{"id":18141,"date":"2026-03-23T00:00:15","date_gmt":"2026-03-22T23:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18141"},"modified":"2026-03-13T10:08:37","modified_gmt":"2026-03-13T09:08:37","slug":"ostern-tanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18141","title":{"rendered":"Ostern tanzen"},"content":{"rendered":"<p>[23.03.2026]<\/p>\n<p class=\"p1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-16935\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Annemarie-Goldbrich-300x402.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Annemarie-Goldbrich-300x402.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Annemarie-Goldbrich-600x804.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Annemarie-Goldbrich.png 652w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Das beschwingte Osterlied \u201eWir stehen im Morgen\u201c von J\u00f6rg Zink und Hans-J\u00fcrgen Hufeisen l\u00e4dt uns ein, zu Ostern zu tanzen. Im leichten, fr\u00f6hlich vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngenden Rhythmus klingt das Halleluja, das wir aus vielen anderen Osterliedern kennen. Doch hier bleibt der Jubel nicht bei Worten. Im Refrain wird er begr\u00fcndet: \u201ees bricht ein Stein \u2013 ein Tanz setzt ein.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">Ein Stein \u2013 toter kann ein Gegenstand der Natur kaum sein. Jesu Grab, aus Stein, aus Felsen gehauen, ist Sinnbild f\u00fcr Endg\u00fcltigkeit, f\u00fcr Stillstand, f\u00fcr Tod. Und genau dieser Stein bricht. Wie reagieren wir darauf? Der Liedtext gibt eine \u00fcberraschende Antwort: nicht nur mit Worten, nicht nur mit Gesang, sondern er l\u00e4dt ein, mit dem ganzen K\u00f6rper zu reagieren. Tanzen als Zeichen von Freude, Lebendigkeit und Leichtigkeit. Tanzen als Ausdruck eines Lebens, das sich losl\u00f6st von Angst, Schuld, Resignation, von all dem, was uns daran hindert, frei zu leben.<\/p>\n<p class=\"p1\">F\u00fcr evangelische Christinnen und Christen ist dieser Gedanke ungewohnt. Das Singen ist tief in der evangelischen Tradition verankert \u2013 vom Choral bis zum modernen Kirchenlied. Der K\u00f6rper hingegen blieb lange zur\u00fcckhaltend. Der Glaube wurde geh\u00f6rt, gedacht, gesungen, aber selten getanzt. Tanzen galt oft als weltlich, als zu ausgelassen, bei manchen sogar als anst\u00f6\u00dfig. Betrachten wir aber einen Menschen als Ganzes, dann geh\u00f6rt der K\u00f6rper dazu. Hoffentlich bleibt Geh\u00f6rtes und Verstandenes nicht in Gedanken, sondern es folgen Taten, die mit Hilfe des K\u00f6rpers umgesetzt und ausgedr\u00fcckt werden. Wie dr\u00fcckt man Freude und Freiheit aus?<\/p>\n<p class=\"p1\">In der Bibel spielt Tanzen auch keine zentrale Bedeutung, aber es gibt die Geschichten, in denen Menschen ihre Freude im Tanz ausdr\u00fccken, in denen Tanz zum Gebet des K\u00f6rpers wird. Mirjam, die Schwester des Moses, greift nach dem Durchzug durch das Schilfmeer zur Pauke, und die Frauen tanzen ihr hinterher. Sie geben ihrer Freude \u00fcber die Befreiung aus der Knechtschaft Ausdruck. K\u00f6nig David und das ganze Volk h\u00fcpften und tanzten vor der Bundeslade, dem Ort von Gottes N\u00e4he. Dabei war er so wild und ausgelassen, dass es seine Frau als unm\u00f6glich empfand. K\u00f6nig David tut die Einw\u00e4nde ab und erwidert, auch k\u00fcnftig vor allen Knechten und M\u00e4gden tanzen zu wollen. Denn, so David weiter, tanze er vor Gott und erachte sich selbst dabei nicht f\u00fcr wichtig, so w\u00fcrden Knechte und M\u00e4gde ihn achten.<\/p>\n<p class=\"p1\">Auch Ostern kehrt die weltlichen Machtverh\u00e4ltnisse um. Haben wir das Gef\u00fchl, wild gewordene m\u00e4chtige Herrscher, Kriege und Gewalt w\u00fcrden gewinnen, so zeigt uns Gott, dass er m\u00e4chtiger als sogar die vermeintlich gr\u00f6\u00dfte Macht, der Tod ist. Die Auferstehung Jesu ist nicht nur ein theologischer Gedanke, sondern der Startpunkt f\u00fcr eine neue Wirklichkeit. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Weltliche Machtverh\u00e4ltnisse gelten nicht mehr. Was uns festgehalten, beschwert, niedergezogen hat, darf abgesch\u00fcttelt werden. Wortw\u00f6rtlich absch\u00fctteln. \u201eein Tanz setzt ein\u201c, das ist nicht direkt eine Aufforderung, sondern ein Angebot. Wer m\u00f6chte darf sich mit der Musik, dem Halleluja, mit der Freiheit von Ostern bewegen: Starre Haltungen l\u00f6sen, Lasten von den Schultern sch\u00fctteln, tanzen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Mit Worten die Schwingung und Sch\u00f6nheit des Liedes zu beschreiben, f\u00e4llt mir schwer, daher lade ich zum gemeinsamen Singen (und Tanzen?) des Liedes im Ostergottesdienst ein.<\/p>\n<p class=\"p1\"><em>Eure Vikarin Annemarie<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[23.03.2026] Das beschwingte Osterlied \u201eWir stehen im Morgen\u201c von J\u00f6rg Zink und Hans-J\u00fcrgen Hufeisen l\u00e4dt uns ein, zu Ostern zu tanzen. 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