{"id":227,"date":"2012-12-19T10:12:58","date_gmt":"2012-12-19T10:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=227"},"modified":"2018-09-09T18:40:31","modified_gmt":"2018-09-09T16:40:31","slug":"geschichte-des-weihnachtsbaumes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=227","title":{"rendered":"Geschichte des Weihnachtsbaumes"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr werden 2,5 Millionen Weihnachtsb\u00e4ume in \u00d6sterreich zum Christfest geschm\u00fcckt und aufgestellt. Diese sch\u00f6ne Sitte, die ihren Ursprung im deutschen Raum hat, reicht in ihren Wurzeln sehr weit zur\u00fcck.\u00a0Bei vielen naturverbundenen V\u00f6lkern der Erde, insbesondere den Indogermanen, war der Baum als Symbol des fortw\u00e4hrenden Lebens und des st\u00e4ndigen Wachstums ein Objekt kultischer Verehrung. Bei allen Festen des Jahres fand sich der Brauch, gr\u00fcne, m\u00f6glichst auch bl\u00fchende oder geschm\u00fcckte B\u00e4ume, Zweige oder Kr\u00e4nze aufzustellen.<\/p>\n<p>Aus diesem alten Baumkult entwickelte sich besonders im Mittelalter der Brauch, zum Mittwinterfest mit Tannenb\u00e4umen und \u2013zweigen \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, Kirchen, Festr\u00e4ume aber auch Haus und Hof sowie h\u00e4usliche Stuben auszuschm\u00fccken.<br \/>\nDas Auftreten des ersten Weihnachtsbaumes wird von der National Christmas Tree Association auf das Jahr 1510, im lettischen Riga datiert. Hier wurde vor dem Rathaus zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende ein Baum aufgestellt, der von Kindern mit Wollf\u00e4den, Stroh und \u00c4pfeln geschm\u00fcckt und dann zur Fastenzeit verbrannt wurde.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa ist das Auftreten der ersten Weihnachtsb\u00e4ume in der Mitte des 16. Jahrhunderts verb\u00fcrgt. Ende dieses Jahrhunderts entstand auch die fr\u00fche Form des heute so beliebten Liedes \u201eO Tannenbaum\u201c \u2013 auch dies ein Beleg f\u00fcr die Existenz des Baumes.<br \/>\nAnf\u00e4nglich sah die Kirche im Weihnachtsbaum ein heidnisches Ritual, das es zu bek\u00e4mpfen galt. Der evangelische Stra\u00dfburger M\u00fcnsterprediger Johann Conrad Dannbauer benannte den \u201eWeynacht Baum\u201c 1647 als \u201eLappalie\u201c und \u201eKinderspiel\u201c und beklagte, dass damit mehr Zeit als mit Gottes Wort und heiligen \u00dcbungen zugebracht werde.<\/p>\n<p>Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts entdeckten auch der Adel und das gehobene B\u00fcrgertum den Weihnachtsbaum, wo er bald zum nat\u00fcrlichen Mittelpunkt des Weihnachtsfestes im Familienkreis wurde. Erst hier vollzog sich die Umdeutung vom Fruchtbarkeitssymbol zum christlichen Symbol.<\/p>\n<p>\u201eWas ist ein Weihnachtsabend ohne jenen Baum mit seinem Duft voll Wunder und Geheimnis\u201c, schrieb Theodor Storm und hielt damit fest, das bis heute wahr ist.<\/p>\n<ul>\n<li>BRUNNER, B. 2011. Die Erfindung des Weihnachtsbaums, Berlin, Insel-Verl.<\/li>\n<li>MANTEL, K. 1977. Geschichte des Weihnachtsbaumes und \u00e4hnlicher weihnachtlicher Formen \/\u00a0eine kultur- und waldgeschichtliche Untersuchung, Hannover, Schaper.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ursula Brandweiner<\/p>\n<p>P.S.: Nach \u00d6sterreich kam der Christbaum durch die evangelische Erzherzogin Henriette von Nassau-Weilburg, die 1816 am Habsburger Hof in Wien, einen solchen aufstellen lie\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Jedes Jahr werden 2,5 Millionen Weihnachtsb\u00e4ume in \u00d6sterreich zum Christfest geschm\u00fcckt und aufgestellt. 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