{"id":6136,"date":"2019-04-10T00:00:03","date_gmt":"2019-04-09T22:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6136"},"modified":"2019-05-27T09:18:39","modified_gmt":"2019-05-27T07:18:39","slug":"den-glauben-feiern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6136","title":{"rendered":"Den Glauben feiern"},"content":{"rendered":"<p>[2019-04-09]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6134\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/gabriel_ostern_2019-399x600.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/gabriel_ostern_2019-399x600.jpg 399w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/gabriel_ostern_2019.jpg 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Die ersten Christinnen und Christen feierten vor allem die Auferstehung Jesu, das Osterfest, als Grunddatum ihres Glaubens. Weil Jesus an einem Sonntag (\u201eam dritten Tag\u201c), nach damaliger Z\u00e4hlung der erste Tag der Woche nach dem Sabbat, dem Ruhetag des j\u00fcdischen Volkes, von Gott auferweckt worden war, versammelten sich die Christen an jedem Sonntag zur Auferstehungsfeier. Im Jahre 321 machte Kaiser Konstantin den christlichen Feiertag zum allgemeinen staatlichen Feiertag \u2013 das ist bei heute so geblieben.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich sind die Kar- und Ostertage eine sehr intensive Feierzeit, die mich jedes Jahr tief anr\u00fchren. Dabei spannt sich ein weiter Bogen vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag bzw. dem Sonntag \u201eder neugeborenen Kindlein\u201c am Sonntag danach (mit lateinischem Namen Quasimodogeniti). Jesus entschlie\u00dft sich, in die Hauptstadt Jerusalem zu gehen, ins religi\u00f6se Zentrum \u2013 und er wei\u00df wohl auch, dass er wird sterben m\u00fcssen&#8230; Doch er\u00a0geht seinen Weg konsequent weiter.\u00a0Wie in den alten Prophezeiungen reitet er auf einem Esel in die Heilige Stadt \u2013 und die Menschen begreifen und glauben, hier kommt der verhei\u00dfene Messias, der Retter, der neue, gerechte K\u00f6nig. Sie jubeln Jesus zu, legen ihre Kleider\u00a0als \u201eroten Teppich\u201c auf den Weg und winken Jesus mit Palmzweigen zu. Ein fr\u00f6hliches Willkommen \u2013 das feiern wir auch heute in unserem Palmsonntags- gottesdienst: Kinder bringen ihre Palmbuschen mit.<\/p>\n<p>Doch es ist ein Feiertag vor einem d\u00fcsteren Hintergrund. Es wird erz\u00e4hlt,\u00a0wie eine Frau schon im Vorhinein Jesus f\u00fcr seinen Tod salbt. Jesus provoziert ganz bewusst die religi\u00f6se Obrigkeit, indem er die H\u00e4ndler und Geldwechsler aus dem Tempel vertreibt. Ihm geht es um die Reinheit des Glaubens \u2013 nicht Gesch\u00e4fte, nicht Nebensachen, nicht frommes Beiwerk sollen von Gott und dem Lob Gottes ablenken. So einer muss mundtot gemacht werden \u2013 aber m\u00f6glichst unauff\u00e4llig, damit es keinen Aufruhr gibt.<\/p>\n<p>Noch einmal sitzt Jesus mit seinen engsten Vertrauten zusammen \u2013 sie feiern Pessach, das Mahl der Befreiung und erinnern sich, wie Gott sein Volk aus \u00c4gypten gef\u00fchrt hat. Doch die fr\u00f6hliche Stimmung kippt, Jesus verabschiedet sich von seinen J\u00fcngern \u2013 und deutet zugleich Brot und Wein neu, hin auf sich, auf sein Sterben. Wie das Brot gebrochen und verteilt wird, so wird es mit seinem K\u00f6rper geschehen. Wie der Wein aus dem Becher der Freude vergossen wird, so auch sein Blut. Jesus macht seinen Freunden klar: Immer wenn ihr\u00a0in meinem Namen Brot und Kelch teilt, dann bin ich in besonderer Weise mitten unter euch, in, mit und unter Brot und Wein, in eurem Teilen, in eurer Gemeinschaft. Das Heilige Abendmahl, das Mahl unseres Herrn Jesus Christus \u2013 f\u00fcr mich etwas ganz Besonderes und Wichtiges in meinem Glauben.<\/p>\n<p>Die Feier an Tischen in der Kirche mit richtigem Essen wie bei Jesus und zur Zeit der ersten Christinnen und Christen am Gr\u00fcndonnerstagabend ist f\u00fcr mich ein besonderer H\u00f6hepunkt der Karwoche.\u00a0Die Nacht des Gr\u00fcndonnerstags zeigt die Menschlichkeit Jesu \u2013 und seiner J\u00fcnger. W\u00e4hrend er betet, an seinem Auftrag zweifelt, schlafen seine Freunde ein, verstecken sich, als er gefangen genommen wird. Ihre Angst ist gr\u00f6\u00dfer als die Liebe zu ihrem Herrn und Meister.<\/p>\n<p>Auf den Gr\u00fcndonnerstag (vom alten deutschen Wort \u201egreinen\u201c = weinen)\u00a0folgt der Karfreitag (\u201ekara\u201c = Klage), der im englischen Sprachraum aber \u201egood friday\u201c genannt wird, weil Jesu Tod am Kreuz ja zu unserer Erl\u00f6sung geschieht. F\u00fcr mich als evangelischen Christen ist der Karfreitag ein zentraler Gedenk-\u00a0und Feiertag: Der Tod des Sohnes Gottes am Kreuz verbindet mich ganz eng mit Gott \u2013 \u00fcber alle meine S\u00fcnde hinweg. Jesus liebt bis zum Ende und zeigt mir, dass Gottes Liebe auch im Tod nicht aufh\u00f6rt und mich nichts und niemand von dieser Liebe Gottes trennen kann.\u00a0Indem Jesus das entsetzliche Leiden der Kreuzigungsstrafe auf sich nimmt, weist er auch hin auf das millionenfache Leid, das Menschen tagt\u00e4glich auf dieser Welt erleben und macht deutlich: Gott ist bei jedem Menschen in seinem Leid, er ist ein mitleidender, ein \u201esympathischer\u201c (so die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung dieses griechischen Wortes: \u201emitleidender\u201c) Gott. Im Gottesdienst am Karfreitag hat beides seinen Platz: In der Beichte mache ich mir meine eigene Schuld bewusst und darf die Zusage der Vergebung Gottes erfahren, im Hl. Abendmahl darf ich Gottes Liebe, sein F\u00fcr-mich-da-Sein auf ganz besondere Weise sp\u00fcren. Karfreitag \u2013 ein Tag der Stille, des In-mich-Gehens. F\u00fcr mich ist es jedes Jahr neu wieder eine Provokation, dass dieser Tag in \u00d6sterreich ein normaler Arbeitstag ist, ja im Handel einer der umsatzst\u00e4rksten Tage. Aber so ist wohl die Welt: Sie nimmt weder vom Leiden noch von der Liebe wirklich Notiz, sondern Gewinn, Geld und Macht z\u00e4hlen. Jesus weist mir einen anderen Weg&#8230;<\/p>\n<p>Wie Gott am Sabbat ruht, so ruht auch Jesus am Karsamstag im Grab. Doch\u00a0der Ostermorgen macht deutlich: Jesus bleibt nicht im Grab, Gott ist st\u00e4rker\u00a0als der Tod. F\u00fcr mich geh\u00f6ren Tod und Auferstehung, Karfreitag und Ostern\u00a0ganz eng zusammen, beide Feiertage sind wichtig! Das Aushalten von Leid und Tod und dann die wunderbare Erfahrung, dass Gott neues Leben schenkt, ich befreit bin und feiern darf. Ostern \u2013 das ist f\u00fcr mich ein ganz zentraler Festtag, der zum Gl\u00fcck nicht so von Traditionen und Geschenken \u00fcberlagert ist wie das Weihnachtsfest, wo die christliche Botschaft st\u00e4rker im Vordergrund steht.\u00a0Am Sonntag nach Ostern wurden in der ersten christlichen Jahrhunderten Menschen getauft \u2013 sehr bewusst haben wir deshalb bei uns das Geheimnisfest dorthin gelegt, an dem wir uns an unsere Taufe erinnern und den Kindern Gottes Liebe zugesagt wird.<\/p>\n<p><em>Euer Pfarrer Peter Gabriel<\/em><\/p>\n<p><strong>Aktuell: Kommt m\u00f6glichst zahlreich zum Karfreitags-Gottesdienst am 19. April um 9.30 Uhr, um der Regierung und unserem Land zu zeigen, wie wichtig uns Evangelischen dieser Feiertag ist!\u00a0Und, wenn m\u00f6glich: Kauft nicht ein an diesem \u201eumsatzst\u00e4rksten\u00a0Tag im Jahr\u201c, an dem wir in Stille des Leidens unseres Herrn Jesus Christus und des millionenfachen Leidens auf dieser Welt gedenken! Ich vermute, wie damals im Tempel w\u00fcrde Jesus die Tische in den Konsumtempeln umsto\u00dfen und der Regierung ihre Gesetzesvorlage aus der Hand rei\u00dfen&#8230;<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2019-04-09] Die ersten Christinnen und Christen feierten vor allem die Auferstehung Jesu, das Osterfest, als Grunddatum ihres Glaubens. 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