{"id":7511,"date":"2020-04-09T09:48:18","date_gmt":"2020-04-09T07:48:18","guid":{"rendered":"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7511"},"modified":"2022-11-07T14:38:26","modified_gmt":"2022-11-07T13:38:26","slug":"karfreitagsgedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7511","title":{"rendered":"Karfreitagsgedanken"},"content":{"rendered":"<p>[2020-04-09]<\/p>\n<p>Ihr Lieben,<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3709 alignleft\" src=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/proeglhoeff.jpg\" alt=\"\" width=\"153\" height=\"176\" \/>den Abendgottesdienst am heurigen Karfreitag h\u00e4tte ich leiten sollen, und geplant war dabei eine Auff\u00fchrung der Johannespassion von Heinrich Sch\u00fctz durch BachWerkVokal unter der Leitung von Di\u00f6zesankantor Gordon Safari. Dies kann nun leider nicht stattfinden. Ich schicke euch statt dessen eine Abschrift meiner Karfreitagstexte vom letzten Jahr: Da lag der Karfreitag am 19. April und wir haben ein neunzehn.neunzehn gestaltet mit Joseph Haydn, \u201eDie sieben letzten Worte unseres Erl\u00f6sers am Kreuze\u201c.<\/p>\n<p>Die vier Evangelien bringen ja sehr unterschiedliche letzte Worte, die Jesus am Kreuz gesprochen haben soll, und die Tradition brachte diese unterschiedlichen Worte in eine bestimmte Reihenfolge und stellte sie in dieser 7er-Zahl zusammen. Joseph Haydn hat den Auftrag zu dieser Komposition von einem Priester aus der spanischen Stadt Cadiz bekommen und sie wurde dort vermutlich am Karfreitag des Jahres 1787 uraufgef\u00fchrt. Damals wurden vom Bischof diese Worte eines nach dem anderen gelesen, mit einigen Gedanken kommentiert und anschlie\u00dfend erklang der jeweilige musikalische Satz \u00fcber dieses Kreuzeswort.<\/p>\n<p>So haben wir das auch letztes Jahr bei neunzehn.neunzehn am Karfreitag gehalten. Ich h\u00e4nge euch meine Gedanken dazu in die Anlage. Vielleicht tut es uns gut, diese Worte Jesu am heurigen Karfreitag einmal \u201ecoronafrei\u201c zu meditieren, denn von der Krankheit war vor einem Jahr noch keine Rede. Und doch scheint mir, dass das, was ich voriges Jahr gesagt habe, auch f\u00fcr die heurigen Verh\u00e4ltnisse gilt.<\/p>\n<p>So gr\u00fc\u00dfe ich euch alle mit dem Wunsch, dass auch dieser Karfreitag uns st\u00e4rken m\u00f6ge in der Gewissheit, dass es seit dem Tod Jesu \u2013 so ferne Gott vielleicht auch scheinen mag \u2013 keinen Ort der Gottesferne mehr gibt.<\/p>\n<p>Euer Peter Pr\u00f6glh\u00f6f<\/p>\n<p><em>Tel.<\/em><em> +43 699\/18877503<\/em><em> oder <a href=\"mailto:peter.proeglhoef@evang.at\">peter.proeglhoef@evang.at<\/a><\/em><\/p>\n<p>Die nachstehenden Gedanken k\u00f6nnen Sie auch als <a href=\"http:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KarfreitagsgedankenPeter.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">pdf-File<\/a> herunterladen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c (Lk 23,34)<\/h3>\n<p>Um die dritte Stunde, also 9 Uhr morgens, hatte das Grauen begonnen. Da, so erz\u00e4hlt Markus, wurde Jesus gekreuzigt.<\/p>\n<p>\u201eIch will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht;<br \/>\nVon dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht\u201c<br \/>\ndichtet Paul Gerhardt.<\/p>\n<p>Stehenbleiben.<br \/>\nHinschauen.<br \/>\nNicht die Augen zumachen vor dem Grauen, das sich auch heute tausendfach auf der Welt abspielt.<\/p>\n<p>Deshalb brauchen wir den Karfreitag als Feiertag: Wir beginnen vormittags mit der schweren \u00dcbung, hinzuschauen. Vormittags feiern wir deshalb den Hauptgottesdienst am Karfreitag \u2013 nicht angeh\u00e4ngt, nebenbei, nicht wenn alles ach so Wichtige eines Arbeits- und Einkaufstages erledigt ist.<\/p>\n<p>Und was wir, wenn wir beim Gekreuzigten stehen bleiben, sehen und h\u00f6ren, erz\u00e4hlt Lukas, ist mehr als nur das Grauen: Da durchbricht einer, dem schlimmste Gewalt angetan wird, die Spirale von Hass und Gewalt:<\/p>\n<p>\u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun\u201c.<\/p>\n<p>Da leuchtet mitten im Grauen auf, was Mensch-Sein bedeuten kann: Selbst dort, wo es scheinbar unm\u00f6glich ist, Vergebung zu wagen. Nur so kann Gewalt beendet werden, nur so erweist sich, dass die Liebe st\u00e4rker ist.<\/p>\n<h3>\u201eWahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.\u201c (Lk 23,43)<\/h3>\n<p>Der, zu dem Jesus das sagt, ist einer der beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt werden. Der andere hatte ihn h\u00f6hnisch aufgefordert, sich selbst und ihnen zu helfen, wenn er der Christus sei.<\/p>\n<p>Doch jener widerspricht dem L\u00e4sterer, zeigt Einsicht in das Unrecht seiner Taten und bittet Jesus: \u201eGedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!\u201c Und Jesus antwortet: \u201eWahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.\u201c<\/p>\n<p>Ein Verbrecher im Paradies. Lukas erz\u00e4hlt nichts davon, ob er irgendeine Wiedergutmachung geleistet hat. Auch erfahren wir nicht, ob er gl\u00e4ubig war oder seine Vorstellungen von Gott im Einklang mit der Bibel gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Eigentlich ist diese Szene eine Provokation f\u00fcr alle Rechtschaffenen und Rechtgl\u00e4ubigen: Unsereins, so k\u00f6nnten sie sagen, strengt sich ein ganzes Leben lang an. Und dann sitzt so einer mit uns im Paradies.<\/p>\n<p>Doch nur so bleibt Jesus seinem Vater treu. Nur so, weil Jesus seine Botschaft bis zuletzt durchgehalten hat, k\u00f6nnen wir uns darauf verlassen, dass Gottes Herz so weit ist, dass es unsere engen Vorstellungen von drinnen und drau\u00dfen immer \u00fcbersteigt.<\/p>\n<h3>\u201eFrau, siehe das ist deine Mutter.\u201c (Joh 19,27)<\/h3>\n<p>Mit dem n\u00e4chsten Wort Jesu am Kreuz wechseln wir in das Johannesevangelium. Nur dort wird von einem J\u00fcnger erz\u00e4hlt, den Jesus liebte. Die sp\u00e4tere Legende hat ihn mit Johannes gleichgesetzt. Im Evangelium selbst erfahren wir nicht, wer er ist und was das f\u00fcr eine Art von Liebesbeziehung ist, die Jesus und dieser J\u00fcnger haben.<\/p>\n<p>Nur er (dieser J\u00fcnger), die Mutter Jesu, deren Schwester, Maria die Frau des Klopas und Maria Magdalena stehen im Johannesevangelium am Kreuz. Und dann erz\u00e4hlt Johannes: \u201eAls nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den J\u00fcnger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem J\u00fcnger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der J\u00fcnger zu sich.\u201c<\/p>\n<p>Diese ber\u00fchrende Szene zeigt uns den sterbenden Jesus, den Gottessohn, den Johannes ja eigentlich immer ins Zentrum seiner Darstellung r\u00fcckt, von seiner zutiefst menschlichen Seite: Er m\u00f6chte, dass f\u00fcr seine Liebsten gesorgt ist. So f\u00e4llt es wohl jedem Menschen leichter zu gehen: Wenn er wei\u00df, dass f\u00fcr seine Liebsten gesorgt ist.<\/p>\n<h3>\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c (Mk 15,34 und Mt 27,46)<\/h3>\n<p>Nur Markus und Matth\u00e4us berichten von diesem Wort Jesu am Kreuz, und nach ihrer Darstellung war es auch das einzige.<\/p>\n<p>Markus zitiert es auf Aram\u00e4isch, der Muttersprache Jesu: Eloi, Eloi, lema sabachthani \u2013 und sagt damit: Dieser Schrei kam aus dem tiefsten menschlichen Herzen Jesu, in seiner Sprache, die ihm von Kind an vertraut war, in der er mit seinem himmlischen Vater gesprochen und den Menschen von ihm erz\u00e4hlt hat. Von ihm verlassen: ausgeliefert der Schmach, den Schmerzen. Nun scheint doch der Tod das letzte Wort zu haben.<\/p>\n<p>\u201eEli, Eli, lama sabachthani\u201c \u2013 Matth\u00e4us hingegen zitiert diesen Schrei auf Hebr\u00e4isch, der Gottesdienstsprache des Judentums, in dem Jesus aufgewachsen ist und die \u00dcberlieferungen seines Glaubens kennen gelernt hat. Und Matth\u00e4us sagt damit, woher diese Worte \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen\u201c stammen: Sie sind der Anfang des 22. Psalms der Hebr\u00e4ischen Bibel, des heiligen Buches des Judentums. In dieses Gebet eines Gottverlassenen aus der Geschichte seines Volkes kann Jesus seine eigene Gottverlassenheit hineinlegen.<\/p>\n<p>Er wird dieses alte Gebet auswendig gekonnt haben. Und so hat ihn vielleicht auch getr\u00f6stet, dass in diesem alten Gebet beides da ist:<br \/>\ndie tiefe Gottverlassenheit<br \/>\nund das noch tiefere Vertrauen, dass Gott ihn nicht fallen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Was wird uns einst tr\u00f6sten, wenn niemand mehr die \u00dcberlieferungen unseres Glaubens kennt? Was wird uns halten in unserer Gottverlassenheit, wenn der Karfreitag nur noch der wichtigste Einkaufstag im Jahr ist?<\/p>\n<h3>\u201eMich d\u00fcrstet.\u201c (Joh 19,28)<\/h3>\n<p>Mit diesem Wort kehren wir zur\u00fcck in die Darstellung des Johannesevangeliums. Auch wenn dieses im Unterschied zu den anderen keine Zeitangaben macht, kann man davon ausgehen, dass auch Johannes sich vorstellt, dass Jesus nun schon seit Stunden am Kreuz h\u00e4ngt. \u201eDurst\u201c ist daher wohl zun\u00e4chst einmal einfach Teil der Qualen, denen er ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Johannes erz\u00e4hlt aber, dass Jesus dieses Wort gesagt habe, damit die Schrift erf\u00fcllt w\u00fcrde; und einige f\u00fcllen aus einem Gef\u00e4\u00df voll Essig einen Schwamm, legen den um einen Ysop (also m\u00f6glicherweise irgendein Rohr von einer Pflanze) und halten ihm den an den Mund.<\/p>\n<p>Wieso steht da ein Gef\u00e4\u00df mit Essig herum, k\u00f6nnte man fragen. Und wo kommen da mitten am Hinrichtungsplatz au\u00dferhalb der Stadt ein Schwamm und ein Ysoprohr her? War das \u00fcblich, das den Verurteilten zu reichen?<\/p>\n<p>Wir wissen dar\u00fcber nichts. Und daher ist die Frage viel spannender, warum Johannes betont, dass mit dieser Szene die Schrift erf\u00fcllt werde. Er denkt sicher an Psalm 69, wo einer, der geschm\u00e4ht wird und niemanden findet, der Mitleid mit ihm hat, keinen der ihn tr\u00f6stet, sagt: \u201eSie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken f\u00fcr meinen Durst.\u201c<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Zeiten hat man solche alttestamentlichen Zitate gleichsam als Wahrsagungen verstanden, als Prophezeiung, die bei Jesus eingetreten sei. Ein solches mythologisches Weltbild haben wir heute nicht mehr, und wir brauchen es auch nicht zu haben, um zu verstehen, was uns die Bibel sagen will.<\/p>\n<p>In der Schrift, in der Hebr\u00e4ischen Bibel, dem heiligen Buch des Judentums, sind die Erfahrungen gesammelt, die Menschen \u00fcber Jahrhunderte mit dem Gott Israels gemacht haben. Das, was Menschen in diesen Jahrhunderten getragen hat, was sie verstanden haben von dem Gott, der das Leben will, durch alles Leiden hindurch an unserer Seite bleibt und zum Leben befreit, das verdichtet sich noch einmal wie in einem Brennglas in dem Menschen Jesus. In ihm wird noch einmal sichtbar, und zwar endg\u00fcltig, weil sich Gott an ihn bindet:<\/p>\n<p>Gott will das Leben<br \/>\nGott bleibt durch alles Leiden hindurch an unserer Seite<br \/>\nGott befreit zum Leben.<\/p>\n<h3>\u201eEs ist vollbracht.\u201c (Joh 19,30)<\/h3>\n<p>Noch einmal Johannes. Es ist in seiner Darstellung das letzte Wort Jesu am Kreuz: wie ein Schlusspunkt \u2013 oder musikalisch: ein Schlussakkord.<\/p>\n<p>\u201eEs ist vollbracht\u201c \u2013 das, wozu Jesus auf die Welt gekommen ist, sein Auftrag ist erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Er hat das Wort des Vaters geh\u00f6rt und gesagt.<\/p>\n<p>Er hat die Zeichen gesetzt, in denen sichtbar wird, wie Gott diese Welt und unser Leben gemeint hat:<\/p>\n<ul>\n<li>wenn genug f\u00fcr alle da ist zum Leben und zum Feiern, wie bei der Hochzeit von Kana und bei der Speisung der 5000<\/li>\n<li>wenn Kranke heil werden, wie am Teich Betesda<\/li>\n<li>wenn selbst der Tod nicht das letzte Wort hat, wie bei der Auferweckung des Lazarus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Auftrag ist erf\u00fcllt. Das hei\u00dft aber auch: Nun ist es an den Seinen, dort weiterzumachen, wo er aufgeh\u00f6rt hat. Noch werden sie dazu nicht in der Lage sein, nicht am Karfreitag. Aber auch im Johannesevangelium wird das letzte Wort Jesu am Kreuz nicht das letzte Wort des Herrn sein.<\/p>\n<h3>\u201eVater, ich befehle meinen Geist in deine H\u00e4nde!\u201c (Lk 23,46)<\/h3>\n<p>Das letzte Wort Jesu am Kreuz in der Darstellung des Lukasevangeliums f\u00fchrt uns zur\u00fcck in die Grundstimmung der Vers\u00f6hnung, die wir schon in den ersten in dieser Reihe der sieben Worte vernommen haben. Der Gekreuzigte hat seinen Peinigern vergeben, er hat dem Verbrecher das Paradies zugesagt, und nun \u00fcberl\u00e4sst er sich den H\u00e4nden seines Vaters.<\/p>\n<p>Und wieder wird Jesus aus der \u00dcberlieferung des j\u00fcdischen Glaubens gesch\u00f6pft haben. Diese Wurzeln sind f\u00fcr ihn nicht verdorrt, diese Quellen sind nicht versiegt. Wieviel liebevolle Geborgenheit str\u00f6mt doch aus diesem Bild von den H\u00e4nden Gottes:<\/p>\n<p>\u201eIn die H\u00e4nde habe ich dich gezeichnet\u201c, sagt Jesaja \u00fcber Gottes liebevolles Denken an Jerusalem.<\/p>\n<p>\u201eVon allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir\u201c, bekennt staunend der Psalmist.<\/p>\n<p>Das Sterben Jesu wird damit zum Hoffnungsbild, wie es gelingen kann, unsere Sterblichkeit anzunehmen: Auch wir k\u00f6nnen einverstanden sein. Auch wir k\u00f6nnen uns fallen lassen, selbst wenn es uns wie ein Fallen ins Bodenlose vorkommt: Gottes H\u00e4nde werden uns auffangen.<\/p>\n<h3>\u201eIl terremoto\u201c \u2013 das Erdbeben (Mt 27,51-53)<\/h3>\n<p>Joseph Haydn l\u00e4sst diesen sieben letzten Worten Jesu noch einen Satz folgen: \u201eIl terremoto\u201c \u2013 Das Erdbeben. Nein, der Karfreitag endet nicht einfach nur still und vers\u00f6hnlich. Das, was da geschehen ist, bringt die gewohnte Ordnung durcheinander \u2013 da bleibt kein Stein auf dem andern. Wie k\u00f6nnte auch alles bleiben, wie es ist, wenn Gott sich nicht mehr damit begn\u00fcgt, vom sicheren Platz im Himmel auf die Erde herabzusehen, sondern sich dem Wahnsinn von Hass und Gewalt, der die Menschen beherrscht, selbst aussetzt. Da zerrei\u00dft die saubere Trennung von \u201eheilig\u201c und \u201eprofan\u201c, da zerrei\u00dft der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste, den Ort von Gottes Anwesenheit, abschirmt. Gott wird angreifbar, zug\u00e4nglich, ja: verletzlich \u2013 au\u00dferhalb des christlichen Glaubens eine vollkommen unm\u00f6gliche Vorstellung.<\/p>\n<p>Seit dem Karfreitag gibt es keinen Ort der Gottesferne mehr, weil er selbst am Ort der gr\u00f6\u00dften Gottverlassenheit, selbst im Tod da ist. Kein Wunder, dass das auch den Toten keine Ruhe l\u00e4sst und Matth\u00e4us in einem apokalyptischen Bild erz\u00e4hlt, wie sich die Gr\u00e4ber auftun. Allerding, er f\u00e4llt sich gleichsam selbst ins Wort: Rasch erg\u00e4nzt er \u201enach seiner Auferstehung\u201c.<\/p>\n<p>Ja, das Drama des Karfreitags ist noch nicht zu Ende, so lange das Kreuz uns erinnern muss an Gewalt, Hass und Morden, das sich auch heute vor unseren Augen abspielt. Das Drama des Karfreitags ist aber auch noch nicht zu Ende, weil uns die Botschaft, dass der Tod endg\u00fcltig besiegt ist, erst noch gesagt werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[2020-04-09] Ihr Lieben, den Abendgottesdienst am heurigen Karfreitag h\u00e4tte ich leiten sollen, und geplant war dabei eine Auff\u00fchrung der Johannespassion von Heinrich Sch\u00fctz durch BachWerkVokal unter der Leitung von Di\u00f6zesankantor Gordon Safari. Dies kann nun <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7511\" title=\"Karfreitagsgedanken\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":8,"featured_media":7513,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[84],"tags":[],"class_list":{"0":"post-7511","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hauskirche"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7511"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11936,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7511\/revisions\/11936"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}