fastenaktion2026\/Abend_2026-1\/FA2026-01.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/fastenaktion2026\/Abend_2026-1\/FA2026-01.mp3\">https:\/\/hallein-evangelisch.at\/fastenaktion2026\/Abend_2026-1\/FA2026-01.mp3<\/a><\/audio>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[24.02.2026] Bei wahrlich unfreundlichem Wetter, bei dem man &#8222;keinen Hund vor\u00b4s Haus jagt&#8220;, startete der erste Abend der \u00f6kumenischen Fastenaktion 2026. 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