{"id":7901,"date":"2020-09-29T00:00:51","date_gmt":"2020-09-28T22:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7901"},"modified":"2020-09-22T14:13:32","modified_gmt":"2020-09-22T12:13:32","slug":"angst-und-vertrauen-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=7901","title":{"rendered":"Angst und Vertrauen (6\/6)"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 40\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<figure id=\"attachment_1987\" aria-describedby=\"caption-attachment-1987\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1987\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN9698-768x1024-450x600.jpg\" alt=\"Yvonne Ennsmann (Sekretariat)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN9698-768x1024-450x600.jpg 450w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN9698-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1987\" class=\"wp-caption-text\">Yvonne Ennsmann (Sekretariat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>[29.09.2020]<\/p>\n<p>Julia wusste es schon. Es wird bestimmt eine lange Reise. Ihre Eltern, ihr Bruder und sogar Harris (ein Freund der Familie), wollten unbedingt auf den Olymp. Olymp ist der h\u00f6chste Berg in Griechenland. Ihre Mama w\u00fcrde aber nur bis zur ersten H\u00fctte gehen und alle anderen zwei Tage l\u00e4nger, bis zum Gipfel.<\/p>\n<p>Der erste Tag war ganz gem\u00fctlich, sie gingen entlang des Weges, gingen an sch\u00f6nen Wasserf\u00e4llen und W\u00e4ldern vorbei. Bis sie an die Baumgrenze kamen. Auf der H\u00fctte angekommen, a\u00dfen sie eine Kleinigkeit und schauten sich die Gegend an! Sch\u00f6n war es. Julia fand sogar einen Spielplatz und es gab viele Ziegen und Schafe da oben. Sie verbrachte den restlichen Tag damit, die Tiere zu streicheln und half sogar die Tiere zu melken. Der Senner der Alm freute sich, musste aber sehr lachen, weil Julia etwas brauchte, um das Melken auch zu k\u00f6nnen! Er gab ihr ein paar Tipps auf Griechisch, die Julia leider nicht verstand, aber Harris (\u201eCharris\u201c) \u00fcbersetzte alles und pl\u00f6tzlich ging es ganz leicht.<\/p>\n<p>Nach einer guten Nacht und einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck gingen alle au\u00dfer Mama weiter Richtung Gipfel. Es war nicht wirklich spannend. Es gab tausende Steine, etwas Geh\u00f6lz und viele Blumen, und es dauerte Ewigkeiten bis zur zweiten H\u00fctte. Kaum angekommen tr\u00fcbte sich die Stimmung bei Julia.<\/p>\n<p>Wieso gab es da nur ein Plumpsklo? Kein flie\u00dfendes Wasser? Kein richtiges Bett mit Matratze? Sie glaubte in einer komplett anderen Welt zu sein \u2013 zur\u00fcck versetzt ins 18. Jahrhundert oder so!<br \/>\nAber das ist so hoch oben normal. Dort gibt es eben keine Bagger und andere Maschinen, die einen Kanal graben oder eine Wasserleitung legen, au\u00dferdem ist das so hoch, dass der Wasserdruck zu niedrig w\u00e4re, um flie\u00dfendes Wasser zu haben.<br \/>\nJulia legte sich auf einen Liegestuhl vor der H\u00fctte. Die Wolken rasten schier an ihr vorbei, so schnell hatte sie das noch nie gesehen. Mit der Zeit wurde ihr schwindelig und sie ging in die H\u00fctte.<br \/>\nDort war es aber eigentlich nicht besser. Es roch nach Ziege und Schaf und als sie ihr Nachtlager sah, wusste sie warum. Die Matratzen des Nachtlagers waren Ziegen- und Schaffelle, die \u00fcbereinandergestapelt wurden und Leint\u00fccher zum Zudecken.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag ging es weiter. Harris nahm pl\u00f6tzlich eine Art Seil und band<br \/>\nes Julia um den Bauch. \u201eFalls es zu steil und gef\u00e4hrlich wird, kann ich dich auffangen\u201c, sagte er. Dann endlich nach 3,5 Stunden standen sie am Gipfel und alle waren begeistert \u2013 bis sie draufkamen, dass sie am falschen Gipfel standen und der echte \u201eOlymp\u201c gegen\u00fcber lag. Also beschloss Julias Anhang, dass sie auf den anderen Gipfel rauf mussten, sonst k\u00f6nnte man ja nicht behaupten, auf dem Olymp gewesen zu sein!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 41\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Julia wurde sehr mulmig. Denn die anderen wollten nicht einfach zur\u00fcck und den richtigen Weg einschlagen, NEIN, sie wollten quer dar\u00fcber! Das hie\u00df steil runter, lose Steine und darum sehr gef\u00e4hrlich und auf der anderen Seite wieder steil hinauf! \u2013 Wieder lose Steine!<\/p>\n<p>Einig gingen alle hinunter, nur Julia hatte ein ungutes Gef\u00fchl; sie hatte Angst und sagte das auch. Daraufhin gingen Papa und ihr Bruder Gerald vor, aber Harris blieb hinter ihr.\u00a0Papa ging \u00fcber einen gro\u00dfen Stein, der wackelte, und Gerald auch. Er blieb liegen. Zum Gl\u00fcck! Aber Julia fand das nicht cool und stieg ganz vorsichtig darauf.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich rutschte er weg und Julia hatte ganz gro\u00dfe Angst abzust\u00fcrzen! Aber da war noch Harris! Der sie mit dem Seil auffing und ihr Halt gab! \u2013 Gott sei Dank! Schlie\u00dflich erklommen alle den richtigen Berg und Julia wusste, dass sie Harris vollends vertrauen konnte! Papa und Harris sagten aber, dass Julia und Gerald nicht im Stehen hinuntersehen sollen, sondern sich hinlegen sollten, um<\/p>\n<p>\u00fcber den Rand zu sehen, was sie schlie\u00dflich getan haben! Der Ausblick war atemberaubend! Und weil es ein so sch\u00f6ner Tag war, sah man bis zum Meer. Julia w\u00fcrde nie vergessen, wie eng Angst und Vertrauen aneinander liegen, aber auch die Senkrechte ins Nichts vom Gipfel w\u00fcrde sie nie vergessen! Sie dachte, dass es gut war, dass Gott auch \u201emit\u201c auf den Gipfel ging und sie besch\u00fctzte, damit sie diesen atemberaubenden Ausblick sehen durfte!<\/p>\n<p>Unten am Parkplatz fiel sie schlie\u00dflich ihrer Mutter in die Arme und sagte: \u201eMama! Ich werde mich vor nichts mehr f\u00fcrchten, versprochen!\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><em>Yvonne Ennsmann<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[29.09.2020] Julia wusste es schon. Es wird bestimmt eine lange Reise. Ihre Eltern, ihr Bruder und sogar Harris (ein Freund der Familie), wollten unbedingt auf den Olymp. Olymp ist der h\u00f6chste Berg in Griechenland. 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