{"id":7759,"date":"2020-06-24T15:31:16","date_gmt":"2020-06-24T13:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7759"},"modified":"2020-09-11T16:17:57","modified_gmt":"2020-09-11T14:17:57","slug":"naehe-und-distanz-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7759","title":{"rendered":"N\u00e4he und Distanz (4\/7)"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>[24.06.2020]<\/p>\n<p>N\u00e4he und Distanz,\u00a0diesen Titel haben wir im Redaktionsteam f\u00fcr den Gemeindebrief ausgew\u00e4hlt. Auf den folgenden Seiten stellen wir verschiedene Aspekte dieses Themas dar! Viel Freude und vielleicht auch die eine oder andere Anregung beim Lesen!<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h3>So nah und doch so fern<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3702 alignleft\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/landwehr.jpg\" alt=\"\" width=\"155\" height=\"175\" \/>Wer h\u00e4tte das 2019 gedacht: Deutschland liegt einen Steinwurf von uns entfernt und trotzdem ist es uns nicht mehr m\u00f6glich dort hinzukommen. Wie so viele in unserer Gemeinde bin ich in Deutschland geboren und auch dort aufgewachsen. Fast alle Verwandten und viele Freunde leben dort, und wir k\u00f6nnen sie nicht besuchen. (So ein Gef\u00fchl muss es doch f\u00fcr die Menschen in der ehemaligen DDR gewesen sein). Auch wenn mir \u00d6sterreicher vermitteln: \u201eMeine Eltern wohnen im Dorf und ich kann sie auch nicht besuchen\u201c, glaube ich, dass unsere Distanz noch ein wenig anders ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Unsere Mama, 72 Jahre, lebt allein. Sie hat das Gl\u00fcck sehr vielen Hobbies nachzugehen: Kl\u00f6ppeln, Stricken, Malen, Musik h\u00f6ren, auf ihrer Terrasse garteln und raus in die Natur gehen. Per Pedes oder mit dem Rad. Ab und an mal geht sie mit einer Freundin, mit Abstand, eine gemeinsame Radtour unternehmen. Das ist zurzeit ihr einziger Kontakt.<\/p>\n<p>Mitte April hatte sie ihren Geburtstag, an dem ich sie besuchen wollte. F\u00fcr mich war der Gedanke schrecklich, zu wissen: Sie muss ihren Ehrentag alleine feiern. So kam uns die Idee ein Geburtstags-Zoom im Kreise der Familie zu starten.\u00a0Es war einfach nur sch\u00f6n, die liebe Verwandtschaft zu sehen. Wir haben geplaudert, mit Sekt angesto\u00dfen, gesungen und nat\u00fcrlich wurde \u00fcber die momentane Situation gesprochen, wie jeder jetzt so lebt und wie vor allem die jungen Familien mit ihren kleinen Kindern Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen. Eine riesige Herausforderung f\u00fcr Kinder und Eltern. F\u00fcr so Kleine bedeutet es ja eine Ewigkeit, wenn sie ihre geliebten Spielkameraden im Kindergarten oder auf dem Spielplatz nicht sehen d\u00fcrfen. Nur die Eltern um sich herum zu haben, ich glaube, das war die ersten zwei Wochen toll f\u00fcr die Kinder, da es noch etwas Besonderes war.<\/p>\n<p>Auch meine Patentante und ihr Mann Paul, 91 Jahre, haben sich in Selbstisolation begeben. An Ostern wurde dann doch eine Ausnahme gemacht. Die Enkelkinder und Kinder suchten im Garten von Oma und Opa Ostereier. Danach durften sie mit Opa Pauls Dreirad fahren und haben somit den Abstand wahren k\u00f6nnen. F\u00fcr Opa Paul und meine Patentante hat dieser kleine Kontakt, mit Abstand, total viel bedeutet. Paul hat uns in unserer Familien-Whats-App-Gruppe folgendes mitgeteilt: \u201eEs war sch\u00f6n mit den Kindern! Wir hatten Abstand und doch N\u00e4he\u201c. Jetzt geht es noch ein bisschen weiter weg. Eine Cousine lebt mit ihrem Mann in Israel, und sie haben Anfang April ein kleines M\u00e4dchen bekommen. Es war angedacht, dass die Oma die junge Familie in den ersten Wochen unterst\u00fctzt. Kurz vor dem Abflug hat Israel seine Grenzen dicht gemacht. K\u00fcrzlich nach einemTelefonat mit der stolzen Oma hat sie mir erz\u00e4hlt, dass sie mit Whats-App ihr kleines Enkelkind gesehen hat und es hat schon der Oma ein kleines L\u00e4cheln geschenkt. Eigentlich nicht m\u00f6glich, wenn man bedenkt, dass die Kleine zehn Tage alt war. Aber diese klitzekleine Emotion bedeutete meiner Tante sehr viel. Dann hat sie noch gesagt, es kann sein, dass sie ihre Enkelin erst zu Weihnachten sieht. Da blieb bei mir endg\u00fcltig ein Klo\u00df im Halse stecken. Ich habe mich gefragt, was geht wohl in der jungen Oma vor. Ist es nicht schrecklich seine erste Enkelin nach einem 3\/4 Jahr zu sehen? Sie hat sich wohl mit der Situation abgefunden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Ich glaube, alle unsere Familien haben mittlerweile ihre M\u00f6glichkeiten geschaffen, um sich in der Ferne doch mal n\u00e4her zu kommen. Auch ich habe mir bereits mein Ohr wund telefoniert. Trotzdem ist es f\u00fcr mich etwas ganz anderes sich \u00fcber Skype, Whats-App, Zoom etc. auszutauschen \u2013 und so langsam gibt mir das Telefonieren auch nicht mehr viel. Der H\u00f6rer wird aufgelegt &#8211; und dann ist wieder Funkstille.<\/p>\n<p>Auch von zu Hause gibt es eine kleine Anekdote zu erz\u00e4hlen, die mein Herz ganz besonders ber\u00fchrt hat. Unsere Nachbarin Christina, drei Jahre, spricht mich \u00fcber den Gartenzaun an: \u201eKarin, wenn Corona vorbei ist, dann darf ich dich wieder in eurem Haus besuchen und dann kuscheln wir.\u201c Was sich da im Kopf einer Dreij\u00e4hrigen so abspielt? Sie muss ja erfasst haben, dass momentan das Leben anders verl\u00e4uft als \u00fcblich, aber versteht sie es auch? Ich f\u00fchle mich in so einer Situation nur schlecht. Das passt gar nicht, jemanden abzuweisen und nicht herzlich ins Haus einzuladen.<\/p>\n<p>Manchmal k\u00f6nnte ich schreien und heulen zugleich! Ich w\u00fcrde endlich am liebsten aus diesem bedr\u00fcckenden Traum erwachen! Wenn der ganze Spuk dann hoffentlich etwas gelockert wird, und wir wieder nach Deutschland reisen k\u00f6nnen, dann werde ich sicherlich all meine Lieben ganz fest in den Arm nehmen und sie dr\u00fccken. Ich glaube, ich werde so viele Tr\u00e4nen vergie\u00dfen &#8211; aber dieses Mal Freudentr\u00e4nen, wie ich sie wahrscheinlich noch nie habe flie\u00dfen lassen. Die Vorfreude darauf ist riesengro\u00df, auch wenn das Wiedersehensdatum gef\u00fchlt immer weiter in die Ferne r\u00fcckt.<\/p>\n<p>So, jetzt muss ich zum Ende kommen, denn es findet gleich die n\u00e4chste Zoom- Stunde statt: Bauch-Bein-Po von einer meiner Tanten angeleitet. Ich m\u00f6chte am Anfang gleich dabei sein, denn das ist die Chance, Cousine, Tanten und Mama zu sehen und zu h\u00f6ren. Danach m\u00fcssen wir Ton und Bild abdrehen. Zum Abschluss muss ich noch ehrlicherweise zugeben, g\u00e4be es Corona nicht, w\u00fcrden wir nicht solche Zoomaktionen starten, und dann h\u00e4tten wir uns auch nicht fr\u00fcher gesehen, sondern w\u00fcrden erst zu Weihnachten im gro\u00dfen Familienkreis zusammenkommen und hoffentlich im kleineren Familienkreis etwas fr\u00fcher \u2013 und das ist mein gro\u00dfer Wunsch f\u00fcr 2020.<\/p>\n<p><em>Karin Landwehr<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[24.06.2020] N\u00e4he und Distanz,\u00a0diesen Titel haben wir im Redaktionsteam f\u00fcr den Gemeindebrief ausgew\u00e4hlt. Auf den folgenden Seiten stellen wir verschiedene Aspekte dieses Themas dar! 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