{"id":18729,"date":"2026-08-07T00:00:50","date_gmt":"2026-08-06T22:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18729"},"modified":"2026-08-05T15:50:46","modified_gmt":"2026-08-05T13:50:46","slug":"neuanfang-vor-gott-kann-und-darf-es-jeden-tag-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18729","title":{"rendered":"Neuanfang vor Gott \u201ekann und darf es jeden Tag geben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>[07.08.2026]<\/p>\n<p>Bisch\u00f6fin Richter beleuchtete bei \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c Dimensionen der Erl\u00f6sung Das \u201eWunder der Vers\u00f6hnung\u201c geschehe leichter, wo Menschen an sich selbst vers\u00f6hnendes Handeln erfahren, sagte Bisch\u00f6fin Cornelia Richter im Rahmen der \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c.<\/p>\n<p>\u201eVers\u00f6hnung und Vergebung sind nur m\u00f6glich, wenn wir uns konfrontieren mit dem, was war.\u201c Das unterstrich Bisch\u00f6fin Cornelia Richter am dritten und letzten Tag der Reihe der \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c zum Thema \u201eHoffnung, Zweifel und Leben als Dimensionen der Erl\u00f6sung\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-18732 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-300x363.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-300x363.jpg 300w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-600x726.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-846x1024.jpg 846w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-1269x1536.jpg 1269w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter-1692x2048.jpg 1692w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bischoefin_richter.jpg 1972w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Beides \u2013 Vers\u00f6hnung und Vergebung \u2013 seien von der Sch\u00f6pfung Gottes her auf den Menschen hin zu verstehen, \u201ealso auf unser Leben im Hier und Jetzt \u2013 weshalb die F\u00e4higkeit und die Bereitschaft, anderen Menschen zu vergeben, eine Konsequenz der Vers\u00f6hnungslehre ist\u201c, erkl\u00e4rte die evangelisch-lutherische Bisch\u00f6fin bei ihrem Vortrag unter dem Titel \u201eDie Soteriologie als gedankliches Zentrum der Glaubenslehre und als tragender Grund menschlichen Lebens\u201c. Der theologische Begriff der Soteriologie \u2013 die Lehre von der Erl\u00f6sung und dem Heil des Menschen \u2013 beziehe sich Richter zufolge auf die genuine Wahrheit Gottes selbst, d.h. die Erl\u00f6sung sei \u201enicht ein Werk, das ihm von au\u00dfen oder kontingent \u2013 zuf\u00e4llig \u2013 zukommt, sondern in der Soteriologie bringt sich Gott selbst zum Ausdruck\u201c.<\/p>\n<p>Hierbei gehe es um ein \u201eHeilshandeln Gottes, das wir nicht immer verstehen und dessen letzte Realisierung und Vollendung definitiv noch ausstehen\u201c, sagte Richter. Dass \u201eniemand in der Scham versinken\u201c m\u00fcsse, sei das Faszinierende und \u201edefinitiv Resilienz F\u00f6rderliche\u201c am christlichen Glauben. \u201eVor Gott kann und darf es jeden Tag aufs Neue einen Neuanfang geben. Ob in der ehrlich vorgebrachten Bitte um Vergebung oder in der schlichten Zuwendung des Anderen\u201c, betonte die Bisch\u00f6fin.<\/p>\n<p>Das \u201eWunder der Vers\u00f6hnung\u201c geschehe leichter, wo Menschen an sich selbst vers\u00f6hnendes Handeln erfahren und gelernt haben, dass Vers\u00f6hnung m\u00f6glich sei. \u201eDeshalb ist es gut, dass wir in einer Tradition leben, in der Vers\u00f6hnung und Erl\u00f6sung im Zentrum stehen\u201c, hob Richter hervor. \u201eMit unserer Tradition w\u00fcsste ich nicht anders zu leben als aus einem Vertrauen und aus einer Hoffnung, die im Hier und Jetzt tr\u00e4gt und zugleich weit \u00fcber unser menschliches Leben hinausweist\u201c, so die Bisch\u00f6fin.<\/p>\n<h3>Sozialneurowissenschaftlerin Tania Singer: Empathie mit Wertsch\u00e4tzung<\/h3>\n<p>Die Sozialneurowissenschaftlerin und Psychologin Tania Singer sprach beim dritten Teil der \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c \u00fcber die neurobiologischen Grundlagen von Mitgef\u00fchl und Empathie. Ihr zufolge beinhalte das menschliche Gehirn verschiedene Netzwerke f\u00fcr Empathie, Mitgef\u00fchl und Aufmerksamkeit. \u201eMit mentalen \u00dcbungen kann man diese Netzwerke trainieren\u201c, sagte Singer. Dabei gelte es, vom empathischen ins mitf\u00fchlende Zuh\u00f6ren zu kommen. Dieses sei insbesondere f\u00fcr jene Menschen \u201eextrem relevant\u201c, die mit Leiden konfrontiert werden, wie \u00c4rzt:innen, Therapeut:innen oder Lehrer:innen.<\/p>\n<p>\u201eFriedensarbeit f\u00e4ngt im Mitgef\u00fchl an\u201c, zeigte sich Singer \u00fcberzeugt, denn Mitgef\u00fchl sei kein blo\u00dfes Mitleiden, es umfasse vielmehr Liebe, Akzeptanz und F\u00fcrsorge. Singer pl\u00e4dierte zugleich f\u00fcr eine \u201eEmpathie mit Wertsch\u00e4tzung\u201c gegen\u00fcber anderen Menschen. Einer konstruktiven, friedlichen Kommunikation f\u00f6rderlich sei dabei die \u00dcbernahme der Perspektiven anderer Menschen. \u201eDie Perspektiv\u00fcbernahme erlaubt mir zu verstehen, dass meine Glaubenss\u00e4tze nicht unbedingt jene der anderen Menschen sind\u201c, erkl\u00e4rte die Forscherin.<\/p>\n<p>Die abschlie\u00dfende Diskussion wurde von der Wissenschaftsjournalistin Elisabeth J. N\u00f6stlinger-Jochum moderiert.<\/p>\n<h3>\u201eMiserere \u2013 Erbarmen. Vergebung. Erl\u00f6sung\u201c<\/h3>\n<p>Die Veranstalter:innen der \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c hatten in der Er\u00f6ffnungswoche der Salzburger Festspiele vom 20. bis 22. Juli zu Vortr\u00e4gen und Podiumsdiskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Theologie, Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaften in die SalzburgKulisse im Haus f\u00fcr Mozart eingeladen. Die Diskursreihe begleitete die \u201eOuverture spirituelle\u201c der Salzburger Festspiele und widmete sich heuer schwerpunktm\u00e4\u00dfig dem Thema \u201eMiserere \u2013 Erbarmen. Vergebung. Erl\u00f6sung\u201c. Die Vortragenden gaben Impulse aus verschiedenen Denkrichtungen. Zudem war das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen. Er\u00f6ffnet wurde die Reihe am 20. Juli vom katholischen Salzburger Erzbischof Franz Lackner mit einer Einf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2012 haben sich die \u201eDisputationes Salzburg\u201c im Rahmen der \u201eOuverture Spirituelle\u201c zu einem fixen Bestandteil der Salzburger Festspielsaison entwickelt. Sie verstehen sich als interdisziplin\u00e4res Forum f\u00fcr den Dialog zwischen Wissenschaft, Religion und Gesellschaft. Die j\u00e4hrliche Veranstaltungsreihe widmete sich bereits dem Judentum, dem Buddhismus, dem Islam, den indischen Philosophien sowie der Vielfalt der christlichen Kirche des Ostens. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, grundlegende Fragen menschlicher Existenz aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und spirituellen Perspektiven zu er\u00f6rtern.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sprachen bereits \u00fcber 140 Vertreter:innen der gro\u00dfen Weltreligionen und Pers\u00f6nlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft \u00fcber die Wirkung von Kultur und Religion auf den Menschen, \u00fcber spirituelle Momente in der Kunst, \u00fcber Gemeinsames und Trennendes in Musik und Mystik verschiedener Glaubensrichtungen sowie \u00fcber die gro\u00dfen Fragen der Menschheit nach Herkunft und Endlichkeit.<\/p>\n<p><em>Quelle: Evangelischer Pressedienst \u00d6sterreich (Salzburg)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[07.08.2026] Bisch\u00f6fin Richter beleuchtete bei \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c Dimensionen der Erl\u00f6sung Das \u201eWunder der Vers\u00f6hnung\u201c geschehe leichter, wo Menschen an sich selbst vers\u00f6hnendes Handeln erfahren, sagte Bisch\u00f6fin Cornelia Richter im Rahmen der \u201eDisputationes Salzburg 2026\u201c. <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18729\" title=\"Neuanfang vor Gott \u201ekann und darf es jeden Tag geben\u201c\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":8,"featured_media":18732,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[113],"tags":[],"class_list":["post-18729","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-presse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18729"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18729\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18734,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18729\/revisions\/18734"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}