{"id":5485,"date":"2018-12-15T00:00:50","date_gmt":"2018-12-14T23:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=5485"},"modified":"2018-12-01T15:26:08","modified_gmt":"2018-12-01T14:26:08","slug":"das-weihnachtswunder-1914","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=5485","title":{"rendered":"Das Weihnachtswunder 1914"},"content":{"rendered":"<p>[2018-12-14]<\/p>\n<h3><em>\u201eArmer kleiner Gott der Liebe, in dieser Nacht geboren, wie kannst du nur die Menschen lieben?\u201c\u00a0<\/em><\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5488 size-medium\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1._weltkrieg_1542013141-600x338.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1._weltkrieg_1542013141-600x338.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1._weltkrieg_1542013141-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1._weltkrieg_1542013141.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\nDieser Satz stammt aus dem Tagebuch des franz\u00f6sischen Leutnants Maurice Laurentin, der Weihnachten 1914 einer der unz\u00e4hligen Soldaten war, die an der damaligen Westfront Dienst taten und den unfassbaren Wahnsinn des Ersten Weltkriegs miterleben mussten. Damals wurde dieser Krieg der \u201egro\u00dfe Krieg\u201c genannt, man wusste ja noch nicht, dass die Menschheit 30 Jahre sp\u00e4ter in den n\u00e4chsten Wahnsinn getrieben werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und trotz all dieses Leids, das der \u201egro\u00dfe Krieg\u201c mit sich brachte, ist es wert, die Geschichte jener Kriegsweihnacht 1914 an der Westfront zu erz\u00e4hlen, denn sie kann Mut machen.\u00a0Was war damals passiert? Kurz gesagt entstand entlang der mehrere hundert Kilometer langen Westfront \u2013 und v\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das wohl als ein gro\u00dfartiges Lebenszeichen der Menschlichkeit gesehen werden kann: An unz\u00e4hligen Frontabschnitten fassten sich die Soldaten ein Herz, nahmen Kontakt zueinander auf und vereinbarten \u2013 gegen den klaren Befehl ihrer Vorgesetzten \u2013 einen Weihnachtsfrieden. Urspr\u00fcnglich wollten sie nur erreichen, dass sie in dieser kurzen Zeit des Friedens Weihnachten feiern und get\u00f6tete Kameraden begraben konnten. Doch aus diesem Wunsch entstand mehr. Als sie merkten, dass der Friede hielt, dass sie tats\u00e4chlich hinaus auf die Schlachtfelder gehen konnten und ihre Kameraden begraben, da geschah es ganz nat\u00fcrlich auch, dass sie einander begegneten. Und daraus wurde dann\u00a0das, was man als das Weihnachtswunder 1914 bezeichnen kann: Gemeinsame Weihnachtsfeiern wurden organisiert, man sang miteinander \u201eStille Nacht\u201c, sa\u00df beisammen, beschenkte sich, spielte Karten miteinander, zeigte sich die Fotos der Familien zuhause, ja sogar ein Fu\u00dfballspiel England gegen Deutschland ist historisch belegt.<\/p>\n<p>Aber aus diesen spontanen Weihnachtsfeiern entstand noch mehr. An vielen Frontabschnitten dauerte dieser Weihnachtsfriede mehrere Wochen lang. Um die eigenen Vorgesetzten zu t\u00e4uschen, gab man sich Zeichen, wann man unter Beobachtung stand, warnte sich gegenseitig, wann man also \u201emal kurz schie\u00dfen\u201c w\u00fcrde m\u00fcssen und k\u00fcndigte an, dass man gewiss \u201edr\u00fcber schie\u00dfen\u201c w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es dauerte lange, bis die Gener\u00e4le und Offiziere beider Seiten dahinterkamen,was ihnen da vorgespielt wurde. Und es ist leider auch traurige Wahrheit, dass\u00a0die M\u00e4chtigen daf\u00fcr sorgten, dass sich diese Geschehnisse in den Folgejahren des Krieges kaum mehr wiederholen konnten.<br \/>\nEntlarvend ist vor allem aber die milit\u00e4rische Sprache, die davon berichtete,\u00a0dass die \u201eFraternisierungen\u201c an allen Frontabschnitten schlie\u00dflich \u201eerfolgreich\u201c eingestellt werden konnten. Mit einem Wort: Die \u201eVerbr\u00fcderung\u201c der Menschen an der Front war gef\u00e4hrlich und musste gestoppt werden!<\/p>\n<p>Aber trotzdem ist es eine unglaubliche Geschichte.\u00a0Nachzulesen ist sie in dem Buch \u201eDer kleine Frieden im Gro\u00dfen Krieg\u201c von Michael J\u00fcrgs. In einer Rezension \u00fcber dieses Buch hat die Journalistin Elke Heidenreich einen treffenden Satz formuliert:\u00a0\u201eEin anr\u00fchrendes Buch dar\u00fcber, wie Kriege zwar irgendwo ausgeheckt werden \u2013 aber vorne stehen immer Menschen, und irgendwann, in irgendeiner Situation verhalten sie sich dann auch wirklich wie Menschen.\u201c<\/p>\n<p>1914 war Weihnachten eine solche Situation, durch die sich die Menschlichkeit Bahn gebrochen hat; gegen alle Widerst\u00e4nde verbohrter Gener\u00e4le und mit unglaublicher Wucht und Eindr\u00fccklichkeit.\u00a0\u201eDer kleine Frieden im Gro\u00dfen Krieg\u201c w\u00e4re eine lohnenswerte Feiertagslekt\u00fcre.\u00a0Sie gibt Hoffnung und Mut, dass Menschlichkeit und Liebe gro\u00dfe Kr\u00e4fte sind. Und was anderes ist die Botschaft unseres Weihnachtsfestes?<\/p>\n<p><em>Hartmut Schwaiger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2018-12-14] \u201eArmer kleiner Gott der Liebe, in dieser Nacht geboren, wie kannst du nur die Menschen lieben?\u201c\u00a0 Dieser Satz stammt aus dem Tagebuch des franz\u00f6sischen Leutnants Maurice Laurentin, der Weihnachten 1914 einer der unz\u00e4hligen Soldaten <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=5485\" title=\"Das Weihnachtswunder 1914\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":8,"featured_media":5488,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":{"0":"post-5485","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gedanken"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5485"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5489,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5485\/revisions\/5489"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}