{"id":3183,"date":"2017-11-21T09:40:42","date_gmt":"2017-11-21T09:40:42","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=3183"},"modified":"2017-11-28T14:31:52","modified_gmt":"2017-11-28T14:31:52","slug":"herrn-karls-neue-freundin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=3183","title":{"rendered":"Herrn Karls neue Freundin"},"content":{"rendered":"<p>[2017-11-21]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?attachment_id=3185\" rel=\"attachment wp-att-3185\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3185\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/geld02-600x360.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/geld02-600x360.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/geld02-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/geld02.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Der Herr Karl war der reichste Mann seines Landes. Niemand hatte so viel Geld wie er. Seine Gesch\u00e4fte liefen fantastisch und sein Bankkonto wurde immer voller und voller, von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat, ja sogar von Tag zu Tag. Mit seinem vielen Geld konnte sich der Herr Karl kaufen, was er wollte. Und nicht nur das. Auch die Menschen schienen sich durch das viele Geld des Herrn Karl zu ver\u00e4ndern, wenn er ihnen begegnete. Alle waren sehr freundlich zu ihm, lasen ihm jeden Wunsch von den Lippen ab und \u00fcbertrafen sich gegenseitig an H\u00f6flichkeit und Freundlichkeit, sobald sie ihn auch nur von der Weite kommen sahen. Der Herr Karl wusste, dass das daran lag, dass er so erfolgreich war und er dachte sich, dass das auch in Ordnung w\u00e4re. Wer Geld hat, der ist eben beliebt, das war schon immer so, dachte er sich.<\/p>\n<p>Und das w\u00e4re wohl sein ganzes Leben lang so geblieben, wenn nicht etwas passiert w\u00e4re.\u00a0Der Herr Karl hatte sich n\u00e4mlich verliebt. Verliebt in eine Frau aus dem benachbarten Land, jenseits des gro\u00dfen Gebirges im S\u00fcden. Schon als er sie das erste Mal gesehen hatte, war es um ihn geschehen gewesen. Keine Frau konnte so lachen wie sie. So fr\u00f6hlich, so herzlich, so offen, dass es einem innerlich ganz warm ums Herz wurde. Und nun stellt euch vor, wie gl\u00fccklich der Herr Karl war, als diese bezaubernde Frau tats\u00e4chlich seine Freundin wurde. Sie waren das gl\u00fccklichste Paar auf der Welt.<\/p>\n<p>Nur eines war komisch. Immer wenn sie unter Menschen waren, wurde Herrn Karls neue Freundin ein wenig seltsam. Sie verlor ihre Fr\u00f6hlichkeit, ja man hatte den Eindruck, als f\u00fchle sie sich nicht wohl. Als der Herr Karl sie eines Tages darauf anredete, antwortete sie ihm bereitwillig: \u201eDu hast Recht, ich f\u00fchle mich gar nicht wohl, wenn wir in Gesellschaft sind. Merkst du denn gar nicht, wie komisch sich die anderen Menschen benehmen? Sie sind so eigenartig freundlich und h\u00f6flich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch, wenn es weiter nichts ist\u201c, sagte der Herr Karl, \u201edas kann ich dir erkl\u00e4ren. Das ist einfach deswegen, weil sie Respekt vor mir haben. Schlie\u00dflich bin ich der erfolgreichste Gesch\u00e4ftsmann unseres Landes.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber f\u00e4llt dir denn nicht auf, dass diese Freundlichkeit nicht echt ist? Sie sind ja gar nicht freundlich zu dir, sondern nur zu deinem Geld!\u201c\u00a0\u201eAch, was du da redest!\u201c, rief der Herr Karl, \u201edas ist doch nicht wahr.\u201c<\/p>\n<p>Und dann wechselten sie das Thema und sprachen nicht mehr dar\u00fcber. Aber am Abend, als der Herr Karl im Bett lag, dachte er wieder an die Worte seiner neuen Freundin und irgendwie schien ihm, als w\u00e4re doch etwas Wahres an dem, was sie\u00a0gesagt hatte. Also sprach er sie darauf an, als sie sich das n\u00e4chste Mal trafen. \u201eWei\u00dft du was\u201c, sagte sie zu ihm, \u201ewir k\u00f6nnen es ausprobieren. Komm mich einmal in meinem Land besuchen. Dort kennt dich keiner. Mal sehen, ob sich die Leute gleich benehmen oder ob sich etwas \u00e4ndert. Au\u00dferdem wollte ich dir schon immer mein Land zeigen, du warst ja noch nie bei mir.\u201c<\/p>\n<p>Der Herr Karl willigte ein und so trafen sie sich ein paar Tage sp\u00e4ter in ihrem Land und besuchten dort ein Dorffest, das gerade stattfand. Zun\u00e4chst dachte sich der Herr Karl, was es in diesem Land f\u00fcr unfreundliche Leute g\u00e4be, weil sie zun\u00e4chst gar keine Notiz von ihm nahmen. Niemand gr\u00fc\u00dfte ihn von weitem, niemand eilte auf ihn zu, um ihm ein paar nette Worte zu sagen. \u201eWieso sollten sie?\u201c, sagte seine Freundin, \u201esie kennen dich ja nicht. Du musst schon selbst zu ihnen hingehen.\u201c<\/p>\n<p>Nach einigem Z\u00f6gern befolgte er ihren Rat und setzte sich an einen Tisch. Freundlich machte man ihm Platz und lie\u00df ihn sogleich am Gespr\u00e4ch teilnehmen. Schnell wurde das Gespr\u00e4ch immer lebhafter und nach einer Stunde hatte der Herr Karl das Gef\u00fchl, er w\u00fcrde diese netten Menschen schon ewig kennen. Aber das Gespr\u00e4ch war irgendwie anders als sonst. In seinem Land stimmten ihm alle immer nur zu, egal, was er sagte. Hier teilten manche seine Meinung, aber manche auch nicht. Und er stellte fest, dass die Gespr\u00e4che auf diese Weise eigentlich viel unterhaltsamer waren als bei ihm zu Hause. Au\u00dferdem waren die Menschen tats\u00e4chlich ganz anders. Sie waren ebenso freundlich und h\u00f6flich, aber es war anders. Ehrlicher, offener, herzlicher.<\/p>\n<p>Als der Herr Karl das erkannte, beschloss er, von nun an \u00f6fter in das Land seiner neuen Freundin zu kommen. Und das tat er auch. Nach ein paar Wochen bemerkte er, dass er auf einmal echte Freunde hatte. Freunde, auf die er sich freute und wo er es gar nicht erwarten konnte, sie wieder zu sehen. In seinem eigenen Land war ihm das nie passiert. Dort hatte er Bekannte, viele Bekannte, aber keine Freunde. Warum f\u00e4llt mir das eigentlich erst jetzt auf, dachte er bei sich.<\/p>\n<p>Und dann verstand er auf einmal auch, warum er sich so unsterblich in seine Freundin verliebt hatte: Sie war der erste Mensch gewesen, der ihn nicht wegen seines Geldes liebte, sondern die nur ihn gern hatte, ihn den Herrn Karl selber!<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt es euch wahrscheinlich schon denken: Es dauert nicht mehr lange und der Herr Karl zog f\u00fcr immer in das Land seiner Freundin. In das Land, wo man echte Freundschaft und echte Liebe bekam, ganz ohne Geld.<\/p>\n<p>Hartmut Schwaiger <iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.meisl.info\/baseportal\/evlog&amp;ziel=Herrn_Karls_neue_Freundin\" width=\"1\" height=\"1\" frameborder=\"0\" align=\"left\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2017-11-21] Der Herr Karl war der reichste Mann seines Landes. Niemand hatte so viel Geld wie er. 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