{"id":18772,"date":"2026-09-07T00:00:39","date_gmt":"2026-09-06T22:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18772"},"modified":"2026-08-31T23:28:32","modified_gmt":"2026-08-31T21:28:32","slug":"du-sollst-nicht-luegen-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18772","title":{"rendered":"Du sollst nicht l\u00fcgen (1\/7)"},"content":{"rendered":"<p>[07.09.2026]<\/p>\n<p>\u201eDu sollst nicht l\u00fcgen!\u201c \u2013 so wird oft das 8. Gebot in Kurzform wiedergegeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-11662\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_6_F-239x300.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_6_F-239x300.png 239w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_6_F-477x600.png 477w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/peter_gabriel_6_F.png 592w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/>Das haben wir alle schon erlebt: Wenn jemand mich bewusst anl\u00fcgt, mir die Unwahrheit erz\u00e4hlt, dann geht Vertrauen verloren, dann f\u00fchle ich mich get\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Dabei gibt es \u201eharmlose\u201c L\u00fcgen, die keinen gro\u00dfen Schaden anrichten (z.B. wenn ich behaupte, dass die Sonne scheint, obwohl es regnet), h\u00e4ufig gebrauchte L\u00fcgen wie \u201eIch habe keine Zeit\u201c (korrekt w\u00e4re zu sagen, dass mir anderes wichtiger ist), Notl\u00fcgen, aber auch L\u00fcgen mit gro\u00dfen Folgen, wenn ich z.B. einen Herzinfarkt vort\u00e4usche, die Rettungskette anl\u00e4uft, und ich dann alle auslache: war doch nur ein Scherz. Mit Bombendrohungen ist es ganz \u00e4hnlich.<\/p>\n<h3>Mehr als nur \u201eDu sollst nicht l\u00fcgen!\u201c<\/h3>\n<p>Doch die Kurzfassung geht am eigentlichen Sinn des Gebotes vorbei! In der \u00dcbersetzung Martin Luthers hei\u00dft es \u201eDu sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen N\u00e4chsten.\u201c Und in seiner Erkl\u00e4rung im Kleinen Katechismus f\u00fchrt er aus: \u201eWir sollen Gott f\u00fcrchten und lieben, dass wir unseren N\u00e4chsten nicht bel\u00fcgen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.\u201c<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich ist wohl die Falschaussage des Zeugen vor Gericht gegen\u00fcber einem Angeklagten gemeint. Deshalb werden in der Regel mehrere Zeugen ben\u00f6tigt, damit nicht auf Grund einer Falschaussage jemand unschuldig verurteilt wird.<\/p>\n<p>Aber das Gebot greift viel weiter! Es will davor sch\u00fctzen, dass jemand \u00fcber eine andere Person etwas behauptet, was gar nicht stimmt, sie damit in ein schlechtes Licht setzt, vor anderen blamiert. Ich kann damit den Ruf eines Menschen unwiederbringlich kaputt machen, sogar seine berufliche Existenz zerst\u00f6ren. Verleumdung nennen wir das. Mobbing geht in eine \u00e4hnliche Richtung. Und im medialen Zeitalter l\u00e4uft das nicht nur \u00fcber das gesprochene Wort, ein geschickt gestreutes Ger\u00fccht, sondern online verbreitet sich alles viel schneller, wird gepostet, verlinkt \u2013 und ist aus den Tiefen des weltweiten Netzes fast nicht mehr zu l\u00f6schen.<\/p>\n<h3>Wenn Worte Menschen verletzen<\/h3>\n<p>Im Zeitalter des Bewusstseins, wie wichtig Gewaltschutz ist, bekommt das Gebot eine weitere Dimension: Wenn jemand mir auf irgendeine Weise zu nahekommt, ist es wichtig, das zu \u00e4u\u00dfern. Die Bibel r\u00e4t dazu, Konflikte mit der betroffenen Person zu kl\u00e4ren oder ein Gespr\u00e4ch mit einer vermittelnden Person zu suchen. Wir wissen heute: Bei massiven \u00dcbergriffen ist die Anzeige der richtige Weg. Doch Ger\u00fcchte zu streuen, \u00f6ffentlich den anderen in den Schmutz zu ziehen \u2013 das ist nicht im Sinne Jesu Christi.<\/p>\n<p>Das Gebot will verhindern, dass falsche Anschuldigungen gerade auch in den Bereichen erhoben werden, die der Gewaltschutz umfasst. Wissend, wie sensibel dieses Thema ist, wie wichtig ein guter Umgang mit \u00dcbergriffen ist \u2013 ist es umso verwerflicher, jemand anderen zu verleumden, etwas in die Welt zu setzen, was jeder Realit\u00e4t entbehrt.<\/p>\n<p>Und ganz allgemein: Wenn ich schon \u00fcber einen anderen Menschen spreche, dann sollte ich Gutes, Positives \u00fcber ihn erz\u00e4hlen, ihn loben, sagen, wo er mir gutgetan hat.<\/p>\n<h3>Freiheit durch Achtung und Respekt<\/h3>\n<p>Das Ziel der 10 Gebote, die Gott dem Volk Israel schenkt und die ja auch f\u00fcr Christen und Christinnen gelten, ist die Freiheit. Die Israeliten haben erlebt, wie Gott sie aus der Sklaverei in \u00c4gypten befreit. Doch Freiheit geht viel weiter. Wo ich um mein Leben f\u00fcrchten muss, wo Unehrlichkeit in Beziehungen herrscht, wo Menschen das weggenommen wird, was sie zum Leben brauchen, wo Neid, Gier und Missgunst das Miteinander bestimmen und wo wie im 8. Gebot schlecht \u00fcber andere gesprochen, ja jemand verleumdet wird \u2013 da geht die Freiheit verloren.<\/p>\n<p>Die Freiheit f\u00fcr mich als einzelnen, die Freiheit, sich ungezwungen, mit Achtung und Respekt in einer Gruppe zu begegnen.<\/p>\n<p>Gott w\u00fcnscht sich, dass Menschen seine Gebote beherzigen, dass sie in seinem Sinne miteinander umgehen, mit Achtung und Respekt, mit Barmherzigkeit, Liebe und Vergebung. Doch Gott, Jesus und die Bibel wissen, wie schwer das ist\u2026<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte es dennoch immer wieder versuchen! Macht ihr mit?<\/p>\n<p><em>Euer Pfarrer Peter<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[07.09.2026] \u201eDu sollst nicht l\u00fcgen!\u201c \u2013 so wird oft das 8. Gebot in Kurzform wiedergegeben. 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