{"id":7754,"date":"2020-06-20T16:04:22","date_gmt":"2020-06-20T14:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7754"},"modified":"2020-09-11T16:19:37","modified_gmt":"2020-09-11T14:19:37","slug":"naehe-und-distanz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7754","title":{"rendered":"N\u00e4he und Distanz (2\/7)"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>[20.06.2020]<\/p>\n<p>N\u00e4he und Distanz,\u00a0diesen Titel haben wir im Redaktionsteam f\u00fcr den Gemeindebrief ausgew\u00e4hlt. Auf den folgenden Seiten stellen wir verschiedene Aspekte dieses Themas dar! Viel Freude und vielleicht auch die eine oder andere Anregung beim Lesen!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h3>Gott, du bist mir so nah. Gott, du bist mir so fern.<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7083 alignleft\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/mueller_vikar.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"259\" \/>\u201eGott, bitte mach, dass diese Krankheit bald aufh\u00f6rt!\u201c Dieses Gebet \u2013 vielleicht auch verklausulierter oder in anderen Worten \u2013 ist in den letzten Monaten vermutlich sehr h\u00e4ufig gebetet worden. \u201eGott, setz dem Sterben ein Ende!\u201c \u201eGreif ein in diese Welt und schenk Gesundheit und Heilung\u201c. Vermutlich wurden diese Worte auch deshalb so h\u00e4ufig gesprochen, weil die ganze Welt vom Virus COVID-19 betroffen ist. Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, die vor nichts Halt macht, der nichts heilig ist. Sie geht ohne Erbarmen und gnadenlos fort. Wirtschaftlich trifft uns diese Krise hart, und \u00e4rmere L\u00e4nder trifft sie umso h\u00e4rter. Die Ungerechtigkeit auf der Welt zwischen Arm und Reich w\u00e4chst von Tag zu Tag. Menschen ohne gesundheitliche Versorgung haben fast keine Chance. \u201eCorona ist nur ein weiteres \u00dcbel, vor dem ich mich jetzt f\u00fcrchten muss\u201c, sagt eine Frau im griechischen Fl\u00fcchtlingslager Moria. Wie gerne w\u00fcrde ich helfen, wie gerne w\u00fcrde ich Trost spenden. Aber ich brauche in solchen Zeiten selber Trost. Ich harre auf Gott, ich hoffe auf seine Antwort, auf Trost und Zuversicht. Aber antwortet Gott auf unser Bitten und Flehen? H\u00f6rt er die Rufe der Verzweifelten und Sterbenden? Wenn der letzte Halt schweigt, wenn ich f\u00fcr mein Herz keinen Haken mehr finde, auf den ich es h\u00e4ngen kann, dann ist die Situation kaum zu ertragen. \u201eF\u00fcrwahr, du bist ein verborgener Gott\u201c, sagte bereits der Prophet Jesaja kummervoll (Jesaja 45,15).<\/p>\n<p>Ich muss leider gestehen, dass uns diese Fragen unser Leben lang begleiten werden. Aber vielleicht ist es uns ein Trost, dass sogar Gott dieses Gef\u00fchl kennt.\u00a0\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c, br\u00fcllt Jesus am Kreuz und verstirbt daraufhin. Gott hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, sich von Gott verlassen zu f\u00fchlen. Mit dem Gef\u00fchl: \u201eGott, du bist mir so fern\u201c, stehen wir also nicht alleine da. Gott ist jemand, der gerade in Zeiten der Verunsicherung und der Krise uns ganz besonders nahe ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Gott leidet also mit den Menschen mit. Er kennt unsere Gef\u00fchle und speist uns nicht ab mit billigem Trost.\u00a0Ich kann mich noch an den Anfang der Corona-Ma\u00dfnahmen in \u00d6sterreich erinnern. Es wurde zu Beginn geschickt kommuniziert: \u201eDas geht alles wieder bald vorbei. In zwei Wochen ist die Sache gegessen.\u201c Wie wir mittlerweile wissen, kam es so leider nicht. Nicht einmal die Osterfeierlichkeiten in den Familien konnten gefeiert werden. Selbst das gewohnte kirchliche Leben wich den Online-Andachten, den Fernsehgottesdiensten, den Briefen und so weiter. Wir wurden von zahlreichen Menschen vertr\u00f6stet, die sagten: \u201eBald werden wir wieder miteinander unser gewohntes Leben leben k\u00f6nnen.\u201c F\u00fcr die meisten Menschen ist genau das aber nicht mehr m\u00f6glich. F\u00fcr Menschen, die ihren Beruf nicht mehr aus\u00fcben k\u00f6nnen, weil sie ihre Arbeit verloren haben, wird es ein Zur\u00fcck in die \u201eNormalit\u00e4t\u201c nicht so rasch geben k\u00f6nnen. Die Menschen, die sich um die Corona-Patienten k\u00fcmmerten und zusehen mussten, wie man ohne eine Hilfsm\u00f6glichkeit die Patienten verlor. Gastronomen, die ihre Lokale neu vermessen und die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Betrieb \u00fcberleben k\u00f6nnte: F\u00fcr sie alle wird es noch lange dauern, bis man ein halbwegs normales Leben f\u00fchren kann. Man sollte sehr vorsichtig sein, solchen Menschen rosige Zukunftsphantasien zu malen. Oft ist die Anteilnahme die ehrlichere Form, denn sie wird den Menschen in ihrer Lebenslage gerechter. Gott gibt uns zu dieser aufrichtigen Anteilnahme ein Beispiel indem er mit den Betroffenen das Leid teilt. Und das ist meiner Meinung nach ein sehr tr\u00f6stlicher Gedanke.<\/p>\n<p><em>Thomas M\u00fcller<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[20.06.2020] N\u00e4he und Distanz,\u00a0diesen Titel haben wir im Redaktionsteam f\u00fcr den Gemeindebrief ausgew\u00e4hlt. Auf den folgenden Seiten stellen wir verschiedene Aspekte dieses Themas dar! 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