{"id":7386,"date":"2020-03-27T12:18:33","date_gmt":"2020-03-27T11:18:33","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7386"},"modified":"2022-11-07T14:49:36","modified_gmt":"2022-11-07T13:49:36","slug":"sonntagsgruss-fuer-29-03-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7386","title":{"rendered":"Sonntagsgru\u00df f\u00fcr 29.03.2020"},"content":{"rendered":"<p>[2020-03-27]<\/p>\n<h3>29. M\u00e4rz 2020 \u2013 <b><span lang=\"DE\">Judika: Schaffe mir Recht, Gott!<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde! Ihr Lieben!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7320\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/peter_gabriel_2020-1-scaled-e1584696870375-539x600.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/peter_gabriel_2020-1-scaled-e1584696870375-539x600.jpg 539w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/peter_gabriel_2020-1-scaled-e1584696870375-920x1024.jpg 920w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/peter_gabriel_2020-1-scaled-e1584696870375-1380x1536.jpg 1380w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/peter_gabriel_2020-1-scaled-e1584696870375.jpg 1587w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wieder schicke ich euch einen schriftlichen Gru\u00df \u2013 als Ersatz f\u00fcr unseren Gottesdienst.\u00a0Der Name dieses 5. Sonntags der Passionszeit ist der Anfang des Wochenpsalms 43:<\/p>\n<p><em>\u201eSchaffe mir Recht, Gott, und f\u00fchre meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und b\u00f6sen Leuten! Denn du bist der Gott meiner St\u00e4rke: Warum hast du mich versto\u00dfen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dr\u00e4ngt? Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Was betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Unser derzeitiger Feind, das Corona-Virus, ist so wenig sichtbar, so schwer greifbar und doch so gef\u00e4hrlich. Vielleicht stellen sich manche die Frage nach dem Warum, sind traurig \u00fcber all die Einschr\u00e4nkungen. Andere sind unruhig und k\u00f6nnen die geschenkte zus\u00e4tzliche Zeit nicht wirklich positiv f\u00fcr sich nutzen. Wieder andere sind ungeduldig und fragen sich: Wie lange wird es noch dauern?<\/p>\n<p>Ich will dennoch auf einen starken Gott hoffen, der mir beisteht und mich sch\u00fctzt. Ich vertraue auf sein Licht und seine Liebe. Ich glaube, bald k\u00f6nnen wir uns wieder in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln und Gott danken. Der Psalmbeter macht mir Mut, mich mit meinen Sorgen an Gott zu wenden und ihn um Hilfe anzurufen.<\/p>\n<p>Der Predigttext f\u00fcr diesen Sonntag stammt aus dem Brief an die Hebr\u00e4er. Sein Hauptthema ist, dass mit Jesus Christus die Opfer im Tempel nicht mehr n\u00f6tig sind (mit der Zerst\u00f6rung Jerusalem im Jahre 70 n.Chr. gab es sie sowieso nicht mehr\u2026), ja dass es \u00fcberhaupt keine Anstrengungen der Menschen braucht, um Gott freundlich zu stimmen, sondern dass Gott trotz aller Verfehlungen der Menschen ihnen mit Liebe begegnet.<\/p>\n<p>Das gilt gerade in Zeiten einer Krise! Auch Corona ist keine Strafe Gottes und es braucht jetzt nicht unsere Anstrengungen, Gebete oder sonstige Leistungen, damit Gott uns gern hat. Denn Gott ist f\u00fcr mich einer, der mich begleitet in guten und auch in schwierigen Zeiten, ja der mich sieht und mich versteht in meiner Not, mit mir mitleidet, also ein sympathischer Gott.<\/p>\n<p>Das zeigt sich vor allem darin, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus selber Leid und Tod auf sich genommen hat. Sein Blut stiftet und bringt uns neues, erf\u00fclltes Leben. Blut wird hier als Symbol f\u00fcr Leben verstanden (ich denke an Blutspenden oder Blutsbr\u00fcderschaft).<\/p>\n<p>Der Hebr\u00e4erbrief formuliert das so (Hebr\u00e4er 13,12-14):<br \/>\n<em>\u201eDarum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten drau\u00dfen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u201c<\/em><\/p>\n<h4>Zwei Gedanken sind mir beim Bedenken des Textes wichtig geworden:<\/h4>\n<ul>\n<li>Wie Jesus nicht im Heiligtum, sondern drau\u00dfen vor den Toren der Stadt Jerusalem auf Golgatha stirbt, so findet auch mein Glaube nicht (nur) am Sonntagmorgen in der Kirche statt. Sondern der Schreiber des Hebr\u00e4erbriefes macht mir Mut, meinen Glauben im Alltag, bei mir daheim, in meiner Familie, an meinem Arbeitsplatz, in meiner Freizeit zu leben und zu feiern.In diesen Wochen ohne Gottesdienst sind wir neu herausgefordert, wie wir unser Gottvertrauen in neuen Formen leben k\u00f6nnen \u2013 in h\u00e4uslicher Andacht, mit den Kerzen in unseren Fenstern am Abend um 20 Uhr, verbunden im Gebet. Gerne k\u00f6nnt Ihr mir r\u00fcckmelden, was Euch jetzt st\u00e4rkt, welche Gebete oder Ausdrucksformen des Glaubens Euch jetzt helfen. Und vielleicht kann ich im n\u00e4chsten Mail einige davon auch anonym weitergeben \u2013 so entsteht auch \u00fcber die Distanz ein Glaubensgespr\u00e4ch.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Meinen zweiten Gedanken verdeutliche ich mit einer Geschichte, die ich gefunden habe:<\/h4>\n<ul>\n<li>\u201eEin Tourist besichtigt ein Kloster. Ein M\u00f6nch zeigt ihm fr\u00f6hlich und freundlich Kirche und Kreuzganz, Bibliothek und Speisesaal \u2013 alles sehr sch\u00f6n ausgestaltet und geschm\u00fcckt. Auf die Frage des Touristen, wo er denn selber wohne, zeigt ihm der M\u00f6nch seine kleine, bescheiden eingerichtete Zelle. \u201eWo haben Sie denn Ihre Sachen?\u201c \u2013 fragt der Tourist verwundert. Der M\u00f6nch entgegnet freundlich: \u201eUnd wo haben Sie Ihre Sachen?\u201c \u201eIch bin doch nur auf der Durchreise!\u201c, erwidert der Tourist. \u201eIch auch!\u201c, antwortet darauf der M\u00f6nch.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade in diesen Wochen wird mir neu bewusst, wie zerbrechlich und gef\u00e4hrdet mein und unser Leben ist. Mein Leben auf dieser Erde ist begrenzt, Krankheit und Tod sind mehr in meinen Blick ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Die Zeit der Isolation macht mir neu bewusst, wie wichtig mir der Kontakt mit lieben Menschen ist, die Freiheit zu reisen oder das zu tun, was ich gerne m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ich merke aber auch, mit wie wenig ich zufrieden sein kann: ich habe genug zu essen, ein warmes Zuhause, Austausch mit vielen Menschen, ich bin nicht allein. Vor allem: Ich darf vertrauen, Gott ist bei mir, er l\u00e4sst mich nicht im Stich.<\/p>\n<p>Wie Jesus hinaus gegangen ist zu den Menschen, zu Kranken und Diskriminierten, zu Armen und Reichen, wie er selbst auf dem Weg in den Tod hinaus gegangen ist zu den Verbrechern, die vor dem Tor gekreuzigt wurden, die au\u00dferhalb der St\u00e4dte in Lagern dahin vegetieren \u2013 so geht Jesus auch zu mir hinaus \u2013 in dieser Corona-Zeit, in die Abgeschiedenheit meiner 4 W\u00e4nde, auch in meine Einsamkeit, weil ich mir wichtige Menschen nicht treffen oder umarmen kann.<\/p>\n<p>\u201eWir haben hier keine bleibende Stadt\u201c \u2013 das bezieht sich nicht nur auf das Leben nach dem Tod bei Gott, sondern auch auf die Ver\u00e4nderungen, die mein Leben immer wieder pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen machen Angst, aber sie sind notwendig und gut. Nach dieser Krise wird sich unser allt\u00e4gliches Leben, unsere Wirtschaft, vielleicht auch unser Glaubensleben ver\u00e4ndern. Aber als Christ habe ich keine Angst, weil ich vertraue, wohin der Weg auch f\u00fchrt \u2013 Gott begleitet mich auf allen Wegen der Ver\u00e4nderung. Er sch\u00fctzt mich wie sein Volk Israel auf dem Weg durch die W\u00fcste. Er begleitet mich wie die Freunde Jesu auf dem traurigen Weg nach Emmaus.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die dritte Coronawoche w\u00fcnsche ich euch viel Kraft und Durchhalteverm\u00f6gen!<\/p>\n<p>Wie gut, dass wir im Glauben verbunden sind! Gottes Segen sei mit uns allen!<\/p>\n<p><em>Euer Peter<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Abschluss das Wochenlied f\u00fcr diesen Sonntag \u201eHolz auf Jesu Schulter\u201c (EG 97).<br \/>\nEs macht mir Mut, dass Gott alles verwandelt, aus Allem Gutes machen kann, dass er auch mich vom Tod ins Leben ruft:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7387\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-12.15.07-600x341.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-12.15.07-600x341.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-12.15.07.png 603w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p><em>Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt<\/em><br \/>\n<em>Friede unsere Herzen und die Welt bewahrt.<\/em><br \/>\n<em>Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.<\/em><br \/>\n<em>Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.<\/em><\/p>\n<h4>Und noch ein Abendsegen, wieder von meiner Kollegin Iris Haidvogel:<\/h4>\n<p><em>Gesegnet der heutige Tag,<\/em><br \/>\n<em>an dem ich sagen kann: du warst da. <\/em><br \/>\n<em>Gesegnet die kommende Nacht, in der ich sicher bin:<\/em><br \/>\n<em>du beh\u00fctest und bewahrst mich und meine Lieben.<\/em><br \/>\n<em>Doch segne du auch die Tage derer, die nicht sagen k\u00f6nnen: du warst da,<\/em><br \/>\n<em>die nach dir rufen und du antwortest nicht.<\/em><br \/>\n<em>Segne du die N\u00e4chte derer, die verzweifeln,<\/em><br \/>\n<em>denn du beh\u00fctest und bewahrst nicht immer, <\/em><br \/>\n<em>wie wir es uns w\u00fcnschen und erwarten.<\/em><br \/>\n<em>All unsre Lieben, wir alle, haben ein Ende.<\/em><br \/>\n<em>Doch all das Lieben nicht.<\/em><br \/>\n<em>Gesegnet der Moment, an dem ich sagen kann, du warst da,<\/em><br \/>\n<em>auch wenn ich es nicht mehr bin.<\/em><\/p>\n<p><em>Amen!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2020-03-27] 29. 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