{"id":4046,"date":"2018-03-07T09:54:53","date_gmt":"2018-03-07T09:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=4046"},"modified":"2020-04-12T09:51:06","modified_gmt":"2020-04-12T07:51:06","slug":"volljaehrig-ab-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=4046","title":{"rendered":"Vollj\u00e4hrig ab 14"},"content":{"rendered":"<p>[2018-03-07]<\/p>\n<p>[metaslider id=&#8220;4029&#8243;]<\/p>\n<p>Mit dem Thema &#8222;Firmung&#8220; bzw. &#8222;Konfirmation&#8220; besch\u00e4ftigten sich die Referenten am dritten Abend der Fastenaktion 2018 im Pfarrzentrum in Rif.<\/p>\n<p>Pastoralassistent Klaus Leisinger er\u00f6rterte die kirchengeschichtliche Entwicklung dieses Sakramentes aus r\u00f6m. kath. Sicht, Pfarrer Peter Gabriel \u00fcbernahm den Part zur Aufkl\u00e4rung der evangelischen Sichtweise. \u00dcber die praktische Umsetzung in der Pfarre Hallein schlie\u00dflich referierte die in der Stadtpfarre angestellte Pastoralassistentin Sri Fackler.<\/p>\n<h2>Wassertaufe &#8211; Geisttaufe<\/h2>\n<p>Bereits in den fr\u00fchen Jahren des Christentums gab es den Ritus der Firmung bzw, Konfirmation. Damals verstand man die Firmung als den zweiten Teil der Taufe, wobei unterschieden wurde zwischen der &#8222;Wassertaufe&#8220; und der &#8222;Geisttaufe&#8220; (Firmung). Beide &#8222;Taufen&#8220; durften urspr\u00fcnglich nur vom Bischof gespendet werden und erforderten ein zweij\u00e4hriges Katechumenat zur Vorbereitung. Als die Zahl der T\u00e4uflinge ab dem 4. Jahrhundert deutlich anstieg, gab es erste \u00c4nderungen, indem die Taufe durch Pfarrer gespendet werden konnte; die Firmung blieb dem Bischof vorenthalten.<\/p>\n<p>Die Kindertaufe wurde erstmals in der Ostkirche eingesetzt, dort dann aber gleich in einer Feier gemeinsam mit der Erstkommunion und der Firmung. Ein &#8222;Sakrament&#8220; wurde die Firmung im Zuge des Konzils von Florenz.<\/p>\n<p>In der Reformation mit Gr\u00fcndung der evangelischen Kirche wird festgelegt, dass der eigentliche &#8222;Bischof&#8220; der Pfarrer vor Ort ist. Nicht als Sakrament angesehen wird die Konfirmation bei den evangelischen Christen, da diese keinen von Jesus direkt abzuleitenden Auftrag erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Jahren wurden die evangelischen Christen ebenfalls umfassend in ihren Glauben eingewiesen, wobei dazu ein eigener &#8222;Katechismus&#8220; geschaffen wurde. W\u00e4hrend es damals durchaus noch \u00fcblich war, die Konfirmationskandidaten vor der Zeremonie einer Pr\u00fcfung \u00fcber das Grundwissen des Glaubens (10 Gebote, Glaubensbekenntnis, wichtige Gebete &#8230;) \u00a0zu unterziehen, so verzichtet man heute aus guten Grund auf diese Befragung.<\/p>\n<p>In der evangelischen Kirche entwickelte sich fr\u00fch mit der Einf\u00fchrung der Konfirmation eine Kombination mit dem Abendmahl. Nach entsprechender Vorbereitung gab es eine festliche Feier in der Gemeinde u.a. mit &#8222;Handauflegen&#8220; und Segensbitten der Gemeinde f\u00fcr die Konfirmanten. Richtig verbreitet wird die Feier der Konfirmation erst im Zeitalter des &#8222;Pietismus&#8220; gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Ab da sollte der Konfirmationsunterricht helfen bei der Verwandlung des Menschen und der Bekehrung zu einem christlichen Leben. Erst mit der Konfirmation galten diese als &#8222;richtige&#8220; Christen; in der Tat eine Abwertung des Sakramentes der Taufe. Dabei ist man ab der Taufe ein &#8222;echter &#8220; Christ.<\/p>\n<p>In den evangelischen Gemeinden entwickelt sich die Konfirmation zu einem wichtigen auch gesellschaftlichen Ritual, zu einem Fest f\u00fcr die ganze Gemeinde, das es auch heute noch ist. Mit der Konfirmation ab 14 Jahren gelten die Jugendlichen als &#8222;erwachsen&#8220; und &#8222;vollj\u00e4hrig&#8220; im Sinne der Kirche. Die Konfirmation hat in der Pfarrgemeinde auch heute noch als einen h\u00f6heren Stellenwert als die Taufe.<\/p>\n<h2>Die erste lange Hose<\/h2>\n<p>In den Zeiten, in denen Kinder nur mit kurzen Hosen und entsprechenden Str\u00fcmpfen herumliefen, war die Konfirmation jener Anlass, bei dem sie die erste lange Hose bekamen; und sie durften erstmals auch Alkohol trinken. Noch in den 1960-er Jahren war in den deutschen evangelischen Gemeinden klar: &#8222;Wenn ich 14 bin, darf ich in die Diso gehen und Alkohol trinken&#8220;.<\/p>\n<p>Diskussionen bis heute gibt es \u00fcber den &#8222;richtigen&#8220; Zeitpunkt der Konfirmation, ab wann denn ein Jugendlicher reif genug ist, um als vollj\u00e4hriger Christ zu leben.<\/p>\n<p>In der katholischen Kirche findet ab dem II. Vatikanischen Konzil eine Erneuerung in der Liturgie statt. Die &#8222;Eingliederung&#8220; als Christ findet in drei Schritten statt: Der Taufe, der Erstkommunion (in der Volksschule) und der Firmung (ab 12 bis 14 Jahren). Bei jedem dieser Eingliederungsschritte betont das Konzil die Wichtigkeit der Vorbereitung. Im Jahr 1971 wurde dazu durch Papst Paul VI. ein eigener Erlass betreffend den neuen Firmritus ver\u00f6ffentlicht. Die Salbung mit Chrisam auf die Stirn, die Handauflegung und die festgelegte &#8222;Spendungsformel&#8220; (sie &#8222;besiegelt&#8220; den Vorgang) gelten ab diesem Zeitpunkt f\u00fcr alle r\u00f6m. kath. Gemeinden. \u00a0Auch in der kath. Kirche gelten die Jugendlichen ab diesem Zeitpunkt als &#8222;volles Mitglied in der Kirche&#8220;.<\/p>\n<p>Viele Priester sehen das Firmalter als zu fr\u00fch f\u00fcr eine echte Entscheidung an. Bei beiden Kirchen aber wird vorerst das Alter beibehalten, was vor allem praktische Gr\u00fcnde hat: Bis zu diesem Alter ist es noch relativ leicht die Jugendlichen in den Schulen im Religionsunterricht zu erreichen.<\/p>\n<p>Wie bei der Taufe gibt es auch bei der Firmung Unterschiede bei den Kirchen hinsichtlich des Patenamtes. W\u00e4hrend bei der Konfirmation in der evangelischen Kirche der Pate &#8222;nur&#8220; ein getaufter Christ sein muss, verlangt die katholische Kirche, dass der Pate katholisch getauft ist.<\/p>\n<h2>M\u00fcndig ab 14<\/h2>\n<p>Parallel zur katholischen Kirche hat sich ab den 1970-er Jahren auch in der evangelischen Kirche einiges weiterentwickelt. Die Konfirmation wurde deutlich aufgewertet, mit der Konfirmation d\u00fcrfen die Jugendlichen auch die Gemeindvertretung mitw\u00e4hlen und haben auch bei der Wahl des Pfarrers ein Stimmrecht. Ein konfirmierter evangelischer Christ darf zudem ab 14 Jahren selbst als Pate auftreten. Dieser Zeitpunkt trifft auch mit staatlichen Vorgaben zusammen, ab 14 Jahren muss ein Jugendlicher nicht mehr die Eltern fragen, wenn er aus der Kirche austreten oder dem Religionsunterricht nicht mehr beiwohnen will.<\/p>\n<p>Der Konfirmationsunterricht in der evangelischen Kirche ist zweij\u00e4hrig, wobei das erste Jahr auch schon in der Volksschule sein kann. Es gibt dabei heute keine &#8222;Pr\u00fcfung&#8220; vor der versammelten Gemeinde mehr. In der Vorbereitung gibt es eine Entwicklung weg von den klassischen Glaubensthemen (die es nat\u00fcrlich auch weiterhin gibt) hin zu Themen aus der Lebenswelt der Jugendlichen. Die Konfirmation wird st\u00e4rker als Prozess verstanden, als ein Weg, der gemeinsam gegangen wird. Ein Christ ist mit der Konfirmation auch nicht &#8222;fertig&#8220;, vielmehr wird dieses Fest als ein weiterer Meilenstein im christlichen Leben gesehen, der eine besondere Segnung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>In einem feierlichen Gottesdienst mit sehr gro\u00dfer Teilnahme der Gemeinde und aller Freunde und Verwandten des Konfirmanten spendet der Priester vor Ort die Konfirmation. Paten muss es bei der Konfirmation nicht mehr geben, &#8222;das braucht ein 14-j\u00e4hriger nicht mehr&#8220;. Im Rahmen der Feier werden die Konfirmanden auch in die Gemeinde f\u00f6rmlich aufgenommen. W\u00e4hrend die erste Teilnahme am Abendmahl fr\u00fcher gemeinsam mit der Konfirmation m\u00f6glich war, hat man diesen Termin &#8211; eher aus praktischen Gr\u00fcnden &#8211; nun vorverlegt in die Zeit der zweij\u00e4hrigen Vorbereitung. Seit dem Jahr 2002 sind alle getauften evangelischen Christen eingeladen und zugelassen zum Abendmahl; die Kinder bekommen dann nat\u00fcrlich Traubensaft anstatt Wein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die evangelischen Christen bedeutend sind die &#8222;Konfirmationsjubil\u00e4en&#8220;. Das &#8222;silberne Konfirmationsjubil\u00e4um&#8220; ist zB. in Deutschland ganz \u00fcblich, auch in \u00d6sterreich ein &#8222;goldenes&#8220; und &#8222;diamantenes&#8220; Jubil\u00e4um. Aus diesem Anlass wird dann ein Konfirmationsged\u00e4chtnis gefeiert, bei dem die Jubilare noch einmal gesegnet werden. In Hallein startet Pfarrer Peter Gabriel einen Versuch mit einem 10-j\u00e4hrigen Konfirmationsjubil\u00e4um.<\/p>\n<h2>Jugendliche verwandelt<\/h2>\n<p>Sri Fackler berichtet \u00fcber die Firmvorbereitung in der katholischen Gemeinde von Hallein. Die Firmvorbereitung dauert gut ein halbes bis dreiviertel Jahr und beruht aktuell auf drei S\u00e4ulen: Der Teilnahme am Gottesdienst (w\u00e4hrend der Zeit der Vorbereitung 5 Gottesdienste), die Teilnahme an Projekten (es gibt eine Auswahl aus einer Liste) und die Teilnahme an einem Firmtag. Die Jugendlichen sollen bei der Vorbereitung erfahren, dass Christentum vor allem etwas mit Gemeinschaft zu tun hat. &#8222;Wir sind als Christen auf unserem Lebensweg nicht allein, auf unserem Glaubensweg nicht und wir k\u00f6nnen miteinander feiern&#8220;. \u00dcber die Projekte sollen die Jugendlichen sehen, was es hei\u00dft, als Christ zu leben und f\u00fcr seine Umwelt Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Viele Jugendliche sind oft &#8222;wie verwandelt&#8220;, wenn es darum geht, sich bei Projekten pers\u00f6nlich einzubringen.<\/p>\n<p>Der Konfirmationskurs in Hallein dauert fast ein Jahr, alle zwei Wochen am Freitag Nachmittag treffen sich die Jugendlichen. Dazu kommen 2-3 mehrt\u00e4gig &#8222;Freizeiten&#8220;, wo die Jugendlichen \u00fcber Nacht unterwegs sind. \u00dcbergeordnet gab es vor Kurzem einen &#8222;Konfitag&#8220; mit 250 Jugendlichen aus Salzburg und Tirol in W\u00f6rgl mit einem &#8222;Actiontag&#8220; mit Workshops und Gottesdienst. Einmal ist ein &#8222;Gemeindepraktikum&#8220; vorgesehen, wo eine Gruppe aus der Gemeinde besucht wird (zB. Seniorencafe, Krabbelgottesdienst, Fastenaktionsvortrag). Am Anfang des Vorbereitungsjahres gibt es einen Begr\u00fc\u00dfungsgottesdienst und am Abschluss (anstatt der fr\u00fcheren &#8222;Pr\u00fcfung&#8220;) gestalten die Jugendlichen einen kompletten Sonntagsgottesdienst mit Texten, Zeichnungen, Anspielungen und zeigen dabei, was sie in der Vorbereitung &#8222;gelernt&#8220; haben. Neben 8 Gottesdiensten, die sie besuchen m\u00fcssen, ist\u00a0in Hallein zus\u00e4tzlich die Teilnahme an einer Tauffeier vorgeschrieben.<\/p>\n<p>Die Leitung und Durchf\u00fchrung der evangelischen Konfirmation ist ganz stark auf den Pfarrer konzentriert, sie ist eine seiner Hauptaufgaben; nat\u00fcrlich mit Mitarbeitern in einem Team.<\/p>\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18508\">Erst einmal frei sein &#8230;<\/a>  (17.06.2026)<\/li><li><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18577\">Karfreitag-Feiertag f\u00fcr Alle<\/a>  (15.06.2026)<\/li><li><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18574\">Unterst\u00fctzung der Kleinen Cantorey<\/a>  (13.06.2026)<\/li><li><a href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=18560\">Sonntagsgru\u00df zum 14. 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