{"id":18567,"date":"2026-06-10T16:51:27","date_gmt":"2026-06-10T14:51:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18567"},"modified":"2026-06-10T16:52:03","modified_gmt":"2026-06-10T14:52:03","slug":"karfreitag-volksbegehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18567","title":{"rendered":"Karfreitag-Volksbegehren"},"content":{"rendered":"<p>[10.06.2026]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-17847\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-300x225.png 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-600x450.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-1024x768.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-1536x1152.png 1536w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-678x509.png 678w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-326x245.png 326w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG-80x60.png 80w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/cornelia_richter_ohne_BG.png 2047w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Den Karfreitag als Feiertag f\u00fcr alle fordert ein privatrechtliches <strong>Volksbegehren<\/strong>, das vom <strong>15. bis 22. Juni<\/strong> zur Unterzeichnung aufliegt. 2019 wurde der Karfreitag als gesetzlicher Feiertag f\u00fcr Angeh\u00f6rige der Evangelischen Kirche A.B., der Evangelischen Kirche H.B., der Altkatholischen und der Methodistischen Kirche durch die damalige \u00d6VP-FP\u00d6-Regierung abgeschafft, betroffen sind davon in der Folge auch freikirchliche Arbeitnehmer:innen. Vorangegangen war ein komplizierter Rechtsstreit, in dem ein konfessionsloser Arbeitnehmer auf Zahlung eines Feiertagsentgelts am Karfreitag geklagt hatte. \u00dcbrig geblieben ist letztlich der Karfreitag als \u201epers\u00f6nlicher Feiertag\u201c, der allerdings aus dem Urlaubskontingent in Anspruch genommen werden muss.<\/p>\n<p>\u201eDas war ein Schlag ins Gesicht der Evangelischen\u201c, blickt die evangelisch-lutherische Bisch\u00f6fin Cornelia Richter zur\u00fcck. Seitdem \u201ebrodelt es in vielen Pfarrgemeinden sehr\u201c \u2013 nahezu bei jedem Besuch werde sie auf den Karfreitag angesprochen. Wer die Geschichte kenne, verstehe besser, \u201eweshalb die Evangelischen so bitter entt\u00e4uscht sind\u201c, erkl\u00e4rt die Bisch\u00f6fin gegen\u00fcber dem Evangelischen Pressedienst. \u201eDie Evangelischen Kirchen haben durch die Gegenreformation so viel verloren, dass sie ohnehin zur Minderheitenkirche reduziert worden sind\u201c, f\u00fchrt Richter aus, \u201eund dann nimmt man ausgerechnet denjenigen Feiertag weg, der ihnen 1781 wenigstens als ein Zeichen der Wiedergutmachung zuerkannt wurde, der 1955 nochmals best\u00e4tigt wurde und der f\u00fcr sie bis heute identit\u00e4tsstiftend ist\u201c. Es sei daher kein Wunder, dass der \u00c4rger und die Entt\u00e4uschung noch nach mehreren Jahren deutlich sp\u00fcrbar seien. Auch die private Initiative von Helmut Kern und Martin Wabl, ein Volksbegehren aufzulegen, sei ein Ausdruck daf\u00fcr und k\u00f6nne gerne von vielen Evangelischen unterschrieben werden.<\/p>\n<p>Die Evangelische Kirche als Institution unterst\u00fctze das Volksbegehren dennoch nicht direkt, weil die juristischen, sozialpolitischen und \u00f6konomischen Aspekte \u201ein ihrer Komplexit\u00e4t weit \u00fcber die Forderung des Volksbegehrens hinausgehen\u201c, h\u00e4lt Richter fest. Die Kirchenleitung, vor allem die Bisch\u00f6fin der Evangelischen Kirche A.B., sei gemeinsam mit der Superintendentin und den Superintendenten sowie den Superintendentialkurator:innen der Di\u00f6zesen intensiv damit befasst, das Thema des Karfreitags \u201ekonsensorientiert in die Gespr\u00e4che mit Vertreter:innen der politischen Parteien\u201c einzubringen, gleichzeitig werde auch laufend auf \u00f6kumenischer Ebene eine Verst\u00e4ndigung gesucht.<\/p>\n<h3>Karfreitag erz\u00e4hlt \u201eDrama der Menschheitsgeschichte\u201c<\/h3>\n<p>Der Karfreitag sei \u201euntrennbar verbunden mit Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu Christi\u201c, so die Bisch\u00f6fin. Darin komme dem Karfreitag auch eine historische und theologische Bedeutung zu, die f\u00fcr die gesamte Gesellschaft relevant sei, \u201edenn in ihm wird ein Drama der Menschheitsgeschichte erz\u00e4hlt\u201c, betont die Bisch\u00f6fin. \u201eUnd zwar eines, das bis heute zugleich zur politischen Vorsicht mahnt als auch Hoffnung gibt.\u201c<\/p>\n<p>Der Karfreitag erinnere theologisch an das Leiden und Sterben von Jesus Christus, \u201eeinem jungen Mann, der ausgezogen ist, um die Welt zu ver\u00e4ndern\u201c, und der sich \u201eGott auf einzigartige Weise als Sohn verbunden\u201c wusste. Diese N\u00e4he habe er anderen nahegebracht und dabei mit Menschen gesprochen, deren Not niemand sonst sehen wollte. \u201eEr hat hingeschaut, und sie f\u00fchlten sich ernst genommen, heilsam ber\u00fchrt \u2013 er hat ihnen ihre W\u00fcrde zur\u00fcckgegeben\u201c, sagt Richter. Hoch umjubelt sei er dann mit vielen Anh\u00e4ngern in Jerusalem eingezogen. Bis die Stimmung kippte und er verraten wurde. Richter: \u201eMan hat ihm den Prozess gemacht, und obwohl er vor Gericht f\u00fcr unschuldig befunden wurde, hat eine w\u00fctende Menge seinen Tod gefordert. Er wurde gefoltert und ans Kreuz genagelt. Allein diese Geschichte muss uns bis heute ein Mahnmal sein, weil sie weltweit alle Menschen treffen kann, die sich politisch und sozial f\u00fcr andere einsetzen.\u201c<\/p>\n<p>Damit, so die Bisch\u00f6fin weiter, h\u00e4tte die Geschichte aus sein k\u00f6nnen, \u201eaber zum Erstaunen der Zeitgenossen Jesu ist sie weitergegangen\u201c, denn nach seinem Tod h\u00e4tten sie verstanden, \u201edass Jesus Christus durch sein Wort, durch seine Predigt, durch sein vers\u00f6hnendes Handeln und durch all das, was er war und wie er Menschen zusammenbringen konnte, weiter gewirkt hat\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Erfahrung, dass Gott auch in Leid und Tod bei den Menschen sei, dass sie durch Leid und Tod hindurch neues Leben sehen konnten und dass der Tod daher vor Gott nicht das letzte Wort habe \u2013 f\u00fcr diese bis heute f\u00fcr viele Menschen unerwartete und \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrung stehe das Osterfest, das Fest der Auferstehung, des Neuwerdens und der \u201eunb\u00e4ndigen Hoffnung auf neues Leben\u201c, unterstreicht die Bisch\u00f6fin.<\/p>\n<h3>Landessuperintendent Stoffers kritisiert \u201eUmspringen mit Minderheiten\u201c<\/h3>\n<p>In einem Leserbrief, der in der Tageszeitung \u201eDie Presse\u201c (6. Juni) erschienen ist, nimmt auch der reformierte Landessuperintendent Ralf Stoffers zum Karfreitag Stellung. Wenige Tage davor hatte dort Hans Winkler in einem Kommentar religi\u00f6se Feiertage kritisch hinterfragt und f\u00fcr eine Reduktion pl\u00e4diert. Zu der Abschaffung des Karfreitags als gesetzlicher Feiertag im Jahr 2019 schreibt Stoffers: \u201eUnd \u201atraurig\u2018 finde ich nach wie vor, wie die damaligen Regierungsparteien (\u00d6VP\/FP\u00d6) mit \u2013 in dem Fall: religi\u00f6sen \u2013 Minderheiten \u201aumgesprungen\u2018 sind. Wer dieses Prinzip heute noch verst\u00e4ndnisvoll kommentiert, akzeptiert damit eine grunds\u00e4tzlich inakzeptable Vorgehensweise\u201c, so der Landessuperintendent. \u201eViel trauriger\u201c sei allerdings, \u201edass eine Gesellschaft trotz zahlreicher individueller wie auch gesellschaftlich-politischer Leid-, Schmerz- und Scheitern-Erfahrungen auf die Auseinandersetzung mit dem Inhalt und der Bedeutung des Karfreitags verzichten zu k\u00f6nnen meint\u201c.<\/p>\n<p><em>Quelle: Evangelischer Pressedienst \u00d6sterreich (epd) \/ Wien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[10.06.2026] Den Karfreitag als Feiertag f\u00fcr alle fordert ein privatrechtliches Volksbegehren, das vom 15. bis 22. 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