{"id":6823,"date":"2019-11-27T00:00:33","date_gmt":"2019-11-26T23:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6823"},"modified":"2020-01-09T11:17:32","modified_gmt":"2020-01-09T10:17:32","slug":"hirten-in-unserer-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=6823","title":{"rendered":"Hirten in unserer Zeit"},"content":{"rendered":"<p>[2019-11-26]<\/p>\n<figure id=\"attachment_6824\" aria-describedby=\"caption-attachment-6824\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6824 size-medium\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-600x450.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-678x509.jpg 678w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-326x245.jpg 326w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920-80x60.jpg 80w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dog-461002_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6824\" class=\"wp-caption-text\">Bild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Counselling-440107\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=461002\">Ulrike Mai<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=461002\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir alle kennen nat\u00fcrlich die Geschichte von den Hirten rund um die Geburt Jesu. Damals geh\u00f6rten die Hirten eher zur unteren Gesellschaftsschicht,\u00a0man war misstrauisch diesen Menschen gegen\u00fcber, die quer durchs Land zogen, oftmals auch \u00fcber Grenzen hinweg. Ihr Lebensrhythmus war eng an die Natur gebunden, sie wanderten mit dem Zyklus der Jahreszeiten, immer auf der Suche nach gutem Weideland, da sie meist aus L\u00e4ndern kamen, wo dauerhafter Bodenanbau keine Option war. Im sog. Trockeng\u00fcrtel haben sich die Wanderv\u00f6lker daher am st\u00e4rksten ausgebreitet, von Mauretanien \u00fcber die Sahara, die arabische Halbinsel bis in die Mongolei.<\/p>\n<p>Aber warum waren es gerade die Hirten, die als erste zur Krippe kamen? Sch\u00e4fer gelten als friedfertige, fromme Menschen, die es gewohnt sind, die Umgebung immer im Blick zu behalten und auf Ungew\u00f6hnliches zu achten. Vielleicht waren sie deshalb die ersten, die das Wunder der Geburt Jesu bemerkt und verstanden haben.<\/p>\n<p>Und heute? Gibt es heute \u00fcberhaupt noch Hirten? Ein Hirte ist jemand, der sich um eine Herde Nutztiere k\u00fcmmert, sie bewacht und versorgt. Er ist seinen Tieren nah, bleibt auch nachts bei seiner Herde, um sie vor Raubtieren und\u00a0R\u00e4ubern zu sch\u00fctzen. Meist ziehen sie mit ihren Herden umher, begleitet oft nur von einem treuen H\u00fctehund.<\/p>\n<ul>\n<li>Auch im heutigen Leben gibt es diesen Beruf noch. Almhirten bewirtschaften neben dem H\u00fcten der Herde eine Alm, Schafhirten ziehen mit ihren Schafherden umher. Rinderhirten hoch zu Ross findet man in Amerika, wo der Cowboy noch immer hoch angesehen ist, sein mexikanischer Kollege hei\u00dft CHARRO, der argentinische Cowboy nennt sich GAUCHO, in der Toskana gibt es den BUTTERO, in Ungarn den CSIKOS, in S\u00fcd-Frankreich den GARDIAN und in Spanien den VAQUERO.<\/li>\n<li>Bekannter sind die TUAREG in Algerien, Mali, Niger, Libyen und Burkina Faso. Ca. 3 Millionen leben nomadisch in Zelten aus Ziegenleder oder Palmwedeln. Ihr wichtigstes Nahrungsmittel ist ungekochte Kamelmilch und sie betreiben Karawanenhandel. Machthabern sesshafter V\u00f6lker galten Nomaden stets als suspekt, sie wurden als Barbaren betrachtet, waren schwer zu kontrollieren, wechselten immer wieder \u00fcber Landesgrenzen hinweg und entzogen sich so jeglichem Einfluss. Sie wurden ausgegrenzt, verfolgt und bek\u00e4mpft. So erging es zum Beispiel auch den indianischen Ureinwohnern Amerikas.<\/li>\n<li>Man entzog den Bison jagenden INDIANERN die Lebensgrundlage durch die Dezimierung der B\u00fcffelherden und f\u00fchrte auf diese Weise eine ethnische S\u00e4uberung durch.<\/li>\n<li>Den SAMEN in Skandinavien erging es nicht viel besser: Bis in die 1920iger Jahre vertrat die Regierung die Ansicht, dass man die \u201c Samenrasse\u201c bevormunden m\u00fcsse, da sie \u201cnicht in der Lage sei, eine h\u00f6here Kulturstufe einzunehmen\u201c. Eigene Nomadenschulen wurden errichtet, in denen samische Kinder auf niedrigem Niveau unterrichtet wurden. Neue Grenzziehungen schr\u00e4nken die alten Wanderrouten stark ein.<\/li>\n<li>Eine weitere gro\u00dfe Gruppe von Nomaden lebt in der MONGOLEI, ihre Tradition geht auf den ber\u00fchmten Heerf\u00fchrer und Reiterf\u00fcrsten Dschingis Khan zur\u00fcck. Noch heute ziehen die Gro\u00dffamilien durch die weiten Steppen der Mongolei und Chinas mit ihren zeltartigen Jurten, die immer einen Heiz- und Kochplatz in der Mitte haben und deren W\u00e4nde mit Filz abgedichtet werden.<\/li>\n<li>In Thailand gibt es die ehemaligen Nomaden MLABRI, die heute zu einem sesshaften Leben gezwungen sind.\u00a0Die MOKEN sind s\u00fcdostasiatische Seenomaden, die im Gebiet der Stra\u00dfe\u00a0von Malakka halbnomadisch leben.<\/li>\n<li>NENZEN sind traditionell nomadische Rentierhirten in Sibirien \u00e4hnlich wie die SAMEN in Skandinavien.<\/li>\n<li>In den Karpaten gibt es das Nomadenvolk der HUZULEN.<\/li>\n<li>Auch in Australien lebten die ABORIGINES als nomadische J\u00e4ger und Sammler.<\/li>\n<li>Die AFAR leben im Osten Eritreas und in \u00c4thiopien.<\/li>\n<li>Nomadische W\u00fcstenbewohner der arabischen Halbinsel sind die BEDUINEN und BERBER.<\/li>\n<li>In Ostafrika gibt es die MASSAI, in Kenia die TURKANA. NAVAJO sind seit dem16. Jh. halbnomadische Schafhirten im S\u00fcdwesten Nordamerikas.<\/li>\n<li>CHANGPA leben als Hirtennomaden in \u00fcber 4000 m\u00a0hohen Regionen Indiens und Tibets. Die KASCHGAI sind ein turksprachiges Nomadenvolk im Iran. Diese Liste k\u00f6nnte man noch fortsetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Selbst auf Twitter hat ein Sch\u00e4fer namens Sven vor kurzem Werbung f\u00fcr seinen Beruf gemacht, um Nachfolger zu finden. Es gibt diesen Beruf als Fachrichtung des Tierwirts und Sven betont, wie wichtig der Beruf des Wandersch\u00e4fers auch f\u00fcr die Landschaftspflege ist. Sven zieht mit rund 1000 Schafen und seinen Hunden auf uralten Routen quer durch S\u00fcddeutschland. Um junge Leute f\u00fcr diesen Beruf, der fast so alt ist wie die Menschheit, zu begeistern\u00a0hat Sven kurzer Hand beschlossen auf Twitter aktiv zu werden. Tats\u00e4chlich hatte er innerhalb k\u00fcrzester Zeit 6400 Follower und einen Stellenmarkt f\u00fcr Sch\u00e4fer ins Leben gerufen. Etliche Menschen, die ihr Leben ver\u00e4ndern m\u00f6chten, haben sich bereits gemeldet, es gab 20 ernstzunehmende Bewerbungen und eine Menge Menschen, die inspiriert wurden, \u00fcber ihr eigenes Leben und das moderne Leben und seine Werte im Allgemeinen nachzudenken. Das freut Sven mindestens genauso.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es auch moderne Nomaden. Darunter versteht man Menschen, die nicht nach dem typischen Modell leben &#8211; an einem bestimmten Ort ans\u00e4ssig mit festem Job. Nein, sie haben es sich zum Prinzip gemacht, sich nicht festzulegen und berichten, dass der Verzicht auf Besitzt\u00fcmer und festgefahrene sichere Wege eine Bereicherung darstellt, ihnen gezeigt hat, wie wenig man doch eigentlich braucht, um gl\u00fccklich leben zu k\u00f6nnen. Nicht alle leben nur von Gelegenheitsjobs, es gibt auch solche, die einen Job haben, den sie im Prinzip von \u00fcberall aus\u00fcben k\u00f6nnen, die sozusagen mit ihrem B\u00fcro im Koffer durch die Welt ziehen.<\/p>\n<p>Das Leben als Hirte oder Nomade ist zugleich ein sehr karges und einfaches, aber eben auch unheimlich bereicherndes und wahrhaftiges Leben im engsten<br \/>\nEinklang mit der Natur und allen ihren Lebewesen, ein Leben ganz eng mit Gott und seiner Sch\u00f6pfung.\u00a0Wenn man dar\u00fcber nachdenkt, wird einem umso mehr bewusst, wie hohl viele der Dinge sind, denen der moderne Mensch nachjagt und dabei das Wesentliche aus den Augen verliert.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns allen, dass es uns gelingt, uns auch in unserem modernen Alltag darauf zu besinnen, welche Werte wir f\u00fcr wirklich wichtig halten, wie wir leben m\u00f6chten und was am Ende z\u00e4hlen wird!<\/p>\n<p>In diesem Sinne: einen besinnlichen und friedvollen Advent!<\/p>\n<p><em>Martina H\u00f6fner<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2019-11-26] Wir alle kennen nat\u00fcrlich die Geschichte von den Hirten rund um die Geburt Jesu. 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