{"id":6049,"date":"2019-03-13T13:45:20","date_gmt":"2019-03-13T12:45:20","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6049"},"modified":"2019-12-18T17:16:30","modified_gmt":"2019-12-18T16:16:30","slug":"bericht-1-abend-fa-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6049","title":{"rendered":"Marias schwieriger Weg"},"content":{"rendered":"<p>[2019-03-13]<\/p>\n<p>Der 1. Abend der Fastenaktion 2019 fand am 12. M\u00e4rz 2019 im Pfarrzentrum der Pfarre Rehhof statt, deren Kirche &#8211; passend zum heurigen Thema \u2013 der Gottesmutter Maria geweiht ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6073\" aria-describedby=\"caption-attachment-6073\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hadwiger01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6073 size-medium\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hadwiger01-600x521.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hadwiger01-600x521.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hadwiger01.jpg 1016w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6073\" class=\"wp-caption-text\">Maria Hadwiger f\u00fchrte im Rehhofer Pfarrsaal durch den ersten Abend der Fastenaktion 2019 (Foto: Helmut Meisl)<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_6074\" aria-describedby=\"caption-attachment-6074\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6074 size-medium\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01-600x457.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01-600x457.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01-1024x780.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01-80x60.jpg 80w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/katzinger01.jpg 1127w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6074\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Gerlinde Katzinger bei ihrem Referat (Foto: Helmut Meisl)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die\u00a0Religionsp\u00e4dagogin MMag. Dr. Gerlinde Katzinger referierte am ersten Abend und setzte den Schwerpunkt ihrer Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Inhalte, die in der Bibel \u00fcber Maria zu finden sind. Die &#8222;Suche&#8220; der Referentin nach Informationen \u00fcber Maria \u00a0begann in den 4 Evangelien.<\/p>\n<h3>Markusevangelium<\/h3>\n<p>Das Markusevangelium gilt vielen Theologen als das \u00e4lteste Evangelium, es d\u00fcrfte 70 n.Chr. entstanden sein. In diesem Evangelium finden sich nur sehr wenige und recht kurze Informationen \u00fcber Maria. Diese Texte sind durchaus ern\u00fcchternd und stellen das traditionelle Marienbild einigerma\u00dfen in Frage. \u00dcberhaupt keine Informationen finden sich \u00fcber die Kindheitsgeschichte Jesu. Die Erz\u00e4hlungen konzentrieren sich auf das \u00f6ffentliche Wirken des erwachsenen Jesus. Maria geh\u00f6rt nicht zu den J\u00fcngern Jesu und wird auch in der Kreuzigungsszene und der Grablegung Jesu nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Die zentralen Texte erz\u00e4hlen vom Wirken Jesu und davon, dass die Menschen in seiner Heimat nicht an ihn als Propheten glauben (der Prophet im eigenen Land z\u00e4hlt nicht). Das Leben Jesu klingt sehr distanziert seiner eigenen Familie gegen\u00fcber. In einer Stelle der Schrift sagt seine Familie sogar, das &#8222;er von Sinnen ist&#8220;. Es ist f\u00fcr Maria sehr schwierig nachzuvollziehen, welchen Weg ihr Sohn Jesus genommen hat.<\/p>\n<p>Die Familie Jesu gilt als durchschnittliche Familie, es ist an keiner Stelle die Rede davon, dass sie eine aussergew\u00f6hnliche Familie w\u00e4re. Markus zeichnet ein sehr n\u00fcchternes und ein sehr ern\u00fcchterndes Bild von Maria. Marienfr\u00f6mmigkeit und Marienverehrung, wie sie vor allem in der kath. Kirche und Orthodoxie entwickelt hat, kann sich nicht auf das Markusevangelium berufen. Maria ist eine durchschnittliche Frau, die mit dem Weg ihres Sohnes hadert, ein Schicksal, das sie wohl mit vielen M\u00fcttern auch heute teilt.<\/p>\n<h3>Matth\u00e4usevangelium<\/h3>\n<p>In diesem Evangelium wird Maria insgesamt 13-mal erw\u00e4hnt, entweder namentlich oder indirekt (zB. &#8222;das Kind und seine Mutter&#8220;). In dieser Schrift gibt es auch ein &#8222;Kindheitsevangelium&#8220;. Wobei nicht von Kindheitsgeschichten, sondern vom Kindheitsevangelium berichtet werden sollte, weil die Erz\u00e4hlungen \u00fcber den Eintritt Jesu in diese Welt schon eine Vorabzusammenfassung dessen bieten, was die Evangelien \u00fcber den erwachsenen Jesus berichten. In der Passionserz\u00e4hlung selbst kommt Maria auch bei Matth\u00e4us nicht vor.<\/p>\n<p>Das Matth\u00e4usevangelium ist nicht wirklich eine Grundlage f\u00fcr die Marienfr\u00f6mmigkeit. Maria tritt an keine Stelle als sprechende oder handelnde Person auf. Sogar bei der Beschreibung der Geburt Jesu konzentriert sich der Evangelist haupts\u00e4chlich auf Josef. Es ist nirgends davon zu lesen, dass Maria eine Zustimmung gibt f\u00fcr das, was ihr &#8222;zugemutet&#8220; wird. Das ist sicherlich als eine Abbildung der sozialen Ordnung der damaligen Zeit zu sehen.<\/p>\n<p>In diesem Evangelium findet sich auch der theologische Hinweis auf die jungfr\u00e4uliche Geburt Jesu im Alten Testament.<\/p>\n<h3>Lukasevangelium<\/h3>\n<p>In diesem Evangelium wird zweifelsfrei am meisten \u00fcber Maria berichtet. Zu den bekanntesten Bibelstellen z\u00e4hlt die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium, davon wissen auch Sch\u00fcler am meisten, diese Geschichte kennen sie einigerma\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Evangelist hat den Beinamen &#8222;der Ikonenmaler&#8220; bekommen. Dies wahrscheinlich deshalb, weil die Erz\u00e4hlungen sehr pers\u00f6nlich und genau beschrieben sind, fast &#8222;ausgemalt&#8220;. Er setzt auch andere Schwerpunkte im Zusammenhang mit Maria im Gegensatz zu den vorgenannten Evangelisten. Bei allen zentralen Ereignissen ist Maria beim Lukasevangelium mit dabei. Es gibt auch eine zweite Ank\u00fcndigungsszene bei der Ank\u00fcndigung der Geburt von Johannes des T\u00e4ufers.\u00a0Maria bringt ihre Bedenken vor, vertraut aber letztlich auf die Ank\u00fcndigung Gottes und entscheidet selbst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Die Geburtsszene wird bei Lukas in Armut beschrieben, weder Nachbarn, Verwandte oder Freunde k\u00f6nnen Maria unterst\u00fctzen. Nur die &#8222;Randgruppe&#8220; der Hirten kommt Maria zu Hilfe. Es wird schon in der Weihnachtsgeschichte vorweggenommen, dass die Aufgabe, Mutter Jesu zu sein, keine Einfache ist.<\/p>\n<p>Auch bei Lukas ist nachzulesen, dass Maria ihren Sohn nicht immer versteht, es kommt auch zu Zur\u00fcckweisungen Jesu mit dem Hinweis, dass nicht die Blutsverwandschaft das Wesentliche ist (&#8222;&#8230; selig sind die, die das Wort h\u00f6ren und es befolgen&#8220;). F\u00fcr Jesus ist Maria nicht nur Mutter, sondern vor allem auch H\u00f6rende und Glaubende und sie nimmt auch keine besondere Position ein. Maria ist in erster Linie ein Vorbild im Glauben.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h3>Johannesevangelium<\/h3>\n<p>Dieses weicht in vielen Belangen von den anderen Evangelien ab, auch hinsichtlich der Erz\u00e4hlungen \u00fcber Maria. Eine Stelle ist die Erz\u00e4hlung \u00fcber die Hochzeit zu Kana und eine weitere die Szene mit Jesus am Kreuz. Diese beiden Erz\u00e4hlungen bilden einen Rahmen \u00fcber das \u00f6ffentliche Wirken Jesu. Als der Wein bei der Hochzeit zu Kana ausgeht, holt sich Maria eine schroffe Zur\u00fcckweisung von Jesus, als Jesus sie mit &#8222;Frau&#8220; und nicht mit Mutter bezeichnet und dadurch auf Distanz zu ihr geht. Als Grund f\u00fcr die Distanzierung sagt Jesus, dass seine Stunde noch nicht gekommen ist. Daraufhin gibt Maria den Dienern den Auftrag das zu tun, was Jesus ihnen sagt und best\u00e4tigt damit das volle Vertrauen in das Tun Jesu. Und dieses Vertrauen wird ein &#8222;voller Erfolg&#8220; in Form des Wunders von Kana.<\/p>\n<p>Nach dieser Hochzeit wird Maria von Jesus nur mehr ein einziges Mal unter dem Kreuz genannt. In dieser Szene wird vollendet, was sich schon zu Beginn des Evangeliums andeutet, nur im Glauben an Gott geh\u00f6ren wir zu Jesus und sind wir mit ihm &#8222;verwandt&#8220;. Von der leiblichen Mutter wird Maria zur Mutter und Keimzelle, zu der alle Menschen geh\u00f6ren, die sich im Glauben an Jesus zu dieser neuen Familie zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.<\/p>\n<h3>Das Protoevangelium des Jakobus<\/h3>\n<p>Im &#8222;Protoevangelium&#8220; finden sich Informationen rund um Maria, die in den 4 Evangelien nicht verzeichnet sind. Im 1. Jahrhundert nach Christus wuchs unter den Christen das Interesse, sich an Jesus zu erinnern und das auch niederzuschreiben. So entstanden zahlreiche Texte, aus denen das &#8222;Neue Testament&#8220; zusammengestellt wurde. Dabei gab es in den Gemeinden durchaus Unterschiede, welche Texte gelesen wurden bzw. welche Textquellen Verwendung fanden. Die gro\u00dfe Anzahl an Texten machte sp\u00e4ter eine Auswahl und eine Ordnung notwendig und f\u00fchrte zu einer regional sehr unterschiedlichen Diskussion \u00fcber die Verbindlichkeit der einzelnen Texte. Bis zum 4. Jahrhundert gab es keine zentrale kirchliche Autorit\u00e4t, die \u00fcber eine Auswahl der Texte h\u00e4tte entscheiden k\u00f6nnen. Sehr fr\u00fch aber war man sich einig \u00fcber die 4 Evangelien, dass diese besondere Wichtigkeit haben.<\/p>\n<p>Die nicht weiter als besonders wichtig geltenden Schriften galten lange als geheim, was aber heute nicht mehr nicht richtig ist, da diese in Bibliotheken durchaus verf\u00fcgbar waren und auch heute leicht verf\u00fcgbar sind. Ger\u00fcchte, wonach apokrphe Schriften gezielt unterdr\u00fcckt werden, tauchen immer wieder auf. In den fr\u00fchchristlichen Jahrhunderten hat sich der Grad der Verf\u00fcgbarkeit regional unterschieden: von der gesch\u00e4tzten privaten Erbauungsliteratur \u00fcber das Vergessenwerden bis hin zur Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p>Zu den gesch\u00e4tzten Schriften geh\u00f6rt u.a. das &#8222;Protoevangelium&#8220; des Jakobus. In diesem finden sich einige Schl\u00fcsselstellen hinsichtlich des Verst\u00e4ndnisses der Marienverehrung in den verschiedenen Orten und Gemeinden. Joachim und Anna, die Eltern Marias, werden als sehr angesehene Personen beschrieben, die sich \u00fcber die Geburt ihrer Tochter (Maria) sehr freuen; eine Freude \u00fcber ein neugeborenes M\u00e4dchen, die damals durchaus nicht \u00fcblich war. In ihrer Dankbarkeit \u00fcber die von Gott genommene Schmach der Kinderlosigkeit versprechen sie, ihr Kind in den Tempel zu bringen und dort bis zum 12. Lebensjahr aufwachsen zu lassen. Josef wird in diesem Evangelium als Witwer beschrieben, von daher kommt sicher auch die \u00fcbliche Darstellung von Josef als &#8222;\u00e4lteren&#8220; Mann. Josef wehrt sich zuerst, Maria in ihre Obhut zu nehmen, l\u00e4sst sie aber noch im Tempel zur\u00fcck, da er noch einige Projekte beruflich fertig machen musste. Maria wurde ausgew\u00e4hlt, am Tempelvorhang mitzuarbeiten. Bei dieser T\u00e4tigkeit kam es zu einer Erscheinung, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie zur Mutter Jesu ausgew\u00e4hlt wurde. Maria wird als 16-j\u00e4hrige beschrieben, als sie diese Mitteilung bekommt. Als Josef von der Arbeit heimkehrt, ist Maria im 6. Monat schwanger. Josef weint bitterlich und macht sich auch selbst Vorw\u00fcrfe, warum er sich nicht besser um Maria gek\u00fcmmert hat. Erst durch die Erscheinung eines Engels im Traum nimmt Josef diese Umst\u00e4nde an und l\u00e4sst die &#8222;Dinge&#8220; kommen wie sie kommen sollen.<\/p>\n<p>Eine der Kernaussagen dieses Evangeliums ist jene \u00fcber die Jungfr\u00e4ulichkeit Mariens, die auch nach der Geburt Jesu Jungfrau bleibt. Die Geburt selbst wird so beschrieben, dass sie in einer H\u00f6hle stattgefunden hat. Die Szene mit der Krippe im Stall geh\u00f6rt in dieser Schrift zur Furcht vor Herodes, vor dem Jesus versteckt werden musste.<\/p>\n<p><em>Textzusammenfassung: Helmut Meisl<\/em><\/p>\n<p><em>Alle Beitr\u00e4ge der Fastenaktion 2019 zum Nachlesen:<\/em><br \/>\n[table id=9 \/]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2019-03-13] Der 1. Abend der Fastenaktion 2019 fand am 12. M\u00e4rz 2019 im Pfarrzentrum der Pfarre Rehhof statt, deren Kirche &#8211; passend zum heurigen Thema \u2013 der Gottesmutter Maria geweiht ist. Die\u00a0Religionsp\u00e4dagogin MMag. 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